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Die Gugel im Mittelalter - Vielseitige Kopfbedeckung für deine Gewandung


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Die Gugel gehört zu den bekanntesten Mittelalter-Kopfbedeckungen überhaupt – sie vereint Kapuze, Schulterschutz und Schal in einem einzigen Kleidungsstück und war vom Frühmittelalter bis ins Spätmittelalter für Männer und Frauen gleichermaßen unverzichtbar. Ob für deine historische Gewandung, eine Wikinger-Darstellung oder dein nächstes LARP-Event: Hier findest du Gugeln aus Wolle und Baumwolle in zahlreichen Farben und Ausführungen – vom schlichten Einsteigermodell bis zur authentischen Skjoldehamn-Replik.

Was ist eine Gugel? Form, Funktion und Bedeutung

Was ist eine Gugel? Form, Funktion und Bedeutung

Der Begriff Gugel leitet sich vom lateinischen cucullus ab – der Kapuze oder Mönchskappe. Das Kleidungsstück selbst ist schlauchförmig aufgebaut: Eine Öffnung nimmt den Kopf auf, ein breiter Schirm legt sich über Schultern und Rücken, und ein nach hinten oder oben auslaufender Zipfel vervollständigt die charakteristische Silhouette.

Funktional ist die Gugel eine Kombination aus Kapuze, Schal und kurzem Cape. Sie schützt Kopf, Hals und Schultern vor Wind, Regen und Kälte – ähnlich wie heute die Kapuze einer Jacke, nur dass sie als eigenständiges Kleidungsstück getragen wird und damit deutlich vielseitiger layerbar ist. Gerade auf langen Abenden beim Mittelaltermarkt oder im Heerlager macht sich diese Vielseitigkeit bezahlt: Die Gugel lässt sich über Tunika oder Mittelalterhemd streifen, ohne das restliche Outfit zu verdecken.

Geschichte der Gugel: Von der Skjoldehamn-Gugel bis ins Spätmittelalter

10.–11. Jh.

Frühester Fund: Skjoldehamn

Auf dem norwegischen Hof Skjoldehamn wurde eine Gugel aus charakteristischem Fischgrätstoff entdeckt – datiert auf das 10. bis 11. Jahrhundert. Der Fund belegt, dass bereits die späten Wikinger kapuzenartige Kopfbedeckungen in dieser Form kannten. Wegen ihrer Praktikabilität findet die Skjoldehamn-Gugel heute auch in früheren Wikingerdarstellungen Verwendung.

12.–13. Jh.

Hochmittelalter: Verbreitung in allen Ständen

Ab dem 12. Jahrhundert ist die Gugel als Alltagskleidung aller gesellschaftlichen Schichten nachweisbar. Bauern, Handwerker und Reisende schätzten ihren Schutz vor dem Wetter; an Adelshöfen begann sie, sich als Modeelement zu etablieren. Einfache Wollgugeln in Naturfarben dominierten das Bild.

13.–15. Jh.

Blütezeit und Modevielfalt

Der Codex Manesse zeigt prominente Beispiele: Burghard von Hohenfels und Markgraf Otto von Brandenburg sind mit der typischen Gugel abgebildet und bezeugen ihre Verbreitung auch im Adelsstand. Im 14. und 15. Jahrhundert entwickelten sich aufwendige Varianten mit Zatteln, Mi-Parti-Färbung und dem umgekehrt getragenen Chaperon.

16. Jh.

Spätmittelalter und frühe Neuzeit

Pieter Bruegels Gemälde Bauernhochzeit belegt die Gugel noch im 16. Jahrhundert. Damit überspannt sie nahezu das gesamte Mittelalter und reicht bis in die Renaissance – ein außergewöhnlich langer kulturgeschichtlicher Bogen für ein einzelnes Kleidungsstück.

Chaperon, Zatteln, Mi-Parti: Die Gugel und ihre Varianten

Chaperon

14.–15. Jahrhundert

Beim Chaperon wird die Gugel schlicht umgekehrt aufgesetzt: Die Gesichtsöffnung stülpt man über den Kopf, Zipfel und Schirm werden dekorativ drapiert. Was als spielerische Trageweise begann, entwickelte sich zu einer eigenständigen Kopfbedeckung, die sich nicht mehr als Gugel tragen ließ. Vorwiegend Männer am Hof trugen diese elegante Variante.

Zatteln

Böhmische Mode, 14.–15. Jh.

Statt einem geraden Saum zieren bei der Zattel-Gugel gezackte oder dreipassförmige Stofffetzen den Rand. Diese böhmisch geprägte Mode war ausgesprochen dekorativ und kombinierte gut mit entsprechend verzierten Oberbekleidungen. Wer eine spätmittelalterliche Darstellung plant, findet mit Zatteln ein unverwechselbares Detail.

