Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zum Menü springen

Hauberk und Haubergeon


zum Ende scrollen

keine weiteren Produkte anzeigen


Artikel  1 - 20 von 28

Hauberk und Haubergeon sind die langen und halblangen Kettenhemden des europäischen Mittelalters – Rüstungsteile, die vom Frühmittelalter bis ins Spätmittelalter den Kern des Körperschutzes bildeten. In dieser Kategorie findest du über 200 Modelle in verschiedenen Materialien, Ringbauweisen und Preisklassen – vom Einstiegsmodell für den ersten Mittelaltermarkt bis zum vollvernieteten Flachring-Historienreplikat für anspruchsvolles Reenactment.

Hauberk und Haubergeon: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden im Handel oft synonym verwendet, bezeichnen aber historisch zwei unterschiedliche Formen des Kettenhemds. Der Hauberk ist die längere, vollständigere Variante, der Haubergeon die kürzere – beide haben ihre Berechtigung je nach Epoche, Darstellung und persönlichem Einsatzzweck.

Hauberk – langes Kettenhemd
  • Länge bis zum Knie oder darüber hinaus
  • Lange Ärmel, oft bis zum Handgelenk
  • Voller Schutz für Ober- und Unterkörper
  • Typisch für berittene Krieger ab dem 10. Jahrhundert
  • Schwerer, höherer Materialaufwand
  • Kombination mit Kettenhose oder Kettenbeinlingen seltener nötig
Haubergeon – kurzes Kettenhemd
  • Länge bis zur Hüfte oder zum Oberschenkel
  • Kurze oder halbange Ärmel
  • Bessere Bewegungsfreiheit, leichter
  • Oft in Kombination mit Kettenbeinlingen getragen
  • Geeignet für Fußsoldaten und leicht bewaffnete Kämpfer
  • Einstiegsfreundlicheres Gewicht für LARP und erste Darstellungen

Historische Einordnung: Vom Frühmittelalter bis ins Spätmittelalter

Kettengeflecht aus einzelnen verbundenen Metallringen ist eine der ältesten Rüstungsformen Europas. Seine Blütezeit erlebte es im Hochmittelalter – aber auch davor und danach spielte es eine entscheidende Rolle auf dem Schlachtfeld.

vor 500 n. Chr.

Kelten und Römer

Ringpanzer aus Eisendraht waren bereits bei keltischen Kriegern und in der römischen Armee in Gebrauch. Frühe Formen waren noch ungenietet und bestanden aus einfach ineinandergehängten Ringen. Der Begriff „Hauberk" selbst stammt aus dem Altfranzösischen und taucht in Quellen des frühen Mittelalters auf.

6.–10. Jh.

Frühmittelalter

Das Kettenhemd entwickelte sich zur zentralen Schutzausrüstung nordeuropäischer Krieger. Wikinger und fränkische Kämpfer trugen kurze Kettenhemden – dem Haubergeon vergleichbar – aus vernieteten Rundringen. Wer sich ein vollständiges Hauberk leisten konnte, gehörte zur gehobenen Kriegerschicht. Für eine Wikinger-Darstellung ist ein Haubergeon historisch gut belegbar.

10.–13. Jh.

Hochmittelalter – Blütezeit des Hauberk

Das knieange, langärmlige Hauberk wird zur Standardrüstung für berittene Ritter und schwere Infanterie. Vollständige Kettenrüstungen – bestehend aus Hauberk, Kettenhaube, Kettenhandschuhen und Kettenbeinlingen – schützen den Körper nahezu vollständig. Die Kreuzzüge prägen diese Epoche maßgeblich.

13.–15. Jh.

Spätmittelalter – Kombination mit Plattenrüstung

Mit der Entwicklung der Plattenrüstung verliert das Kettenhemd als alleinige Rüstung an Bedeutung. Es bleibt aber unverzichtbarer Bestandteil: Als Unterrüstung unter Brustplatten und Armpanzern schließt es Lücken und schützt Gelenke. Haubergeon und kurze Kettenhemden bleiben für Fußsoldaten verbreitet.

