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Hochmittelalter Schuhe


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Schuhwerk im Hochmittelalter: Was die Archäologie lehrt

Schuhwerk im Hochmittelalter: Was die Archäologie lehrtDas Hochmittelalter – grob das 11. bis 13. Jahrhundert – markiert eine wichtige Entwicklungsphase in der Geschichte des europäischen Schuhwerks. Archäologische Funde zeigen den Übergang von einfachen, formloseren Bundschuhen hin zu klarer geformten Lederschuhen mit erkennbarer Fußstruktur. Die wichtigsten Quellen für Reenactors sind die Londoner Lederfunde im Museum of London sowie skandinavische Fundkomplexe wie Jorvik (York), die eine außergewöhnlich hohe Dichte an gut erhaltenen mittelalterlichen Schuhen liefern.

Technisch dominierten im Hochmittelalter die sogenannten Wendenähttechnik (englisch: turned shoe) und einfach genähte Konstruktionen. Das Oberleder wurde auf links zusammengenäht und anschließend gewendet – das Ergebnis ist eine nach außen glatte, nahtfreie Oberfläche. Als Materialien dienten überwiegend Rindsleder und Kalbsleder; für hochwertigere Ausführungen kam Ziegenleder oder das begehrte Korduanleder zum Einsatz, das aus der maurischen Stadt Córdoba seinen Namen hat und als mittelalterliches Qualitätsmerkmal galt. Diese Befunde bilden die handwerkliche Grundlage für die Replikate, die heute im Reenactment getragen werden.

Welche Schuhe für welchen Anlass: Reenactment, Markt und Alltag

Einstieg · ab ~50 €

Kinder-Varianten des Typs London (ab Größe 26) und einfache genagelte Ledersohle für Erwachsene. Ideal für den ersten Mittelaltermarktbesuch oder als Ergänzung zum Familien-Outfit. Die einfache Nagelsohle bietet soliden Halt, ohne das Budget zu belasten.

Markt & LARP · ~80–100 €

Mittelalter Schuhe Typ London mit einfach genagelter Sohle in Naturbraun oder Korduan-Rot – der meistgekaufte Einstieg ins historische Schuhwerk. Komfortabel über längere Tragezeiten, ausreichend robust für unebenes Gelände und wechselhaftes Marktwetter.

Reenactment · ab ~97 €

Genagelte Doppelsohle für häufige Nutzung und anspruchsvolle Gewandungen. Die zusätzliche Lederlage schützt vor Feuchtigkeit und verlängert die Lebensdauer erheblich – empfohlen für alle, die regelmäßig auf Veranstaltungen aktiv sind. Ergänzend lohnt sich ein Blick in die Mittelalter Stiefel-Kategorie für höhere Beinbedeckung.

Farben und Oberflächen: Naturbraun, Dunkelbraun und Korduan-Rot

Farbe Charakter Historische Einordnung
Naturbraun Einstieg Ungefärbt und ungefettet – zeigt den rohen Ledercharakter. Verändert sich durch Pflege und Nutzung und entwickelt eine individuelle Patina. Passend für einfache Stände und bäuerliche Gewandungen.
Dunkelbraun Markt Handgefärbt für einen Antiklook – das Einfärben geschieht inhouse in Rinchnach. Wirkt getragenер und gereifter, ohne historische Korrektheit zu kompromittieren.
Korduan-Rot Historisch Historisch belegt für höhere Stände und Adlige. Korduanleder aus Ziegenleder war ein mittelalterliches Qualitätsmerkmal und galt als Statussymbol. Im Hochmittelalter trugen wohlhabende Bürger und Adlige rotes oder gefärbtes Schuhwerk als sichtbares Standeszeichen.

Die Farbwahl ist also nicht nur Geschmackssache – sie transportiert historische Information. Wer eine adlige oder wohlhabende Figur darstellt, greift zu Korduan-Rot; wer Handwerker, Bauer oder einfachen Reisenden spielt, ist mit Naturbraun gut beraten.

