Kelten Outfit
Ein keltisches Outfit ist mehr als ein Kostüm – es ist die Summe aus Schnitt, Material, Farbe und Zubehör, die erst zusammen eine historisch glaubwürdige Gewandung ergibt. Hier findest du keltische Kleidung in Form von Tuniken, Untergewändern und ergänzenden Kleidungsstücken, die sich zu einem vollständigen Kelten-Look zusammenstellen lassen.
Was ein keltisches Outfit ausmacht: Grundlagen der Gewandung

Keltische Kleidung der Eisenzeit – grob zwischen 800 und 50 v. Chr. – folgte einem klaren Grundprinzip: Tunika, Hose und Mantel bildeten das Basisensemble. Wichtig für das Verständnis eines historisch glaubwürdigen Outfits ist das Schichtprinzip: Unter einer kürzeren oder einfarbigeren Obertunika trug man eine langärmlige Untertunika, die an den Ärmeln hervorschaute und Wärme spendete.
Das vorherrschende Material war Wolle – robust, wärmeregulierend und in der Antike in vielen Farben verfügbar. Leinen kam vor allem für Untergewänder zum Einsatz. Der Schnitt war gerade und rechteckig, ohne Taillenansatz; der Körper wurde nicht betont, sondern verhüllt und geschützt. Genau das erklärt, warum viele moderne „Kelten-Kostüme" auf den ersten Blick unhistorisch wirken: ein figurbetonter Schnitt oder synthetische Glanzfasern widersprechen dem Charakter eisenzeitlicher Gewandung grundlegend.
Typisch keltisch waren außerdem lebhafte Farben – antike Autoren wie Diodor beschrieben die Kelten als besonders farbfreudig. Pflanzliche Färbemittel ermöglichten satte Töne, die im Alltag und bei Festgewändern gleichermaßen eingesetzt wurden.
Die Kernstücke im Sortiment: Tuniken von Aegir bis Lodin
Alle Tuniken in dieser Kategorie stammen von Burgschneider, einem auf historische Kleidung spezialisierten Hersteller. Das Sortiment lässt sich in drei Linien gliedern, die sich nach Material, Schnitt und Verwendungszweck unterscheiden:
| Modell | Material | Eignung | Preis ca. |
|---|---|---|---|
| Aegir (Kurzarm) | 100 % Baumwolle, schwer | Einstieg / LARP | ~33 € |
| Erik (Kurz, unisex) | grob gewebte Baumwolle | Einstieg / LARP | ~33 € |
| Lodin (Langarm) | schwerer Wollstoff | Reenactment / Lager | ~50 € |
| Tyr (Fischgrät, Langarm) | 60 % Wolle / 37 % Polyester / 3 % Nylon | Hochwertig / Webmuster | ~58 € |
| Snorri / Lofar / Leif | 100 % Baumwolle | Untertunika / Base Layer | ~29 € |
Die Wolltunika Lodin ist das Herzstück der Kollektion: langärmlig, aus schwerem Wollstoff, in Grau, Dunkelgrau, Grün, Blau, Bordeaux und Braun erhältlich – und ausdrücklich geschlechterübergreifend geschnitten. Die Fischgrät-Tunika Tyr hebt sich durch ihr charakteristisches Webmuster ab und ist die aufwendigste Variante im Sortiment. Die Untertunika-Modelle Snorri, Lofar und Leif dienen als erster Layer im Schichtaufbau und kombinieren sich mit jeder Obertunika. Als nordisches Ergänzungsstück eignet sich der Klappenrock Loki für einen kombinierten keltisch-germanischen Look, der auf Märkten und bei Living-History-Darstellungen verbreitet ist.
Für welche Anlässe eignet sich ein Kelten-Outfit?
Auf Mittelalter- und Living-History-Veranstaltungen liegt der Fokus auf einem stimmigen Gesamtbild. Wollmaterialien wie die Lodin-Tunika überzeugen hier durch Haptik, Aussehen und Funktionalität – sie regulieren die Körpertemperatur auch bei wechselhaftem Wetter. Ein sauber aufgebauter Schichtlook aus Unter- und Obertunika, ergänzt durch keltische Gürtel und keltische Schuhe, wirkt deutlich überzeugender als ein Einteiler.
