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Mittelalter Fibel



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Die Gewandfibel ist eines der ältesten und vielseitigsten Schmuckstücke der Menschheitsgeschichte – von der Bronzezeit bis ins Hochmittelalter hielt sie Umhänge und Gewänder zusammen und zeigte dabei zugleich Status, Glauben und handwerkliches Können. Ob als Wikinger Ringfibel, fränkische Bügelfibel oder angelsächsische Breitkopffibel: Wer sich mit historischer Kleidung beschäftigt, kommt an der Fibel nicht vorbei.

Was ist eine Gewandfibel? Definition und Funktion

Was ist eine Gewandfibel? Definition und Funktion

Eine Gewandfibel – auch Schließe, Gewandnadel oder Fürspan (mittelhochdeutsch: vürspan) genannt – ist ein funktionales Verschlussmittel, das gleichzeitig als Schmuck getragen wurde. Technisch funktioniert sie ähnlich wie eine moderne Sicherheitsnadel: Eine Nadel wird durch den Stoff gestochen und anschließend in einem Bügel oder einer Halterung gesichert. Anders als eine Brosche, die heute hauptsächlich dekorativ angesteckt wird, hatte die Fibel im Mittelalter eine klar praktische Aufgabe – sie hielt Umhänge, Mäntel, Kleider und Schultergurte zusammen.

Gleichzeitig war die Fibel ein unmittelbares Statussymbol: Material, Größe und Verzierung zeigten auf einen Blick den Rang des Trägers. Eine einfache Bronzefibel kennzeichnete den Alltag einfacher Leute, während goldene oder silberne Prunkfibeln mit Edelsteineinlagen der Oberschicht vorbehalten waren. Darüber hinaus wurden Fibeln häufig als Amulette verwendet – man schrieb ihnen apotropäische Wirkung zu, also die Kraft, böse Geister fernzuhalten.

Der Begriff Fürspan taucht vor allem in mittelhochdeutschen Quellen des 12. und 13. Jahrhunderts auf und bezeichnet speziell die repräsentative Gewandschließe des Hochmittelalters. Im modernen Fachjargon wird der Oberbegriff Fibel für alle Epochen verwendet, während Gewandnadel eher den schlichten, nadelförmigen Verschluss bezeichnet.

Welche Fibeltypen gibt es? Ein Überblick

Ringfibel & Hufeisenförmige Fibel

Hochmittelalter, 11.–14. Jh.

Einfache, ringförmige Schließe – die Nadel wird durch den Ring gesteckt. Weit verbreitet als schlichter Umhangverschluss, in Bronze, Silber und Eisen überliefert.

Scheibenfibel

Frühmittelalter, 8.–11. Jh.

Flache, runde Scheibe mit Nadel auf der Rückseite. Häufig mit Tierornamentik verziert – Borrestil und Jellingstil sind typisch für wikingerzeitliche Scheibenfibeln aus Skandinavien.

Schalenfibel

Wikingerzeit, 9.–11. Jh.

Halbkugelförmige Fibel, die von Wikingerfrauen paarig auf dem Trägerkleid getragen wurde. Zwischen zwei Schalenfibeln hing oft eine Wikinger Fibelkette mit Perlen und Anhängern.

Kleeblattfibel

Wikingerzeit & Frühmittelalter

Dreilappige Fibel in Kleeblattform – sehr charakteristisch für wikingerzeitliche Männergewandung am Umhang. Fundorte wie Stora Ryk, Värnamo, Tranby und Kaupang liefern die Vorbilder für heutige Repliken.

Bügelfibel

Merowinger, 6.–8. Jh.

Besteht aus Kopfplatte, Bügel und Fußplatte. Typisch für fränkische und germanische Gewandung der Völkerwanderungszeit und des frühen Mittelalters. Varianten: Gleicharmfibel, Breitkopffibel.

Dosenfibel & Buckelfibel

Wikingerzeit, 8.–10. Jh.

Dreidimensionale, hohe Fibeln mit schalenförmigem Körper (Dosenfibel) oder mehreren aufgesetzten Buckeln (Buckelfibel). Fundorte Birka und Gotland liefern besonders detailreiche Originalvorlagen.

