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Einzelteile für Taschenbau


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Artikel  1 - 20 von 28

Wer eine mittelalterliche Tasche oder einen Wikinger-Beutel selbst bauen möchte, braucht die richtigen Einzelteile – von Taschenbügeln aus Eichenholz über Messingblech bis hin zu historisch belegten Verschlüssen. Hier findest du die Zutaten für deinen Taschenbau, sorgfältig ausgewählt nach historischen Vorbildern aus Fundorten wie Haithabu und Birka. Ob erstes DIY-Projekt oder gezielter Nachbau einer frühmittelalterlichen Ledertasche – mit den richtigen Komponenten gelingt der Bau auch ohne Sattlerausbildung.

Was sind Taschenbügel – und warum brauche ich sie?

Was sind Taschenbügel – und warum brauche ich sie?

Der Taschenbügel ist das strukturgebende Hauptelement jeder Beuteltasche: Er gibt der Tasche ihre Form und ermöglicht das Öffnen und Schließen per Hand. Ohne Bügel wäre eine klassische Wikingertasche nicht mehr als ein Ledersack – erst der Bügel verleiht ihr die charakteristische Silhouette und Funktion. Das Leder oder der Stoff wird um den Bügel gelegt, genäht oder geflochten, und hängt anschließend an einem Gürtel oder Schulterriemen.

Historische Vorbilder für diese Bauweise finden sich in Wikingergräbern und in den Schichten bedeutender Handelsstädte wie Haithabu an der Schlei und Birka in Schweden. Dort wurden Ledertaschen mit Holzbügeln als alltägliche Begleitgegenstände gefunden – getragen von Händlern, Kriegern und Reisenden gleichermaßen. Die Materialien dieser Originale waren Holz (bevorzugt Eiche) und Messing, beide bis heute historisch belegt und in unserem Sortiment vertreten. Der Wikinger-Beutel hat seine Wurzeln also nicht in der Fantasie moderner Kostümdesigner, sondern in archäologisch gesicherten Funden.

Messingblech als Rohling: Beschläge, Scheiden und mehr selbst fertigen

Neben Taschenbügeln bieten wir Messingblech in verschiedenen Stärken an – einem Material mit langer handwerklicher Tradition im Hoch- und Spätmittelalter. Das Blech lässt sich mit einfachem Werkzeug zuschneiden, feilen und polieren, ohne dass ein Schmiedekurs nötig wäre. Je nach Projektziel wählst du die passende Stärke:

Stärke Eignung Typische Verwendung
0,5 mm Flexibel Biegsame Beschläge, Zierrat, stanzen
0,8 mm Vielseitig Gürtelbeschläge, Taschenbeschläge, mittelschwere Applikationen
1,0 mm Formstabil Messerscheiden, Rahmen, tragende Beschlagteile

Dünneres Blech mit 0,5 mm lässt sich leicht biegen und in Form stanzen – ideal für flache Zierbeschläge auf Taschen- und Gürtelbeschlägen. Stärkeres Blech ab 1,0 mm eignet sich für formstabile Elemente wie Messerscheiden oder Rahmenkonstruktionen. Historische Vorbilder für Messingbeschläge finden sich vor allem im Hoch- und Spätmittelalter, wo Metallapplikationen nicht nur funktional, sondern auch repräsentativ eingesetzt wurden.

Wikinger-Taschenbügel im Detail: Haithabu, Birka und die Holzbehandlung

Wikinger-Taschenbügel im Detail: Haithabu, Birka und die Holzbehandlung

Haithabu war einer der bedeutendsten Handelsplätze des frühen Mittelalters, gelegen an der Schlei im heutigen Schleswig-Holstein. Funde aus diesem Ort belegen den Alltagsgebrauch von Ledertaschen mit Holzbügeln – nicht als Luxusgut, sondern als praktisches Arbeitsmittel. Birka, der schwedische Handelsplatz auf einer Insel im Mälarsee, liefert ähnliche Bügelfunde, teilweise mit Ledereinlagen zur besseren Griffigkeit.

Unsere Wikinger-Taschenbügel aus Eichenholz orientieren sich an diesen archäologischen Belegen und werden in Deutschland gefertigt. Die Behandlung unterscheidet sich je nach gewünschter Optik: Geölte Bügel erhalten eine helle, naturnahe Oberfläche und sind durch das Öl vor Feuchtigkeit geschützt – wichtig für den Outdoor-Einsatz auf Märkten und im Reenactment-Lager. Dunkel behandelte Bügel werden durch Salmiakbehandlung gealtert: Das Räuchern mit Ammoniak dunkelt das Eichenholz authentisch nach, ohne Beizen oder synthetische Farben einzusetzen. Das Ergebnis ist eine tiefe, warme Tönung, die dem natürlichen Alterungsprozess von Holz entspricht.

