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Plattenrüstung Set



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Eine vollständige Plattenrüstung – vom Helm bis zu den Beinschienen – ist das ikonischste Bild des mittelalterlichen Ritters und heute begehrtes Sammlerstück, Dekorationsobjekt und Requisite zugleich. Wer ein Plattenrüstung Set kaufen möchte, steht vor einer Reihe von Entscheidungen: historische Vorlage, Materialstärke, Verarbeitung und natürlich der Verwendungszweck. Diese Kategorie bietet dir komplette Rüstungssets von dekorativen Halbrüstungen für knapp 170 € bis hin zu handwerklich aufwendigen Marto-Repliken nach historischen Museumsoriginalen.

Was ist eine vollständige Plattenrüstung? Aufbau und Teile im Überblick

Was ist eine vollständige Plattenrüstung? Aufbau und Teile im Überblick

Im Fachjargon bezeichnet man eine komplett aus Metallplatten gefertigte Rüstung als Plattenharnisch oder Vollrüstung – historisch korrekte Begriffe, die sich im deutschen Sprachraum seit dem späten Mittelalter etabliert haben. Der lateinische Begriff Lorica segmentata hingegen beschreibt römische Segmentrüstungen und ist für den mittelalterlichen Plattenpanzer nicht zutreffend.

Eine klassische Vollrüstung setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Helm – z. B. Sallet, Armet oder Visierhelm
  • Kragen / Halsberge – schützt Hals und obere Schulterpartie
  • Brustpanzer und Rückenplatte – bilden zusammen den Kürass
  • Schulterplatten (Pauldrons) – beweglich gelagert für Armfreiheit
  • Armpanzer – bestehend aus Oberarmschienen, Ellenbogenplatten und Unterarmschienen
  • Plattenhandschuhe – oft mit beweglichen Fingergliedern
  • Beinschienen – Oberschenkel-, Knie- und Unterschenkelplatten
  • Plattenzehenteile (Sabatons) – häufig als separate Ergänzung

Entscheidend ist die Unterkonstruktion: Ein Gambeson oder Rüstwams polstert den Körper und schützt gleichzeitig die Rüstungsinnenseiten vor Abrieb. Ein Kettenhemd ergänzt den Schutz an den Stellen, die durch Platten nicht vollständig abgedeckt werden – insbesondere Achseln, Hals und Kniekehlen. Die Halbrüstung unterscheidet sich von der Vollrüstung dadurch, dass Beine und Füße nur teilweise oder gar nicht gepanzert sind – ein verbreitetes Konzept bei Infanteristen des 16. Jahrhunderts.

Preisstufen: Was bekomme ich für welches Budget?

Einstieg · ab ca. 168 €

Spätmittelalterliche Rüstungssets mit einzelnen Teilen wie Schulterplatten und Armzeug aus 16-Gauge-Stahl (ca. 1,6 mm) oder dekorative Infanterie-Halbrüstungen mit Morionhelm aus 1,2 mm Stahl. Solide Grundausstattung für Darstellung, Dekoration oder als Einstieg in das Thema – weniger geeignet für intensiven Schaukampf.

Mittleres Segment · 750–1.400 €

Vollständigere Sets wie die gotische Ritterrüstung als kompletter Plattenpanzer, die spätmittelalterliche Ritterrüstung oder die Rüstung aus Churburg. Bewegliche Teile, bessere Materialstärke und detailliertere Ausführung. Geeignet für Ausstellungen, Reenactment-Darstellungen und anspruchsvolle Dekoration.

Sammlerstück · 3.000–6.500 €

Marto-Repliken nach historischen Originalen: Rüstung von Karl V. in verschiedenen Ausführungen (Standard, Zierätzung, Gold-Finish, ziseliert), Rüstung der Tempelritter, Turnierrüstung mit Lanze. Handwerklich aufwendige Fertigung aus Eisen und Stahl, teils mit historischer Zierätztechnik – primär für Sammler, Museen und Repräsentation.

Historische Vorbilder: Von der Gotischen Rüstung bis zur Rüstung Karls V.

15. Jahrhundert

Gotische Rüstung

Die gotische Rüstung gilt als Höhepunkt des deutschen Plattnerhandwerks. Charakteristisch sind die geriffelten, nach innen gewölbten Platten mit abgewinkelten Kanten – sie lenkten Schläge ab und boten gleichzeitig eine elegante, lang gestreckte Silhouette. Regionale Schwerpunkte lagen in Augsburg und Nürnberg.

Frühes 16. Jahrhundert

Maximilian-Harnisch

Unter Kaiser Maximilian I. entwickelte sich der sogenannte Maximilian-Harnisch mit charakteristischen parallelen Riefelungen auf Brust, Armen und Beinen. Diese Riefelung erhöhte die Steifigkeit der dünner werdenden Bleche und wurde zum Markenzeichen der Epoche. Schloss Churburg in Südtirol bewahrt einige der bekanntesten erhaltenen Exemplare dieser Zeit.