Die richtige Fibel für deine Gewandung: Epoche und Anwendung

Die Wikingerzeit bietet die größte Vielfalt an Fibeltypen. Frauen trugen Schalenfibeln paarig auf dem Trägerkleid (Hängerkleid), verbunden durch eine Fibelkette. Männer verwendeten Kleeblattfibeln oder einfache Ringfibeln zum Verschließen des Umhangs. Für eine authentische Reenactment-Darstellung empfiehlt sich eine Replik nach einem konkreten Originalfund – Birka, Gotland oder Saltvik als Fundorte geben dabei Orientierung. Bronzefibeln sind die am häufigsten vertretene Materialvariante, versilberte Ausführungen für etwas gehobene Darstellungen.

Fränkische Gewandungen des Frühmittelalters sind geprägt von Bügelfibeln, die häufig als Paar auf den Schultern getragen wurden. Die fränkische Bügelfibel nach Merowingerzeit-Vorbild zeichnet sich durch die charakteristische Kopf- und Fußplatte aus, oft mit geometrischen oder tierischen Ornamenten. Für eine Merowinger-Darstellung ist sie das zentrale Schmuckstück der Gewandung.

Angelsächsische Fibeln, wie die Breitkopffibel von Isle of Wight, zeichnen sich durch charakteristische Kopfplatten mit Tierornamentik aus. Sie wurden auf der Schulter oder Brust getragen und sind heute als detailgetreue Repliken nach archäologischen Originalfunden erhältlich. Besonders geeignet für Darstellungen des früh- bis hochmittelalterlichen England.

Im Hochmittelalter dominieren einfachere Ringfibeln und der Fürspan als repräsentative Gewandschließe. Die Fibel wird langsam von Knöpfen und Heftel abgelöst, bleibt aber vor allem für Umhänge und Mäntel relevant. Für die Größenwahl gilt: Ein kleiner Umhangverschluss (3–5 cm Durchmesser) für alltägliche Kleidung, größere Schließen (ab 6 cm) für repräsentative Gewandung. Wichtig: Die Nadelstärke sollte zum Gewebetyp passen – dickere Wollstoffe benötigen eine stärkere Nadel als feines Leinen.

Materialien und Herstellung: Bronze, Silber, Eisen

Historische Fibeln wurden in einer Vielzahl von Materialien gefertigt – je nach Verfügbarkeit, Region und sozialem Stand des Trägers. Das Standardverfahren war der Guss: Im Wachsausschmelzverfahren (Cire perdue) oder im Sandguss wurde die Form zunächst in Wachs modelliert, anschließend in Metall gegossen. Nach dem Guss erfolgte die Nachbearbeitung durch Kaltverformen und Schmieden. Verzierungen wurden durch Gravur, Filigranarbeit oder Niello-Einlagen (eine schwarze Metalllegierung) aufgebracht. Typische Ornamentstile der Wikingerzeit sind der Borre-, Jelling- und Urnesstil – erkennbar an verschlungenen Tierdarstellungen und Flechtmustern.

Material Epoche / Eignung Typische Verwendung
Bronze Historisch LARP Häufigstes Material; Kleeblattfibeln, Scheibenfibeln, Ringfibeln aller Epochen
Silber Historisch Gehobene Darstellungen; Schalenfibeln, Prunkfibeln der Oberschicht; als Versilberung auf Bronze
Eisen Historisch Einfache Alltagsfibeln, Ringfibeln; handgeschmiedete Varianten für Schaukampf und Reenactment
Gold Historisch Ausschließlich für Hochadel; kaum als Replik im Umlauf – eher als Vergoldung auf Bronze
Zinn / Zinklegierung LARP Günstige Einstiegsvarianten; für Kostüm und gelegentlichen Marktbesuch geeignet

Moderne Repliken orientieren sich an archäologischen Originalbefunden. Der Hersteller Pera Peris, der den Großteil unseres Sortiments liefert, fertigt seine Fibeln nach dokumentierten Funden – mit präziser Oberflächenbearbeitung und originalgetreuen Verzierungsstilen.

Wikinger Fibeln: Schalenfibeln, Kleeblattfibeln und Fibelketten

Keine andere Kultur des Mittelalters ist so eng mit der Fibel verknüpft wie die Wikinger. Besonders auffällig ist die Verwendung der Schalenfibel im Frauengewand: Zwei schalenförmige Fibeln wurden symmetrisch auf dem Trägerkleid (dem sogenannten Hängerkleid oder Hängärgerkjole) befestigt, und zwischen ihnen hing eine Fibelkette mit Perlen, Steinen, Werkzeugen und Anhängern – ein markantes Erkennungsmerkmal wikingerzeitlicher Frauengewandung.

