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Zubehör


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Bogen und Armbrust sind ohne das richtige Zubehör unvollständig: Sehnen, Köcher, Spanninstrumente und Schutzausrüstung entscheiden darüber, wie sicher, präzise und historisch stimmig du schießt — beim Reenactment, auf dem Mittelaltermarkt oder im historischen Bogensport. In dieser Kategorie findest du alles, was du zum Betrieb deiner Waffe aus der übergeordneten Kategorie Pfeil und Bogen brauchst — vom einfachen Leder-Armschutz bis zur schweren Zahnwinde des 14. Jahrhunderts.

Was gehört zum Bogen- und Armbrustзubehör?

Was gehört zum Bogen- und Armbrustзubehör?

Das Zubehör für Bögen und Armbrüste lässt sich in wenige klare Hauptgruppen einteilen: Köcher für Pfeile oder Bolzen, Sehnen als direktes Verschleißteil, Spanninstrumente für schwere Armbrüste, Schutzausrüstung wie Armschutz und Schießhandschuh sowie Zielscheiben und Pfeilfänge für den Trainingsbetrieb.

Bögen — ob Recurve oder Langbogen — benötigen primär passende Sehnen, einen Armschutz und einen Köcher für Pfeile. Bei Armbrüsten kommt das Spanninstrument als weiteres Pflichtequipment hinzu, da ab einem bestimmten Zuggewicht das reine Aufspannen von Hand weder praktisch noch sicher ist. Bolzen unterscheiden sich von Bogenpfeilen in Länge, Schaft und Spitzenform und benötigen speziell angepasste Seitenköcher.

Historisch waren all diese Teile keine Nebenprodukte, sondern integraler Bestandteil der Schützenkampfausrüstung: Mittelalterliche Bilderquellen zeigen Bogenschützen stets mit klar erkennbarem Köcher am Gürtel oder auf dem Rücken, und archäologische Funde belegen den Einsatz von Hornarmschützern schon in der Antike. Pflichtartikel für den Betrieb sind Sehne, Armschutz und Bolzen- bzw. Pfeilvorrat; Spanninstrumente, Zielscheiben und Schießhandschuh gelten als dringend empfohlen, sobald du regelmäßig schießt.

Sehnen und Spanninstrumente: Das technische Rückgrat deiner Waffe

Artikel Material / Aufbau Geeignet für Besonderheit
Flämisch Spleiß-Sehne 58 Zoll Dacron B50, 12 Stränge Recurve / Langbogen Klassischer Spleißknoten, für 58-Zoll-Bögen inkl. Wikinger-Bögen
Flämisch Spleiß-Sehne 70 Zoll Dacron B50, 12 Stränge Recurve / Langbogen Für größere Bögen ab 68–70 Zoll Bogenlänge
Armbrustsehne (versch. Längen) Seidenkordel, historische Bauweise Historische Armbrüste Größe S und weitere; Ersatzsehne für Reenactment-Armbrüste
Gürtelhaken für Armbrüste Stahl / Doppelhaken Leichte Armbrüste Nutzt Körpergewicht als Hebel; schneller Behelfsspanner
Geißfuß-Spannhebel Stahl Mittlere Armbrüste Kraftsparender Zughebel für Armbrüste bis ca. 150 lbs
Seilwinde 14. Jh. Metall / Seil Schwere Armbrüste Historische Bauweise des 14. Jahrhunderts; für stärkere Zuggewichte
Zahnwinde 14. Jh. Metall / Zahnrad-Mechanik Sehr schwere Armbrüste Maximale Übersetzung; höchste Spannsicherheit für schwerste Modelle

Flämisch-Spleiß-Sehnen aus Dacron B50 gelten als Standardmaterial für historische und traditionelle Bögen: Das Material dehnt sich minimal, ist witterungsbeständig und leicht zu wechseln. Eine Sehne sollte ausgetauscht werden, wenn einzelne Stränge sichtbar ausgefranst sind, die Sehne ihren Drall verliert oder sich das Schussbild spürbar verändert. Bei Armbrustsehnen aus Seidenkordel ist die Lebensdauer kürzer — regelmäßiges Prüfen auf Verschleiß nach intensivem Einsatz ist empfohlen.

Beim Spanninstrument gilt: Der Geißfuß-Spannhebel reicht für Armbrüste im mittleren Gewichtsbereich und ist das historisch am weitesten verbreitete Hilfsmittel. Seil- und Zahnwinde wurden im 14. und 15. Jahrhundert für die schweren Kriegsarmbrüste entwickelt, die mit bloßer Muskelkraft nicht mehr zu spannen waren. Der Gürtelhaken ist die unkomplizierteste Lösung für leichtere Modelle und ein guter Einstieg, bevor du in aufwendigere Spanntechnik investierst.