Im Reenactment-Kontext sind die Ansprüche an Schnitt und Material höher. Wolle als Hauptstoff ist gesetzt; der gerade Schnitt ohne Taillenansatz entspricht den archäologischen Befunden. Die Lodin-Tunika erfüllt diese Anforderungen auf einem soliden Niveau. Wer tiefer in die Authentizität einsteigen möchte, kombiniert sie mit historisch belegtem Zubehör wie Fibeln, Lederriemen und ungefärbten Wollstoffen.
Im LARP ist die Materialwahl freier – Aegir und Erik aus Baumwolle bieten eine gute Basis für Charaktergewandungen, die keltische Anleihen nehmen, ohne an historische Vorgaben gebunden zu sein. Die Farbpalette lässt sich gut mit Fantasy-Accessoires kombinieren. Bewegungsfreiheit und Pflegeleichtigkeit sprechen für die Baumwoll-Varianten.
Für einmalige oder seltene Anlässe ist die Kurztunika Erik oder Aegir die unkomplizierteste Lösung: günstig, leicht anzuziehen und in der Größe tolerant. Mit einem einfachen Gürtel und Lederschuhen entsteht in wenigen Minuten ein vorzeigbares keltisches Erscheinungsbild.
Im Sommer empfiehlt sich die leichtere Baumwoll-Tunika (Aegir, Erik) als Hauptgewand – sie ist atmungsaktiver und angenehmer bei Hitze. Im Herbst und Winter übernimmt die Wolltunika Lodin diese Rolle: Wolle isoliert auch bei Feuchtigkeit und trocknet langsam ab. Das Untertunika-System bleibt in beiden Jahreszeiten als Basis sinnvoll.
Farben und ihre historische Bedeutung bei den Kelten

Die Kelten galten in der Antike als ausgesprochen farbfreudig. Griechische und römische Autoren beschrieben ihre Gewänder als leuchtend und bunt – ein deutlicher Kontrast zur eher gedämpften Farbwelt benachbarter Kulturen. Diese Farbigkeit war kein Zufall, sondern das Ergebnis einer weit entwickelten Färbetradition mit pflanzlichen Mitteln.
Die wichtigsten historischen Farbstoffe: Waid lieferte Blautöne, Krapp (Wurzelfarbstoff) ergab Rot bis Bordeaux, Wau und Reseda waren Quellen für Gelb und Grün. Ungefärbte Naturwolle in Grau und Braun war im Alltag verbreitet – kostengünstig, pflegeleicht und funktional.
Im aktuellen Sortiment spiegeln sich diese historischen Töne direkt wider: Grau (häufigste Variante, Naturfarbe), Dunkelgrau, Grün (Waid/Reseda-Anlehnung), Bordeaux (Krapp-Rot), Braun (Naturwolle) und Blau decken das historische Farbspektrum gut ab. Für Reenactment-Kontexte empfehlen sich die Naturfarben Grau und Braun als Alltagsgewandung; lebhafte Farben wie Bordeaux oder Grün eignen sich für Festgewänder oder Auftritte, bei denen optische Präsenz gefragt ist. Schwarz als Variante ist historisch schwerer belegbar, aber in der LARP- und Marktszene weit verbreitet.
Das vollständige Kelten-Outfit zusammenstellen: Schicht für Schicht
Untertunika aus 100 % Baumwolle – Modelle Snorri, Lofar oder Leif. Der erste Layer liegt direkt auf der Haut, reguliert Feuchtigkeit und sorgt dafür, dass die Obertunika sauber sitzt. Die langen Ärmel schauen an den Handgelenken hervor und vervollständigen das Schichtbild.
Wolltunika Lodin für kältere Jahreszeiten und Reenactment-Ansprüche, oder Kurztunika Aegir bzw. Erik aus Baumwolle für den Sommer und als Einstiegslösung. Alle Modelle sind unisex und in mehreren Größen bis XXXL verfügbar.
