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Lanze und Speer


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Speer und Lanze zählen zu den ältesten und verbreitetsten Waffen der Menschheitsgeschichte – vom Jagdgerät der Steinzeit bis zur Hauptwaffe mittelalterlicher Infanterie und Kavallerie. Ob du eine handgeschmiedete Speerspitze für dein Reenactment suchst, eine Lanzenspitze für den Schaukampf oder ein komplettes Exemplar als historisches Dekorstück: Hier findest du Speerspitzen, Lanzenspitzen, Speerfüße und vollständige Stangenwaffen für unterschiedliche Epochen und Verwendungszwecke – von der germanischen Framea bis zur spätmittelalterlichen Hellebarde.

Vom Jagdwerkzeug zur Kriegswaffe: Die Geschichte von Speer und Lanze

bis 500.000 v. Chr.

Steinzeit: Älteste Waffe der Menschheit

Speere zählen zu den ältesten bekannten Werkzeugen und Waffen überhaupt. Steinzeitliche Funde – einfache Holzstäbe mit gehärteter Spitze oder aufgesetztem Steinkopf – belegen den Einsatz als Jagdinstrument seit Hunderttausenden von Jahren. Die grundlegende Unterscheidung zwischen Wurfspeer (leicht, ballistisch ausgewogen) und Stoßspeer (schwerer, längerer Schaft) entstand bereits in dieser frühen Phase.

3000–800 v. Chr.

Bronze- und Eisenzeit: Gegossene und geschmiedete Spitzen

Mit dem Aufkommen von Metallverarbeitung entstanden gegossene Bronzespitzen mit Tülle zur Schaftbefestigung. In der Eisenzeit lösten schmiedeeiserne Blätter die Bronze ab – schlanker, stabiler, schärfer. Das griechische Doru der Hopliten und der eiserne keltische Speer prägten das Bild des antiken Kriegers. Das römische Pilum als spezialisierter Wurfspeer der Legionäre stellte eine Weiterentwicklung dar: Beim Aufprall bog sich der weiche Eisenschaft und machte den Speer unbrauchbar für den Feind.

5.–10. Jh.

Frühmittelalter: Flügellanze und Framea

Germanen und Wikinger setzten auf breite Blattspitzen mit Schlitztülle. Die karolingische Flügellanze – erkennbar am charakteristischen Querflügel unterhalb des Blattes – verhinderte zu tiefes Eindringen in Mensch oder Tier und ermöglichte das schnelle Herausziehen im Kampf. Sie gilt als typische Waffe des frühen europäischen Rittertums.

11.–13. Jh.

Hochmittelalter: Die Reiterlanze

Im Hochmittelalter entwickelte sich die Lanze zur spezialisierten Reiterwaffe. Beim Tjost – dem Lanzenstechen zu Pferd – war eine stabile, lange Lanze mit kegelförmiger Spitze entscheidend. Der Fußsoldat hingegen setzte weiterhin auf kürzere Stoßspeere oder begann, längere Piken zu verwenden, um gegen Kavallerie zu bestehen.

14.–16. Jh.

Spätmittelalter und Renaissance: Piken, Hellebarden, Glefen

Das Spätmittelalter brachte kombinierte Stangenwaffen hervor: Hellebarde, Glefe und Corseque vereinten Stich-, Hieb- und Hakenfunktion in einem Instrument. Schweizer und burgundische Fußtruppen machten die Hellebarde zum Synonym ihrer militärischen Stärke. Gleichzeitig ermöglichten extra lange Piken – in Formation eingesetzt – die berühmten Phalanx-ähnlichen Pikenquadrate der Renaissance-Schlachtfelder.

Speer, Lanze, Pike, Hellebarde – welche Stangenwaffe ist was?

Speer

Universale Stangenwaffe

Der Speer ist die vielseitigste Stangenwaffe überhaupt: Er kann geworfen oder gestoßen werden, besitzt eine breite Blatt- oder schlanke Spitzform und wurde von Kulturen weltweit eingesetzt. Speerspitzen gibt es in breiter Blattform (für Wurfanwendung) oder als schmale Stoßform für den Nahkampf.

Lanze & Flügellanze

Reiterwaffe und Jagdinstrument

Die Lanze ist auf den Reiterkampf spezialisiert – längerer Schaft, stabilere Tülle, oft konische Spitze. Die Flügellanze (auch Saufeder) trägt einen charakteristischen Querflügel unterhalb des Blattes, der als Tiefenbegrenzer dient – unverzichtbar bei der Jagd auf Wildschweine und in frühmittelalterlichen Schlachten.

Hellebarde & Glefe

14.–16. Jahrhundert

Hellebarden und Glefen kombinieren Stichblatt, Hackenbeil und Rückenhaken zu einer Mehrzweckwaffe. Der Ahlspieß (Kettenbrecher) besitzt dagegen eine vierkantige Spitze ohne Schneiden – optimiert zum Durchdringen von Kettenrüstung. Typisch für das Spätmittelalter und die Renaissance, heute beliebte Sammlerstücke und Reenactment-Requisiten.

