Hochmittelalter Helme
- Lieferbar
-
Lieferzeit: 1 - 2 Werktage* (DE - Ausland abweichend)
- Lieferbar
-
Lieferzeit: 1 - 2 Werktage* (DE - Ausland abweichend)
Hochmittelalterliche Helme gehören zu den markantesten Objekten der europäischen Kriegsgeschichte – vom schlichten Nasalhelm der normannischen Reiter bis zum vollständig geschlossenen Topfhelm der Kreuzfahrer spiegeln sie zwei Jahrhunderte militärischer Entwicklung und gesellschaftlichen Wandels wider. In dieser Kategorie findest du Repliken aus Kohlenstoffstahl und Stahl, schaukampftauglich gefertigt, für Reenactment, LARP und historische Darstellungen des 11. bis 13. Jahrhunderts.
Die wichtigsten Helmtypen des Hochmittelalters im Überblick
Nasalhelm
Der Nasalhelm ist der klassische Helm der Normannen, Angelsachsen und frühen Kreuzfahrer. Seine konische Kalotte mit dem charakteristischen Nasenriegel (Nasal) schützte Stirn und Nase, ließ aber Mund und Wangen frei. Er wurde meist direkt über einer Kettenhaube getragen und ist der am weitesten verbreitete Helmtyp des frühen Hochmittelalters.
Spangenhelm
Der Spangenhelm ist eine Konstruktion aus mehreren Metallsegmenten, die durch Spangen (Bügel) zusammengehalten werden. Er ist ein Bindeglied zwischen Antike und Hochmittelalter und wurde von Normannen, Kreuzfahrern und byzantinischen Kriegern gleichermaßen genutzt. Oft ergänzt durch Wangenklappen und eine Kettenbrünne.
Topfhelm
Der Topfhelm entstand um 1180–1200 und war der erste Helmtyp, der den Kopf vollständig bedeckte. Er war besonders unter Kreuzrittern verbreitet und gilt als Sinnbild des hochmittelalterlichen Ritters. Typisch ist seine annähernd zylindrische Form mit Sehschlitzen und Atemöffnungen.
Beckenhaube
Die Beckenhaube (auch Eisenhut mit Krempe) war eine leichte, halbkugelförmige Helmform, die häufig von Fußsoldaten, Bogenschützen und Kreuzfahrern getragen wurde. Sie ließ das Gesicht frei und wurde oft mit einer Kettenbrünne kombiniert. Im Hochmittelalter war sie eine weit verbreitete Alternative zum schweren Topfhelm.
Hirnhaube
Die Hirnhaube ist streng genommen kein eigenständiger Kampfhelm, sondern ein Unterhelm – eine schlichte halbkugelförmige Eisenkappe, die unter dem Topfhelm oder der Beckenhaube getragen wurde und für zusätzlichen Schutz sorgte. Allein getragen dient sie als leichter Helm für LARP oder einfache historische Darstellungen. Regionale Varianten wie der Italo-Normannische Nasalhelm ergänzen das Spektrum.
Hochmittelalterliche Helme im historischen Kontext – Trageweise und Kombination
Vendelhelm – der Vorläufer
Der Vendelhelm (auch Vendel-Periode, nach schwedischen Gräberfunden benannt) ist ein frühmittelalterlicher Helmtyp mit Wangenklappen, Nackenschutz und oft einem Nasalsteg oder Gesichtsgitter. Er gilt als Vorläufer des hochmittelalterlichen Spangenhelms und war typisch für germanische und skandinavische Krieger der Völkerwanderungszeit. Im Frühmittelalter- und Wikinger-Helmsortiment findest du entsprechende Repliken.
Nasalhelm – Normannen und frühe Kreuzfahrer
Der Nasalhelm setzt sich als dominanter Helmtyp durch. Normannische Reiter tragen ihn über einer Kettenhaube, oft direkt auf dem Gambeson. Die Kombination aus Wattierung, Kettenhaube und Nasalhelm bildete das typische Schutzsystem des frühen Hochmittelalters. Die Darstellung des Normannen-Ritters mit Nasalhelm ist einer der häufigsten Reenactment-Kontexte.
