Mittelalter Taschen, Gürteltaschen und -Beutel
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Ob auf dem Mittelaltermarkt, beim LARP oder im Reenactment-Lager – eine Tasche am Gürtel war im Mittelalter kein Luxus, sondern schlichte Notwendigkeit. Da Kleidung damals keine Taschen besaß, trugen Menschen ihren gesamten Alltag buchstäblich am Körper. Hier findest du Gürteltaschen, Lederbeutel und Umhängetaschen in Leder und Stoff, die zu einem historisch inspirierten Outfit passen – vom günstigen Einsteigermodell bis zum verzierten Sporran.
Wie hießen mittelalterliche Taschen – und was steckt dahinter?
Mittelalterliche Taschen trugen je nach Form, Funktion und Region ganz unterschiedliche Namen. Die gebräuchlichsten deutschen Begriffe waren Beutel, Tasche und Ranzen. Das lateinische Wort bursa bezeichnete ursprünglich einen Geldbeutel – daraus entstand später das deutsche Wort „Börse". Wer Almosen verteilte oder sammelte, trug einen Almosenbeutel; Pilger reisten mit einem schlichten Pilgerbeutel oder einer Pilgertasche über der Schulter. Gürteltaschen, die fest am Leibgurt befestigt wurden, hießen je nach Region auch Kiepe oder Felleisen – Letzteres vor allem für lederne Reisebehälter. Geldkatzen – flache Ledertaschen für Münzen – waren ebenfalls weit verbreitet und sind in Stadtgrabungen vielfach belegt. Die Vielfalt der Bezeichnungen spiegelt wider, wie allgegenwärtig diese Accessoires im Alltag des Mittelalters waren.
Kurze Geschichte der Tasche: Von der Antike bis ins Spätmittelalter
Ötzi und die älteste bekannte Tasche
Der Mann aus dem Eis trug bereits einen kleinen Lederbeutel mit Feuerstein, Knochennadel und Zunder bei sich. Damit ist belegt, dass portable Behältnisse zur menschlichen Grundausstattung gehören, lange bevor das Mittelalter begann. Die erste Tasche ist also keine mittelalterliche Erfindung – sondern eine urmenschliche.
Frühmittelalter: Schnürbeutel am Gürtel
Einfache Schnürbeutel aus Leder oder grobem Leinen wurden direkt am Gürtel getragen. Sie waren klein, ungefüttert und meist ungefärbt. Archäologische Funde aus skandinavischen Gräbern zeigen, dass auch Wikinger ihre Gürtelbeutel mit ins Grab nahmen – oft befüllt mit Münzen oder Spielsteinen.
Hochmittelalter: Ledergürteltaschen mit Beschlägen
Mit wachsendem Wohlstand und verfeinertem Handwerk entstanden aufwendigere Gürteltaschen aus gegerbtem Rindleder, teils mit Metallbeschlägen und Hornknopf-Verschlüssen versehen. Städtische Händler, Ritter und Kleriker trugen nun unterschiedliche Taschentypen, die auch soziale Stellung anzeigten.
Spätmittelalter: Pilgertaschen, Almosenbeutel, Fransenbeutel
Das Spätmittelalter brachte eine wahre Blüte der Taschenmacher-Zunft. Fransenbeutel aus Wildleder, bestickte Almosenbeutel und große Pilgertaschen aus Leinen oder grobem Tuch wurden auf Märkten gehandelt. Londoner Ausgrabungen (Museum of London) liefern heute noch gut erhaltene Lederexemplare aus dieser Zeit.
Welche Materialien wurden im Mittelalter verwendet?
