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Mittelalter Kleidung Damen - Gewandung für Frauen


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Mittelalter Kleidung für Damen umfasst weit mehr als ein einfaches Kostüm: Von schlichten Leinenunterhemden des Frühmittelalters bis hin zu körperbetonten Überkleidern des Spätmittelalters spiegelt jedes Kleidungsstück eine bestimmte Epoche, einen sozialen Stand und eine Trageweise wider. Ob für LARP, Reenactment oder den Mittelaltermarkt – die richtige Gewandung entscheidet maßgeblich über Authentizität und Tragekomfort.

Was ist mittelalterliche Frauenkleidung? Grundlagen der Damen-Gewandung

Was ist mittelalterliche Frauenkleidung? Grundlagen der Damen-Gewandung

Mittelalterliche Frauenkleidung war kein loses Ensemble aus Bluse und Rock, sondern ein durchdachtes System aus Unter- und Oberkleid, ergänzt durch Mantel, Gürtel und Kopfbedeckung. Das Grundprinzip blieb über Jahrhunderte stabil, während sich Schnitte, Materialien und Silhouetten je nach Epoche und sozialem Stand deutlich voneinander unterschieden.

Die Ständeordnung war im Kleid ablesbar: Eine Bauernsfrau trug ungefärbte oder einfach gefärbte Wollgewänder in schlichtem Schnitt, während eine Adelige sich in fein gewebten, leuchtend gefärbten Stoffen mit aufwändiger Schnürung präsentierte. Schnitt, Stoff und Farbe waren soziale Codes – keine bloße Geschmacksfrage.

Für heutige Trägerinnen gibt es drei klar unterschiedliche Anwendungsfelder:

  • Historisches Reenactment verlangt nach möglichst quellennaher Rekonstruktion: epochenspezifischer Schnitt, historisch belegte Materialien (Leinen, Wolle), korrekte Trageweise.
  • LARP erlaubt mehr gestalterische Freiheit – Komfort, Haltbarkeit und Atmosphäre stehen im Vordergrund, Baumwolle ist akzeptiert.
  • Marktmittelalter bewegt sich irgendwo dazwischen: stimmungsvolle Gewandung, die nicht zwingend historisch korrekt sein muss, aber dennoch eine mittelalterliche Anmutung hat.

Epochen und Stile: Frühmittelalter, Hochmittelalter und Spätmittelalter im Überblick

Je nach dargestellter Epoche unterscheiden sich Schnitt, Silhouette und Trageweise der Mittelalterkleidung für Frauen grundlegend – ein Überblick über die wichtigsten Stilepochen.

Frühmittelalter / Wikinger

6.–10. Jahrhundert

Der sogenannte Hangerock (auch Hängerchen oder Trägerrock) wird über einem langärmeligen Leinenunterkleid getragen und an den Schultern mit Spangen oder Broschen befestigt. Wolle und Leinen sind die dominierenden Materialien. Die Silhouette ist fließend und verhüllt, die Farbgebung naturbelassen oder mit Pflanzenstoffen gefärbt. Typisch wikingische Gewandung für Frauen.

Hochmittelalter

11.–13. Jahrhundert

Der Bliaut prägt das Hochmittelalter: ein tailliertes Obergewand mit Schnürung an Seite oder Rücken, das eine fließendere, stärker körperbetonte Silhouette erzeugt. Lange Ärmel, oft ausgestellt, und feinere Stoffe kennzeichnen die höfische Mode. Die Schnürung ermöglicht individuelle Anpassung der Passform.

Spätmittelalter

14.–15. Jahrhundert

Die Cotehardie des Spätmittelalters betont die Körperlinie noch deutlicher: enganliegend, oft mit Knopfleisten geschlossen, mit ausgeprägter Taille. Der Schnitt wird präziser, die Mode regionaler. Für Reenactment dieser Epoche ist eine gründliche Quellenrecherche besonders empfehlenswert, da sich Schnitte zwischen Süd- und Nordeuropa erheblich unterschieden.

LARP-Fantasy

Jenseits historischer Grenzen

LARP-Gewandung für Damen orientiert sich an mittelalterlichen Formen, kombiniert sie aber frei mit Fantasieelementen. Mieder, weite Ärmel, Schichten und auffällige Farben sind erlaubt. Komfort bei langen Spieltagen hat Priorität. Baumwolle als pflegeleichtes, bezahlbares Material ist hier die gängige Wahl.

Materialien im Vergleich: Leinen, Wolle und Baumwolle für die Mittelaltergewandung

Das Material entscheidet über Tragekomfort, Authentizität und Pflegeaufwand – wer die richtige Mittelalterkleidung für Damen wählen möchte, sollte die Unterschiede kennen.

