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Pfeil und Bogen


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Pfeil und Bogen gehören zu den ältesten Fernkampfwaffen der Menschheitsgeschichte – und sind bis heute fester Bestandteil von Mittelalter-Reenactment, LARP und historischem Bogensport. In dieser Kategorie findest du Holzbögen sowie passendes Zubehör für den Einstieg ins traditionelle Bogenschießen – solide verarbeitet, für Erwachsene ausgelegt, zu einem fairen Preis.

Pfeil und Bogen im Mittelalter: Geschichte und Bedeutung

Pfeil und Bogen im Mittelalter: Geschichte und Bedeutung

Bögen gehören zu den ältesten Waffen der Menschheit – erste Belege für Pfeil und Bogen reichen bis in die Jungsteinzeit zurück, rund 10.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Im europäischen Mittelalter waren Bogenschützen ein fester Bestandteil jeder ernstzunehmenden Armee, besonders in der leichten Infanterie. Die Waffe war günstig herzustellen, ließ sich schnell erlernen und entfaltete auf dem Schlachtfeld eine verheerende Wirkung gegen enge Truppenformationen.

Besonders der englische Langbogen gilt als eine der wirkungsvollsten Waffen des Hochmittelalters. Gefertigt aus Eibenholz, oft fast zwei Meter lang und mit Zuggewichten von 60 bis über 100 lbs gespannt, schoss er Pfeile auf Reichweiten von 200 bis 300 Metern. Die effektive Kampfreichweite lag bei rund 100 bis 150 Metern – ausreichend, um feindliche Formationen aus sicherer Distanz unter Beschuss zu nehmen, bevor es zum Nahkampf kam.

Neben dem Langbogen gab es je nach Region und Epoche unterschiedliche Bogentypen: der Kompositbogen aus dem Orient und den mongolischen Steppen, der aus mehreren Materialschichten aufgebaut war und auf kleinem Raum enorme Energie speichern konnte, sowie der Recurvebogen, dessen zurückgebogene Wurfarme mehr Kraft auf gleicher Länge ermöglichten. In Mitteleuropa war der einfache Selbstbogen aus einem einzigen Holzstück – der sogenannte Einfachbogen – die am weitesten verbreitete Form.

Pfeil und Bogen richtig einsetzen: Zubehör und Pflege

Pfeil und Bogen richtig einsetzen: Zubehör und Pflege

Wer mit dem Bogenschießen beginnt, braucht nicht nur den Bogen selbst – das richtige Zubehör macht den Unterschied zwischen einem angenehmen Training und vermeidbaren Verletzungen. Der wichtigste Schutzartikel für Einsteiger ist der Armschutz (Bracer): Er schützt den Unterarm vor dem Rückschlag der Sehne beim Schuss – ein Schmerz, den jeder Bogenschütze mindestens einmal kennt und danach konsequent vermeidet.

Für den Transport und die schnelle Entnahme der Pfeile eignet sich ein Köcher – als Hüftköcher für den klassischen Schützen-Look auf dem Mittelaltermarkt oder als Rückenköcher für eine repräsentativere Optik. Die Wahl des Köchertyps ist auch eine Frage des historischen Kontexts: Europäische Bogenschützen trugen Pfeile überwiegend am Gürtel, während Steppenvölker häufiger den Rückenköcher verwendeten. In unserer Unterkategorie Pfeilbögen und Köcher findest du passendes Zubehör, auch für jüngere Schützen.

Pfeile aus Holz mit Naturfeder sind historisch korrekt und passen gut zum Charakter eines Mittelalter-Bogens. Achte auf die Kompatibilität mit dem Zuggewicht deines Bogens – zu leichte Pfeile bei einem starken Bogen können zu gefährlichem Durchbiegen führen. Holzbögen sollten trocken und ungespannt gelagert werden; gespannt aufgehängte Bögen verlieren über Zeit ihre Elastizität. Die Sehne sollte regelmäßig auf Verschleiß und Ausfransen geprüft werden – eine gerissene Sehne beim Schuss ist nicht nur ärgerlich, sondern kann den Bogen beschädigen. Passende Pfeilspitzen für das Training und die Dekoration findest du ebenfalls im Shop.