Ringdurchmesser und Drahtstärke: Was bedeuten die Maße?

Ringdurchmesser und Drahtstärke: Was bedeuten die Maße?

Die technischen Angaben bei Kettenhemden erscheinen zunächst unübersichtlich – dabei folgen sie einer klaren Logik. Der Innendurchmesser (ID) gibt an, wie groß die Öffnung des einzelnen Rings ist. Die Drahtstärke beschreibt, wie dick der Draht ist, aus dem die Ringe gefertigt wurden. Beide Werte zusammen bestimmen Optik, Gewicht und Schutzwirkung des fertigen Kettenhemds.

Innendurchmesser 6 mm: Feinmaschige, historisch sehr authentische Ausführung. Die Ringe liegen dicht zusammen, das Hemd wirkt feiner und geschlossener. Deutlich schwerer und aufwendiger in der Herstellung – entsprechend hochpreisig, aber optisch besonders überzeugend für anspruchsvolles Reenactment.

Innendurchmesser 8 mm: Der Klassiker. Historische Kettenhemden des Hochmittelalters bewegten sich überwiegend im Bereich 8–10 mm ID. Gute Balance zwischen Schutzwirkung, Gewicht und Beweglichkeit. Dieser Durchmesser dominiert das Sortiment – von der günstigen Einstiegsvariante bis zum vollvernieteten Flachring-Replikat.

Innendurchmesser 9 mm: Etwas grobmaschiger, dadurch leichter. Für LARP und Darstellungen, bei denen Tragekomfort wichtiger ist als maximale Dichte, eine gute Wahl. Auch für breitere Körpermaße vorteilhaft, da das Hemd mehr Flexibilität bietet.

Bei der Drahtstärke gilt: Dünnerer Draht (1,0–1,2 mm) ergibt feinere, leichtere Ringe – typisch für historisch detailgetreue Flachring-Varianten. Stärkerer Draht (1,5–1,8 mm) macht die Ringe robuster und schwerer. Für den LARP-Einsatz mit häufigem Schaukampf empfiehlt sich mindestens 1,5 mm Drahtstärke. Für Reenactment-Darstellungen ohne Kampfkontakt sind auch dünnere Varianten geeignet.

Preisstufen im Überblick: Von der Einstiegslösung bis zum Historienreplikat

Einstieg · ca. 80–160 €

Unvernietete Rundringe aus brüniertem Stahl, Federstahl oder verzinktem Stahl, Ø 8–9 mm. Gut geeignet für LARP, Theaterdarstellungen und erste Mittelaltermarkt-Auftritte. Leichter als vernietete Varianten, einfach in der Pflege. Der Ringverbund ist bei starker Belastung weniger stabil als bei vernieteten Modellen – für ruhigere Darstellungen aber vollkommen ausreichend. Haubergeon-Varianten starten bereits unter 90 €.

Reenactment · ca. 200–350 €

Vernietete Rundringe oder Flachringe mit Rundnieten, Ø 8–9 mm, aus Stahl, verzinktem Stahl oder Aluminium. Die vernieteten Verbindungen machen das Hemd deutlich stabiler und historisch plausibler. Aluminium-Varianten (von Lord of Battles und Battle Merchant) sind für ihre Leichtigkeit beliebt – ideal für längere Tragedauer auf Märkten. Stahl bietet besseren Schutz und authentischeres Gewicht.

Historienreplikat · 350–1.300 €

Vollvernietete Flachringe mit Keil- oder Rundnieten, teilweise Ø 6 mm, Drahtstärke 1,0–1,8 mm. Höchste Fertigung: jeder Ring einzeln vernietet, in der Struktur historischen Originalen am nächsten. Hersteller wie Lord of Battles und Battle Merchant bieten in dieser Kategorie handgefertigte Modelle in verschiedenen Stahlsorten – von Kohlenstoffstahl bis Federstahl. Das teuerste Modell im Sortiment liegt bei über 1.300 €.