Material Eignung Eigenschaften & Empfehlung
Leinen Historisch Historisch korrekt für Unterkleider aller Epochen; sehr atmungsaktiv, kühlt bei Wärme; erste Wahl für Reenactment; kann beim ersten Waschen einlaufen – Vorwaschen empfohlen.
Wolle Historisch Dominierendes Material für Oberkleider und Wintergewandung; wärmt auch bei Feuchtigkeit, robust und langlebig; für Hochmittelalter und Spätmittelalter Reenactment unverzichtbar.
Baumwolle LARP Nicht mittelalterlich, aber bezahlbarer Einstieg für LARP und Marktmittelalter; pflegeleicht, maschinenwaschbar bei 40 °C; gut verfügbar in vielen Schnitten und Farben.
Synthetik Nicht empfohlen für Mittelaltergewandung; schlechte Atmungsaktivität, unhistorisch, wirkt im direkten Vergleich minderwertig.

Die Eigenmarke Vehi Mercatus setzt ausschließlich auf Naturfasern – Baumwolle, Leinen und Wolle – und verzichtet bewusst auf Synthetikbeimischungen. Die Stoffe werden nach eigenen Vorgaben in Webereien gefertigt, was Qualität und Haptik spürbar beeinflusst.

Gewandung nach Anlass: Die richtige Mittelalterkleidung für Damen auswählen

Gewandung nach Anlass: Die richtige Mittelalterkleidung für Damen auswählen

Je nach Anlass und persönlichem Anspruch an Historizität empfiehlt sich eine andere Zusammenstellung – von der unkomplizierten Marktgewandung bis zur quellennahen Reenactment-Ausstattung.

Einstieg · Marktmittelalter

Ein einfaches Mittelalterkleid oder die Kombination aus Mittelalter Bluse und Rock aus Baumwolle ist der unkomplizierteste Einstieg. Ein Mieder darüber sorgt für Form und mittelalterliche Anmutung. Gürteltasche und einfache Lederschuhe vervollständigen das Outfit. Marken wie Battle Merchant bieten hier solide Einstiegsprodukte.

LARP · Vollständige Gewandung

Ein vollständiges Kleid mit Unterkleid darunter, kombiniert mit Gürtel, Gürteltasche und passender Kopfbedeckung, ergibt eine stimmige LARP-Gewandung. Baumwolle oder ein Baumwoll-Leinen-Mix sind gut geeignet. Leonardo Carbone und Burgschneider bieten hier eine breite Auswahl an Schnitten und Farben.

Reenactment · Historisch korrekt

Für historisches Reenactment: Leinenunterkleid (knöchellang, lange Ärmel) kombiniert mit einem Wollüberkleid im epochenspezifischen Schnitt. Dazu historisch korrekte Lederschuhe in Wendenaht und eine quellengestützte Kopfbedeckung (Kopftuch, Schleier oder Gebende je nach Epoche). Die Eigenmarke Vehi Mercatus liefert Naturfaser-Gewandung, die diesen Ansprüchen gerecht wird.

Farben, Größen und Accessoires: Mittelalterkleidung für Frauen komplett zusammenstellen

Eine vollständige Mittelaltergewandung für Damen entsteht durch das Zusammenspiel von Kleid, Gürtel, Tasche, Schuhwerk und Kopfbedeckung – und lebt von einer Farbgebung, die historisch stärker war als viele Filmklischees vermuten lassen.

Farben im Mittelalter waren lebendig und vielfältig: Blau aus Waid, Rot aus Krappwurzeln, kräftiges Gelb aus Reseda oder Wau, Grün aus einer Kombination von Pflanzenfarben. Naturbraun und ungebleichtes Leinen kamen vor, aber das verbreitete Filmklischee eines durchgehend grauen Mittelalters entspricht nicht der historischen Realität. Wenn du dich also für ein rotes Wollkleid oder ein tiefblaues Übergewand entscheidest, bist du historisch auf der richtigen Seite.

Größen: Das Sortiment umfasst im Standard S bis XXL oder XXXL. Einige Linien – etwa von Leonardo Carbone – starten bei XS und reichen bis XXXXL, sodass ein breites Spektrum abgedeckt ist.

Pflichtaccessoires für eine stimmige Gewandung:

  • Ledergürtel: hält das Gewand zusammen und gibt der Silhouette Form; historisch in allen Epochen belegt.
  • Gürteltasche oder Beutel: funktionales Grundelement jeder mittelalterlichen Gewandung, da Kleider keine Taschen hatten.
  • Kopfbedeckung: Kopftuch und Schleier für Früh- und Hochmittelalter, Gebende für das Hochmittelalter, Haube oder Bundhaube für das Spätmittelalter – eine entblößte Frau war im Mittelalter eine Ausnahme, nicht die Regel.
  • Mittelalterliche Lederschuhe: runde Schnabelspitze und einfache Schnürung für das Früh- und Hochmittelalter, längere Spitzen im Spätmittelalter; für Reenactment in Wendenaht gefertigt.

Die Kombination aus Unter- und Überkleid lässt sich individuell anpassen: locker getragen für mehr Bewegungsfreiheit oder körperbetont geschnürt für eine ausgeprägtere Silhouette – je nach Epoche und persönlicher Vorliebe.

