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Plattenhandschuhe


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Artikel  1 - 20 von 28

Plattenhandschuhe gehören zu den technisch anspruchsvollsten Teilen einer mittelalterlichen Rüstung – sie müssen gleichzeitig maximalen Schutz bieten und die Beweglichkeit der Finger erhalten. Ob für Reenactment, Schaukampf oder die historische Sammlung: Wer weiß, worauf er beim Kauf achtet, trifft die bessere Wahl.

Was sind Plattenhandschuhe – und worin unterscheiden sie sich von Panzerfäustlingen?

Was sind Plattenhandschuhe – und worin unterscheiden sie sich von Panzerfäustlingen?

Der Begriff Plattenhandschuh – im Englischen Gauntlet, auch Eisenhandschuh oder Kampfhandschuh genannt – bezeichnet einen gepanzerten Handschuh, bei dem einzelne Fingerlamellen aus Stahlplatten über einem innenliegenden Lederhandschuh vernietet und vernäht sind. Jeder Finger ist dabei separat gepanzert und bleibt beweglich. Genau darin liegt der wesentliche Unterschied zum Panzerfäustling: Dieser schützt Daumen und die restlichen vier Finger als einen gemeinsamen Block, was die Konstruktion einfacher macht, aber die Grifffähigkeit einschränkt.

Ein charakteristisches Merkmal bestimmter historischer Typen ist die sogenannte Sanduhrform (Stundenglasform) am Handgelenk – eine nach außen gewölbte, trichterförmige Erweiterung, die das Handgelenk zusätzlich schützte und gleichzeitig das Abrutschen von Klingentreffern verhinderte. Dieser Bereich ist an erhaltenen Originalen des 14. und frühen 15. Jahrhunderts besonders gut dokumentiert.

Historische Typen im Überblick: Gotisch, Visby, Mailänder und mehr

Gotische Panzerhandschuhe

15. Jahrhundert

Schlanke, elegante Linienführung mit einzelnen Fingerlamellen – der gotische Stil ist an seiner fein gegliederten, fast skulpturalen Oberfläche erkennbar. Die Fingergelenke sind vollständig beweglich und durch überlappende Stahllamellen geschützt.

Visby-Typ

14. Jahrhundert

Benannt nach den archäologischen Funden der Wikingerzeit auf Gotland. Charakteristisch ist die vernietete Plattenstruktur, die einen breiten Handrücken schützt. Der Visby Typ III gilt als aufwendigste und historisch detaillierteste Ausführung.

Mailänder Plattenhandschuhe

15.–16. Jahrhundert

Aus der norditalienischen Rüstungstradition stammend: breitere, rundlichere Formgebung mit glatterer Oberfläche. Mailänder Handschuhe passten typischerweise zu den ebenmäßigen, fließenden Linien der Mailänder Harnischmode.

Stundenglashandschuhe

ca. 1390

Sanduhrförmige Erweiterung am Handgelenk als prägendes Merkmal. Gut durch erhaltene Originale belegt – schaukampftaugliche Nachbauten dieses Typs sind für Darstellungen des späten 14. Jahrhunderts besonders authentisch.

Materialien und Stahlstärken: Was bedeuten 1,1 mm, 1,3 mm und 1,6 mm in der Praxis?

Stärke / Gauge Material Eignung Eigenschaft
1,1 mm / 18 Gauge Kohlenstoffstahl Leichter Schaukampf Hohe Beweglichkeit, geringeres Gewicht – ideal für Darstellungen mit viel Handarbeit
1,3 mm / 18 Gauge Kohlenstoffstahl Reenactment Gutes Gleichgewicht zwischen Schutz und Flexibilität – gängigste Stärke im Sortiment
1,6 mm / 16 Gauge Kohlenstoffstahl Schaukampf Stärkerer Schutz bei direkten Treffern, etwas schwerer – für aktiven Kampfbetrieb empfohlen
2,0 mm Stahl (Mailänder) Schaukampf / Sammler Maximale Robustheit, spürbar schwerer – für anspruchsvolle Reenactors und Sammler
Lederinnenfutter Leder (vernäht/vernietet) Alle Typen Verbessert Tragekomfort und Passform, dämpft Erschütterungen, verhindert Scheuern

Das Gauge-System stammt aus dem angloamerikanischen Raum und gibt die Blechstärke in einer inversen Skala an: Je höher die Gauge-Zahl, desto dünner das Material. 18 Gauge entspricht etwa 1,2–1,3 mm, 16 Gauge etwa 1,5–1,6 mm. Kohlenstoffstahl ist härter als Edelstahl, neigt aber bei Pflege-Vernachlässigung schneller zur Rostbildung – regelmäßiges Einölen ist Pflicht. Das Lederinnenfutter ist bei hochwertigen Plattenhandschuhen vernietet und vernäht, nicht nur eingelegt – auf dieses Detail solltest du beim Kauf achten.