Konstruktion und Sohlen: Was den Unterschied macht

Einfach genagelte Ledersohle
  • Eine Lage Leder, direkt mit dem Oberleder vernagelt
  • Leichter und flexibler im Tragegefühl
  • Ausreichend für gelegentliche Nutzung auf Märkten
  • Günstigerer Einstiegspreis
  • Wendenähttechnik möglich: glatte Außennaht, historisch belegt
Genagelte Doppelsohle
  • Zwei Lagen Leder – robuster und langlebiger
  • Profilnägel verhindern direkten Lederabrieb auf dem Boden
  • Besserer Schutz vor aufsteigender Feuchtigkeit
  • Empfohlen für häufige Nutzung und mehrtägige Veranstaltungen
  • Höheres Gewicht, dafür deutlich längere Lebensdauer

Die Wendenähttechnik – bei der der Schuh innen zusammengenäht und dann gewendet wird – ergibt eine glatte Außennaht ohne abstehende Nahtkanten. Sie ist archäologisch gut belegt und gilt als das charakteristischste Merkmal hochmittelalterlichen Schuhwerks. Die Kombination aus Wendenähttechnik und genagelter Sohle findet sich in fast allen erhaltenen Londoner Funden dieser Epoche.

Schuhtypen des Hochmittelalters im Überblick

Typ London

Meistdokumentierter Hochmittelalterschuh

Benannt nach Massenfunden aus dem mittelalterlichen London, ist der Typ London der am besten belegte Schuh des 11.–13. Jahrhunderts. Charakteristisch: einfacher Halbschuh mit seitlicher Schnürung oder Schnallenverschluss, weit verbreitet in Mitteleuropa. Erhältlich mit einfacher oder genagelter Doppelsohle, in Naturbraun, Dunkelbraun und Korduan-Rot.

Typ Jorvik

Skandinavischer Ursprung

Aus dem frühmittelalterlich-wikingerzeitlichen Fundkomplex von Jorvik (York) stammend, ist dieser Schuhtyp etwas früher anzusetzen, aber im Übergang zum Hochmittelalter noch präsent. Eignet sich für Wikinger-Reenactment und frühmittelalterliche Gewandungen. Wer gezielt diesen Bereich abdecken möchte, findet ergänzende Modelle auch in der Kategorie Wikinger Schuhe.

Bundschuh & Ritterschuh

Stand und Funktion

Neben dem klassischen Halbschuh existierten im Hochmittelalter niedrige Stiefelformen und Bundschuhe mit Riemenverschluss. Letztere waren besonders bei handwerkenden und reisenden Bevölkerungsschichten verbreitet. Für Darsteller von Rittern und höheren Ständen bieten sich zudem Ritter Schuhe mit entsprechend repräsentativem Schnitt an.

Pflege und Einlaufen: So halten Hochmittelalter-Schuhe lange

Frisch geliefertes Leder ist noch fest und ungeformt. Trage neue Hochmittelalter-Schuhe zunächst nur stundenweise ein – idealerweise zuhause auf weichem Untergrund. Vor dem ersten langen Mittelaltermarkt sollten die Schuhe bereits mehrere Stunden Tragezeit hinter sich haben, damit sich das Leder deinem Fuß anpassen kann. Wer direkt mit einem mehrtägigen Lager startet, riskiert Druckstellen.

Lederfett oder Lederpflegemittel regelmäßig einarbeiten – das verhindert Austrocknung und Rissbildung im Oberleder. Naturbraune Schuhe sind bewusst ungefettet geliefert; eine erste Behandlung mit Lederfett direkt nach Erhalt ist empfehlenswert. Dunkelbraune und Korduan-Rot-Varianten sind bereits behandelt, profitieren aber ebenfalls von regelmäßiger Pflege.

Lederschuhe dürfen nass werden – das ist auf Märkten unvermeidlich. Wichtig ist das korrekte Trocknen danach: nicht an der direkten Wärme (kein Heizkörper, keine Sonne), sondern langsam an der Luft. Danach sofort einfetten, damit das Leder nicht spröde wird. Wer die Schuhe regelmäßig pflegt, verlängert die Lebensdauer erheblich.

