Mittelalter Äxte
Die Mittelalter Axt gehört zu den ältesten und vielseitigsten Waffen der Geschichte – als Streitaxt im Nahkampf, als Wurfaxt im Angriff oder als Werkzeug im Alltag. Das Sortiment reicht von der fränkischen Franziska über die nordische Bartaxt bis zur zweihändig geführten Dänenaxt – für Reenactment, LARP, Schaukampf und Sammler, die eine Mittelalteraxt kaufen möchten.
Mittelalteraxt – Typen und historische Einordnung

Die Mittelalteraxt ist keine einheitliche Waffengattung, sondern ein breites Spektrum regionaler und epochentypischer Formen, das sich über fast ein Jahrtausend hinweg weiterentwickelt hat. Von der kurzen Wurfaxt des frühen Mittelalters bis zur langen, zweihändig geführten Dänenaxt des Hochmittelalters spiegelt jeder Typ die militärischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten seiner Zeit wider.
Grundsätzlich lassen sich Äxte des Mittelalters in drei funktionale Gruppen unterteilen: Kampfäxte (einhändig, kombiniert mit Schild), Wurfäxte (leicht, auf Balance optimiert) und Werkzeugäxte (breite Schneide, schweres Blatt). Die Grenzen waren historisch fließend – ein Beil, das Holz spaltete, diente im Notfall auch als Waffe. Als Volkswaffe war die Axt im Mittelalter weit verbreitet, weil sie günstiger herzustellen war als ein Schwert und handwerklichen wie militärischen Zwecken gleichermaßen diente.
Typologisch bedeutsam sind folgende Formen: die Bartaxt mit dem charakteristisch nach unten gezogenen Schneidenbart, die langstielige Dänenaxt (auch Breitaxt), die kurze merowingische Franziska sowie das einfache Beil als Allzweckgerät. Die Hellenbarte des Spätmittelalters verbindet Axtblatt, Spitze und Haken auf einem langen Stiel – streng genommen bereits eine Stangenwaffe, die aus der Entwicklung der Streitaxt hervorging.
Wurfaxt, Bartaxt, Streitaxt: Die wichtigsten Varianten im Überblick
Jede Variante der Mittelalteraxt erfüllt eine spezifische Funktion – Gewichtsverteilung, Stiellänge und Klingengeometrie unterscheiden sich je nach historischem Verwendungszweck erheblich.
Franziska
Die Franziska ist die bekannteste Wurfaxt des frühen Mittelalters. Ihr halbmondförmiges Blatt und der kurze, geschwungene Stiel ermöglichen eine stabile Rotationsbewegung beim Wurf. Fränkische Krieger warfen sie unmittelbar vor dem Nahkampf, um feindliche Schilde zu zerstören. Für Reenactment und als historisches Sammlerstück erste Wahl.
Wikinger-Bartaxt
Die Bartaxt – erkennbar am tief heruntergezogenen Schneidenbart – war die bevorzugte Waffe skandinavischer Krieger. Der Bart erhöht die effektive Schneidenlänge, ohne das Blatt unnötig schwer zu machen. Einhändig geführt, oft mit Schild kombiniert. Beliebt im LARP und Schaukampf wegen ihrer ausgewogenen Balance.
Dänenaxt
Die Dänenaxt (Breitaxt) besitzt einen langen Stiel von bis zu 150 cm und ein breites, geschwungenes Blatt – sie wurde zweihändig geführt. Historisch bezeugt u. a. in der Bayeux-Tapisserie. Durch Gewicht und Reichweite eine imposante Schaukampfwaffe; für Reenactment-Gruppen des Hochmittelalters erste Wahl.
Spätmittelalterliche Streitaxt
Ab dem 13. Jahrhundert entwickelten sich Streitäxte mit schmalem, gehärtetem Blatt weiter, das auch Plattenrüstungen beschädigen konnte. Häufig mit Rückenhammer oder Dorn kombiniert. Für historisch korrekte Darstellungen des Hoch- und Spätmittelalters sowie als Dekoreplik gefragt.