Köcher im Vergleich: Rückenköcher für Pfeile vs. Seitenköcher für Bolzen

Rückenköcher — für Bogenpfeile
  • Trägt Pfeile senkrecht auf dem Rücken, Zuggriff über die Schulter
  • Klassisch für Langbogen- und Recurveschützen
  • Modelle aus braunem Wildleder oder vegetabil gegerbtem Rindsleder erhältlich
  • Verstellbarer Rückentrageriemen für unterschiedliche Körpergrößen
  • Historisch gut belegt: Darstellungen aus dem 12.–15. Jahrhundert zeigen diese Tragevariante häufig
  • Preisbereich: ca. 50–60 €
Seitenköcher — für Armbrustbolzen
  • Seitlich am Gürtel getragen, Bolzen werden liegend oder leicht schräg gelagert
  • Aus vegetabil gegerbtem Rindsleder — robuster als chrome-gegerbtes Material
  • Kürzere Bauweise passend zu den kompakten Armbrustbolzen
  • Schnellerer Zugriff beim Nachladen
  • Historisch belegbar: Seitenköcher für Armbrustkämpfer finden sich in zeitgenössischen Manuskripten des Spätmittelalters
  • Preisbereich: ca. 25 €

Bei der Materialwahl lohnt es sich genauer hinzuschauen: Wildleder (Veloursleder) ist weich, leicht und angenehm zu tragen, jedoch etwas empfindlicher bei Nässe. Vegetabil gegerbtes Rindsleder ist fester, formstabiler und alterungsbeständig — es entwickelt mit der Zeit eine charakteristische Patina. Industriell gegerbtes Leder ist günstiger, aber weniger atmungsaktiv und weniger langlebig. Für den dauerhaften Einsatz auf Märkten oder beim Reenactment empfiehlt sich vegetabil gegerbtes Material.

Armschutz und Schießhandschuh: Schutz, der zum Pflichtequipment gehört

Armschutz und Schießhandschuh: Schutz, der zum Pflichtequipment gehört

Der Armschutz — auch Armschoner genannt — schützt den Unterarm des Bogenarms vor dem Aufschlag der zurückschnellenden Sehne. Wer ohne Armschutz schießt, riskiert schmerzhafte Quetschungen, die nach wenigen Schüssen das Training beenden. Historisch sind Armschutz-Varianten aus Leder seit der Antike belegt; mittelalterliche Funde zeigen einfache, flache Lederplatten, die mit Riemen am Arm befestigt wurden. Im Sortiment finden sich Modelle aus 100 % Leder für Erwachsene sowie Kindervarianten in kleineren Größen — wichtig, wenn der Nachwuchs erste Schritte mit dem Bogen macht.

Der Schießhandschuh „Traditional" aus schwarzem Rindsleder schützt die Fingerkuppen der Zughand vor dem Sehnendruck. Er ist für Rechts- und Linkshänder erhältlich — achte beim Kauf darauf, die korrekte Variante zu wählen, da er nur die Zughand schützt, nicht die Bogenhand. Der Handschuh umfasst drei Finger (Zeige-, Mittel- und Ringfinger) und ist verstellbar für die Größen S–M. Für leichte Kinderbögen reicht oft ein einfacher Armschutz; ab einem Zuggewicht von ca. 25 lbs aufwärts empfiehlt sich der Handschuh zusätzlich.

Bei Armbrüsten entfällt der Schießhandschuh für den Abzugsfinger in der Regel, weil der Bolzen maschinell gehalten wird — hier ist eher auf korrektes Handling beim Spannen zu achten. Armschutz und Schießhandschuh sind für Bogenschützen keine optionalen Extras, sondern grundlegende Schutzausrüstung, die von Anfang an zum Set gehören sollte.

Armbrustbolzen: Drei historische Spitzentypen im Überblick

Bodkinspitze

Rüstungsdurchdringung

Die schlanke, vierkantige Bodkinspitze wurde im Mittelalter speziell zur Durchdringung von Kettengeflecht und leichten Plattenteilen entwickelt. Handgeschmiedet aus Eisen, sitzt sie fest auf dem Holzschaft. Heute im Reenactment vor allem als Dekostück oder für historische Präsentationen im Einsatz.

Jagdspitze

Breitschneidend

Die breitere Jagdspitze mit geschwungenen Schneiden war für den Einsatz auf der Jagd gedacht — sie erzeugt einen größeren Wundkanal. Authentischer Armbrustbolzen im mittelalterlichen Stil mit handgeschmiedeter Spitze, gut für Schießstände auf Veranstaltungen mit geeignetem Pfeilfang.