Epochen und Kulturen: Speere von der Antike bis zur Renaissance

Die Framea (auch Frame oder Ger) war die typische Stangenwaffe der frühmittelalterlichen Germanen – mit schmaler, lanzettförmiger Blattspitze und vergleichsweise kurzem Schaft. Sie eignete sich sowohl zum Werfen als auch zum Stoßen. Für Germanen-Darstellungen im Reenactment ist die handgeschmiedete Replik aus Kohlenstoffstahl die historisch stimmigste Wahl. Unsere germanischen Speerspitzen ca. 24 cm sind speziell für diese Darstellung konzipiert.

Wikingerzeitliche Speerspitzen zeichnen sich durch eine breite, often symmetrische Blattform und eine charakteristische Schlitztülle zur Schaftbefestigung aus. Sie wurden als primäre Kampfwaffe skandinavischer Krieger eingesetzt – Schwerter waren Statussymbole, Speere die eigentliche Standardwaffe. Für eine vollständige Wikinger-Bewaffnung gehört der Speer schlicht dazu. Erhältlich als handgeschmiedete Replik mit geschwärztem oder natürlichem Finish.

Die frühmittelalterliche Speerspitze (5.–10. Jahrhundert) ist eine Distanz- und Nahkampfwaffe mit langem, schmalem Körper. Sie wurde sowohl geworfen als auch gestoßen. Die Tülle zur Schaftbefestigung ist solide geschmiedet; das Blatt schmal und auf Durchdringungskraft optimiert. Ideal für karolingische und fränkische Darstellungen im Frühmittelalter-Reenactment.

Die Flügellanze ist an ihrem markanten Querflügel unterhalb des Lanzenblattes sofort erkennbar. Dieser Querflügel verhindert, dass die Waffe zu tief in den Gegner eindringt und das Herausziehen erschwert. Ab der Karolingerzeit (8./9. Jahrhundert) bis ins Hochmittelalter war sie eine bevorzugte Waffe berittener Krieger und bei der Jagd auf Großwild – daher auch der Name Saufeder. Erhältlich in Schaukampf-Ausführung mit stumpfer Kante.

Das 14. bis 16. Jahrhundert brachte die komplexesten Stangenwaffen hervor: Corseque, Glefe und Hellebarde kombinieren mehrteilige Klingengeometrie für Stich-, Hieb- und Hakenmanöver. Die spätmittelalterliche Hellebarde (Helmbarte) war in ganz Europa verbreitet und ist auch heute eine der aufwendigsten Waffenrepliken. Unsere Hellebarden aus Karbonstahl orientieren sich an Fundstücken des 14.–16. Jahrhunderts. Ergänzend passen dazu Ritter-Waffen für ein vollständiges Spätmittelalter-Setup.

Speerspitzen und Lanzenspitzen: Materialien und Verarbeitung im Überblick

Material Eignung Merkmale
Kohlenstoffstahl (Carbon) Reenactment Hohe Härte, gut schärfbar, typisch für historische Replikate; zeigt individuelle Hammerstruktur bei handgeschmiedeten Stücken
Stahl (industriell) LARP / Schaukampf Gleichmäßige Oberfläche, robuste Verarbeitung; stumpfe Schaukampf-Varianten oft aus diesem Material gefertigt
Geschwärzter Stahl Reenactment Oberflächenschutz durch Schwärzung (Brünierung oder Temperierschwärzung); authentischer Antik-Look, reduziert Reflexion
Messing Dekoration / Antike Sonderfall für dekorative Varianten (z. B. römische Speerspitzen); massiv gegossen, dekorativ wertvoll, kein Kampfeinsatz
Holz (Eschenholz) LARP / Dekoration Schaft aus massivem Holz für vollständige Wurfspeer-Repliken; separat oder als komplettes Set mit Spitze erhältlich

Legendäre Speere der Geschichte und Mythologie

Legendäre Speere der Geschichte und Mythologie

Kein anderes Waffenkonzept hat die Mythologie und Geschichte so durchdrungen wie der Speer. In der nordischen Überlieferung ist Gungnir der Speer Odins – aus dem Holz der Weltesche Yggdrasil gefertigt, stets treffsicher und unfehlbar. Er symbolisiert göttliche Autorität und taucht in zahlreichen Edda-Texten auf. Wer sich für Wikinger-Darstellungen interessiert, stößt auf diesen Speer unweigerlich.

Die Heilige Lanze – auch Longinuslanze oder Schicksalslanze genannt – soll der Speer des römischen Soldaten Longinus gewesen sein, der Christus bei der Kreuzigung durchbohrte. Als eines der bedeutendsten christlichen Reliquienobjekte befand sie sich jahrhundertelang im Besitz verschiedener europäischer Herrscher, darunter Karl der Große und die deutschen Kaiser. Heute befindet sich ein als solches bezeichnetes Exemplar in der Wiener Schatzkammer.

