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Felle & Decken


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Felle und Decken gehörten im Mittelalter zu den wichtigsten Alltagsmaterialien – als Schlafunterlage im Lager, als Wärmeschutz in Zelten und als Teil der Kleidung vom einfachen Bauern bis zum Wikinger-Krieger. Wer heute ein authentisches Mittelalter-Lager aufbaut oder einfach ein hochwertiges Naturprodukt sucht, findet hier echte Schaffelle, Lammfelle und Wolldecken mit nachvollziehbarer Herkunft.

Felle im Mittelalter: Alltagsmaterial mit langer Geschichte

Felle im Mittelalter: Alltagsmaterial mit langer Geschichte

Felle waren vom Frühmittelalter bis ins Spätmittelalter universell verbreitet – als Kleidung, Schlafunterlage und Dekoration. Die altmittelhochdeutsche Bezeichnung decke (ahd. decchi) zeigt, dass Wärme- und Schlafdecken ein tief verwurzelter Teil des mittelalterlichen Alltags waren – weit über den Luxus hinaus.

Wikinger nutzten Schaf- und Rentierfelle intensiv: als Bettzeug auf dem Schiff, als Unterlage im Feldlager und als wärmendes Übergewand. Die nordischen Sagas und archäologische Funde belegen, dass Felle im frühmittelalterlichen Norden nahezu universell einsetzbar waren. Wer sich mit Wikinger-Kleidung beschäftigt, kommt an diesem Material nicht vorbei.

Einfache Bauern trugen ungegerbte oder grob gegerbte Felle als Oberbekleidung – günstig, wärmend und lokal verfügbar. Adelige hingegen setzten auf edle Pelze wie Marder, Hermelin oder Fuchs als deutlich sichtbares Statussymbol. Adelige Frauen im Mittelalter trugen Pelzbesatz an Mänteln und Surcots als Zeichen ihres Standes – Hermelin war dem Hochadel vorbehalten, Fuchs und Eichhörnchen der breiteren Oberschicht. Diese klare soziale Schichtung durch das Fellmaterial zieht sich durch das gesamte Mittelalter.

Welche Fellarten gibt es – und wofür eignen sie sich?

Fellart Eignung Typischer Einsatz
Islandschaffell (langfloorig) Historisch Schlafunterlage, Lagerdeko, Umhang
Islandschaffell (kurzfloorig) Historisch Sitzauflage, Dekorfell, Gewandungsapplikation
Englisches Schaffell LARP Sitzauflage, empfindliche Haut, maschinenwaschbar
Irisches Schaffell Historisch Kuschelige Unterlage, Dekorfell
Lammfell LARP Babyschuhe, Handschuhe, kleine Dekorfelle
Rentierfell Historisch Wikinger- und Frühgeschichts-Darstellungen
Hasenfell LARP Applikationen an Gewandung, Zierfell

Weißgerbung vs. andere Gerbverfahren: Was steckt dahinter?

Weißgerbung (historisch)
  • Eine der ältesten Gerbmethoden Europas – seit der Antike und im gesamten Mittelalter belegt
  • Fell bleibt naturfarben, helles Leder ohne chemische Färbemittel
  • Besonders hautfreundlich und atmungsaktiv
  • Entspricht der historischen Praxis – ideal für Reenactment
  • Typisch für Islandschaffelle und irische Schaffelle im Sortiment
Medizinische Gerbung (modern)
  • Folgt ähnlichen Grundprinzipien wie die Weißgerbung
  • Ergibt weicheren Griff und gleichmäßigere Oberfläche
  • Oft maschinenwaschbar bei Schonwaschgang
  • Gut geeignet für Sitzauflagen und Produkte mit direktem Hautkontakt
  • Typisch für englische Schaffelle im Sortiment

Moderne Chromgerbung ist bei den hier geführten Mittelalter-Fellen bewusst nicht eingesetzt. Die Weißgerbung entspricht der historischen Praxis und ist hautverträglicher – eine aktive Entscheidung, keine Selbstverständlichkeit.

