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Ritter Schuhe


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Ritter Schuhe verbinden historische Handwerkskunst mit dem praktischen Anspruch moderner Reenactoren, LARP-Spieler und Mittelaltermarkt-Besucher. Ob du ein archäologisch belegtes Schuhwerk nach Londoner Fundobjekten suchst oder einen stabilen Spätmittelalter-Stulpenstiefel für lange Markttage – die Auswahl an mittelalterlichen Schuhen in Ritteroptik reicht von soliden Einstiegsmodellen bis hin zu aufwendig konstruierten Lederschuhen für erfahrene Reenactoren. Alle Modelle hier sind ausschließlich von Vehi Mercatus gefertigt und ergänzen das Ritter Outfit ebenso wie die komplette Ritter Kleidung.

Welche Schuhe trugen Ritter im Mittelalter?

Welche Schuhe trugen Ritter im Mittelalter?

Das Schuhwerk eines Ritters hing stark davon ab, ob er im Kampf oder im höfischen Alltag unterwegs war. Auf dem Schlachtfeld schützte der sogenannte Sabaton – ein aus Metalllamellen gefertigter Fußpanzer – den Spann und die Zehenpartie. Er war Teil der vollständigen Plattenrüstung und saß über einem einfachen, robusten Lederschuh. Dieser Unterbau musste flexibel genug sein, um im Steigbügel Halt zu geben und den Boden sicher abtasten zu können.

Außerhalb des Kampfes trugen Ritter und der Adel zivile Lederschuhe, die ihren gesellschaftlichen Rang sichtbar machten. Besonders bekannt sind die Schnabelschuhe, auch Poulaines genannt: Ihre extrem spitzen Schuhspitzen waren im 14. und 15. Jahrhundert ein klares Statussymbol – je länger die Spitze, desto höher der Stand des Trägers. Einfache Bürger und Handwerker trugen weit weniger ausladende Formen.

Handwerklich prägend war die wendegenähte Konstruktion: Dabei wird der Schuh zunächst auf links genäht – Oberleder und Sohle werden innen zusammengefügt – und anschließend auf rechts gewendet. Diese Technik ist seit dem Frühmittelalter belegt und hat den Vorteil, dass die Naht nach innen zeigt und keine Feuchtigkeit von außen eindringen kann. Archäologische Funde aus London, die sogenannten Typ-London-Schuhe, gelten als einer der bekanntesten Belege für diese Fertigungsweise.

Das richtige Modell für deinen Einsatzbereich

Einstieg · ab ca. 50 €

Kinder-Varianten des Typ-London-Schuhs (Größen 26–34) und einfache Halbschuhe mit genagelter Einfachsohle eignen sich hervorragend für den ersten Mittelaltermarktbesuch oder eine Kindergewandung. Naturbraunes, ungefärbtes Leder – muss vor dem ersten Tragen eingecremt werden.

LARP & Markt · 80–100 €

Der Typ-London-Halbschuh mit Doppelsohle sowie Riemchenschuhe Spätmittelalter bieten eine gute Balance aus historischer Authentizität und Alltagstauglichkeit. Doppelsohle bedeutet mehr Laufstabilität und längere Haltbarkeit auf unebenem Gelände.

Reenactment · ab 120 €

Stulpenstiefel mit Lederriemen und Schnallenverschluss sowie aufwendige Schnürkonstruktionen erfüllen höhere Anforderungen an Optik und Standfestigkeit. Für erfahrene Reenactoren und Schaukämpfer, die regelmäßig auf Veranstaltungen auftreten.

Wie entwickelte sich das Schuhwerk im Mittelalter?

6.–10. Jh.

Frühmittelalter

Einfache Lederschuhe ohne Absatz, meist aus einem Stück Rindsleder gearbeitet. Die wendegenähte Technik kommt zur Anwendung. Schnürung und Riemen halten das Schuhwerk am Fuß – kaum Differenzierung zwischen links und rechts.

11.–13. Jh.

Hochmittelalter

Schnürungen werden häufiger, Riemenverschlüsse differenzieren sich aus. Die Schuhformen werden leicht verlängert und zeigen erste Ansätze der Fußkontur. Schuhe für den Adel beginnen, sich in Material und Verarbeitung deutlich von Bauernschuhen zu unterscheiden.

14.–15. Jh.

Spätmittelalter

Die Blütezeit der Poulaines: Schnabelschuhe mit extrem verlängerter Spitze werden zum Modestatement des Hochadels. Sohlenkonstruktionen werden raffinierter, erste Absatzformen entstehen. Der Typ-London-Schuh ist in dieser Periode durch Funde aus der Themse gut belegt.

ab ca. 1500

Übergang zur Frühneuzeit

Die spitzen Formen weichen breiteren, blockigen Schuhformen – den sogenannten Kuhmaulschuhen. Das Schuhwerk wird flächiger und runder, was den Schritt in die Renaissance-Mode einläutet.

Pflege und Haltbarkeit von Lederschuhen

Pflege und Haltbarkeit von Lederschuhen

Neue Lederschuhe sollten vor dem ersten Tragen gründlich eingecremt oder mit Lederfett behandelt werden. Naturbraune Schuhe – also ungefärbte, vegetabil gegerbte Modelle – nehmen Pflegemittel besonders gut auf und entwickeln mit der Zeit eine charakteristische Patina. Das ist kein Makel, sondern ein Zeichen echter Lederqualität.