Preisstufen und Qualitätsniveaus: Vom Einstieg bis zum historisch detaillierten Handschuh

Einstieg · 66–100 €

Panzerfäustlinge mit Stulpe oder einfache Plattenhandschuhe aus 1,3–1,6 mm Stahl. Solide Verarbeitung, gut für Erstausstatter oder als ergänzender Schutz zu bestehender Rüstung. Auch Einzelhandschuhe (nur links oder rechts) sind in diesem Preisbereich erhältlich – praktisch, wenn du einen Schild trägst und nur die Schwerthand schützen möchtest.

Mittleres Segment · 100–160 €

Fingerbewegliche Plattenhandschuhe mit vernietetem Lederinnenfutter in verschiedenen historischen Typen – Stundenglashandschuhe ca. 1390, spätmittelalterliche Gotische Fäustlinge oder Panzerhandschuhe des 14. Jahrhunderts in 16 Gauge. Verschiedene Farben (blank, schwarz) verfügbar. Für LARP-Spieler und Reenactors mit klarem Epochenbezug.

Gehobenes Segment · 160–220 €

Visby Typ III, Gotische Panzerhandschuhe mit aufwendiger Lamellenkonstruktion, Plattenhandschuhe aus 1,3 mm Stahl vernietet und vernäht in höchster Verarbeitungsqualität. Auch dekorative Stücke wie gravierte oder goldverzierte Marto-Panzerhandschuhe für die historische Sammlung fallen in diesen Bereich. Für anspruchsvolle Darsteller und Sammler.

Plattenhandschuhe für Reenactment, Schaukampf und Dekoration: Was passt wozu?

Reenactment & Schaukampf
  • Mindestens 1,3 mm Stahlstärke für aktiven Kampfbetrieb
  • Vollständig bewegliche Fingergelenke erforderlich
  • Vernietetes Lederinnenfutter für Halt und Dämpfung
  • Historischer Typ passend zur dargestellten Epoche wählen
  • Schaukampftauglichkeit in Produktbeschreibung prüfen
  • Passform zur Plattenrüstung und zum Armpanzer beachten
Dekoration & LARP
  • Dekorative Panzerhandschuhe (Marto: graviert, goldverziert) für Sammler
  • Kein Kampfbetrieb mit Dekorationsstücken
  • LARP: weichere Gauntlet-Alternativen aus Leder oder Kettengeflecht prüfen
  • Kettenhandschuhe als Alternative für LARP mit Polsterwaffen
  • Lammfell-Handschuhe für weiche Kostümdarstellungen
  • Optische Wirkung: blank (poliert) oder geschwärzt je nach Epoche

Passform, Pflege und Kombination mit der Gesamtrüstung

Passform, Pflege und Kombination mit der Gesamtrüstung

Plattenhandschuhe werden typischerweise in den Größen L (Größe 9, ca. 23–24 cm Handumfang) und XL (Größe 11, ca. 25–26 cm) angeboten. Die Größenangabe in Inch entspricht dem US-amerikanischen Handschuhgrößensystem – bei Unsicherheit einfach den Handumfang in cm messen und vergleichen. Ein zu enger Sitz beeinträchtigt die Beweglichkeit der Fingerlamellen erheblich.

Für eine stimmige Gesamtrüstung empfiehlt sich die Abstimmung der Plattenhandschuhe mit Armpanzer, Halsberge und Kragen sowie Brustpanzer und Harnisch. Achte dabei auf einen konsistenten Epochenbezug: Gotische Handschuhe wirken mit gotischen Bein- und Schulterplatten stimmiger als mit Mailänder Rüstungsteilen.

Pflege Stahl: Kohlenstoffstahl muss nach jedem Einsatz trocken gewischt und regelmäßig mit einem leichten Öl (z. B. Waffenöl oder Ballistol) eingeölt werden – besonders an den Vernietungspunkten sammelt sich Feuchtigkeit. Lederinnenfutter trocken lagern und gelegentlich mit Lederfett behandeln, damit es geschmeidig bleibt und nicht reißt. Optisch stehst du vor der Entscheidung zwischen blank (poliert, silbrig) und geschwärzt – geschwärzte Oberflächen sind für manche Epochendarstellungen historisch belegbar, blank polierte Stücke entsprechen dem klassischen Ritterbild.

Sind Panzerhandschuhe Waffen? Rechtliches und praktische Hinweise

Panzerhandschuhe fallen in Deutschland nicht generell unter das Waffengesetz – sie sind keine verbotenen Gegenstände im Sinne der Anlage 2 WaffG. Allerdings kann der Einsatz als Schlagwerkzeug im Sinne des Strafrechts relevant werden, wenn sie als gefährliches Werkzeug eingesetzt werden. Im Kontext von Schaukampf und Reenactment handelt es sich eindeutig um Schutzausrüstung, nicht um Waffen.