Klappenrock Loki als Oberschicht oder ein Wollumhang für kältere Bedingungen. Ergänze das Outfit mit einem keltischen Gürtel, passenden Schuhen, einer keltischen Tasche und einer Fibel als Gewandschließe. Diese Accessoires machen aus dem Grundoutfit eine vollständige Gewandung.
Material im Vergleich: Wolle, Baumwolle und Mischgewebe
- Hervorragende Wärmeregulierung, auch bei Nässe
- Historisch authentisch für Eisenzeit-Darstellungen
- Ideal für Lagerveranstaltungen und Herbst/Winter
- Höherer Preis (~50 €), aber langlebiger
- Sicherer am Lagerfeuer als synthetische Fasern
- Leichter und atmungsaktiver im Sommer
- Günstiger Einstiegspreis (~33 €)
- Einfache Pflege, maschinenwaschbar
- Historisch für Untergewänder belegt, als Obertunika Kompromiss
- Gut geeignet für LARP und gelegentliche Nutzung
Die Fischgrät-Tunika Tyr (60 % Wolle / 37 % Polyester / 3 % Nylon) nimmt eine Sonderstellung ein: Das Webmuster profitiert vom Polyester-Anteil, der Formstabilität und Farbechtheit verbessert. Für den Einsatz am Lagerfeuer oder im Schaukampf gilt jedoch: Naturfasern schmelzen nicht und bieten im Funkenflug deutliche Vorteile gegenüber synthetischen Beimischungen. Wer auf maximale Authentizität oder Sicherheit setzt, greift zur reinen Wollvariante.
Ob du ein erstes Outfit für den Mittelaltermarkt zusammenstellst oder eine historisch durchdachte Eisenzeit-Gewandung aufbaust – mit den richtigen Einzelteilen entsteht ein stimmiges Gesamtbild. Stöbere durch das Sortiment und kombiniere Tunika, Gürtel, Schuhe und Zubehör zu deinem persönlichen Kelten-Look.
Häufig gestellte Fragen
Für den Einstieg sind die Kurztunikas Aegir und Erik aus 100 % Baumwolle ideal: Sie kosten rund 33 € und sind in mehreren Farben erhältlich. Für einen historisch überzeugenderen Look – etwa auf Reenactment-Veranstaltungen oder Living-History-Märkten – empfiehlt sich die Wolltunika Lodin, die authentischer wirkt und besser isoliert.
Ja, die meisten Modelle – darunter Lodin, Aegir und Erik – sind ausdrücklich geschlechterübergreifend geschnitten. Der gerade, rechteckige Schnitt ohne Taillenansatz entspricht dem historischen Vorbild und passt unterschiedlichen Körperformen. Größen sind bis XXXL verfügbar.
Das Grundgerüst besteht aus einer Untertunika (z. B. Snorri oder Lofar) als erstem Layer und einer Obertunika (Lodin für Wolle, Aegir oder Erik für Baumwolle) als Hauptgewand. Dazu kommen ein keltischer Gürtel, passende Lederschuhe, eine Tasche und optional eine Fibel als Gewandschließe. Für kältere Bedingungen lässt sich ein Umhang oder Klappenrock als dritte Schicht ergänzen.
Antike Quellen beschreiben die Kelten als besonders farbfreudig. Pflanzliche Färbemittel lieferten Blau (Waid), Rot bis Bordeaux (Krapp), Gelb (Wau) und Grün (Reseda). Ungefärbte Naturwolle in Grau und Braun war die häufigste Alltagsfarbe. Im Sortiment stehen Grau, Dunkelgrau, Grün, Bordeaux, Blau und Braun zur Wahl – alle historisch gut begründbar.
Grundsätzlich ja – Aegir und Erik aus Baumwolle eignen sich gut als Basis für LARP-Gewandungen, da sie robust und pflegeleicht sind. Für den Einsatz am Lagerfeuer oder im Schaukampf empfehlen sich reine Naturfasern (Wolle oder Baumwolle), da diese im Gegensatz zu Synthetikanteilen nicht schmelzen und bei Funkenflug sicherer sind.