Mi-Parti & Knopfleiste

Farbe und Flexibilität

Die Mi-Parti-Gugel zeigt links und rechts verschiedene Farben – in Kombination mit farblich abgestimmter Oberbekleidung entsteht ein eindrucksvolles Karomuster. Gugeln mit Knopfleiste ermöglichen zusätzlich eine offene oder geschlossene Trageweise am Kragen und passen sich so unterschiedlichen Wetter- und Stilanforderungen an.

Welcher Stoff für die Gugel? Wolle, Baumwolle und historische Materialien im Vergleich

Material Eignung Eigenschaften
Wolle Historisch Meistverwendetes Material; bis zu einem gewissen Grad wasserabweisend, wärmend, atmungsaktiv. Skjoldehamn-Fund aus charakteristischem Fischgrätstoff. Ideal für Reenactment und kalte Abende im Freien.
Fischgrätstoff (Wolle) Historisch Spezifisches Gewebemuster des Skjoldehamn-Funds; typisch für frühmittelalterliche und Wikinger-Darstellungen. Robuste Verarbeitung, erkennbare Struktur.
Leinen Historisch Leichtere Alternative, besonders wenn der modische Aspekt gegenüber dem Wetterschutz überwiegt. Für sommerliche Veranstaltungen geeignet.
Baumwolle LARP Modernes, preisgünstigeres Material. Einsteigerfreundlich, pflegeleicht, in vielen Farben erhältlich. Kein historisches Belegmaterial für Gugeln.

Historisch wurden Gugeln – anders als manche andere Bundhauben – gerne auch in kräftigen Farben getragen: Rot, Blau, Grün, Braun, Schwarz und Naturfarben kamen je nach Färbemöglichkeit und Budget zum Einsatz. Mehrfarbige Ausführungen und aufwendige Färbungen waren ein Zeichen von Wohlstand.

Gugel für Männer und Frauen: Wie du sie richtig in dein Outfit integrierst

Einstieg · ab 16 €

Die Gugel aus Baumwolle ist der unkomplizierte Einstieg: günstig, pflegeleicht und in vielen Farben erhältlich. Kombiniere sie mit einem einfachen Mittelalter-Hemd oder einer Tunika und einer schlichten Hose – fertig ist das Basis-Outfit für Marktbesuche und erste LARP-Events. Für Kinder-Darstellungen ist diese Variante besonders praktisch.

LARP & Markt · 25–35 €

Herren kombinieren eine Wollgugel über Tunika oder Mittelalterhemd mit Mittelalter-Hose, Langgürtel und passendem Schuhwerk. Als Unterhaube empfiehlt sich eine Bundhaube für einen authentischen Layering-Look und bessere Passform. Ein Filzhut kann zusätzlich über der Gugel getragen werden.
Damen greifen zur Gugel als wärmendes Accessoire über Mittelalterkleid oder Rock – besonders an kühlen Abenden auf Märkten oder im Heerlager. Ein Gebende oder Kopftuch darunter ist historisch korrekt und verbessert den Sitz.

Reenactment · ab 29 €

Für historisch belegte Darstellungen eignet sich die Skjoldehamn-Gugel aus Fischgrätstoff – inspiriert vom gleichnamigen archäologischen Fund aus Norwegen. In Kombination mit Wikinger-Kleidung, Wollstrümpfen und Lederschuhen entsteht eine quellennahe frühmittelalterliche Gewandung. Für spätmittelalterliche Darstellungen bieten Gugeln mit Zatteln oder Mi-Parti die passende historische Tiefe.

Gugeln für jede Epoche und jeden Anlass: Reenactment, LARP und Mittelaltermärkte

Die Skjoldehamn-Gugel aus Fischgrätstoff ist der historisch am besten belegte Ausgangspunkt für frühmittelalterliche Kopfbedeckungen im skandinavischen Kontext. Sie passt zu Darstellungen der späten Wikingerzeit und fügt sich gut in ein Ensemble aus Wolltunika, Wollhose und Lederschuhen. Die zweifarbigen Fischgrät-Varianten in Oliv/Grau, Bordeaux/Grau oder Schwarz/Grau sind besonders charakteristisch.

Für Hochmittelalter-Darstellungen empfehlen sich schlichte Wollgugeln in gedeckten Naturfarben – Braun, Grau, Naturweiß oder dezentes Grün. Diese Variante passt zu Bauern, Handwerkern und einfachen Reisenden ebenso wie zu niederen Adligen. Kombiniere sie mit einer Wolltunika und einfachem Lederschuhwerk.

Das Spätmittelalter bietet die größte Stilvielfalt: Gugeln mit Zatteln, das umgekehrt getragene Chaperon und zweifarbige Mi-Parti-Versionen erlauben aufwendige Darstellungen. Kräftige Farben wie Rot, Blau oder Schwarz waren in dieser Zeit durchaus üblich und historisch belegt. Gut kombinierbar mit Umhang oder Mantel für vollständige Gewandung.

Im LARP-Bereich ist die Gugel ein flexibles Accessoire, das sich mit nahezu jeder mittelalterlich oder fantastisch inspirierten Gewandung kombinieren lässt. Baumwollmodelle sind hier besonders beliebt, da sie günstig und pflegeleicht sind. Dunklere Farben wie Schwarz oder Dunkelgrün passen gut zu Schurken- oder Waldläufer-Charakteren; helle Töne eignen sich für Händler, Magier oder Pilger-Darstellungen.

