Mittelalter Kleid Damen
Mittelalterliche Kleider für Damen reichen vom schlichten Wikinger-Unterkleid bis zur farbenprächtigen spätmittelalterlichen Cotehardie – mit über 200 Modellen von Burgschneider und Battle Merchant findest du hier die passende Gewandung für Reenactment, LARP und Mittelaltermarkt.
Was sind Mittelalterkleider – und wie heißen sie wirklich?

Der Begriff „Mittelalterkleid" ist ein moderner Sammelbegriff – historisch trugen die Kleidungsstücke sehr präzise Bezeichnungen, die Schnittform, Tragweise und Funktion beschrieben. Das Unterkleid – in Quellen als Chainse oder Cotte bezeichnet – war die erste Kleidungsschicht und wurde direkt auf der Haut getragen. Darüber kam das Überkleid: als Surcot (ein kurzärmeliges oder ärmelloses Obergewand), als Cotehardie (das körperbetontere Gewand des Spätmittelalters mit charakteristischen Trompetenärmeln) oder als Trägerkleid (Hängerrock) der Wikingertradition.
Im Sortiment findest du diese historischen Formen als konkrete Produkte: Das Unterkleid Freya orientiert sich am frühmittelalterlichen Untergewand der Wikingerzeit, das Unterkleid Feme bietet eine schlichtere, bodenlange Variante mit langen Ärmeln, das Überkleid Haithabu ist an Fundstücken aus der Wikingerzeit inspiriert, und das Trägerkleid Jodis aus Wolle entspricht dem klassischen nordischen Hängerrock. Diese historischen Bezeichnungen helfen dir dabei, die richtige Kleidungsschicht und den richtigen Schnitt für deine Darstellung zu wählen.
Das richtige Kleid für deinen Anlass: Markt, LARP oder Reenactment
Ob du zum ersten Mal auf einen Mittelaltermarkt gehst oder eine jahrelang ausgearbeitete Reenactment-Figur darstellst – die Anforderungen an dein Kleid unterscheiden sich erheblich. Kleider sind ab ca. 25 € für Überkleider und ca. 42 € für Unterkleider erhältlich, Größen reichen von XS bis XXXXL.
Für den Marktbesuch stehen Optik und Tragekomfort im Vordergrund. Ein einfaches Überkleid aus Baumwolle in A-Form, kombiniert mit einem schlichten Unterkleid in Natur oder Weiß, reicht vollkommen aus. Das Haithabu-Überkleid ab ca. 25 € bietet hier ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Was kann man zum Mittelalterfest anziehen? Ein bodenlang-wadenlanger Schnitt, feste Schuhe und ein schmaler Gürtel – mehr braucht es nicht für einen stimmungsvollen Tag.
Beim LARP zählen Bewegungsfreiheit, Robustheit und ein Schnitt, der auch bei langen Spieltagen und Kampfszenen hält. Baumwolle und Leinen bieten den besten Kompromiss aus Optik und Strapazierfähigkeit. Achte auf weite Ärmel, ausreichend Beinfreiheit und einen Schnitt ohne zu viele lose Elemente, die sich im Gestrüpp verhaken. Ein Mieder oder ein Umhang ergänzen das Outfit sinnvoll.
Für historisches Reenactment sind Schnitt, Stoff und Farbe nach dem jeweiligen Jahrhundert und der Region zu wählen. Wolle für Überkleider, Leinen für Unterkleider – und eine Schnittform, die archäologisch oder ikonografisch belegt ist. Frühmittelalter, Hochmittelalter und Spätmittelalter unterscheiden sich erheblich in Silhouette und Detail. Ergänze dein Outfit mit historisch passenden Schuhen, einer Kopfbedeckung und Accessoires.
Unterkleid und Überkleid: Das mittelalterliche Schichtsystem
Mittelalterliche Frauenkleidung folgte einem klar definierten Schichtsystem. Das Unterkleid – Chainse oder Cotte – wurde direkt auf der Haut getragen und ersetzte moderne Unterwäsche. Es war meist naturfarben oder weiß, fiel in A-Form, war bodenlang und aus leichterem Stoff als das Überkleid gefertigt. Auf die Frage, was mittelalterliche Damen unter ihren Kleidern trugen: es war dieses Untergewand, das gleichzeitig Schutz für die teurere Oberschicht und Schweißpuffer für den Körper war.