Männer trugen die Fibel hauptsächlich als Verschluss des Umhangs – meist als Kleeblattfibel oder als schlichte Ringfibel auf der rechten Schulter, damit die Schwerthand frei blieb. Die wichtigsten Fundorte, die als Vorlagen für heutige Repliken dienen, sind Birka (Schweden), Saltvik (Åland), Gotland, Kaupang (Norwegen) und Morberg. Die Schalenfibel aus Morberg im Jellingstil etwa zeigt die typische verschlungene Tierornamentik des 10. Jahrhunderts in besonderer Detailtiefe.

Für eine stimmige Wikinger Kleidung empfiehlt sich die Kombination aus passenden Fibeln, einer Wikinger Kette und ergänzendem Wikinger Schmuck. Die Wikinger Fibeln im Sortiment decken dabei alle wesentlichen Typen ab – von der einfachen Birka-Fibel bis zur aufwendigen Buckelfibel mit Pferdeköpfen.

Von der Bronzezeit bis ins Hochmittelalter: Die Geschichte der Fibel

ca. 9.–6. Jh. v. Chr.

Bronzezeit: Brillenfibel

Die ältesten nachgewiesenen Fibeln stammen aus der älteren Bronzezeit. Die sogenannte Brillenfibel – benannt nach ihren zwei spiralförmigen Zierlementen, die an eine Brille erinnern – gilt als einer der frühesten belegten Fibeltypen Europas.

ca. 5. Jh. v. Chr. – 4. Jh. n. Chr.

Kelten & Römer

Kelten und Römer entwickelten eigene Fibelformen weiter. Die La-Tène-Fibel der Kelten und die römische Kniefibel sind typische Vertreter dieser Epoche. Fibeln dienten auch als Rangabzeichen bei Soldaten und Beamten.

5.–8. Jh.

Völkerwanderungszeit & Franken

Germanische Stämme – Franken, Sachsen, Thüringer – entwickelten aufwendige Bügelfibeln mit figürlicher Verzierung. Die fränkische Bügelfibel der Merowingerzeit gilt als Höhepunkt frühmittelalterlicher Fibelkunst. Fundorte aus dem gesamten fränkischen Siedlungsgebiet belegen ihre weite Verbreitung.

8.–11. Jh.

Wikingerzeit: Blütezeit der Fibel

Die Wikinger trugen Fibeln besonders prominent und in großer Formvielfalt. Grabfunde aus Birka, Gotland, Kaupang und Tranby dokumentieren Schalen-, Klee-, Dosen- und Scheibenfibeln in hoher handwerklicher Qualität. Die nordischen Zier­stile – Borre-, Jelling- und Urnesstil – prägen das Bild wikingerzeitlicher Fibeln bis heute.

11.–13. Jh.

Hochmittelalter: Ablösung durch Knöpfe

Im Hochmittelalter verliert die Fibel schrittweise ihre zentrale Funktion als Kleidungsverschluss. Knöpfe, Heftel (Häkchen) und Schnallen übernehmen deren Rolle bei der Kleidung. Die Ringfibel und der Fürspan bleiben als repräsentative Gewandschließe für Umhänge und Mäntel noch bis ins 14. Jahrhundert in Gebrauch.

Fibeln für Reenactment, LARP und Mittelaltermarkt

Fibeln für Reenactment, LARP und Mittelaltermarkt

Ob auf dem nächsten Mittelaltermarkt, beim LARP-Event oder im Reenactment-Lager – die Fibel ist ein unverzichtbares Accessoire, das jede historische Gewandung erst vollständig macht. Die Preisspanne im Sortiment reicht von rund 13 € für eine einfache Birka-Fibel in Bronze bis zu über 70 € für detailreiche Buckelfibeln nach Originalfunden. Damit lässt sich für jeden Anspruch und jedes Budget die passende Schließe finden.

Für das Reenactment empfehlen sich Repliken nach dokumentierten Fundorten – jede Fibel im Sortiment ist mit ihrer Herkunft ausgewiesen (z.B. Birka, Saltvik, Morberg, Isle of Wight, Tranby). So lässt sich eine darstellungssichere Gewandung aufbauen, die einer historisch-kritischen Prüfung standhält. Wichtig ist dabei auch die Materialwahl: Bronze für die meisten Darstellungen, Silber oder versilbert für gehobene Rang­darstellungen.