Ringbauweise und Material: Unvernietet, Rundring, Flachring

Ringtyp Eignung Material
Unvernietete Rundringe LARP / Einsteiger Brünierter Stahl, Federstahl, verzinkter Stahl
Vernietete Rundringe Reenactment Stahl, Aluminium, verzinkter Stahl
Flachringe mit Rundnieten Historisch authentisch Stahl, Kohlenstoffstahl
Flachringe mit Keilnieten Höchste Authentizität Stahl, Federstahl, Kohlenstoffstahl
Gemischte Flach-/Stanzringe Historisch authentisch Stahl, Kohlenstoffstahl
Aluminium LARP / Darstellung Aluminium (rostfrei, sehr leicht)
Titan Schaukampf / Profi Titan (extrem leicht, sehr robust)

Der wichtigste Unterschied in der Praxis: Unvernietete Ringe können bei starker Zugbelastung aufspringen – für LARP ohne intensiven Schwertkampf ist das kein Problem, für Schaukampf jedoch nicht ideal. Vernietete Ringe halten auch unter starker Belastung zusammen und sind die historisch belegbare Bauweise für Kettenhemden ab dem Hochmittelalter.

Das passende Kettenhemd für dein Setup finden

Das passende Kettenhemd für dein Setup finden

Ein Kettenhemd funktioniert selten allein. Für den vollen Schutz und ein stimmiges Gesamtbild braucht es die passenden Begleitstücke – und ein solides Fundament darunter.

Der Gambeson als Pflichtunterlage: Unter jedem Kettenhemd gehört ein Gambeson oder Rüstwams. Er polstert Schläge ab, schützt die Haut vor dem direkten Kontakt mit dem Metall und verbessert den Sitz des Kettenhemds erheblich. Ohne Gambeson ist ein Kettenhemd auch bei ruhiger Darstellung unangenehm zu tragen.

Ergänzende Kettenteile für vollständigen Schutz: Für eine vollständige Kettenrüstung des Hochmittelalters kommen Kettenhauben, Kettenarme, Kettenhandschuhe und Kettenkragen hinzu. Kettenröcke ergänzen den Schutz im Unterkörperbereich – besonders sinnvoll in Kombination mit einem Haubergeon.

Helme und Brustpanzer als Erweiterung: Wer sein Setup weiterentwickelt, findet im Shop passende Helme für verschiedene Epochen sowie Brustpanzer und Harnische für die Kombination mit dem Kettenhemd im Spätmittelalter-Stil.

Zur Größenauswahl: Die meisten Modelle sind in den Größen S bis XXL erhältlich, manche Ausführungen auch in Übergröße. Die Größenangaben orientieren sich am Brustumfang – Maßtabellen findest du auf den jeweiligen Produktseiten. Im Zweifel lieber eine Größe größer wählen: Das Kettenhemd wird über dem Gambeson getragen und braucht entsprechend Spielraum.

Pflege und Aufbewahrung von Kettenhemden

Stahl-Kettenhemden neigen bei Feuchtigkeit und Schweiß zu Oxidation. Direkt nach jedem Gebrauch sollte das Hemd gut getrocknet und danach dünn mit Waffenöl oder einem neutralen Metallpflegeöl eingeölt werden. Dabei das Hemd gleichmäßig bewegen, damit das Öl zwischen alle Ringe gelangt. Lagere das Hemd niemals feucht – das ist die häufigste Ursache für flächige Rostbildung.

Bei unvernieteten Ringen können gröbere Ablagerungen und oberflächlicher Rost durch Einlegen in feuchten Sand und anschließendes Rollen entfernt werden – eine einfache und bewährte Methode. Alternativ funktioniert auch Sägespäne. Vernietete Kettenhemden reinigt man vorsichtiger: weiche Bürste, trockenes Tuch, danach sofort ölen. Niemals in die Waschmaschine – das verbiegt Ringe und beschädigt Nieten.