Die Materialwahl für Taschen und Beutel hing stark von Stand, Geldbeutel und Verwendungszweck ab. Leder dominierte als robustestes und am leichtesten zu verarbeitendes Material – historische Funde aus London und Dänemark zeigen, dass Rindleder am häufigsten verwendet wurde, gefolgt von Schafs- und Ziegenleder. Für weichere, aufwendiger geformte Beutel griff man auf Wildleder zurück. Einfachere Pilgertaschen bestanden aus Leinen oder grobem Baumwollgewebe. Verschlossen wurden die Taschen per Hornknopf, Riemendurchzug, einfacher Schnalle oder Schnürbund.
| Material | Eignung | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| Rindleder (vegetabil gegerbt) | Historisch belegt | Gürteltaschen, Geldkatzen, Koppel |
| Wildleder (Hirsch, Reh) | Historisch belegt | Weiche Schnürbeutel, Almosenbeutel |
| Schaf- / Ziegenleder | Historisch belegt | Kleine Münzbeutel, Franziskanerbeutel |
| Leinen / grobe Baumwolle | LARP / Alltag | Pilgertaschen, einfache Umhängebeutel |
| 100 % Leder mit Prägung | LARP / Schaukampf | Sporran / Kilt-Tasche, keltische Beutel |
Münzen, Würfel und Wegzehrung – was kam historisch in die Tasche?
Im Mittelalter zahlte man mit Pfennigen, Schillingen und Denaren – die gängigsten Münzen des Hochmittelalters. Silberpfennige bildeten in vielen Regionen die Alltagswährung, Goldmünzen wie der Florin oder Dukaten zirkulierten vor allem im Fernhandel. All diese Zahlungsmittel wanderten direkt in den Beutel am Gürtel, denn Hosentaschen gab es schlicht nicht. Neben Münzen fanden sich in mittelalterlichen Taschen typischerweise:
- Würfel und Spielsteine – in Lager und Herberge unverzichtbarer Zeitvertreib
- Kräuter, Salben und Tinkturen – Apotheker und Pilger trugen ihre Arzneien stets am Leib
- Schlüssel – Haus, Truhe oder Keller, der Schlüssel gehörte zum Alltagsgepäck
- Messer und Pfriem – handwerkliches Werkzeug, das man immer griffbereit hielt
- Reiseproviant – Brot, Käse und Dörrfleisch für die Straße
Für heutige LARP- und Reenactment-Enthusiasten hat sich an diesem Prinzip wenig geändert: Mittelalterliche Münzen, Würfel und Kleinzubehör landen heute genauso selbstverständlich in die Gürteltasche wie vor 700 Jahren. Wer authentisch auftreten möchte, trägt nichts in den Händen – alles am Gürtel.
Gürteltaschen nach Preis und Qualität – Überblick für Einsteiger und Erfahrene
Lederbeutel für Münzen und Würfel aus echtem Leder – robust, zeitlos und ideal für den Einstieg ins Hobby. Pilgertaschen aus 100 % Baumwolle in mehreren Farben eignen sich hervorragend als Umhängetasche für Markt und Festival. Marken: Battle Merchant, Mythrojan.
Mittelalterliche Gürteltaschen aus Leder und Wildleder mit klassischem Hornknopf-Verschluss – in Braun und Schwarz erhältlich. Ideal für LARP, Reenactment und regelmäßige Märkte. Der Hornknopf ist historisch belegtes Detail und gleichzeitig praktischer Alltagsverschluss.
Traditionelle Kilt-Taschen (Sporran) aus 100 % Leder mit keltischen Prägungen, Tasseln und Kettengürtel – handwerklich aufwendige Stücke für Kilt-Träger und Keltik-Enthusiasten. In verschiedenen Ausführungen: Kleeblatt, keltisches Kreuz, goldene Prägungen. Marken: Ulfberth, Lord of Battles.
Gürteltasche, Beutel oder Umhängetasche – welcher Typ passt zu wem?
Gürteltasche
Fester Verschluss per Hornknopf oder Schnalle, direkt am Mittelalter-Gürtel getragen. Ideal für Markt, Lager und Reenactment – jederzeit zugänglich, sitzt sicher und verrutscht nicht. Erhältlich in Leder und Wildleder.
Lederbeutel
Per Kordel verschlossen, sehr klassische Optik, für Münzen, Würfel und Kleinzubehör. Leicht, günstig, historisch vielfach belegt – der perfekte Begleiter für jeden, der das erste Mal in die Szene einsteigt.
Pilgertasche / Umhängetasche
Größerer Stauraum aus Baumwolle oder Leder, über die Schulter getragen. Für längere Märkte, Wanderungen oder als Requisite für Pilger- und Händlerdarstellungen. In mehreren Farben erhältlich.