Felle im Mittelalter-Lager: Einsatzmöglichkeiten von Schlafunterlage bis Gewandung

Schaffell isoliert hervorragend vom Boden, reguliert die Körpertemperatur und polstert harte Unterlagen. Ein Schaffell unter dem Schlafsack oder der Wolldecke macht den Unterschied zwischen einer unruhigen und einer erholsamen Nacht auf dem Markt. Historisch nutzten Lagerinsassen genau diese Kombination: Fell als Unterlage, Wolldecke als Zudecke.

Fellkragen, Schulterauflagen oder Ärmeleinsätze aus Schaf- und Lammfell sind typische Elemente der Wikinger-Gewandung und allgemein der Frühgeschichtsdarstellung. Auch Hasenfelle finden als leichte Applikation Verwendung – an Kragen, Mantelrändern oder als Zierelement an Taschen und Gürteln.

Über Truhen, Hocker oder Bänke drapiert verwandeln Felle einen aufgebauten Stand in ein wirklich stimmiges Mittelalterambiente. Gefleckte Islandschaffelle wirken dabei besonders markant. Ergänzend passen Mittelalter-Möbel wie Feldstühle und Truhen, auf denen Felle besonders gut zur Geltung kommen.

Die Schaffell-Sitzauflagen in 40×40 cm Größe sind praktisch und dekorativ zugleich. Sie schützen vor Kälte von unten, polstern harte Sitzflächen und passen optisch zu nahezu jedem Lagerstil – von Wikinger bis Hochmittelalter. Erhältlich in einfarbig weiß und gefleckter Variante.

Der handgewebte Wollschlafsack für Babys ist eine echte Sonderkategorie: aus handgesponnenem Garn gefertigt, naturfarben und für kalte Nächte auf dem Mittelaltermarkt gedacht. Für Familien, die gemeinsam auf Märkten oder Reenactment-Events unterwegs sind, eine seltene und durchdachte Lösung.

Passende Felle nach Epoche und Darstellung

Frühmittelalter & Wikinger

6.–10. Jahrhundert

Rentierfelle, grobe Schaffelle und Lammfell-Applikationen sind historisch gut belegt. Wikinger nutzten Felle intensiv auf Schiffen und im Lager – als Schlafunterlage, Mantel und Übergewand. Rentierfell ist dabei das authentischste Material für nordische Darstellungen.

Hochmittelalter

11.–13. Jahrhundert

Adelige Gewandung verwendete wertvollere Pelze wie Marder und Hermelin als Besatz und Futter. Einfachere Schichten griffen weiter auf Schaf- und Lammfell zurück. Pelz als Statusmerkmal war in dieser Epoche besonders deutlich ausgeprägt.

LARP & Fantasy

Zeitlos einsetzbar

Felle ohne feste Epochenzuordnung wirken in nahezu jedem Fantasy-Setting atmosphärisch. Ob Barbar, Waldläufer oder nordischer Krieger – ein Fell über der Schulter oder auf dem Feldhocker schafft sofort Stimmung. Die Wolldecken ergänzen das Bild als vielseitiger Lagerbedarf.

Pflege und Aufbewahrung von Echtfellen

Weißgegerbte Felle sollten nicht zu feucht gelagert werden. Nach Regen oder feuchten Märkten ist gründliches Durchtrocknen wichtig – am besten liegend an der Luft, nicht auf direktem Heizkörper oder in der prallen Sonne. Gelegentliches Ausschütteln hält den Flor locker und frisch.

Medizinisch gegerbte Schaffelle – wie die englischen Qualitäten im Sortiment – sind häufig maschinenwaschbar bei Schonwaschgang und kaltem Wasser. Lammfell-Produkte mit direktem Hautkontakt, etwa Lammfell-Handschuhe oder Babyschuhe, lassen sich handwarm waschen und sind auf Hautverträglichkeit ausgelegt.

Direkte Hitze – Heizkörperkontakt, Lagerfeuernähe – schadet der Lederseite: sie trocknet aus und wird spröde. Gegen Mottenfraß hilft trockene, luftige Lagerung; wer auf Nummer sicher gehen will, legt Lavendelsäckchen oder Zedernholz dazu – beides schont das Material und hält Schädlinge fern.

Wolldecken für das Mittelalter-Lager: Warm, echt und vielseitig

Wolldecken für das Mittelalter-Lager: Warm, echt und vielseitig

Echte Schafswolle reguliert Feuchtigkeit und Körpertemperatur deutlich besser als synthetische Alternativen. Das ist kein Marketing-Versprechen, sondern eine Eigenschaft des Naturmaterials: Wolle kann bis zu 30 % ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen.