Holz oder Messing – welcher Taschenbügel passt zu welcher Epoche?

Wikinger-Taschenbügel aus Eiche · 9.–11. Jh.
  • Orientiert an Funden aus Haithabu und Birka
  • Hell geölt oder dunkel gesalmiakt erhältlich
  • Größen: 20 cm, 22 cm, 27 cm, 30 cm
  • Paarweise geliefert für symmetrischen Aufbau
  • Geeignet für Frühmittelalter und Wikinger-Darstellungen
  • Kein Synthetik, kein Beizen – rein natürliche Behandlung
Messing-Taschenbügel · 12.–15. Jh.
  • Geeignet für Hoch- und Spätmittelalter
  • Mit und ohne Ösen erhältlich
  • Varianten versilbert oder mit Gravurdekor
  • Breiten: 13,5 cm und 17,5 cm
  • Ösen erlauben Befestigung von Anhängern und Riemen
  • Blank oder oxidiert für verschiedene Looks

Die Größe des Bügels bestimmt maßgeblich das Taschenvolumen: Ein 20-cm-Bügel ergibt eine kompakte Gürteltasche für Münzen und Kleinigkeiten, während ein 30-cm-Bügel eine geräumige Umhängetasche möglich macht. Ösen an Messingbügeln bieten zusätzliche Befestigungspunkte für Lederriemen, Anhänger oder Dekorationselemente und sind besonders für aufwendigere Mittelalter-Taschen des Spätmittelalters geeignet.

Begriffe rund um den Taschenbau – kurz erklärt

Der Taschenbügel ist der formgebende Rahmen einer Beuteltasche, meist aus Holz oder Metall gefertigt. Er bestimmt die Öffnungsweite der Tasche und gibt ihr die charakteristische Form. Das Ledermaterial wird um den Bügel herum befestigt – genäht, genietet oder geflochten. Ohne Bügel hätte die klassische Wikingertasche keine stabile Öffnung.

Die Taschenklappe ist der Überschlag, der die Taschenöffnung bedeckt und vor dem unbeabsichtigten Öffnen schützt. Im Mittelalter wurde sie häufig mit einer Schnalle, einem Riemen oder einem einfachen Knebelverschluss gesichert. Die Klappe kann glatt oder verziert sein – Beschläge aus Messing waren ein verbreitetes Gestaltungsmittel.

Der Trageriemen (auch Schulterriemen oder Gurtband) ist das Band, das die Tasche am Körper hält. Im Mittelalter wurde er aus Leder oder gewebtem Textil gefertigt und am Taschenbügel oder an Ösen befestigt. Die Länge bestimmt, ob die Tasche als Gürteltasche, Hüfttasche oder Umhängetasche getragen wird. Lederriemen aus Rindsleder sind für diesen Zweck besonders geeignet.

Ösen sind kleine Metallringe oder Aussparungen im Bügel, die zur Befestigung von Riemen, Schnallen oder Dekorationselementen dienen. An Messingbügeln erlauben sie eine besonders flexible Gestaltung: Der Schulterriemen kann direkt eingehängt oder durch die Öse gefädelt werden. Historisch finden sich Ösen vor allem an aufwendigeren Taschen des Hoch- und Spätmittelalters.

Nieten und Beschläge aus Metall verstärken Ecken und Nähte der Tasche, verhindern Ausreißen und dienen gleichzeitig der Verzierung. Für den Mittelalter-Taschenbau werden häufig Messingnieten oder kleine Zierplatten eingesetzt. Wer eigene Beschläge aus Messingblech zuschneiden möchte, kann mit einfachem Werkzeug individuelle Formen herstellen.

Schritt für Schritt: Wie du eine mittelalterliche Tasche selbst baust

Schritt für Schritt: Wie du eine mittelalterliche Tasche selbst baust

Das Grundprinzip einer mittelalterlichen Beuteltasche ist einfacher als es scheint: Ein zugeschnittenes Lederstück wird um den Taschenbügel gelegt oder gefaltet und anschließend vernäht oder genietet. Die einfachste Variante kommt mit einer einzigen Naht aus – das Leder wird in der Mitte gefaltet, die Seiten zusammengenäht, und der Bügel gibt der Öffnung Form. Für eine aufwendigere Klapptasche mit Verschluss kommen zusätzliche Teile hinzu: eine separate Klappe, eine Gürtelschnalle zum Verschließen und Messingbeschläge zur Verstärkung.