Eine eigene Kategorie bildet der Sporran (schottisch-keltische Kilt-Tasche): Als Frontbeutel am Kilt getragen, aus Leder mit Tasseln und keltischen Prägungen. Wer einen Schottenrock oder Kilt trägt, kommt am Sporran kaum vorbei – er ist funktional und kulturell gleichermaßen. Für Kelten-Darstellungen bieten sich auch die keltischen Taschen aus unserem Sortiment an.
Pflege und Haltbarkeit: So bleibt dein Lederbeutel lange schön
Leder ist ein robustes Naturmaterial, das bei richtiger Pflege viele Jahre hält. Folgende Grundregeln gelten für alle Ledertaschen und -beutel:
- Lederfett oder Bienenwachs regelmäßig einreiben – das hält das Leder geschmeidig und verhindert Risse. Besonders nach nassem Wetter auf dem Markt ist Nachpflegen sinnvoll.
- Nach Regen langsam an der Luft trocknen lassen – direkter Hitze (Lagerfeuer, Heizkörper) unbedingt fernhalten, da das Leder sonst spröde wird.
- Hornknöpfe und Schnallen gelegentlich auf festen Sitz prüfen – gerade bei häufig genutzten Taschen können Befestigungen nachlockern.
- Baumwoll-Pilgertaschen sind bei niedriger Temperatur (30 °C, Schonwaschgang) waschbar – ohne Trockner, damit die Naht erhalten bleibt.
- Für Lederfarbe und Lederfett findest du passendes Pflegezubehör direkt im Shop.
Von der einfachen Münztasche bis zum verzierten Sporran – hier findest du das passende Stück für deine Gewandung, dein LARP-Abenteuer oder das nächste Lagerleben. Stöbere durch das Sortiment aus über 37 Modellen von Battle Merchant, Mythrojan, Lord of Battles, Ulfberth und unserer Eigenmarke Vehi Mercatus – und greif zu dem Beutel, der wirklich zu dir passt.
Häufig gestellte Fragen
Im Mittelalter gab es viele Bezeichnungen: Beutel, Tasche und Ranzen waren gängige deutsche Begriffe. Das lateinische Wort 'bursa' bezeichnete den Geldbeutel, woraus später 'Börse' wurde. Je nach Funktion sprach man von Almosenbeutel, Pilgerbeutel oder Geldkatze. Am Gürtel befestigte Taschen hießen regional auch Kiepe oder Felleisen.
Die älteste bekannte Tasche gehörte Ötzi, dem Mann aus dem Eis, der vor rund 5.300 Jahren lebte. Er trug einen kleinen Lederbeutel mit Feuerstein, Knochennadel und Zunder bei sich. Tragbare Behältnisse sind also keine mittelalterliche Erfindung – sie begleiten die Menschheit seit der Steinzeit.
Leder dominierte eindeutig: Rindleder war am häufigsten, gefolgt von Schafs- und Ziegenleder. Für weichere Beutelformen nutzte man Wildleder (Hirsch, Reh). Einfachere Pilgertaschen bestanden aus Leinen oder grobem Baumwollgewebe. Verschlossen wurden Taschen mit Hornknöpfen, Riemendurchzügen oder einfachen Metallschnallen. Londoner Ausgrabungen liefern heute noch gut erhaltene Lederexemplare aus dem Spätmittelalter.
Im Mittelalter zahlte man mit Münzen aus Silber oder Gold: Pfennige, Schillinge und Denare waren die gängigsten Alltagswährungen. Goldmünzen wie der Florin oder Dukaten zirkulierten vor allem im Fernhandel zwischen Kaufleuten. Da Kleidung keine Taschen besaß, wanderten alle Münzen in den Beutel am Gürtel – die mittelalterliche Gürteltasche war also die Geldbörse ihrer Zeit.
Eine Gürteltasche ist fester am Gürtel befestigt, hat einen stabilen Körper (meist steifes Leder) und einen strukturierten Verschluss wie einen Hornknopf oder eine Schnalle. Ein Lederbeutel ist dagegen weicher, wird per Kordel geschnürt und ist leichter – ideal für Münzen, Würfel und Kleinkram. Beide Typen sind historisch belegt und im Alltag wie beim LARP bestens geeignet.