Das Überkleid war die sichtbare, oft farbig gefärbte Schicht darüber. Zu den verbreitetsten Schnittformen gehörten das Schürzenkleid (an den Seiten offen, über die Schultern gehalten), das Höllenfensterkleid mit charakteristischen weiten Armausschnitten sowie das klassische langärmelige Überkleid mit Schnürung oder Borte. War ein Mittelalterkleid eng? Das hängt stark von der Epoche ab: Frühmittelalterliche Gewänder waren weit und drapiert, erst im Spätmittelalter wurden Schnitte körpernäher – die Cotehardie etwa betonte Taille und Hüfte bewusst.
Für Einsteigerinnen empfiehlt sich der Kauf von Unterkleid und Überkleid als Kombination: Das Unterkleid in Natur oder Weiß bildet die Basis, das Überkleid darüber bringt Farbe und Charakter ins Outfit. So entsteht ein stimmiges Gesamtbild mit wenig Aufwand.
Stoffe im Vergleich: Wolle, Leinen und Baumwolle
Die Wahl des richtigen Stoffes entscheidet darüber, wie authentisch und komfortabel ein Mittelalterkleid letztlich ist. Welche Kleider trugen Frauen im Mittelalter? Vor allem solche aus Wolle und Leinen – je nach Stand und Jahreszeit.
| Material | Eignung | Eigenschaften & Verwendung |
|---|---|---|
| Wolle | Historisch | Wärmend, feuchtigkeitsregulierend, ideal für Herbst- und Winterkleider sowie Überkleider. Historisch am besten belegt für Überkleider aller Gesellschaftsschichten. Empfohlen für Reenactment. Im Sortiment z.B. Trägerkleid Jodis aus 74% Wolle. |
| Leinen | Historisch | Leicht, atmungsaktiv, wird mit jeder Wäsche weicher. Historisch die bevorzugte Faser für Unterkleider und Sommergewandung. Optisch nah am Original, ideal für heiße Veranstaltungen. |
| Baumwolle | LARP / Markt | Komfortabler und pflegeleichter als Leinen, optisch ähnlich, günstiger in der Herstellung. Gute Wahl für Einsteiger, LARP und Mittelaltermarkt-Kleider. Im europäischen Mittelalter nicht historisch belegt – für authentische Darstellungen daher nur bedingt geeignet. |
| Synthetik | Nicht empfohlen | Synthetische Fasern fallen optisch anders als Naturfasern – Glanz und Drapierung wirken modern. Zudem schlechte Temperaturregulierung bei langen Veranstaltungen. In der Vehi Mercatus Eigenmarke bewusst nicht eingesetzt. |
Das Gros der Kleider in dieser Kategorie besteht aus 100% Baumwolle – eine pragmatische Entscheidung, die Tragekomfort und Pflegeleichtigkeit in den Vordergrund stellt, ohne historische Optik zu opfern.
Epochen im Überblick: Wikinger, Hoch- und Spätmittelalter
Welche Kleider trug man im Mittelalter? Das ist keine einfache Frage – denn „das Mittelalter" umfasst über 1.000 Jahre Modegeschichte mit erheblichen regionalen und zeitlichen Unterschieden.
Frühmittelalter / Wikinger
Das Grundensemble der Wikingerfrau bestand aus Untertunika und Trägerkleid (Hängerrock). Das Trägerkleid wurde über die Schultern mit Fibeln gehalten, nicht genäht. Das Überkleid Haithabu greift Fundstücke aus dem 8.–9. Jahrhundert auf, das Trägerkleid Jodis aus Wolle sowie das Unterkleid Freya folgen dieser Tradition. Passend dazu: Wikinger Kleidung Damen.
Hochmittelalter
Im Hochmittelalter dominierte die bodenlange Cotte mit langen, engen Ärmeln als Unterkleid, darüber das weite Surcot als Übergewand. Die Silhouette war fließend und gerade, Farben wurden durch aufwendige Pflanzenfärbung erzeugt. Für eine hochmittelalterliche Darstellung empfiehlt sich ein Blick in die Röcke und Blusen als alternatives Schichtsystem.