Diese Einzelteile brauchst du für den Einstieg:

  • Taschenbügel (Holz oder Messing, passend zur Epoche)
  • Leder oder festes Gewebe für den Taschenkorpus
  • Lederriemen als Gürtelschlaufe oder Schulterriemen
  • Messingbeschläge oder Nieten zur Verstärkung und Verzierung (optional)
  • Werkzeug: Ahle oder Lochzange, Nadel, Leinengarn, Hammer

Der Schwierigkeitsgrad ist auch für Anfänger ohne handwerkliche Vorkenntnisse beherrschbar, wenn alle Teile von Beginn an aufeinander abgestimmt sind. Eine einfache Beutelform ohne Klappe lässt sich in ein bis zwei Stunden fertigstellen. Komplexere Klapptaschen mit historisch korrektem Schnitt erfordern etwas mehr Planung, zahlen sich aber im fertigen Ergebnis aus. Wer sich einen ersten Überblick über das passende Nadel- und Fadenmaterial verschaffen möchte, findet es ebenfalls im Sortiment.

Unsere Wikinger-Taschenbügel aus Eichenholz werden in Deutschland gefertigt – kein Import, keine Massenware. Bei Fragen zur Materialwahl oder zur passenden Größe erreichst du unser Team telefonisch Mo–Fr 8–12 und 13–15 Uhr. Vehi Mercatus ist Trusted Shops Mitglied, alle Bestellungen können innerhalb von 30 Tagen zurückgegeben werden.

Ob Wikinger-Beutel nach Haithabu-Vorbild oder spätmittelalterliche Gürteltasche mit Messingbügel – mit den richtigen Einzelteilen gelingt der Taschenbau auch ohne Sattlerausbildung. Stöbere durch unser Sortiment und finde die Kombination aus Bügel, Blech und Beschlag, die zu deinem Projekt passt.

Häufig gestellte Fragen

Mittelalterliche Taschen waren meist einfache Beutel aus Leder oder Stoff, die an einem Gürtel getragen wurden. Charakteristisch ist die Konstruktion mit einem Holz- oder Metallbügel, der der Tasche Form und eine stabile Öffnung gibt. Funde aus Haithabu und Birka zeigen Ledertaschen mit Eichenholzbügeln als alltägliche Begleitgegenstände des 9.–11. Jahrhunderts.

Die meisten mittelalterlichen Taschen bestanden aus Leder – bevorzugt Rind- oder Ziegenleder. Als strukturgebende Elemente kamen Taschenbügel aus Eichenholz oder Messing zum Einsatz. Beschläge, Nieten und Schnallen wurden aus Messing oder Eisen gefertigt. Textilbeutel aus Leinen oder Wolle waren ebenfalls verbreitet, allerdings weniger formstabil.

Für eine einfache Wikingertasche reicht ein zugeschnittenes Lederstück, das um einen Taschenbügel gelegt und an den Seiten vernäht wird. Benötigt werden ein Taschenbügel (Holz oder Messing), Leder, Leinengarn, eine Ahle und Nadel sowie optional ein Lederriemen als Gürtelschlaufe. Die einfachste Form mit einer einzigen Seitennaht lässt sich auch ohne handwerkliche Vorerfahrung in wenigen Stunden fertigstellen.

Die Klappe einer Tasche wird als Taschenklappe oder Überschlag bezeichnet. Im Mittelalter bedeckte sie die Taschenöffnung und wurde mit einer Schnalle, einem Riemen oder einem Knebelverschluss gesichert. Häufig war die Klappe aus demselben Leder wie der Taschenkorpus gefertigt und mit Messingbeschlägen verziert.

Für eine historisch orientierte Wikingertasche nach Haithabu- oder Birka-Vorbild empfehlen sich Taschenbügel aus Eichenholz, erhältlich in Größen von 20 bis 30 cm. Hell geölte Bügel eignen sich für eine naturnahe Optik, durch Salmiakbehandlung dunkel gefärbte Bügel wirken authentisch gealtert. Beide Varianten werden paarweise geliefert und sind in Deutschland gefertigt.

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