Materialien und Verarbeitung: Worauf es bei einer Mittelalter Axt ankommt
Qualität und Einsatztauglichkeit einer Mittelalteraxt hängen direkt von Stahlsorte, Wärmebehandlung und Holzart des Stiels ab – diese drei Faktoren bestimmen Schneidhaltigkeit, Bruchsicherheit und Wurfverhalten.
| Material | Eigenschaften | Eignung |
|---|---|---|
| Kohlenstoffstahl (1075/1085) | Gut schmiedbar, gehärtete Schneide möglich, leicht rostanfällig | Reenactment |
| Federstahl (65Mn) | Hohe Zähigkeit, schlagresistent, für Wurfbelastung geeignet | Wurfaxt |
| Industriestahl / Gusseisen | Günstig, ausreichend stabil für Dekoexemplare, nicht gehärtet | Deko |
| Eschenholz (Stiel) | Leicht, flexibel, klassisches Axtstielholz, gute Schwingungsdämpfung | Reenactment LARP |
| Hickoryholz (Stiel) | Sehr hart, schlagfest, schwerer als Esche, ideal für Wurfäxte | Wurfaxt |
| Buchenholz (Stiel) | Dicht, stabil, weniger elastisch, günstig in der Herstellung | Deko |
Handgeschmiedet vs. industriell gefertigt: Handgeschmiedete Klingen entstehen durch wiederholtes Erhitzen und Hämmern, was die Kornstruktur des Stahls verdichtet und die Schneide widerstandsfähiger macht. Industriell gestanzte Blätter sind homogener in der Form, aber oft weniger zäh. Für echtes Reenactment und regelmäßigen Schaukampf empfehlen sich handgeschmiedete Exemplare mit gehärteter Schneide. Für Deko und gelegentliches LARP reichen solide gestanzte Klingen vollständig aus.
Beim Stiel gilt: Hickory ist die erste Wahl für Wurfäxte, weil das dichte Holz die Aufprallenergie besser absorbiert und Haarrissen länger widersteht. Esche bietet den besten Kompromiss aus Gewicht und Festigkeit für Kampf- und Schauäxte. Buche wird häufig bei Dekomodellen verwendet.
Die richtige Mittelalteraxt kaufen: Auswahlkriterien nach Einsatzzweck
Die Wahl der passenden Mittelalteraxt hängt vom geplanten Einsatzzweck ab – Gewicht, Klingengeometrie, Stiellänge und Verarbeitungsqualität unterscheiden sich je nach Verwendung erheblich.
Robuste Repliken mit industriell gefertigtem Stahlblatt und Buchenholzstiel. Optisch überzeugend, nicht für intensiven Kampfeinsatz ausgelegt. Ideal als Wanddeko, Kostümzubehör oder für erste Schaukampferfahrungen. Geringes Gewicht, einfache Handhabung.
Modelle mit ausreichender Materialstärke für regelmäßigen Einsatz: solide Schmiedeklingen, Eschenholzstiel, ausgewogene Balance. Für die Wurfaxt: Federstahl oder Kohlenstoffstahl mit Hickorystiel. Wichtig: Klingengeometrie auf sichere Ausführung geprüft, stumpfe oder abgerundete Schneiden je nach Veranstaltungsregeln.
Historisch korrekte Formen nach archäologischen Vorlagen: handgeschmiedetes Blatt, gehärtete Schneide, maßgerechte Stiellänge. Franziska, Bartaxt oder Dänenaxt nach Originalbefunden. Gewicht und Balance entsprechen historischen Exemplaren – für Living-History-Gruppen und anspruchsvolle Sammler.
Hinweis zu scharfen Exemplaren: Äxte mit gehärteter, scharfer Schneide unterliegen in Deutschland keinem generellen Verbot, können aber je nach Bundesland und Veranstaltungskontext als Waffe eingestuft werden. Transport in der Öffentlichkeit ist in einer geschlossenen Tasche oder Hülle empfehlenswert. Wurfäxte sollten ausschließlich auf dafür vorgesehenen Geländen und mit entsprechender Schutzausrüstung eingesetzt werden. Gewicht und Stiellänge sind dabei die wichtigsten Auswahlkriterien: Eine Wurfaxt liegt typischerweise bei 400–800 g und einem Stiel von 40–60 cm, eine Kampfaxt eher bei 800–1.400 g und einem Stiel von 60–90 cm.
Pflege und Lagerung deiner Mittelalter Axt

Regelmäßige Pflege verlängert die Lebensdauer einer Mittelalteraxt erheblich – besonders bei handgeschmiedeten Stahlklingen und Holzstielen aus Naturmaterialien, die empfindlicher auf Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen reagieren als industrielle Produkte.