Pflege von Mittelaltergewandung aus Leinen, Wolle und Baumwolle

Pflege von Mittelaltergewandung aus Leinen, Wolle und Baumwolle

Mittelalterliche Gewandung aus Naturfasern hält bei richtiger Pflege viele Jahre – jedes Material hat dabei seine eigenen Anforderungen.

Wolle: Ausschließlich Handwäsche mit einem pH-neutralen Wollwaschmittel bei maximal 30 °C. Nicht schleudern – Wolle kann sich unter mechanischer Belastung verfilzen. Liegend auf einem Handtuch trocknen, nicht hängend (da sich das Gewand sonst durch das Eigengewicht verzieht). Keine modernen Weichspüler: Sie beeinträchtigen die natürliche Struktur der Wollfaser. Gegen Motten hilft Lavendel im Schrank.

Leinen: Maschinenwäsche bei 30–40 °C ist möglich, jedoch läuft Leinen beim ersten Waschen erfahrungsgemäß leicht ein. Empfehlung: das Gewand einmal separat vorwaschen, bevor es zum ersten Mal getragen wird. Bügeln am besten leicht feucht – Leinen lässt sich dann deutlich einfacher glätten. Keine modernen Weichspüler, da sie die Faser aufweichen und die Langlebigkeit reduzieren.

Baumwolle: Das pflegeleichteste der drei Materialien. Maschinenwäsche bei 40 °C ist problemlos möglich. Weniger empfindlich gegenüber Schleudern, trocknet schnell. Trotzdem gilt: nicht bei mehr als 40 °C waschen, um Schrumpfen zu vermeiden.

Lagerung: Alle Gewandungen gefaltet oder auf gepolsterten Bügeln in einem trockenen, kühlen Raum lagern. Wollgewänder niemals in luftdichten Plastiktüten einschließen – Naturfasern müssen atmen. Lavendelsäckchen halten Motten fern, ohne die Fasern zu belasten.

Häufige Fragen zur Mittelalterkleidung für Damen

Reenactment verlangt nach historisch belegten Materialien (Leinen, Wolle), epochenspezifischen Schnitten und korrekter Trageweise – jedes Detail wird an Quellen gemessen. LARP priorisiert Komfort, Langlebigkeit und Atmosphäre; Baumwolle ist akzeptiert, Fantasieelemente sind erlaubt. Marktmittelalter liegt dazwischen: stimmungsvolle Gewandung ohne strenge Historizitätsanforderungen, oft aus Baumwolle oder Baumwoll-Leinen-Mix. Entscheidend ist, in welchem Kontext die Gewandung getragen wird.

Historisch belegt sind vor allem Leinen (für Unterkleider und Sommerbekleidung) und Wolle (für Oberkleider, Mäntel und Wintergewandung). Seide war im Mittelalter vorhanden, aber auf höchste gesellschaftliche Kreise beschränkt und extrem teuer. Baumwolle ist nicht mittelalterlich im europäischen Kontext, wird heute aber als bezahlbares Alternativmaterial für LARP und Marktmittelalter akzeptiert. Synthetikfasern haben in historischer Gewandung nichts zu suchen.

Das Standardsortiment umfasst Größen von S bis XXL oder XXXL. Einige Hersteller wie Leonardo Carbone beginnen bereits bei XS und bieten Größen bis XXXXL an, sodass ein breites Spektrum abgedeckt ist. Die genauen Größenangaben finden sich jeweils auf den Produktseiten, da Schnitte und Passformen je nach Hersteller variieren.

Das Unterkleid (Chainse oder Leinenhemd) wird direkt auf der Haut getragen und schützt das Obergewand vor Schweiß. Es sollte immer etwas länger und weiter sein als das Überkleid. Das Überkleid wird darüber angelegt und mit einem Gürtel in der Taille gehalten. Je nach Epoche und Schnitt kann das Überkleid eng geschnürt (Bliaut, Cotehardie) oder locker über dem Unterkleid fallen (Wikinger-Hangerock). Für Frühmittelalter-Gewandung gilt: das Überkleid wird an den Schultern gespangt, nicht gegürtet.

Das Mittelalter war farblich deutlich lebendiger als Filmdarstellungen oft suggerieren. Blau (aus Waid), Rot (aus Krapp), Gelb (aus Wau oder Reseda), Grün (aus pflanzlichen Mischfärbungen) und Naturbraun waren weit verbreitet. Weiß und Naturleinen kamen vor allem für Unterkleider zum Einsatz. Schwarz war aufwändig herzustellen und eher dem hohen Adel oder dem Klerus vorbehalten. Einfache Leute trugen naturgefärbte oder ungefärbte Stoffe, während Adel und Wohlhabende sich in kräftigen, leuchtenden Farben zeigten.

Von der schlichten Leinenstola der Wikingerin bis zum körperbetonten Spätmittelalterkleid – such dir die Gewandung, die zu deiner Epoche, deinem Anlass und deinem Stil passt, und vervollständige sie mit passendem Schuhwerk, Gürtel und Kopfbedeckung für ein stimmiges Gesamtbild.

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