Die Rolle der Bogenschützen im mittelalterlichen Kriegswesen

Die Rolle der Bogenschützen im mittelalterlichen Kriegswesen

Bogenschützen waren im mittelalterlichen Kriegswesen keine einfachen Fußsoldaten – in England galten Langbogenschützen als eigene Truppengattung mit langer Ausbildungszeit. Die körperliche Beanspruchung war enorm: Archäologische Untersuchungen an Skeletten englischer Bogenschützen zeigen deutliche Deformationen an Wirbelsäule und Schultergelenken, die durch jahrelanges intensives Training entstanden. Jungen begannen teils ab dem siebten Lebensjahr mit dem Üben.

Die militärische Wirkung ist historisch gut belegt: In der Schlacht von Crécy (1346) und der Schlacht von Azincourt (1415) vernichteten englische Langbogenschützen ganze Formationen schwer gepanzerter französischer Ritter. Dicht formierte Kavallerie und Infanterie konnten durch gezieltes Massenfeuer in kurzer Zeit handlungsunfähig gemacht werden. Ein geübter Schütze konnte bis zu zwölf Pfeile pro Minute abschießen – bei hunderten Schützen in Reihe entstand ein nahezu undurchdringlicher Pfeilregen.

Neben dem militärischen Einsatz war der Bogen in Europa auch die bevorzugte Jagdwaffe des Mittelalters. Jagdbögen waren kürzer, leichter und mit geringerem Zuggewicht ausgestattet – sie dienten der Pirsch auf Kleinwild und Rotwild, nicht dem Kampf in der Feldschlacht. Diese funktionale Unterscheidung zwischen Kriegsbogen und Jagdbogen spiegelt sich auch in der Vielfalt historischer Funde wider.

Langbogen kaufen: Worauf du beim Einstieg achten solltest

Einstieg · ab ca. 42 €

Ein Einsteiger-Holzbogen aus Eschenholz mit 140 cm Länge ist ein solider Ausgangspunkt für Erwachsene. Zuggewichte von 20–30 lbs sind für den Beginn ideal – ausreichend Kraft für ein befriedigendes Schussgefühl, ohne die Muskulatur zu überlasten. Set-Angebote mit Bogen und fünf Pfeilen erleichtern den Start ohne separate Kompatibilitätsfragen.

Training & Markt · 30–50 lbs

Für regelmäßiges Training auf dem Schießstand oder den Einsatz auf Mittelalter-Veranstaltungen empfiehlt sich ein Zuggewicht im mittleren Bereich. Esche ist ein bewährtes, robustes Bogenbauholz mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis – historisch häufig verwendet, leicht zu bearbeiten und gut verfügbar. Köcher und Armschutz sollten von Anfang an mitgedacht werden.

Reenactment · historische Zuggewichte

Wer historisch korrekte Zuggewichte von 60 lbs und mehr anstrebt, sollte bereits Erfahrung im Bogenschießen mitbringen. Solche Bögen erfordern konditioniertes Training und sind für Veranstaltungen gedacht, bei denen Authentizität im Vordergrund steht. Eibenholz-Repliken nach historischem Vorbild sind hier die Referenz – oft als Einzelanfertigungen.

Welche Bögen gab es im Mittelalter?

Langbogen

England & Wales · 12.–15. Jh.

Meist aus Eibenholz gefertigt, bis zu 1,80 m lang, Zuggewicht 60–160 lbs. Die Waffe der englischen Yeomen – gefürchtet auf dem Schlachtfeld, aufwändig in der Herstellung und im Training.

Recurvebogen

Steppe & Byzanz · 6.–14. Jh.

Zurückgebogene Wurfarme ermöglichen höhere Energiespeicherung auf kompakterer Länge. Typisch für Steppenkrieger, Mongolen und byzantinische Bogenschützen – oft als Reiterbogen eingesetzt.

Einfachbogen (Selfbow)

Ganz Europa · gesamtes Mittelalter

Aus einem einzigen Holzstück gefertigt, regional weit verbreitet. Robuste Alltagswaffe für Jagd und einfachen Kriegsdienst – günstig herzustellen und gut zu ersetzen.

Kompositbogen

Orient & Naher Osten · ab Antike

Aus mehreren Materialschichten – Holz, Horn und Tiersehnen – zusammengesetzt. Hohe Leistung auf kleinem Raum, im Nahen und Fernen Osten dominant. In Europa selten, als Beutestücke aber bekannt.

