Holzwaren
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Holzwaren gehören zu den ältesten Alltagsgegenständen der Menschheit — und im Mittelalter war Holz das Material schlechthin für Küche, Tisch und Lager. Ob gedrechselter Holzteller, handgefertigte Molle, geölter Kirschholz-Schöpfer oder robuster Eichenholzeimer mit schmiedeeisernen Ringen: Hier findest du funktionale Holzwaren für Reenactment, LARP und den authentischen Mittelaltermarktbedarf.
Holz im Mittelalter: Das Material des Alltags
Kein anderes Material prägte den mittelalterlichen Alltag so sehr wie Holz. Es war in nahezu jeder Region Europas im Überfluss vorhanden, ließ sich mit einfachen Werkzeugen bearbeiten und war deutlich leichter als Keramik oder Metall. Diese Kombination aus Verfügbarkeit, Verarbeitbarkeit und niedrigem Gewicht machte Holz zum Material der Wahl — vom bäuerlichen Haushalt bis zum adeligen Feldlager.
Eingesetzt wurde Holz in sämtlichen Lebensbereichen: in der Küche für Schöpfer, Kochlöffel und Schneidebretter, am Tisch für Teller, Schüsseln und Becher sowie im Lager für Bottiche, Eimer und Transportbehälter. Die Wahl der Holzart richtete sich dabei nach dem Verwendungszweck. Buche ist hart, dicht und lebensmittelecht — ideal für gedrechselte Teller und Schüsseln. Eiche überzeugt mit extremer Robustheit und Witterungsbeständigkeit, weshalb sie traditionell für Böttcherwaren verwendet wurde. Kirsche und Erle eignen sich durch ihre Härte und feine Maserung hervorragend für Schöpfer und Kochbesteck, die regelmäßig mit Feuchtigkeit und Wärme in Kontakt kommen. Fichte ist leicht und damit gut für größere Transportbehälter, während Espe und Linde als weiche, leicht bearbeitbare Hölzer seit Jahrhunderten für flache Molles verwendet werden.
Archäologische Funde belegen die Verbreitung von Holzgeschirr eindrucksvoll: Ausgrabungen in Konstanz und Freiburg lieferten gedrechselte Holzteller aus dem Hochmittelalter, die in Form und Funktion den heutigen Nachbildungen sehr nahekommen. Nordische Ausgrabungsstätten — etwa aus dem wikingerzeitlichen Hedeby — zeigen Schalen, Löffel und Behälter, die die handwerkliche Qualität der damaligen Drechsler belegen.
Welches Geschirr gab es im Mittelalter? Ein Überblick nach Gefäßtypen
Teller & Schüsseln
Gedrechselte Holzteller und Holzschüsseln aus Buche oder Ahorn waren in Haushalten aller Gesellschaftsschichten verbreitet. Flache Teller dienten als individuelle Essteller, tiefere Schüsseln für Suppen und Eintöpfe sowie als Serviergefäße.
Molles & Tröge
Die Molle — ein flacher, ovaler Trog aus Espe oder Linde — war das Arbeitstier der mittelalterlichen Küche. In ihr wurde Teig geknetet, Gemüse gewaschen und Vorräte kurzzeitig gelagert. Handgefertigte Molles in verschiedenen Größen gehören heute zur klassischen Grundausstattung im Reenactment-Lager.
Schöpfer & Kochbesteck
Holzschöpfer und Kochlöffel aus Kirschholz oder Schwarzerle gehören zum unverzichtbaren Küchengerät. Ihre Härte macht sie hitzeresistent und langlebig. Geölte Ausführungen sind zusätzlich vor Austrocknung und Rissbildung geschützt.
Böttcherwaren
Böttcherwaren wie Bottiche und Eimer aus Fichten- oder Eichenholz mit schmiedeeisernen Metallreifen waren im mittelalterlichen Lageralltag unverzichtbar für Wasser- und Vorratstransport. Dauben-Eimer aus Eichenholz mit geschmiedeten Ringen stellen bis heute handwerkliche Meisterleistungen dar.
Holzkrüge & Behälter
Holzkrüge und hölzerne Vorratsbehälter ergänzten das Keramikgeschirr im mittelalterlichen Haushalt. Sie waren leichter als Ton, bruchsicherer auf Reisen und ließen sich einfacher instand halten — ideale Begleiter für Märsche und Feldlager.
Birkenrinde: Natürlicher Werkstoff mit Geschichte
Birkenrinde gehört zu den ältesten Werkstoffen der nord- und osteuropäischen Kulturen. Schon in der Bronzezeit fertigten skandinavische und slawische Völker Behälter, Körbe und Gefäße aus der geschmeidigen, haltbaren Rinde der Birke. Im wikingerzeitlichen und mittelalterlichen Kontext spielte sie vor allem in den baltischen und russischen Regionen eine wichtige Rolle als Material für Aufbewahrungsbehälter jeder Art.