16. Jahrhundert

Renaissance- und Repräsentationsrüstungen

Mit Karl V. und dem burgundischen Erbe – geprägt durch Persönlichkeiten wie Karl den Kühnen, Herzog von Burgund – erreichte die Rüstungskunst eine neue Dimension als Statussymbol. Aufwendige Zierätzungen (säuregeätzte Ornamente), Ziselierungen (getriebene Reliefs) und Gold-Finishes machten Rüstungen zu Kunstobjekten. Die Marto-Repliken in dieser Kategorie orientieren sich direkt an erhaltenen Museumsexemplaren.

Mittelalterlich-legendär

Tempelritter-Rüstung

Die Rüstung der Tempelritter verbindet historische Plattenelemente mit dem ikonografischen Erbe des Ordens. Als Repräsentationsrüstung im Sinne Martos steht sie für die Verschmelzung von militärischer Funktion und religiös-symbolischer Bedeutung – ein zeitloser Klassiker für Sammler und Ausstellungen.

Sets im Vergleich: Dekorativ, funktional oder Sammlerstück?

Dekorativ / Ausstellung
  • Stärke ca. 1,2 mm Stahl
  • Optisch überzeugend, leichter
  • Nicht für Kampfanwendungen geeignet
  • Preisgünstiger Einstieg möglich
  • Beispiele: Infanterie-Halbrüstung, spätmittelalterliche Ritterrüstung
Sammler / Repräsentation
  • Handarbeit aus Eisen und Stahl
  • Zierätzung, Ziselierung, Gold-Finish
  • Orientierung an Museumsoriginalen
  • Marto-Fertigung nach historischen Vorlagen
  • Beispiele: Karl V. ziseliert, Turnierrüstung mit Lanze

Ein wichtiger Hinweis: Die meisten Sets in dieser Kategorie sind nicht für den aktiven Schaukampf oder LARP-Einsatz ausgelegt. Wer eine kampftaugliche Rüstung sucht, sollte auf speziell dafür gefertigte Einzelteile aus dickeren Materialien zurückgreifen und sich über die Anforderungen des jeweiligen Veranstalters informieren.

Was gehört zur Rüstung – und was brauche ich zusätzlich?

Viele Rüstungssets decken Torso, Arme und Beine ab, enthalten aber keinen Helm – oder einen nur einfach ausgeführten. Prüfe bei jedem Set genau den Lieferumfang. Für eine vollständige Optik ist ein passender Helm oft separat zu wählen – dabei solltest du auf die stilistische Passung zur Epoche achten (gotischer Visierhelm zur gotischen Rüstung, Morion zur Renaissance-Infanterie).

Ein Gambeson oder gepolsterter Waffenrock ist zwingend empfohlen – er verhindert Druckstellen, dämpft Stöße und schützt gleichzeitig die Innenseiten der Rüstung vor Abrieb und Feuchtigkeit. Ein Kettenhemd schließt die Lücken an Achseln, Hals und Kniekehlen, die durch Plattenteile nicht erreicht werden. Beide Komponenten sind auch für rein dekorative Aufstellungen sinnvoll, wenn die Rüstung auf einem Ständer präsentiert wird.

Sets lassen sich gezielt durch Einzelteile aus den Geschwisterkategorien erweitern: Armpanzer, Beinpanzer, Schulterplatten, Plattenhandschuhe und Halsberge und Kragen ermöglichen eine individuelle Zusammenstellung oder die gezielte Ergänzung eines vorhandenen Sets.

Stahlrüstungen aus Kohlenstoffstahl müssen regelmäßig gepflegt werden, da sie anfällig für Rost sind. Nach jeder Verwendung oder bei längerer Lagerung empfiehlt sich ein leichtes Einölen mit säurefreiem Maschinenöl oder speziellem Metallpflegeöl. Polierte Oberflächen lassen sich mit einem weichen Tuch nachpolieren. Bei Gold-Finish und Zierätzungen ist besondere Vorsicht geboten – keine Scheuermittel verwenden.

Materialien und Verarbeitung: Stahl, Gauge-Angaben und Oberflächenbehandlung

Material / Stärke Eignung Typische Verwendung
Stahl 1,2 mm (dünn) Dekorativ Halbrüstungen, dekorative Komplett-Sets
18 Gauge / ca. 1,3 mm Darstellung Rüstungen für Ausstellung und Reenactment-Optik
16 Gauge / ca. 1,6 mm Funktionaler Rüstungssets mit höherer Materialstärke
Eisen / Kohlenstoffstahl (Marto) Historisch Repliken nach Museumsoriginalen, Sammlerstücke

Das Gauge-System stammt aus dem angloamerikanischen Raum: Je niedriger die Gauge-Zahl, desto dicker das Material. 16 Gauge entspricht ca. 1,6 mm, 18 Gauge ca. 1,3 mm Stahlstärke. Kohlenstoffstahl ist historisch authentischer und schwerer als Edelstahl, erfordert aber mehr Pflege gegen Oxidation. Oberflächen reichen von poliert (blank, spiegelnd), über brüniert (geschwärzt, Korrosionsschutz) bis zu aufwendigen Ziertechniken: Die Zierätzung erzeugt Ornamente durch selektiven Säureangriff auf die Stahloberfläche – ein Verfahren, das bei Marto-Stücken nach historischen Vorlagen aus europäischen Museen angewendet wird. Die Ziselierung beschreibt getriebene, dreidimensionale Ornamente, die von Hand in das Material gearbeitet werden.