Vogeljagdspitze

Stumpf / Betäubungsjagd

Die stumpfe oder blattförmige Vogeljagdspitze war dafür konzipiert, Vögel zu betäuben statt zu durchbohren. Handgeschmiedete Ausführung, erkennbar an der breiten, flachen Form. Im Reenactment ein lebendiges Gesprächsstück, das historische Jagdpraktiken des Mittelalters greifbar macht.

Alle Bolzen sind auf Holzschaft gefertigt und mit handgeschmiedeten Eisenspitzen bestückt — das entspricht der historischen Bauweise. Für die Miniarmbrust gibt es passende Ersatzbolzen aus Holz mit Stahlspitzen, die auf die kürzere Baulänge dieser Waffe abgestimmt sind. Ob historische Bolzen auf einer Veranstaltung tatsächlich verschossen werden dürfen, hängt von den Sicherheitsregeln des jeweiligen Veranstalters ab; für rein dekorativen Einsatz — im Köcher oder in einer Vitrine — eignen sie sich in jedem Fall.

Zielscheiben und Pfeilfang: Trainieren wie im Mittelalter

Zielscheiben und Pfeilfang: Trainieren wie im Mittelalter

Die traditionelle Strohscheibe mit 65 cm Durchmesser ist der klassische Pfeilfang für alle Bogentypen. Stroh bremst Pfeile effektiv ab, ohne die Spitzen zu beschädigen — vorausgesetzt, es werden keine schweren Bodkinspitzen oder Breitblatt-Jagdspitzen eingesetzt, die sich tief ins Material bohren können. Für den normalen Trainingsbetrieb mit Zielspitzen ist sie die erste Wahl. Aufgebaut wird die Scheibe auf einem stabilen Ständer oder an einer Wand aufgehängt, wobei hinter der Scheibe stets eine sichere, schussabsorbierende Fläche vorhanden sein muss.

Die Zielscheibenauflagen aus Papier (60 cm, 10er-Set) werden direkt auf die Strohscheibe oder eine andere Unterlage gespannt. Sie eignen sich für Übungsbetrieb auf Märkten und Schießständen und lassen sich nach dem Training einfach austauschen. Für Pfeilspitzen mit breiteren Schneiden empfiehlt sich eine dickere Schaumstoffunterlage hinter der Papierscheibe.

Auf Veranstaltungen gilt: Der Schießbereich muss klar abgegrenzt, der Bereich hinter dem Ziel frei von Personen sein. Viele Mittelaltermarkt-Veranstalter haben eigene Sicherheitsregeln für Bogenschießen — informiere dich vorab beim jeweiligen Markt über die geltenden Vorschriften. Als Sonderfall bietet die Miniarmbrust eigene Ersatzbolzen aus Holz mit Stahlspitzen, die auf die kürzere Baulänge dieser handlichen Waffe abgestimmt sind.

Welches Zubehör passt zu welchem Budget?

Einstieg · unter 20 €

Für den Start reichen eine Armbrustsehne (ca. 14 €), ein einfacher Armschutz aus Leder sowie eine Packung Zielscheibenauflagen (ca. 14 €). Damit bist du schussfähig und grundlegend geschützt — ideal, wenn du erst prüfen möchtest, ob das Bogenschießen das Richtige für dich ist.

Mittelstufe · 20–60 €

Wer regelmäßig schießt, greift zum Schießhandschuh „Traditional" (ca. 18 €), einem Seitenköcher aus vegetabil gegerbtem Rindsleder (ca. 25 €) und einem Geißfuß-Spannhebel (ca. 50 €) für mittelschwere Armbrüste. In diesem Preisbereich erhältst du bereits robustes, historisch orientiertes Material, das auf Märkten und bei Events jahrelang hält.

Reenactment · ab 60 €

Das vollständige historische Setup umfasst einen Wildlederköcher (ca. 50 €) oder einen Lederköcher aus Rindsleder (ca. 59 €), authentische Armbrustbolzen mit handgeschmiedeten Spitzen sowie — für schwere Armbrüste — eine Seilwinde oder Zahnwinde (ab ca. 118 €). Vegetabil gegerbtes Leder entwickelt mit der Zeit eine unverwechselbare Patina und ist industriell gegerbtem Material in Langlebigkeit und historischer Anmutung deutlich überlegen.

Gut ausgerüstet: Was du vor dem ersten Einsatz wissen solltest

Die Basis für jeden Bogenschützen: eine zur Bogenlänge passende Flämisch-Spleiß-Sehne aus Dacron B50, ein Leder-Armschutz für den Bogenarm und ein Köcher für den Pfeilvorrat. Wer regelmäßig trainiert, ergänzt das Set um einen Schießhandschuh und eine Strohscheibe als Pfeilfang. Alle Teile sollten vor dem ersten Einsatz auf Passform und Zustand geprüft werden.