Aus der keltisch-irischen Sagenwelt stammt der Gáe Bulg – die Waffe des Helden Cú Chulainn, die aus dem Knochen eines Meerwesens gefertigt worden sein soll und beim Eindringen in den Körper des Feindes viele Widerhaken ausfächerte. Historisch bedeutsam sind daneben das griechische Doru der Hopliten, das von einem einfachen Infanteristen im Phalanx-Verband eingesetzt wurde, das römische Pilum als Wurfspeer der Legionäre mit seinem absichtlich weichen Eisenschaft sowie die germanische Framea als typische Stammeswaffe, die der römische Schriftsteller Tacitus in seiner Germania ausführlich beschrieb.

Für welchen Zweck – scharf geschliffen, Schaukampf oder Dekoration?

Scharf / Reenactment / Sammler
  • Naturgetreue Schärfe, historisch akkurate Geometrie
  • Kohlenstoffstahl, handgeschmiedet oder präzisionsgefertigt
  • Geeignet für statische Darstellungen, Ausstellungen, Sammler
  • Kein aktives Kampftraining mit scharfen Exemplaren empfohlen
  • Verkauf ab 18 Jahren; eingeschränktes Mitführen in der Öffentlichkeit
  • Kombinierbar mit passendem Mittelalter-Schwert für vollständige Bewaffnung
Stumpf / Schaukampf / Dekoration
  • Stumpfe Schlagkante, abgerundete oder verdickte Spitze
  • Konzipiert für sicheres Handling bei Schaukämpfen und Darstellungen
  • Auch dekorative Vollspeere mit Holzschaft für Marktdarstellungen
  • Speerfüße / Lanzenfüße als Endstücke: sicheres Aufstellen, Schaftschutz
  • Kombination aus Speerspitze + Speerfuß für selbst konfektionierte Stangenwaffe
  • Ohne Altersbeschränkung; ideal für LARP-Einsatz und Schaugruppen
⚠️ Rechtlicher Hinweis: Scharfe Speere und Lanzenspitzen sind in Deutschland frei verkäuflich, jedoch nur an Personen ab 18 Jahren. Sie unterliegen keinem Verbot nach dem Waffengesetz, das Mitführen in der Öffentlichkeit ist jedoch eingeschränkt. Für Reenactment-Gruppen und Schaukämpfe empfehlen sich stumpfe Ausführungen. Bei Fragen zur richtigen Auswahl erreichst du das Team von Vehi Mercatus telefonisch Mo–Fr von 8–12 und 13–15 Uhr.

Mit Speerspitzen für Germanen, Wikinger und mittelalterliche Ritter, Schaukampf-Lanzen, Hellebarden und passendem Zubehör wie Speerfüßen findest du hier alles für deine historische Darstellung – von der einfachen Speerspitze ab rund 10 Euro bis zur vollständigen Renaissance-Stangenwaffe.

Häufig gestellte Fragen

Zu den bekanntesten historischen Speeren zählen das griechische Doru der Hopliten, das römische Pilum (Wurfspeer der Legionäre), die germanische Framea sowie die mittelalterliche Flügellanze. Aus der Mythologie stammen Odins Gungnir aus der nordischen Überlieferung und der Gáe Bulg des irischen Helden Cú Chulainn. Jede dieser Waffen steht für eine spezifische Kampf- und Kulturepoche.

Als bekannteste legendäre Speere gelten Gungnir (Odins unfehlbarer Speer aus der nordischen Mythologie), die Heilige Lanze (Longinuslanze, angeblich der Speer bei der Kreuzigung Christi) und der Gáe Bulg aus der keltisch-irischen Sagenwelt. Alle drei haben jeweils in ihrer Überlieferungstradition übernatürliche Eigenschaften und sind bis heute kulturell präsent.

Je nach Epoche und Funktion gibt es verschiedene Bezeichnungen: Die allgemeine Stangenwaffe heißt Speer oder Lanze. Spezialisierte Formen sind die Flügellanze (oder Saufeder mit charakteristischem Querflügel), der Ahlspieß (auch Kettenbrecher, mit viereckiger Spitze), die Glefe sowie die Hellebarde, die Stich-, Hieb- und Hakenfunktionen vereint. Im frühen Mittelalter war die Framea die typische Germanen-Waffe.

Die ältesten bekannten Speere stammen aus Schöningen in Niedersachsen und sind etwa 300.000 bis 400.000 Jahre alt – sie wurden aus Fichtenholz gefertigt. Noch ältere Funde von Speerspitzen aus Stein werden auf bis zu 500.000 Jahre datiert. Speere gelten damit als eine der ältesten bekannten Werkzeug- und Waffentypen der Menschheitsgeschichte.

Scharfe Speerspitzen sind historisch akkurat geschliffen und für Sammler oder statische Reenactment-Darstellungen gedacht – nicht für aktives Kampftraining. Schaukampf-Varianten haben eine stumpfe Schlagkante und eine abgerundete oder verdickte Spitze, damit ein sicheres Handling bei Darstellungen möglich ist. Scharfe Exemplare werden in Deutschland nur an Personen ab 18 Jahren verkauft; Schaukampf-Versionen unterliegen keiner Altersbeschränkung.

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