Spangenhelm und erste Kreuzfahrer-Helme
Der Spangenhelm bleibt weit verbreitet, während die ersten Kreuzritter-Varianten entstehen. Typische Schichtung: Gambeson als Polsterschicht, darüber Kettenhemd mit Kettenhaube, dann der eigentliche Helm. Diese Schichtung erklärt, warum Helme historisch eher klein wirkten – ein Großteil des Schutzes lag darunter.
Entstehung des Topfhelms
Aus dem zylindrischen Kreuzfahrer-Helm entwickelt sich der klassische Topfhelm. Er wird über Kettenhaube und Hirnhaube getragen – die Kombination aus allen drei Elementen ist das vollständige Schutzpaket eines Kreuzritters. Der Topfhelm war besonders auf den Kreuzzügen verbreitet und ist der häufigste Reenactment-Helm für Kreuzritter-Darstellungen.
Übergang zu geschlossenen Helmformen
Mit dem Aufkommen vollständig geschlossener Helme geraten Nasalhelme um die Mitte des 13. Jahrhunderts außer Gebrauch. Die Beckenhaube bleibt als leichtere Alternative erhalten. Die Entwicklung führt weiter zu Spätmittelalter-Helmen wie der Hundsgugel oder dem Klappvisierhelm – eine andere Kategorie mit anderen Anforderungen an Material und Konstruktion.
Spangenhelm und Beckenhaube – Kontinuität aus dem Frühmittelalter
- Segmentkonstruktion aus 4–6 Metallplatten, durch Spangen verbunden
- Technologische Brücke vom Frühmittelalter ins Hochmittelalter
- Weit verbreitet von Normannen, Kreuzfahrern, byzantinischen Kriegern
- Oft mit Wangenklappen und Kettenbrünne kombiniert
- Gepolstertes Inlay für Tragekomfort im Schaukampf
- Verbindungstechnik (Niete) als Qualitätsmerkmal erkennbar
- Halbkugelförmig, leichter als Topfhelm, Gesicht bleibt frei
- Häufig kombiniert mit Kettenbrünne aus Rundringen oder vernieteten Flachringen
- Vernietete Flachringe: historisch genauer, robuster, schwerer
- Rundringbrünne: leichter, beweglicher, kostengünstiger
- Typische Kombination im Hochmittelalter: Hirnhaube + Beckenhaube + Kettenbrünne
- Geeignet für Fußsoldaten, Bogenschützen, Kreuzfahrer-Darstellungen
Wer eine vollständige Kreuzritter-Darstellung anstrebt, kombiniert Beckenhaube oder Topfhelm mit einem Kettenhemd und Kettenhauben. Die Hirnhaube dient dabei als Polster- und Schutzschicht unter dem eigentlichen Helm.
Materialstärken und Schaukampftauglichkeit – was die Angaben bedeuten
| Stärke | Gauge | Eignung | Typische Helme |
|---|---|---|---|
| 1,3 mm Stahl | ~18 Gauge | Deko / leichtes Tragen | Topfhelm 13. Jh. (Dekoqualität), leichte LARP-Helme |
| 1,6 mm Stahl | 16 Gauge | LARP / leichter Schaukampf | Nasalhelme, Kreuzritter-Helme, Bogenschützenhelm |
| 2,0 mm Stahl | 14 Gauge | Schaukampf | Beckenhauben, Spangenhelm, Kreuzritter Helm, Nasalhelme |
| Kohlenstoffstahl | variabel | Historisch / Schaukampf | Hochwertige Repliken – härter und belastbarer als normaler Baustahl |
Das Gauge-System stammt aus der angloamerikanischen Metallindustrie und gibt indirekt die Blechstärke an – je kleiner die Gauge-Zahl, desto dicker das Material. In der Praxis bedeutet das: 16 Gauge (1,6 mm) eignet sich für LARP und leichten Schaukampf, 14 Gauge (2 mm) ist der Standard für ernsthaften Schaukampf. Kohlenstoffstahl ist dabei belastbarer als normaler Konstruktionsstahl bei gleicher Dicke. Helme mit Ledereinlage oder gepolstertem Inlay sitzen stabiler und schützen besser vor Stößen – ein Merkmal, das besonders bei Schaukampfhelmen auf den Produktseiten ausgewiesen ist.