Stahlklinge pflegen: Nach jedem Gebrauch Schmutz und Feuchtigkeit mit einem trockenen Tuch entfernen. Anschließend dünn mit einem säurefreien Öl einreiben – Kamelienöl, Ballistol oder Waffenöl eignen sich gut. Kohlenstoffstähle wie 1075 oder 1085 rosten schneller als rostfreie Stähle; bei ersten Rostflecken mit feinem Schleifpapier (800er Körnung) behandeln, dann neu einölen. Scharfe Klingen regelmäßig auf Ausbrüche kontrollieren und bei Bedarf nachschärfen.
Holzstiel imprägnieren: Rohes Leinöl ist das klassische Mittel zur Stielimprägnierung – einmal jährlich auftragen, einziehen lassen, überschüssiges Öl abwischen. Das Holz bleibt elastisch und widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit. Risse frühzeitig erkennen: Ein Längsriss entlang der Maserung ist zunächst unkritisch, ein Querriss ist ein Sicherheitsrisiko und erfordert sofortigen Stielaustausch.
Wurfaxt-spezifisch: Nach intensiver Nutzung den Stiel auf Haarrisse prüfen – besonders im Bereich direkt unterhalb des Axtblatts, wo die Belastung beim Aufprall am größten ist. Ein gelockertes Axtblatt vor jedem Einsatz nachklopfen und mit einem Holzkeil sichern.
Lagerung: Trocken und lichtgeschützt lagern, möglichst nicht direkt auf Steinböden (Kälte und Feuchtigkeit). Scharfe Äxte immer mit einer Lederscheide oder einem Holzschutz sichern. Bei längerer Lagerung über den Winter Klinge stärker einölen und in ein Tuch wickeln.
Häufige Fragen zu Mittelalter Äxten und Wurfäxten
Eine Wurfaxt ist eine speziell auf Wurfbalance ausgelegte Axt, bei der die Gewichtsverteilung zwischen Blatt und Stiel so abgestimmt ist, dass sie sich im Flug kontrolliert dreht und mit der Klinge zuerst trifft. Im Gegensatz zur Kampfaxt ist der Stiel kürzer und leichter, das Blatt schmal und präzise geformt. Historisch wurden Wurfäxte als erste Angriffswelle vor dem Nahkampf eingesetzt, um feindliche Formationen zu stören. Heute ist Axtwerfen auch ein eigenständiger Freizeitsport mit eigenen Wettkampfformaten.
Mittelalterliche Streitäxte tragen je nach Form und Herkunft unterschiedliche Bezeichnungen: Die Bartaxt (oder Bartsaxt) ist nach ihrem charakteristischen heruntergezogenen Schneidenbart benannt. Die Dänenaxt (auch Breitaxt oder Dane Axe) bezeichnet die langstielige, zweihändig geführte Form skandinavischer und englischer Krieger. Das Beil ist die kompakte Einhändervariante. Im Spätmittelalter entstand die Hellenbarte als Kombination aus Axtblatt, Speerspitze und Haken auf einem langen Stiel – sie gilt bereits als Stangenwaffe.
Die bekannteste Wurfaxt des 5. und 6. Jahrhunderts heißt Franziska. Sie war die charakteristische Waffe der Franken während der Merowingerzeit und wurde sowohl als Wurfwaffe als auch im Nahkampf eingesetzt. Ihr halbmondförmiges Blatt und der kurze, stark geschwungene Stiel sorgen für eine stabile Rotationsbewegung beim Wurf. Zahlreiche Exemplare wurden in fränkischen Gräberfeldern gefunden und belegen ihre weite Verbreitung im frühmittelalterlichen Westeuropa.
Das Waffenarsenal des Mittelalters war vielfältig: Äxte (Bartaxt, Dänenaxt, Franziska, Beil) galten als Volkswaffe, da sie günstiger herzustellen waren als Schwerter. Schwerter (Einhand-, Anderthalb- und Zweihänder) waren Standeswaffen des Adels und der Ritter. Lanzen und Speere dominierten das Schlachtfeld als Distanzwaffen der Infanterie und Kavallerie. Bögen und Armbrüste ermöglichten Fernkampf. Ergänzt wurde das Arsenal durch Keulen, Streitkolben, Dolche und im Spätmittelalter durch Stangenwaffen wie Hellebarde und Glefe. Äxte blieben durch alle Epochen des Mittelalters im Einsatz, weil sie vielseitig und verhältnismäßig günstig herzustellen waren.
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