Profilnägel und Ledersohlen regelmäßig auf Abnutzung prüfen – besonders nach mehrtägigen Veranstaltungen auf hartem Untergrund. Bei der Doppelsohle schützen die Profilnägel die untere Lederlage vor direktem Abrieb. Wenn einzelne Nägel herausstehen oder die Sohle beginnt sich zu lösen, sollte dies zeitnah von einem Schuhmacher nachgearbeitet werden. Passende Pflegeprodukte findest du in der Kategorie Schuhpflege und Zubehör.

Vehi Mercatus ist seit über 20 Jahren Fachhandel für Mittelalter und Reenactment. Alle Schuhe in dieser Kategorie stammen aus der Eigenmarke mit eigens entwickelten Modellen – die Lederschuhe werden inhouse in Rinchnach von Hand eingefärbt. Bei Fragen zur Passform oder Auswahl erreichst du das Team telefonisch Mo–Fr 8–12 und 13–15 Uhr. Trusted Shops Mitglied, 30 Tage Rückgaberecht.

Hochmittelalter Schuhe verbinden handwerkliche Tradition mit den Anforderungen moderner Reenactors – ob für den ersten Mittelaltermarktbesuch oder als fester Teil einer ausgearbeiteten Gewandung. Stöber durch das Sortiment und finde das passende Modell für deinen Stand, deine Epoche und dein Budget.

Häufig gestellte Fragen

Im Hochmittelalter (11.–13. Jahrhundert) trugen die meisten Menschen einfache Lederhalbschuhe, die mit der Wendenähttechnik gefertigt wurden. Der sogenannte Typ London – benannt nach Massenfunden im mittelalterlichen London – ist der am besten dokumentierte Schuhtyp dieser Epoche. Daneben existierten Bundschuhe mit Riemenverschluss und niedrige Stiefelformen. Die Sohlen bestanden stets aus Leder, oft mit genagelter Konstruktion.

Adlige und wohlhabende Bürger trugen im Hochmittelalter häufig Schuhe aus Korduanleder – einem feinen Ziegenleder, das ursprünglich aus der maurischen Stadt Córdoba stammte und als Qualitätsmerkmal galt. Rotes oder gefärbtes Schuhwerk (Korduan-Rot) war ein sichtbares Standeszeichen und von einfachen, ungefärbten Lederschuhen der Unterschichten klar zu unterscheiden. Im späten Mittelalter entwickelten sich aus dieser Tradition die spitzen Schnabelschuhe der Oberschicht.

Im Sortiment von Vehi Mercatus beginnen Kinder-Varianten des Typs London bei rund 50 €, Erwachsenen-Schuhe mit einfacher genagelter Sohle liegen ab etwa 80 €. Die robustere Doppelsohlen-Variante ist ab rund 97 € erhältlich. Handgefertigte Maßschuhe von spezialisierten Schuhmachern können deutlich teurer sein – für den Großteil der Reenactment-Szene bieten die konfektionierten Modelle das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die einfache genagelte Ledersohle besteht aus einer Lederlage, ist leichter und flexibler – gut geeignet für gelegentliche Nutzung auf Märkten. Die genagelte Doppelsohle hat eine zweite Lederlage, die Profilnägel schützen vor direktem Abrieb auf dem Boden und die Konstruktion ist deutlich feuchtigkeitsresistenter. Für regelmäßige Nutzung auf mehrtägigen Veranstaltungen empfiehlt sich klar die Doppelsohle.

Neues Leder sollte schrittweise eingelaufen werden – nicht sofort auf langen Märkten tragen. Regelmäßiges Einarbeiten von Lederfett verhindert Austrocknung und Rissbildung. Nasse Schuhe langsam an der Luft (nicht am Heizkörper) trocknen lassen und danach sofort einfetten. Sohlen und Profilnägel regelmäßig auf Abnutzung prüfen, besonders nach mehrtägigen Veranstaltungen auf hartem Untergrund.

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