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Wikinger Sax


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Artikel  1 - 20 von 28

Der Sax war für Wikinger und Germanen des Frühmittelalters weit mehr als eine Waffe – er war ein alltägliches Werkzeug, ein Statussymbol und ein zuverlässiger Begleiter am Gürtel. In dieser Kategorie findest du Repliken vom einfachen Kurzsax bis zum reich verzierten Langsax aus Damaststahl, passend für Reenactment, Schaukampf und Sammler.

Was ist ein Sax? Bedeutung, Geschichte und Ursprung

Was ist ein Sax? Bedeutung, Geschichte und Ursprung

Das Wort Sax leitet sich vom althochdeutschen sahs ab, was so viel wie „Messer" oder „Stein" bedeutet – eine der ältesten Waffenbezeichnungen im germanischen Sprachraum. Als einschneidige Hiebwaffe ist der Sax keine mittelalterliche Erfindung, sondern lässt sich bis in die vorrömische Eisenzeit zurückverfolgen. Seine Blütezeit erlebte er jedoch im Frühmittelalter, grob zwischen dem 5. und dem 11. Jahrhundert, als er bei Germanen, Franken, Angelsachsen und Wikingern gleichermaßen verbreitet war.

Im Lateinischen findet sich der Begriff semispatha – „halbes Schwert" – was die Position des Sax zwischen Messer und Schwert treffend beschreibt. Längere Varianten werden häufig als Scramasax bezeichnet, ein Begriff fränkischen Ursprungs, der sich vor allem für Klingen ab etwa 40 cm Länge eingebürgert hat. Im angelsächsischen Raum ist die Schreibweise Seax gebräuchlich. Unabhängig von der Bezeichnung war der Sax immer beides: Gebrauchsgegenstand des Alltags und kampftaugliche Waffe. Er begleitete seinen Träger beim Handwerk ebenso wie auf dem Schlachtfeld und war in weiten Teilen der frühmittelalterlichen Gesellschaft so selbstverständlich wie heute ein Taschenmesser – mit dem entscheidenden Unterschied, dass er Rang und Status seines Trägers sichtbar machte.

Formen und Varianten: Kurzsax, Langsax und Scramasax im Überblick

Kurzsax

Klingenlänge bis ca. 30 cm

Der Kurzsax ist die kompakteste Variante und war vor allem als Alltagsmesser und Werkzeug verbreitet. Schlanke Klinge, leichtes Gewicht, einfache Handhabung – ideal für Einsteiger und als ergänzendes Werkzeug zur Darstellung.

Scramasax / Mittelsax

Klingenlänge ca. 30–50 cm

Die mittlere Klasse vereint Alltagstauglichkeit mit Kampfwert. Breitere Klinge, oft mit charakteristischem Broken-Back-Profil (abgeknickter Klingenrücken). Besonders typisch für angelsächsische und fränkische Funde. Häufig mit Lederscheide und Metallbeschlägen.

Langsax

Klingenlänge über 50 cm

Der Langsax bewegt sich schon fast im Bereich kurzer Schwerter. Archäologisch vor allem aus skandinavischen und fränkischen Kontexten belegt. Massiv, kraftvoll, repräsentativ – als Sammlerstück und für anspruchsvolle Reenactment-Darstellungen.

Eine besonders charakteristische Klingenform ist der Broken-Back-Sax: Der Klingenrücken verläuft gerade bis kurz vor die Spitze, wo er abrupt abknickt und so eine markante, fast rechtwinklige Spitzengeometrie erzeugt. Diese Form ist archäologisch gut belegt und findet sich sowohl in angelsächsischen als auch in skandinavischen Funden. Der Gotland-Typ bezeichnet eine spezifisch skandinavische Variante mit schlankerem Profil, die auf der schwedischen Insel Gotland besonders häufig ausgegraben wurde und heute als Referenz für viele hochwertige Repliken dient.

Materialien und Verarbeitung: Carbon, Damast und historische Vorbilder

Material Eignung Eigenschaften
Karbonstahl (EN45) Reenactment Robuste Federstahllegierung, gut zu schärfen, pflegebedürftig, korrosionsanfällig. Häufig bei schaukampftauglichen Saxen.
Damaststahl Historisch Visuell eindrucksvolles Lagenmuster durch Verschweißen verschiedener Stahlsorten. Hochwertige Optik, für Sammler und anspruchsvolle Darsteller.
Damaszenerstahl Historisch Feinstes Schmiedegut mit ausgeprägtem Muster, teils handgeschmiedet. Premium-Segment, hohe Sammlertauglichkeit.
Knochen / Horn Historisch Authentische Griffmaterialien mit direktem archäologischem Beleg. Natürliche Optik, individuelles Muster.
Holz (Palisander, Nussbaum) Reenactment Langlebig, angenehm in der Hand, gut greifbar. Häufige Wahl für robuste Alltagsdarstellungen.
Leder (Scheide) Historisch Archäologisch belegt, schützt die Klinge, oft mit Messingbeschlägen oder Niellierungen verziert.