Für LARP und Mittelaltermärkte ohne strenge Authentizitätsvorgaben bieten auch die günstigeren Einstiegsmodelle eine gute Option – sie sehen überzeugend aus und halten den Umhang zuverlässig zusammen. Eine stimmige Kombination aus Fibel, passendem Mittelalter Umhang, Mittelalter Kette und einem Mittelalter Schmuck-Ensemble macht das Outfit zum Hingucker. Ergänzende Kategorien wie Mittelalter Ringe, Mittelalter Ohrringe oder Wikinger Armreife helfen dabei, eine in sich stimmige Gewandung aufzubauen.

Vehi Mercatus führt über 100 Fibeln im Sortiment – von der einfachen Ringfibel bis zur prachtvollen Buckelfibel nach Originalfund. Bei Fragen zur Auswahl stehen wir dir telefonisch Mo–Fr 8–12 und 13–15 Uhr zur Verfügung. Als Trusted Shops Mitglied bieten wir 30 Tage Rückgaberecht.

Ob du deine erste Wikinger-Gewandung komplettierst, eine historisch belegbare Reenactment-Darstellung aufbaust oder einfach ein hochwertiges Schmuckstück für den nächsten Mittelaltermarkt suchst – im Sortiment findest du die passende Fibel für jede Epoche und jeden Anspruch. Stöbere durch die Kollektion und entdecke Repliken nach archäologischen Originalbefunden von der einfachen Ringfibel bis zur prachtvollen Schalenfibel.

Häufig gestellte Fragen

Eine Gewandfibel ist ein historisches Verschlussmittel für Kleidung, das ähnlich wie eine Sicherheitsnadel funktioniert: Eine Nadel wird durch den Stoff gestochen und in einem Bügel oder einer Halterung gesichert. Im Mittelalter hielt sie Umhänge, Mäntel und Kleider zusammen und diente gleichzeitig als Schmuck und Statussymbol. Der Begriff ‚Fürspan' bezeichnet die repräsentative Gewandschließe des Hochmittelalters.

Die bekanntesten Fibeltypen sind Ringfibel, Scheibenfibel, Schalenfibel, Kleeblattfibel, Bügelfibel, Dosenfibel, Buckelfibel, Gleicharmfibel und Breitkopffibel. Die meisten Fibeln wurden nach ihrer äußeren Form benannt. Je nach Epoche und Kultur dominierten unterschiedliche Typen: In der Wikingerzeit waren Schalen- und Kleeblattfibeln besonders verbreitet, während fränkische Bügelfibeln typisch für die Merowingerzeit sind.

Als germanische Fibeln bezeichnet man Fibeltypen, die von germanischen Stämmen – Franken, Sachsen, Thüringern, Wikingern – in der Völkerwanderungszeit und im frühen Mittelalter getragen wurden. Besonders charakteristisch sind die fränkische Bügelfibel mit Kopf- und Fußplatte sowie wikingerzeitliche Kleeblatt- und Schalenfibeln. Viele dieser Fibeln waren reich mit Tierornamentik im Borrestil, Jellingstil oder Urnesstil verziert.

Für Wikingerfrauen sind paarige Schalenfibeln auf dem Trägerkleid der authentischste Typ, oft verbunden durch eine Fibelkette. Männer trugen üblicherweise eine Kleeblattfibel oder Ringfibel am Umhang. Als Orientierung für eine belegbare Darstellung empfehlen sich Repliken nach Fundorten wie Birka (Schweden), Gotland, Saltvik (Åland) oder Kaupang (Norwegen). Bronze ist das historisch häufigste Material, Silber oder versilberte Ausführungen eignen sich für gehobene Darstellungen.

Im Hochmittelalter, etwa ab dem 12. und 13. Jahrhundert, verlor die Fibel schrittweise ihre Funktion als wichtigster Kleidungsverschluss. Knöpfe, Heftel (kleine Häkchen) und Schnallen übernahmen ihre Rolle. Die Ringfibel und der Fürspan blieben jedoch für Umhänge und repräsentative Mäntel noch bis ins 14. Jahrhundert gebräuchlich.

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