Spätmittelalter
Die Cotehardie prägte das Spätmittelalter: körperbetonter Schnitt, enge Ärmel mit charakteristischen Trompetenärmeln, die ab dem Ellbogen weit ausgestellt waren. Im Sortiment findest du diese Form als spätmittelalterliche Kleider mit Trompetenärmeln von Burgschneider – passend zur Spätmittelalter Kleidung Damen.
Farbe und soziale Bedeutung: Was verrät das Kleid über die Trägerin?

Kleidung war im Mittelalter ein unmittelbares Statussymbol. Welche Kleider trugen die Menschen im Mittelalter? Die Antwort hängt stark vom Stand ab – und die Farbe war dabei das augenfälligste Merkmal sozialer Zugehörigkeit.
Unterkleider waren traditionell naturfarben, ungebleicht oder weiß – sie waren kaum sichtbar und wurden selten aufwendig gefärbt. Das Überkleid hingegen war die Bühne für Farbigkeit. Besonders kostspielige Farben signalisierten Reichtum:
- Königsblau (Indigo): Aus der Indigo-Pflanze, aufwendig in der Verarbeitung – ein Zeichen von Wohlstand und Würde.
- Purpur: Die edelste Farbe, gewonnen aus Meeresschnecken. Im Mittelalter Herrschern vorbehalten.
- Safrangelb: Extrem arbeitsintensiv in der Herstellung – ein Statussymbol für die Oberschicht.
Leicht zugängliche Farben wie Braun und Erdtöne konnten mit Walnussschalen, Eichenrinde oder Waid erzeugt werden. Sie trugen kein besonderes Ansehen, waren aber weit verbreitet. Im aktuellen Sortiment spiegelt sich diese Farbpalette direkt wider: Natur, Braun und Waidblau für authentischere Darstellungen, aber auch lebhafte Töne wie Grün, Bordeaux, Blau, Safran und Schwarz für LARP und Markt – insgesamt über 15 Farbvarianten allein bei den Unterkleider-Modellen.
Pflege von Mittelalterkleider aus Naturfasern
Wollkleider am besten von Hand oder auf einem Schongang bei maximal 30 °C waschen. Nicht schleudern – Wolle verfilzt durch mechanische Belastung. Liegend trocknen, damit das Kleid seine Form behält. Niemals in den Wäschetrockner, da die Fasern schrumpfen. Dunkle Wollkleider beim ersten Waschen separat waschen.
Leinen ist maschinenwaschbar bei 40 °C und verträgt Bügeln bei mittlerer Hitze. Ein klarer Vorteil von Leinen: Es wird mit jeder Wäsche weicher und angenehmer auf der Haut. Dunkle Leinenkleider beim ersten Waschen separat waschen, um Abfärben zu vermeiden.
Baumwolle ist pflegeleicht: 40 bis 60 °C in der Maschine sind kein Problem. Weiße Baumwollkleider vertragen bei Bedarf Kochwäsche bei 90 °C. Vor dem ersten Waschen einen Farbechtheitstest empfehlenswert, besonders bei intensiv gefärbten Stücken.
Dunkle Farben immer separat waschen – natürliche Farbstoffe und industrielle Färbungen auf Naturfasern bluten stärker aus als bei Synthetik. Flecken von Heu, Erde oder Lagerfeuerrauch – typisch für Markt und Heerlager – am besten sofort, noch feucht, vorbehandeln. Naturfasergewänder nach der Wäsche nicht hängend, sondern liegend trocknen, um Verzug zu vermeiden.
Dein Outfit vervollständigen: Passende Accessoires zum Mittelalterkleid

Ein Mittelalterkleid allein ist erst der Anfang – das stimmige Gesamtbild entsteht durch die richtigen Ergänzungen. Der Gürtel ist dabei das wichtigste Element: Für Unterkleider eignet sich ein schmaler Ledergürtel, der die Taille betont, beim Überkleid kann es auch ein breiteres Modell sein, das gleichzeitig als Trageort für Gürteltaschen und Beutel dient. Ein Mittelalter- oder Wikingergürtel verbindet Funktion und Optik.