Das Mitführen von Plattenhandschuhen in der Öffentlichkeit ohne sachlichen Grund kann in bestimmten Situationen problematisch sein – etwa wenn Behörden einen Eindruck des aggressiven Auftretens entstehen sehen. Die klare Empfehlung: Transport in einer Tasche oder Rüstungstasche, Nutzung ausschließlich im Rahmen von Veranstaltungen, Märkten oder genehmigten Schaukampf-Events.

Im historischen und rechtlichen Sinn ist ein Panzerhandschuh primär Schutzausrüstung. Das deutsche Waffengesetz kennt keine allgemeine Kategorie „Schlaghandschuhe" für mittelalterliche Plattenhandschuhe – im Gegensatz etwa zu speziell konstruierten Kampfhandschuhen mit Metallnoppen. Im Zweifelsfall gilt: Nur auf Veranstaltungen tragen, sachlich transportieren und bei Nachfragen den Verwendungszweck als Reenactment-Ausrüstung erläutern.

Handschuhe sind das Rüstungsteil mit dem höchsten Verschleiß an Vernietungen – prüfe bei jedem Kauf die Qualität der Verbindungen. Schaukampftauglichkeit ist in der Produktbeschreibung stets ausgewiesen. Als Einsteiger empfiehlt es sich, erst das Gesamtrüstungskonzept nach Epoche festzulegen und dann passende Handschuhe zu wählen. Bei Fragen zur Passform oder zur richtigen Kombination erreichst du unser Team telefonisch Mo–Fr von 8–12 und 13–15 Uhr.

Mit 32 Modellen von Battle Merchant, Lord of Battles und House of Warfare findest du bei Vehi Mercatus Plattenhandschuhe für jeden Einsatzbereich – vom soliden Einsteigermodell mit Stulpe bis zum historisch detaillierten Visby-Typ III. Eine Kombination mit passendem Gambeson als Unterpolsterung oder Kettenhandschuhen darunter verbessert Sitz und Schutz zusätzlich.

Häufig gestellte Fragen

Plattenhandschuhe schützen jeden Finger einzeln durch bewegliche Lamellen – das gibt mehr Grifffreiheit beim Schwerthalten. Panzerfäustlinge schützen Daumen und restliche Finger als einen gemeinsamen Block, was die Konstruktion robuster, aber weniger flexibel macht. Für den aktiven Schaukampf sind fingerbewegliche Plattenhandschuhe meist die bessere Wahl, Panzerfäustlinge eignen sich gut als kostengünstiger Einstieg oder für Darstellungen, bei denen Grifffreiheit weniger wichtig ist.

Für den aktiven Schaukampf empfehlen sich mindestens 1,3 mm (18 Gauge) Kohlenstoffstahl – besser 1,6 mm (16 Gauge) für stärkeren Schutz bei direkten Treffern. Die Angabe „schaukampftauglich" in der Produktbeschreibung ist das verlässlichste Merkmal. Dünnere Stärken wie 1,1 mm sind eher für leichte Darstellungen oder rein optische Verwendung geeignet.

Die meisten Plattenhandschuhe werden in Größe L (Größe 9, ca. 23–24 cm Handumfang) und XL (Größe 11, ca. 25–26 cm) angeboten. Miss deinen Handumfang an der breitesten Stelle (über die Knöchel, ohne Daumen) und vergleiche mit den Maßangaben des jeweiligen Produkts. Ein zu enger Sitz beeinträchtigt die Beweglichkeit der Fingerlamellen erheblich.

Kohlenstoffstahl rostet schneller als Edelstahl und muss nach jedem Einsatz trocken gewischt und regelmäßig mit einem leichten Öl (z. B. Waffenöl oder Ballistol) eingeölt werden – besonders an den Vernietungspunkten. Das Lederinnenfutter sollte trocken gelagert und gelegentlich mit Lederfett behandelt werden, damit es geschmeidig bleibt. Feucht gelagerte Handschuhe entwickeln schnell Flecken an den Metallteilen und Schimmel am Leder.

Mittelalterliche Plattenhandschuhe fallen in Deutschland nicht generell unter das Waffengesetz und sind keine verbotenen Gegenstände. Im Kontext von Schaukampf und Reenactment gelten sie als Schutzausrüstung. Das Mitführen in der Öffentlichkeit ohne erkennbaren sachlichen Grund kann jedoch als problematisch angesehen werden – die klare Empfehlung ist der Transport in einer Tasche und die ausschließliche Nutzung auf Veranstaltungen.

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