Die Scheide war dabei keineswegs nur funktionales Zubehör: Beschläge aus Messing oder Bronze, Tauschierungen aus Silber und Gold sowie aufwändige Lederprägungen spiegelten den sozialen Rang des Trägers wider. Das Frühmittelalter-Messer-Sortiment zeigt, wie breit das Spektrum von schlichter Gebrauchsausführung bis zum Prunkstück reicht.

Wie wurde das Sax getragen? Trageweise und Scheide im historischen Kontext

Eine der häufigsten Fragen rund um den Sax betrifft seine Trageweise – und die Antwort unterscheidet ihn deutlich von Schwertern seiner Zeit. Der Sax wurde horizontal am Gürtel getragen, mit der Schneide nach oben weisend. Diese Position ist durch zahlreiche ikonografische Quellen belegt: Runensteinen, Buchmalerei des 8. bis 10. Jahrhunderts und vereinzelte Grabdarstellungen zeigen Krieger mit dem charakteristisch waagerecht am Leibgurt hängenden Sax.

Die Befestigung erfolgte über die Scheide, die mit Riemen oder sogenannten Gürtelfroschen direkt am Gürtel fixiert wurde. Im Gegensatz zum Schwert, das über ein Wehrgehänge an der Hüfte hing, saß der Sax deutlich flacher am Körper – was das schnelle Ziehen erleichterte und im Gedränge des Nahkampfs einen praktischen Vorteil bot. Die Scheide selbst bestand aus genähtem oder genietetem Leder und war an der Öffnung und dem Scheidenmundblech häufig mit Metallbeschlägen verstärkt.

Für die moderne Darstellung im Reenactment ist diese Trageweise wichtig: Eine korrekt gearbeitete Lederscheide mit Gürtelbefestigung gehört zur authentischen Darstellung dazu – die meisten Saxe im Sortiment werden daher inklusive passender Scheide geliefert. Wer seine Ausrüstung vervollständigen möchte, findet im Bereich Wikinger Waffen ergänzendes Zubehör.

Wikinger-Sax im Reenactment: Schaukampf, Darstellung und Auswahl

Einstieg · 50–85 €

Kurzsaxe und einfache Scramasaxe aus Karbonstahl mit Knochen-, Horn- oder Holzgriff und brauner Lederscheide. Robuste Repliken für den Einstieg in die Frühmittelalter-Darstellung, gut geeignet für Märkte und Ausstellungen. Typische Beispiele: Wikinger Scrama Sax mit Knochengriff, Frühmittelalter Kurzsax mit Horngriff.

Schaukampf · 120–200 €

Schaukampftaugliche Skramasaxe mit federndem Karbonstahl, abgestumpfter Klinge und stabiler Lederscheide. Für den Einsatz auf LARP-Events und Reenactment-Märkten mit Zulassungsanforderungen ausgelegt. Auf Klingenlänge, Gewicht und Zulassungsklasse beim Kauf achten. Typisches Beispiel: Skramasax für Schaukampf.

Sammler & Reenactment · ab 140 € bis 655 €

Damaststahl- und Damaszenerstahl-Saxe mit aufwändigen Griffen aus Horn, Knochen oder edlem Holz, reich beschlagene Scheiden. Für anspruchsvolle Darsteller und Sammler, die Wert auf historische Vorbilder und hochwertige Verarbeitung legen. Spitze des Sortiments: der limitierte Sax von Beagnoth mit Gold- und Silbertauschierungen nach britisch-musealem Vorbild.

Ein wichtiger Hinweis für den Kauf: Scharfe Repliken sind keine zugelassenen Schaukampfwaffen. Für den Fechteinsatz auf LARP-Events und Reenactment-Veranstaltungen benötigst du ausdrücklich als schaukampftauglich ausgewiesene Modelle mit entsprechender Stahlhärte und Klingengeometrie. Im Produkttitel oder der Beschreibung ist die jeweilige Eignung stets angegeben.