Die Schuhe sollten zur Epoche passen: Für Wikinger-Gewandung eignen sich einfache Bundschuhe oder Schnürschuhe, für Hochmittelalter-Darstellungen spitze Schnabelschuhe, für das Spätmittelalter auch höhere Modelle. Einen Überblick bietet die Kategorie Wikinger Schuhe.
Die Kopfbedeckung vervollständigt jede historische Frauengewandung: Ein einfacher Schleier oder eine Haube für die Wikingerzeit, ein Gebende (gebundenes Kinnband mit Schleier) für das Hoch- und Spätmittelalter oder eine schlichte Leinenhaube für den Alltag – passende Modelle findest du in der Mittelalter Kopfbedeckung-Kategorie.
Für Schmuck gilt dasselbe Prinzip wie bei Kleidung: Fibeln, Ketten und Armreife sollen zur Epoche passen. Wikingerfrauen trugen charakteristische Fibeln zum Schließen des Trägerkleids, im Hochmittelalter waren schlichte Ringfibeln am Mantelausschnitt üblich. Für das Spätmittelalter kommen aufwendigere Ketten und Ringe hinzu.
Ob du ein erstes Kleid für den Mittelaltermarkt suchst oder eine historisch fundierte Reenactment-Gewandung für eine spezifische Epoche – stöbere durch die Kollektion und finde das Modell, das zu deinem Anlass, deiner Figur und deinem Stil passt.
Häufig gestellte Fragen
Mittelalterliche Frauenkleider trugen präzise historische Bezeichnungen: Das Unterkleid hieß Chainse oder Cotte und wurde direkt auf der Haut getragen. Darüber kam das Überkleid in verschiedenen Formen – als Surcot (kurz- oder ärmelloses Übergewand), als Cotehardie (körpernahes Spätmittelalterkleid mit Trompetenärmeln) oder als Trägerkleid (Hängerrock) in der Wikingerzeit. Der Begriff „Mittelalterkleid" ist ein moderner Sammelbegriff, der all diese Formen zusammenfasst.
Mittelalterliche Frauen trugen als unterste Schicht ein Unterkleid – auch Chainse oder Cotte genannt –, das direkt auf der Haut getragen wurde und moderne Unterwäsche ersetzte. Es war meist naturfarben oder weiß, bodenlang, in A-Form geschnitten und aus leichtem Leinen oder feiner Wolle gefertigt. Dieses Unterkleid schützte das aufwendigere Überkleid vor Verschmutzung und diente gleichzeitig als komfortable Basisschicht.
Das hängt stark von der Epoche ab. Frühmittelalterliche Gewänder – etwa Wikinger-Unterkleider und Trägerkleider – waren weit geschnitten und fließend. Im Hochmittelalter blieb die Silhouette noch relativ gerade. Erst im Spätmittelalter wurden Schnitte körpernäher: Die Cotehardie des 14. und 15. Jahrhunderts betonte Taille und Hüfte bewusst und hatte enge Ärmel, die ab dem Ellbogen weit ausgestellt waren – die sogenannten Trompetenärmel.
Historisch belegt für das europäische Mittelalter sind vor allem Wolle und Leinen. Wolle eignete sich für Überkleider und wärmende Kleidung, Leinen für Unterkleider und Sommergewandung. Baumwolle war im europäischen Mittelalter nicht verbreitet und gilt als anachronistisch – sie ist aber eine komfortable und optisch akzeptable Wahl für LARP und Marktbesuche. Synthetische Stoffe werden für historische Darstellungen nicht empfohlen, da Glanz und Drapierung modern wirken.
Für den ersten Marktbesuch reicht ein einfaches Überkleid aus Baumwolle in A-Form vollkommen aus. Wichtig sind eine gute Passform und ein angenehmes Tragegefühl – Mittelaltermarktbesuche können lang sein. Ein Unterkleid in Natur oder Weiß darunter, ein schmaler Ledergürtel und bequeme Schuhe ergeben bereits ein stimmiges Gesamtbild. Authentizität ist für den Einstieg zweitrangig, der Spaß steht im Vordergrund. Überkleider sind bereits ab ca. 25 € erhältlich.