Was Birkenrinde so besonders macht: Sie besitzt von Natur aus antibakterielle und feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften. Lebensmittel, die in Birkenrinden-Behältern aufbewahrt werden, bleiben dadurch länger frisch — ein Vorteil, den man im Mittelalter kannte, auch wenn die biochemischen Hintergründe unbekannt waren. Birkenrinde enthält Betulin, einen natürlichen Wirkstoff mit antimikrobieller Wirkung.
Im Sortiment findest du Behälter aus Birkenrinde von der kleinen Gewürzdose (ab ca. 8 cm Durchmesser) über Tee-, Kaffee-, Zucker- und Kräuterdosen bis hin zu großen Brotkörben und Brotdosen. Alle Produkte der Marke Sagaan werden 100 % vegan, chemikalienfrei und ökologisch hergestellt — ohne Plastik, ohne Synthetik. Das macht sie nicht nur historisch stimmig, sondern auch für den modernen Alltag alltagstauglich.
Materialvergleich: Welches Holz für welchen Zweck?
| Holzart | Eigenschaften | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| Buche | Historisch | Gedrechselte Teller, Schüsseln — hart, dicht, lebensmittelecht |
| Eiche | Historisch | Böttcherwaren, Eimer mit Metallbeschlägen — sehr robust, witterungsbeständig |
| Kirsche | Historisch | Schöpfer, Kochbesteck — hartes Nutzholz, feiner Maserung, geölt für Langlebigkeit |
| Schwarzerle | Historisch | Kellen, Kochlöffel — wasserresistent, gute Standfestigkeit bei Hitze |
| Fichte | LARP | Bottiche, Transportbehälter — leicht, gut für Böttcherwaren |
| Espe & Linde | Historisch | Molles, flache Tröge — weich, leicht zu bearbeiten, traditionelles Küchengerät |
| Birkenrinde | Historisch | Dosen, Körbe, Behälter — antibakteriell, feuchtigkeitsregulierend, vegan |
Holzwaren im Reenactment und LARP: Was du für dein Lager brauchst
Ein authentisches Feldlager steht und fällt mit dem richtigen Geschirr und Lagerbedarf. Wer beim Wikinger-, Frühmittelalter- oder Hochmittelalter-Reenactment mitmacht, sollte wissen, was historisch belegt ist — und was im Lageralltag tatsächlich funktioniert.
Grundausstattung Feldlager: Ein flacher Holzteller, eine tiefere Schüssel, ein Holzlöffel und ein Schöpfer decken den täglichen Bedarf ab und sind für nahezu alle Epochen vom Frühmittelalter bis ins Spätmittelalter historisch belegt. Ergänzt wird das Set sinnvollerweise durch eine Molle als Arbeitsgerät in der Feldküche.
Für den Wasser- und Vorratstransport im Lager sind Böttcherwaren unverzichtbar: Ein Bottich aus Fichtenholz mit 2–3 Liter Fassungsvermögen reicht für die meisten Lageraufgaben, während ein Dauben-Eimer aus Eichenholz mit schmiedeeisernen Ringen sowohl funktional als auch optisch überzeugt.
Wer sein Lager weiter ausstatten möchte, findet in den Mittelalter-Möbeln etwa einen Klappstuhl im Wikinger-Design aus robustem Holz mit Rückenlehne — ein Stück, das sowohl beim LARP als auch auf dem Mittelaltermarkt für Atmosphäre sorgt. Birkenrinden-Behälter runden die Lagerausstattung ab: Sie eignen sich ideal zur Aufbewahrung von Gewürzen, Kräutern, Tee oder Brot und sind dabei leicht, robust und optisch stimmig.
Ein wichtiger Pflegehinweis: Geölte Holzwaren — wie die Kirschholz-Schöpfer im Sortiment — sind langlebiger, resistent gegen Feuchtigkeitsaufnahme und bleiben lebensmittelecht. Ungeoölte Stücke solltest du nach dem Kauf mit Leinöl oder einem neutralen Speiseöl einreiben.
Wie hat man im Mittelalter Geschirr gespült? Pflege und Reinigung von Holzwaren heute
Im Mittelalter kannte man keine Spülmittel im heutigen Sinne. Holzgeschirr wurde meist mit Sand oder Holzasche ausgerieben — beide Materialien wirken leicht abrasiv und haben eine desinfizierende Wirkung. Anschließend wurde mit heißem Wasser ausgespült. Leicht verschmutztes Geschirr wurde oft nur ausgekratzt und trocken abgewischt. Tiefes Einweichen in Wasser war bewusst zu vermeiden, da es das Holz zum Quellen bringt und langfristig Risse begünstigt.
Auch heute gilt: Holzwaren gehören nicht in die Spülmaschine. Die Kombination aus Dauerhitze, aggressivem Spülmittel und Wasserdampf lässt Holz aufreißen, verformen und die Oberfläche aufrauen. Stattdessen: mit lauwarmem Wasser und mildem Spülmittel kurz abwaschen, sofort abtrocknen und an der Luft nachtrocknen lassen. Nicht einweichen, nicht stehen lassen.