Die Gugel ist das Allround-Accessoire für lange Abende auf dem Mittelaltermarkt: Sie hält warm, wenn die Temperaturen sinken, lässt sich schnell über das bestehende Outfit streifen und ist auch bei wechselhaftem Wetter nützlich. Für Kinder eignen sich leichtere Baumwollmodelle, die unkompliziert zu reinigen sind.

Passend zur Gugel: Weitere Kopfbedeckungen und Gewandungsergänzungen

Passend zur Gugel: Weitere Kopfbedeckungen und Gewandungsergänzungen

Die Gugel funktioniert am besten im Zusammenspiel mit weiteren Gewandungsteilen. Als Unterhaube unter der Gugel bietet sich eine Bundhaube an: Sie verbessert die Passform, hält den Hals zusätzlich warm und ist für viele mittelalterliche Darstellungen historisch korrekt. Für Männer ist ein Filzhut eine gute Alternative oder Ergänzung, die über der Gugel getragen werden kann und das Outfit zusätzlich charakterisiert.

Frauen greifen historisch zu Gebende oder Kopftuch als Haarbedeckung unter der Gugel – eine Kombination, die in mittelalterlichen Bildquellen gut belegt ist. Wer das Outfit nach oben hin komplettieren möchte, findet in einem Mittelalter-Umhang oder Mantel das ideale Oberbekleidungsstück zum Layern. Den Abschluss nach unten bilden passendes Schuhwerk und ein gut sitzender Gürtel – beides rundet jede Gewandung stimmig ab.

Du hast Fragen zur richtigen Gugel für deine Darstellung? Unser Team steht dir Mo–Fr von 8–12 und 13–15 Uhr telefonisch zur Verfügung. Als Trusted Shops Mitglied mit über 20 Jahren Erfahrung im Fachhandel für Mittelalter und Reenactment findest du bei uns kompetente Beratung – und 30 Tage Rückgaberecht inklusive.

Ob Wikinger-Darstellung mit der Skjoldehamn-Gugel aus Fischgrätstoff, spätmittelalterliches Chaperon mit Zatteln oder schlichte Wollgugel für den nächsten Mittelaltermarkt – stöber durch alle Modelle und Farben und runde dein Outfit mit der richtigen Gugel ab.

Häufig gestellte Fragen

Eine Gugel ist eine schlauchförmige mittelalterliche Kopfbedeckung, die Kapuze, Schal und kurzes Cape in einem Kleidungsstück vereint. Sie wird über den Kopf gezogen, wobei ein breiter Schirm Schultern und Rücken bedeckt und ein charakteristischer Zipfel das Erscheinungsbild prägt. Der Begriff leitet sich vom lateinischen 'cucullus' (Mönchskappe) ab. Historisch diente sie vor allem dem Schutz vor Wind, Regen und Kälte.

Historisch war Wolle das meistverwendete Material für Gugeln: Sie ist bis zu einem gewissen Grad wasserabweisend, wärmend und atmungsaktiv. Der früheste Fund, die Skjoldehamn-Gugel, besteht aus charakteristischem Woll-Fischgrätstoff. Für leichtere oder sommerliche Varianten kam Leinen infrage. Heutige Gugeln aus Baumwolle sind ein günstiges und pflegeleichtes Einstiegsmaterial, historisch für Gugeln jedoch nicht belegt.

Der früheste archäologische Fund einer Gugel stammt aus dem norwegischen Hof Skjoldehamn und ist auf das 10. bis 11. Jahrhundert datiert – damit reicht die Geschichte der Gugel bis in die späte Wikingerzeit. Ab dem 12. Jahrhundert verbreitete sich die Gugel im Hochmittelalter in allen gesellschaftlichen Schichten; ihre Blütezeit lag im 13. bis 15. Jahrhundert, wie zahlreiche Bildquellen wie der Codex Manesse belegen.

Gugeln wurden historisch sowohl von Männern als auch von Frauen getragen und waren Bestandteil der spätmittelalterlichen Alltagskultur für beide Geschlechter. Für Frauen empfiehlt sich die Kombination mit einem Mittelalterkleid oder Rock sowie einem Gebende oder Kopftuch als Unterhaube. Männer kombinierten die Gugel typischerweise mit Tunika, Hose und Gürtel.

Das Chaperon entwickelte sich aus der Gugel, indem man diese einfach verkehrt herum aufsetzte: Die Gesichtsöffnung wurde über den Kopf gestülpt, Zipfel und Schirm dekorativ drapiert. Was zunächst eine spielerische Trageweise war, entwickelte sich im 14. und 15. Jahrhundert zu einer eigenständigen Kopfbedeckungsform am Hof, die nicht mehr als klassische Gugel getragen werden konnte. Chaperons waren vorwiegend eine Männermode.

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