Historische Fundstücke als Vorbilder: Der Sax von Beagnoth und Gotland-Funde

Historische Fundstücke als Vorbilder: Der Sax von Beagnoth und Gotland-Funde

Kaum ein frühmittelalterliches Objekt ist so gut dokumentiert wie der Sax von Beagnoth: ein angelsächsisches Saxmesser aus dem 9. Jahrhundert, das in der Themse gefunden wurde und heute im British Museum in London aufbewahrt wird. Was ihn einzigartig macht, ist die Runenschrift auf der Klinge – eine vollständige Folge des altenglischen Futhorc-Alphabets – sowie die aufwändigen Gold- und Silbertauschierungen, die ihn klar als Prestigegegenstand eines hochrangigen Trägers ausweisen. Im Sortiment findest du sowohl eine zugängliche Replik als auch eine limitierte Version mit historisch nachgearbeiteten Tauschierungen, die als Sammlerstück besondere Beachtung verdient.

Der Gotland-Typ repräsentiert die skandinavische Variante des Sax: schlanker, oft mit charakteristischem Klingenwinkel und feinen Metallbeschlägen an der Scheide. Gotland war als Handelszentrum der Wikingerzeit ein Kreuzungspunkt vieler Kultureinflüsse, was sich auch in den dort gefundenen Saxen zeigt. Fränkische und merowingische Saxfunde ergänzen das Bild eines weit verbreiteten Waffentyps, der über Jahrhunderte und Kulturgrenzen hinweg Bestand hatte.

Für Reenactoren mit Interesse an belegten Darstellungen lohnt ein Blick auf die jeweiligen archäologischen Vorbilder: Viele Repliken im Sortiment sind direkt an dokumentierte Fundstücke angelehnt und geben im Produktnamen oder der Beschreibung das Original an. Das macht sie nicht nur für Märkte, sondern auch als Studienobjekte interessant. Ergänzend dazu bieten Germanische Messer und Germanische Schwerter weitere Repliken aus dem frühmittelalterlichen Waffenarsenal.

Trusted Shops geprüfter Shop · 30 Tage Rückgaberecht · Telefonische Beratung Mo–Fr 8–12 und 13–15 Uhr · Über 20 Jahre Fachhandel für Mittelalter und Reenactment

Ob du einen einfachen Kurzsax für deine erste Frühmittelalter-Darstellung suchst oder ein limitiertes Sammlerstück nach historischem Vorbild – in dieser Kategorie findest du das passende Exemplar. Stöbere durch das Sortiment und lass dich bei Fragen gerne telefonisch beraten.

Häufig gestellte Fragen

Ein Sax ist eine einschneidige Hiebwaffe des Frühmittelalters, die zwischen einem großen Messer und einem kurzen Schwert einzuordnen ist. Er war bei Germanen, Franken, Angelsachsen und Wikingern verbreitet und diente sowohl als Alltagswerkzeug als auch als Kampfwaffe. Die Klingenlänge variierte je nach Typ von etwa 15 cm beim Kurzsax bis über 60 cm beim Langsax.

Scramasax ist die fränkische Bezeichnung für längere Varianten des Sax, typischerweise mit einer Klingenlänge zwischen 30 und 50 cm und einer charakteristisch breiten Klinge. Im lateinischen Quellen auch als 'semispatha' (halbes Schwert) bezeichnet. Der Begriff hat sich im modernen Sprachgebrauch für mittlere bis große Saxvarianten eingebürgert, wird aber nicht einheitlich von allen Quellen gleich abgegrenzt.

Der Sax wurde horizontal am Gürtel getragen, mit der Schneide nach oben weisend. Diese Trageweise ist durch Runensteinen, Buchmalerei und andere ikonografische Quellen aus dem 8. bis 10. Jahrhundert belegt. Die Scheide wurde über Riemen oder Gürtelfrösche am Leibgurt befestigt – ganz anders als ein Schwert, das über ein Wehrgehänge hing.

Der Langsax ist die größte Variante des Sax mit einer Klingenlänge von über 50 cm – damit bewegt er sich schon fast im Bereich eines kurzen Schwertes. Er ist vor allem aus skandinavischen und fränkischen Fundkontexten des 7. bis 10. Jahrhunderts belegt. Aufgrund seiner Größe war er eher eine Waffe des Kriegers als ein Alltagsgegenstand und ist heute als Sammlerstück besonders gefragt.

Für Schaukampf und LARP sind ausdrücklich als schaukampftauglich ausgewiesene Saxe erforderlich. Diese haben eine abgestumpfte Klinge aus federndem Karbonstahl, der Kraftübertragung beim Treffer abpuffert. Scharfe Repliken aus Damaststahl sind Sammlerstücke und für den Fechteinsatz nicht zugelassen. Im Sortiment sind schaukampftaugliche Modelle im Produkttitel entsprechend gekennzeichnet.

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