Für Sammler, Reenactoren und Filmproduktionen: Wer kauft ein komplettes Rüstungsset?

Für Sammler, Reenactoren und Filmproduktionen: Wer kauft ein komplettes Rüstungsset?

Die Käufer kompletter Rüstungssets lassen sich grob in drei Gruppen einteilen. Privatsammler und Museen greifen bevorzugt zu den hochwertigen Marto-Repliken – die detailgetreue Nachbildung historischer Originale, die Handarbeit und die Ziertechniken machen diese Stücke zu echten Ausstellungsobjekten. Reenactoren im mittleren Preissegment suchen vollständigere Sets mit einem guten Verhältnis aus Optik, Beweglichkeit und Preis – hier sind die gotische Ritterrüstung oder die Rüstung aus Churburg beliebte Ausgangspunkte.

Film-, Theater- und Fernsehproduktionen benötigen ein authentisches Erscheinungsbild, das vor der Kamera überzeugt – Kampftauglichkeit steht dabei oft nicht im Vordergrund. Das sogenannte Rüstkammer-Konzept hat sich dabei bewährt: Ein kompaktes Set bildet den Grundstock, der durch gezielte Einzelteile aus den Geschwisterkategorien ergänzt wird. So lassen sich etwa Brustpanzer, Schulterplatten oder Plattenhandschuhe aus der Rüstkammer gezielt kombinieren, ohne ein weiteres Komplett-Set kaufen zu müssen. Wer nach ergänzenden Waffen sucht, findet passende Optionen bei den Ritter-Waffen oder im Bereich Lanze und Speer.

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Ob dekoratives Sammlerstück nach historischem Museumsoriginal, repräsentatives Schmuckstück für die Rüstkammer oder ergänztes Reenactment-Set – in dieser Kategorie findest du komplette Plattenrüstungen für unterschiedliche Ansprüche und Budgets. Schau dir die Einzelstücke genau an und kombiniere sie bei Bedarf mit passenden Teilen aus den Geschwisterkategorien wie Armpanzer, Beinpanzer oder Helmen.

Häufig gestellte Fragen

Eine vollständige, aus Metallplatten gefertigte Rüstung heißt im Deutschen Plattenharnisch oder Vollrüstung. Der Begriff Plattenpanzer ist ebenfalls gebräuchlich. Historisch umfasst sie alle Körperpartien von Helm und Halsberge bis zu Beinschienen und Sabatons (Zehenplatten).

Die Preisspanne ist sehr breit: Einfachere Rüstungssets beginnen bei ca. 168 €, vollständigere Sets im mittleren Segment liegen zwischen 750 und 1.400 €. Handgefertigte Repliken nach Museumsoriginalen – wie die Marto-Stücke in dieser Kategorie – kosten zwischen 3.000 und über 6.500 €. Historisch gefertigte Rüstungen für den tatsächlichen Kampfeinsatz waren im Mittelalter für einfache Leute unerschwinglich und entsprachen dem Gegenwert mehrerer Jahresgehälter.

Eine vollständige Plattenrüstung besteht aus Helm, Halsberge oder Kragen, Brustpanzer und Rückenplatte (Kürass), Schulterplatten, Armpanzer, Plattenhandschuhen, Beinschienen und Sabatons (Zehenplatten). Dazu kommen als Unterlage ein Gambeson oder Rüstwams sowie oft ein Kettenhemd, das Lücken zwischen den Platten schließt.

Eine Vollrüstung schützt den gesamten Körper von Kopf bis Fuß durch Metallplatten. Eine Halbrüstung hingegen deckt nur den Oberkörper, Arme und ggf. den Oberschenkel ab – Unterschenkel und Füße bleiben ungepanzert. Halbrüstungen waren besonders bei Infanteristen des 16. Jahrhunderts verbreitet, da sie mehr Bewegungsfreiheit boten und leichter waren.

Im 15. Jahrhundert war die gotische Rüstung mit ihren charakteristischen gewölbten und geriffelten Platten vorherrschend – ein Schwerpunkt des deutschen Plattnerhandwerks in Augsburg und Nürnberg. Im frühen 16. Jahrhundert löste der Maximilian-Harnisch mit parallelen Riefelungen die gotische Form ab. Später dominierten prächtige Repräsentationsrüstungen mit Zierätzungen und Gold-Finish, wie sie am Hof Karls V. getragen wurden.

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