Regelmäßiges Einölen erhält Holzwaren lebensmittelecht und verhindert Risse. Geeignet sind Leinöl (traditionell, historisch belegt), neutrales Speiseöl oder spezielles Holzpflegeöl. Einfach dünn auftragen, einziehen lassen, Überschuss abwischen. Neue Stücke solltest du zwei- bis dreimal ölen, danach reicht ein- bis zweimal im Jahr. Geölte Produkte wie die Kirschholz-Schöpfer im Sortiment sind bereits vorbehandelt und pflegeleicht.
Behälter aus Birkenrinde sind pflegeleichter als klassische Holzwaren. Einfach mit einem leicht feuchten Tuch abwischen — kein Einweichen, kein Ölen notwendig. Die natürlichen Inhaltsstoffe der Rinde (vor allem Betulin) wirken von sich aus antibakteriell. Bei starker Verschmutzung hilft ein kurzes Auswischen mit einem minimal angefeuchteten Tuch, gefolgt von vollständigem Trocknen an der Luft.
Preisübersicht: Holzwaren für jeden Bedarf
Flache Holzteller oval aus Buchenholz, kleine Birkenrinden-Gewürz- und Kräuterdosen — ideal für den ersten Einstieg ins Reenactment oder als Ergänzung zum bestehenden Lagergeschirr. Bereits ab 10 € bekommst du funktionale, historisch stimmige Stücke.
Gedrechselte Holzschüsseln aus Buche, Molles aus Espe und Linde, geölte Kirschholz-Schöpfer, Teedosen und Zuckerdosen aus Birkenrinde sowie kleinere Bottiche aus Fichtenholz. Dieses Segment deckt die vollständige Grundausstattung für ein authentisches Feldlager ab.
Große Brotkörbe und Brotdosen aus Birkenrinde (bis ca. 75 €), Bottiche mit 2–3 Litern Fassungsvermögen sowie der Dauben-Eimer aus Eichenholz mit schmiedeeisernen Ringen und Griff (bis ca. 151 €). Hochwertige Handwerksarbeit für anspruchsvolle Reenactoren und Marktfahrer.
Von der kleinen Birkenrinden-Gewürzdose bis zum schweren Eichenholzeimer mit Schmiedeisenringen — die Holzwaren im Sortiment decken den realen Bedarf im Lageralltag ab. Schau dir die Unterkategorien an und stell dir deine Tischausstattung zusammen: Holzteller und Holzschüsseln, Böttcherwaren, Schöpfer und Kochlöffel sowie Behälter aus Birkenrinde warten auf dich.
Häufig gestellte Fragen
Im Mittelalter bestand Geschirr vor allem aus Holz und Keramik. Gedrechselte Holzteller und Schüsseln aus Buche oder Ahorn gehörten zur Grundausstattung fast jedes Haushalts. Hinzu kamen Molles (flache Holztröge für Küche und Vorräte), Schöpfer, Kochlöffel sowie Böttcherwaren wie Eimer und Bottiche für den Wasser- und Vorratstransport. Keramik ergänzte das Holzgeschirr, war aber teurer und bruchempfindlicher.
Seife war im mittelalterlichen Alltag kein gängiges Reinigungsmittel für Geschirr. Stattdessen nutzte man Sand oder Holzasche zum Ausreiben — beide Materialien wirken leicht abrasiv und desinfizierende. Anschließend wurde mit heißem Wasser ausgespült. Leicht verschmutztes Holzgeschirr wurde oft nur ausgekratzt und trocken abgewischt, um langes Einweichen zu vermeiden, das das Holz zum Quellen gebracht hätte.
Holz war im Mittelalter nahezu überall verfügbar, leicht zu bearbeiten und deutlich leichter als Keramik oder Metall. Es ließ sich mit einfachen Werkzeugen drechseln, schnitzen und formen — ohne aufwendige Brennöfen oder Schmiedetechnik. Dadurch war Holzgeschirr günstiger und zugänglicher als Keramik, bruchsicherer auf Reisen und einfacher zu reparieren.
Für ein authentisches Feldlager reichen für den Anfang ein flacher Holzteller, eine tiefere Holzschüssel, ein Löffel und ein Schöpfer. Diese Kombination ist für nahezu alle Epochen vom Frühmittelalter bis ins Spätmittelalter historisch belegt. Ergänze das Set nach Bedarf mit einer Molle als Küchenarbeitsgerät und einem Bottich für Wasser. Birkenrinden-Dosen eignen sich zusätzlich für Gewürze, Kräuter und Brot.
Holzwaren sollten nicht in die Spülmaschine. Handwarm mit mildem Spülmittel abwaschen, sofort abtrocknen und an der Luft nachtrocknen lassen. Regelmäßiges Einreiben mit Leinöl oder einem neutralen Speiseöl erhält die Lebensmittelechtheit und verhindert Risse. Neue Stücke zwei- bis dreimal ölen, danach reicht ein- bis zweimal jährlich. Geölte Produkte wie die Kirschholz-Schöpfer im Sortiment sind bereits vorbehandelt.