Vergleich: Historischer Langbogen vs. Einstiegs-Holzbogen für Reenactment

Historischer Langbogen
  • Eibenholz, handgefertigt nach historischen Vorlagen
  • Zuggewicht 60–160 lbs – militärische Spezifikationen
  • Heute: Einzelanfertigungen oder Sammlerstücke
  • Lange Einarbeitungszeit und konditioniertes Training notwendig
  • Hoher Preis, eingeschränkte Verfügbarkeit
Einsteiger-Holzbogen fürs Reenactment
  • Eschenholz, solide Serienverarbeitung
  • Zuggewicht 20–35 lbs – für Training und Markt geeignet
  • 140 cm Länge, passend für Erwachsene
  • Günstig, robust und sofort einsatzbereit
  • Sets mit Pfeilen für den direkten Start verfügbar

Der Anwendungszweck ist entscheidend für die Wahl: Wer einen Bogen für die Atmosphäre auf dem Mittelaltermarkt sucht, für gelegentliches Schießen auf Veranstaltungen oder als Dekoration, ist mit einem gut verarbeiteten Einstiegsmodell aus Eschenholz bestens bedient. Für ernsthaftes Bogensport-Training empfiehlt sich der Anschluss an einen Bogensportverein, der zusätzlich Kurse, Schießgelände und fachkundige Betreuung bietet. Wer auch mit Armbrüsten liebäugelt oder die Kategorie weiter erkunden möchte, findet in unseren Unterkategorien eine ausführliche Auswahl. Ergänzend dazu lohnt ein Blick auf weitere Waffenreplikate aus der Rüstkammer.

Bogen und Rechtslage: Was du wissen musst

⚖️ Rechtliches zum Bogenbesitz in Deutschland: Bögen gelten nach dem deutschen Waffengesetz nicht als verbotene Waffen – der Besitz ist für Erwachsene grundsätzlich legal. Das öffentliche Führen (also das Tragen in der Öffentlichkeit) sowie das Schießen im öffentlichen Raum sind jedoch untersagt. Für das Training wird ein geeignetes Schießgelände oder ein Bogensportverein empfohlen. Veranstaltungen wie Mittelaltermarkt oder LARP haben eigene Sicherheitsregeln – LARP-Bögen schießen Schaumstoffpfeile und sind klar von Sportbögen abzugrenzen. Bei Fragen zur Auswahl erreichst du das Team von Vehi Mercatus telefonisch Mo–Fr 8–12 und 13–15 Uhr.

Ob du deinen ersten Bogen für den Mittelaltermarkt suchst oder als Reenactor das historische Bogenschießen ausprobieren möchtest – in dieser Kategorie findest du Holzbögen und Sets für Erwachsene, die einen soliden Einstieg ermöglichen. Schau auch in unsere Unterkategorien für Bögen und Armbrüste sowie Pfeilspitzen und Zubehör.

Häufig gestellte Fragen

Ja, Bogenschützen waren im mittelalterlichen Kriegswesen fest etabliert. Besonders der englische Langbogen galt als eine der gefürchtetsten Waffen des Hochmittelalters. In Schlachten wie Crécy (1346) und Azincourt (1415) vernichteten englische Bogenschützen ganze Formationen schwer gepanzerter Ritter durch gezieltes Massenfeuer.

Ein englischer Langbogen konnte Pfeile auf 200 bis 300 Meter weit schießen. Die effektive Kampfreichweite lag bei etwa 100 bis 150 Metern, auf dieser Distanz konnte ein Pfeil noch ausreichend Durchschlagskraft entwickeln, um Rüstungen zu gefährden. Ein geübter Schütze schoss dabei bis zu zwölf Pfeile pro Minute.

In Europa war der einfache Selfbow – ein Bogen aus einem einzigen Holzstück – am weitesten verbreitet. Der englische Langbogen aus Eibenholz gilt als militärisch wirkungsvollster Typ des europäischen Mittelalters. Im Orient und bei Steppenvölkern dominierte der Kompositbogen aus Holz, Horn und Sehne, der auf kleinem Raum enorme Kraft entfaltete.

Für Erwachsene gilt eine Bogenlänge von etwa 140 cm als guter Ausgangspunkt. Die optimale Länge richtet sich nach Körpergröße und Zuglänge – größere Schützen benötigen in der Regel einen längeren Bogen, damit die Sehne nicht zu stark gespannt wird und der Bogen seine Elastizität behält. Historische Langbögen hatten oft Längen von bis zu 1,80 m.

Ja, der Besitz eines Bogens ist in Deutschland für Erwachsene grundsätzlich legal – Bögen gelten nicht als verbotene Waffen im Sinne des Waffengesetzes. Das öffentliche Führen und das Schießen im öffentlichen Raum sind jedoch verboten. Für das Training wird ein Bogensportverein oder ein geeignetes Schießgelände empfohlen.

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