Für Armbrustkämpfer ist das Spanninstrument der entscheidende Zusatz: Leichte Modelle kommen mit Gürtelhaken oder Geißfuß-Spannhebel aus; schwere Armbrüste des 14. Jahrhunderts benötigen Seil- oder Zahnwinde. Dazu gehören ein ausreichender Bolzenvorrat (passend zur Armbrustgröße) und ein Seitenköcher für schnellen Zugriff beim Nachladen. Vor dem ersten Einsatz auf einer Veranstaltung: Sicherheitsregeln des Veranstalters prüfen.

Lederköcher und Armschutz sollten regelmäßig mit einem geeigneten Lederfett oder -öl gepflegt werden, um Risse und Versprödung zu verhindern — besonders nach intensivem Einsatz bei Regen oder Hitze. Sehnen aus Dacron B50 benötigen kaum Pflege, sollten aber vor jeder Benutzung auf ausgefranste Stränge kontrolliert werden. Armbrustsehnen aus Seidenkordel sind empfindlicher und sollten trocken gelagert werden. Alle Lederteile lagert man am besten in kühler, trockener Umgebung — nicht in direktem Sonnenlicht.

Das vollständige Bogenschützen- oder Armbrustkämpfer-Setup setzt sich aus mehreren Kategorien zusammen: Die eigentlichen Waffen findest du unter Bögen und Armbrüste, die passenden Geschosse unter Pfeilspitzen. Wer historisch korrekt ausgerüstet sein möchte, findet dort handgeschmiedete Spitzen und Bolzenköpfe in verschiedenen historischen Ausführungen.

Du hast Fragen zur Auswahl oder möchtest wissen, welches Spanninstrument zu deiner Armbrust passt? Vehi Mercatus ist telefonisch erreichbar Mo–Fr 8–12 und 13–15 Uhr — als Trusted-Shops-Mitglied mit über 20 Jahren Fachhandels-Erfahrung für Mittelalter, Reenactment und LARP. Es gilt 30 Tage Rückgaberecht.

Ob du zum ersten Mal eine Armbrust spannst oder dein Bogenschützen-Setup für das nächste Reenactment komplettierst — das richtige Zubehör macht den Unterschied zwischen einer unbequemen und einer sicheren, historisch stimmigen Ausrüstung. Schau dir ergänzend die Kategorien Bögen und Armbrüste sowie Pfeilspitzen an und stelle dein vollständiges Set zusammen.

Häufig gestellte Fragen

Das hängt davon ab, ob du Pfeile oder Armbrustbolzen transportieren möchtest. Für Bogenpfeile ist ein Rückenköcher die klassische Wahl — er hält die langen Pfeile sicher und ermöglicht schnellen Zugriff über die Schulter. Armbrustbolzen sind kürzer und werden üblicherweise in einem Seitenköcher am Gürtel getragen, was beim Nachladen der Armbrust praktischer ist.

Das richtige Spanninstrument hängt vom Zuggewicht deiner Armbrust ab. Leichtere Modelle bis ca. 80–100 lbs lassen sich mit einem Gürtelhaken oder dem Geißfuß-Spannhebel bedienen. Für schwerere Armbrüste des 14. Jahrhunderts sind Seilwinde oder Zahnwinde notwendig — die Zahnwinde bietet dabei die höchste mechanische Übersetzung und ist für die schwersten Modelle gedacht.

Ja — der Armschutz ist für jeden Bogenschützen Pflicht, auch für Einsteiger. Er schützt vor der zurückschnellenden Sehne und ist bereits ab ca. 10–15 € erhältlich. Der Schießhandschuh empfiehlt sich zusätzlich ab einem Zuggewicht von rund 25 lbs aufwärts oder bei längeren Trainingseinheiten, um Druckstellen an den Fingern zu vermeiden.

Für vegetabil gegerbtes und naturbraunes Leder empfiehlt sich ein neutrales Lederfett oder Lederöl — es hält das Material geschmeidig und schützt vor Rissen. Nach dem Einsatz bei Regen sollte das Leder zunächst bei Raumtemperatur trocknen, bevor es gepflegt wird. Direktes Trocknen an der Heizung oder in der Sonne lässt Leder spröde werden.

Eine Bogensehne aus Dacron B50 sollte gewechselt werden, wenn einzelne Stränge sichtbar ausgefranst oder gerissen sind, die Sehne ihren Drall verliert oder sich das Schussbild unregelmäßig verändert. Bei Armbrustsehnen aus Seidenkordel empfiehlt sich eine regelmäßige Sichtprüfung nach intensivem Einsatz, da das Material bei hohen Zuggewichten schneller verschleißt.

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