Ein kurzer historischer Hinweis lohnt sich: Das Plaid – ursprünglich schottisch – war kein reines Bett- oder Reiseaccessoire, sondern ein einzelnes, großes gewebtes Wollstück, das gleichermaßen als Umhang, Decke und Schlafunterlage diente. Der Begriff unterscheidet sich damit klar von der einfachen Schlafdecke (mhd. decke), die primär als Zudecke genutzt wurde. Wer sich für Kilts und Plaids interessiert, findet dazu ein eigenes Sortiment.

Als Schlafdecke, Reisedecke, Umhang oder Lagerdeko eingesetzt – Wolldecken sind eines der vielseitigsten Stücke im Lager-Setup. Die Kombination aus Schaffell als Unterlage und Wolldecke als Zudecke ergibt eine vollständig historisch plausible Schlafausstattung für Reenactment und Freiluft-Events. Ergänzt durch ein Mittelalter-Zelt entsteht ein stimmiges Gesamtbild, das weit über bloße Kulisse hinausgeht.

Vehi Mercatus ist seit über 20 Jahren Fachhandel für Mittelalter, Reenactment und LARP – mit direkter Szene-Erfahrung aus Jahren als aktive Marktfahrer. Bei Fragen zu Fellarten, Gerbverfahren oder Lagerbedarf erreichst du uns telefonisch Mo–Fr 8–12 und 13–15 Uhr. 30 Tage Rückgaberecht und Trusted Shops Mitgliedschaft inklusive.

Ob als Schlafunterlage im Zelt, als Sitzkissen auf dem Feldhocker oder als Schulterauflage in der Gewandung – echte Schaf- und Lammfelle machen den Unterschied zwischen einem aufgebauten Lager und einem wirklich stimmigen. Stöbere durch das Sortiment an Fellen und Decken und finde das passende Stück für dein Mittelalter-Setup.

Häufig gestellte Fragen

Ja, Felle gehörten zur Grundausstattung der Wikinger. Schaf- und Rentierfelle wurden auf Schiffen und im Feldlager als Schlafunterlage, Übergewand und Wärmeschutz genutzt. Archäologische Funde und Sagas belegen den alltäglichen Einsatz von Fellen im frühmittelalterlichen Norden – sowohl auf See als auch an Land.

Ein Plaid ist ursprünglich ein großes, gewebtes Wollstück aus der schottischen Tradition, das gleichzeitig als Umhang, Decke und Schlafunterlage getragen wurde. Eine einfache Decke (mittelhochdeutsch 'decke', althochdeutsch 'decchi') war dagegen primär als Zudecke gedacht. Im historischen Kontext war das Plaid ein Allround-Kleidungsstück, die Decke eher reines Bettzubehör.

Im Mittelalter waren Schaffell, Lammfell, Rentierfell, Hasenfell sowie Pelze von Marder, Hermelin und Fuchs verbreitet. Einfache Bevölkerungsschichten nutzten grob gegerbte Schaf- und Lammfelle, während Adel und Klerus auf edle Pelze wie Hermelin zurückgriff. Neben Fellen waren Wolle, Leinen und Leder die wichtigsten Materialien für Kleidung und Ausstattung.

Weißgerbung ist eine der ältesten Gerbmethoden Europas, bereits in der Antike belegt und im gesamten Mittelalter verbreitet. Das Fell bleibt naturfarben und wird ohne chemische Färbemittel behandelt – das Ergebnis ist ein helles, hautfreundliches und atmungsaktives Leder. Für historisch orientierte Darstellungen ist Weißgerbung die authentischste Wahl, da sie der tatsächlichen mittelalterlichen Praxis entspricht.

Ja, Felle waren für einfache Bauern ein wichtiges Kleidungsmaterial. Ungegerbte oder einfach gegerbte Schaffelle dienten als preisgünstige Oberbekleidung, die Wärme bot und lokal verfügbar war. Darüber hinaus trugen Bauern grobe Wollstoffe und Leinenhemden – Felle kamen vor allem in der kalten Jahreszeit als Mantel oder Umhang zum Einsatz.

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