Regelmäßiges Einreiben mit Lederfarbe und Lederfett verlängert die Lebensdauer erheblich: Das Leder bleibt geschmeidig, Risse durch Austrocknung werden verhindert, und die Sohlennaht wird vor Feuchtigkeit geschützt. Nach jedem längeren Einsatz auf Märkten oder Veranstaltungen empfiehlt sich eine Reinigung mit einem feuchten Tuch, gefolgt von einer neuen Fettschicht nach dem Trocknen.

Handgefärbte Modelle im Antiklook sollten mit neutralem Lederfett behandelt werden, um die Farbe nicht zu verändern. Ungefärbte Naturbraun-Varianten lassen sich mit farbigem Lederfett nachträglich tönen, falls ein dunklerer Look gewünscht ist.

Schuhtypen im Überblick: Vom Halbschuh bis zum Stulpenstiefel

Typ London Halbschuh

Archäologisch belegt

Der meistverkaufte Klassiker im Sortiment. Basiert auf Funden aus dem mittelalterlichen London und ist in einfacher Sohle sowie Doppelsohle erhältlich. Verfügbar als Kindergröße ab Größe 26 und als Erwachsenenmodell ab Größe 36.

Riemchenschuh Spätmittelalter

14.–15. Jahrhundert

Charakteristischer Schnallenverschluss über dem Spann, leicht verlängerte Zehenpartie. Gut geeignet für Spätmittelalter-Gewandungen und höfische Darstellungen. Kombiniert sich gut mit Ritter Wappenröcken.

Stulpenstiefel

Hoch- & Spätmittelalter

Hoher Schaftstiefel mit drei Lederriemen und Schnallenverschluss. Geeignet für höfische Darstellungen, militärische Gewandungen und intensive Schaukampfeinsätze. Vollleder-Konstruktion aus naturbraunem Rindsleder.

Materialien und Verarbeitung: Worauf es beim Ritter Schuh ankommt

Merkmal Variante Eignung
Obermaterial Vollnarbiges Rindsleder Historisch
Innenmaterial Leder (ungefüttert) Historisch
Sohle einfach Genagelte Einfachsohle LARP
Sohle doppelt Genagelte Doppelsohle Reenactment
Konstruktion Wendegenäht (Naht innen) Historisch
Farbe ungefärbt Naturbraun, vegetabil gegerbt Historisch
Farbe gefärbt Handgefärbter Antiklook LARP & Markt

Ein Volllederschuh – bei dem Obermaterial, Innenfutter und Sohle alle aus Leder bestehen – gilt als das wichtigste Qualitätsmerkmal für historisch orientiertes Schuhwerk. Die Doppelsohle bietet gegenüber der einfachen Sohle mehr Laufstabilität und ist langlebiger bei regelmäßigem Einsatz auf Kies- oder Pflasterflächen. Die wendegenähte Konstruktion ist nicht nur historisch korrekt, sondern auch komfortabler: Da die Naht nach innen zeigt, entfällt der typische Wulst am Schuhrand, der bei langen Tragezeiten drücken kann.

📞 Beratung zu Schuhgröße und Modellwahl erreichst du Mo–Fr 8–12 und 13–15 Uhr telefonisch. Vehi Mercatus ist Trusted-Shops-Mitglied, und du hast 30 Tage Rückgaberecht – ideal, wenn du dir bei der Passform unsicher bist.

Stöber jetzt durch das Sortiment der Ritter Schuhe bei Vehi Mercatus und finde das passende Modell für deine Gewandung – vom ersten Mittelaltermarkt-Besuch bis zum regelmäßigen Reenactment-Einsatz.

Häufig gestellte Fragen

Im Kampf trugen Ritter metallene Sabatons als Teil ihrer Plattenrüstung, die über einem einfachen Lederschuh saßen. Im Alltag bevorzugten sie wendegenähte Lederschuhe, deren Ausführung je nach Stand variierte – vom schlichten Halbschuh bis zum verzierten Schnabelschuh für den Hochadel.

Poulaines, auch Schnabelschuhe genannt, sind Schuhe mit extrem verlängerter Zehenspitze, die im 14. und 15. Jahrhundert in Mode waren. Sie galten als Statussymbol des Adels: Je länger die Spitze, desto höher der gesellschaftliche Rang des Trägers. Einfache Bevölkerungsschichten trugen deutlich kürzere Formen.

Bei der wendegenähten Konstruktion wird der Schuh zunächst auf links gefertigt – Oberleder und Sohle werden innen zusammengenäht – und danach auf rechts gewendet. Die Naht sitzt dadurch im Inneren des Schuhs, was den Tragekomfort erhöht und das Eindringen von Feuchtigkeit erschwert. Diese Technik ist archäologisch seit dem Frühmittelalter belegt.

Die einfache genagelte Sohle ist dünner und leichter, eignet sich gut für gelegentlichen Einsatz. Die Doppelsohle besteht aus zwei übereinander genagelten Lederlagen und bietet mehr Stabilität, Dämpfung und Langlebigkeit – besonders für regelmäßige Reenactment-Teilnahme auf Kies- oder Pflasterböden empfehlenswert.

Ja, der Typ-London-Halbschuh ist in Kindergrößen ab Größe 26 bis Größe 34 erhältlich. Die Verarbeitung entspricht der der Erwachsenenmodelle – Vollnarbiges Rindsleder, wendegenähte Konstruktion, genagelte Einfachsohle. Ideal für Kinder, die eine komplette Mittelaltergewandung tragen möchten.

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