Kettenhemden sollten gerollt oder auf einem Ständer gelagert werden – nie gefaltet, da das auf Dauer einzelne Ringe verbiegt. Kein direkter Bodenkontakt auf feuchtem Untergrund. Im Lager auf Märkten empfiehlt sich ein atmungsaktiver Stoffsack. Aluminium und verzinkter Stahl sind deutlich wartungsärmer, aber auch sie profitieren von gelegentlicher Pflege und trockenem Lagerort.

Für den Transport empfiehlt sich ein stabiler Stoffbeutel oder ein kleiner Holzkiste mit Auspolsterung. Das Hemd gerollt transportieren – so kommen weniger Ringe in Kontakt mit Reibungsflächen. Wenn möglich, das Hemd erst vor Ort anlegen, da es im gerollten Zustand kompakter und leichter zu handhaben ist. Schwere Hauberk-Modelle können 8–12 kg und mehr wiegen – das beim Packen einplanen.

Vehi Mercatus ist seit über 20 Jahren Fachhandel für Mittelalter und Reenactment – mit telefonischer Beratung Mo–Fr 8–12 und 13–15 Uhr, 30 Tagen Rückgaberecht und Lagerverkauf vor Ort in Rinchnach. Trusted Shops Mitglied. 📞 +49 9921 7099288

Ob Einstiegsmodell für deinen ersten Mittelaltermarkt oder vollvernietetes Flachring-Hauberk für historisch korrektes Reenactment – in dieser Kategorie findest du das passende Kettenhemd für dein Vorhaben. Schau dir die Auswahl an und wähle nach Material, Ringbauweise und Budget – oder ruf uns einfach an, wenn du dir unsicher bist.

Häufig gestellte Fragen

Ein Hauberk ist ein knielanges, langärmliges Kettenhemd, das den Körper vom Hals bis zu den Knien schützt. Ein Haubergeon ist die kürzere, oft halbärmlige Variante, die mehr Bewegungsfreiheit bietet und häufig in Kombination mit Kettenbeinlingen getragen wurde. Historisch wurden beide Begriffe nicht immer trennscharf verwendet – im heutigen Handel bezeichnet Haubergeon in der Regel das kürzere Modell.

Historische Kettenhemden des Hoch- und Spätmittelalters hatten überwiegend einen Innendurchmesser von 8–10 mm. Modelle mit 6 mm Ringdurchmesser sind feinmaschiger und näher an bestimmten historischen Funden – aber auch schwerer und teurer. Für eine authentische Darstellung ohne Höchstanspruch ist 8 mm ID eine gute Wahl, die auch im modernen Sortiment am weitesten verbreitet ist.

Ja – ein Gambeson oder Rüstwams unter dem Kettenhemd ist dringend empfohlen. Er schützt die Haut vor dem direkten Kontakt mit dem Metall (Scheuern, Eindrücken), polstert Schläge ab und verbessert den Sitz des Kettenhemds. Ohne Gambeson ist ein Kettenhemd auch bei ruhigen Darstellungen auf Dauer unangenehm zu tragen. Historisch war der Gambeson immer Teil der Rüstung.

Nach jedem Gebrauch das Kettenhemd gut trocknen und anschließend dünn mit Waffenöl oder neutralem Metallpflegeöl einölen. Das Hemd dabei bewegen, damit das Öl zwischen alle Ringe gelangt. Niemals feucht lagern. Oberflächlichen Rost bei unvernieteten Modellen kann man durch Einlegen in feuchten Sand oder Sägespäne und Rollen entfernen. Aluminium und verzinkter Stahl sind deutlich wartungsärmer.

Für LARP und erste Darstellungen sind unvernietete Modelle aus brüniertem Stahl oder verzinktem Stahl mit Ø 8–9 mm gut geeignet – leichter, günstiger und ausreichend stabil für ruhigere Verwendung. Für Reenactment empfehlen sich vernietete Modelle, die historisch authentischer sind und auch unter stärkerer Belastung zusammenhalten. Für Schaukampf gilt: mindestens vernietete Rundringe, besser noch Flachringe mit Keil- oder Rundnieten.

Passende Kategorien entdecken

Das könnte dich auch interessieren