Preisniveaus und Ausstattung – welcher Helm passt zu dir
Hirnhauben ab ca. 53 € und einfache Nasalhelme bieten den unkomplizierten Einstieg in die hochmittelalterliche Darstellung. Ideal für erste Mittelaltermarkt-Besuche, LARP-Einstiege und Gewandungen, bei denen der Helm nicht im Mittelpunkt steht. Bereits in dieser Preisklasse sind schaukampftaugliche 2-mm-Hirnhauben verfügbar.
Hier findest du schaukampftaugliche Nasalhelme aus 2 mm Stahl (darunter Italo-Normannische Varianten und der St.-Wencelass-Nasalhelm), Spangenhelme mit gepolstertem Inlay sowie frühe Kreuzfahrer-Topfhelme. Dieses Segment deckt die meisten Reenactment-Darstellungen des 11. bis frühen 13. Jahrhunderts ab.
Beckenhauben mit Kettenbrünne aus vernieteten Flachringen (bis ca. 160 €) und vollständige Kreuzritter-Helme aus 2 mm Stahl (bis ca. 185 €) für anspruchsvolle Darstellungen. Diese Helme eignen sich für aktiven Schaukampf und bringen historisch plausible Detailtiefe mit. Ergänze sie mit einem Gambeson, einem Kettenhemd und einem Helmständer für die korrekte Lagerung.
Nasalhelm – der Helm der Normannen und Kreuzfahrer

Der Nasalhelm ist an zwei Merkmalen sofort erkennbar: der konischen oder halbkugelförmigen Kalotte und dem nach unten ragenden Nasenriegel (Nasal), der Nase und Stirnmitte schützte. Er war vom 10. bis ins 13. Jahrhundert hinein der am häufigsten verwendete Helm Westeuropas – getragen von normannischen Rittern auf dem Ersten Kreuzzug ebenso wie von angelsächsischen Huscarls in der Schlacht von Hastings (1066).
Historisch geriet der Nasalhelm um die Mitte des 13. Jahrhunderts außer Gebrauch, als geschlossenere Helmformen wie der Topfhelm zunehmend den vollständigen Kopfschutz übernahmen. Die offene Gesichtspartie des Nasalhelms war ein Kompromiss zwischen Sichtfeld und Schutz – ein Kompromiss, der mit der Weiterentwicklung der Angriffswaffen nicht mehr tragbar war.
Im Sortiment finden sich mehrere historisch differenzierte Varianten: der Italo-Normannische Nasalhelm mit flacherer Kalotte und breitem Nasal, typisch für süditalienisch-normannische Krieger des 11./12. Jahrhunderts, sowie der Nasalhelm „St. Wencelass", der sich an böhmischen Quellen des 10./11. Jahrhunderts orientiert. Beide sind in 2 mm Stahl und als schaukampftauglich ausgewiesen. Im Schaukampf überzeugt der Nasalhelm durch gutes Sichtfeld, geringes Gewicht und unkompliziertes Auf- und Absetzen.
Topfhelm – vom Kreuzfahrerhelm zur Ritter-Ikone

Der Topfhelm entstand um 1180–1200 aus einer Evolution des zylindrischen Kreuzfahrerhelms und stellte eine entscheidende Neuerung dar: Er bedeckte den gesamten Kopf, ohne eine Lücke für das Gesicht zu lassen. Schmale Sehschlitze und Atemöffnungen ersetzten das offene Visier des Nasalhelms. Wer sich fragt, was ein „alter Topfhelm" ist – der Begriff bezeichnet genau diesen zylindrischen Urtyp des 12./frühen 13. Jahrhunderts, bevor sich im späten 13. Jahrhundert konischere Formen entwickelten.
In dieser Kategorie sind Topfhelme in zwei Ausführungen verfügbar: der Kreuzfahrer-Topfhelm ca. 1180 aus 2 mm Stahl mit der charakteristischen frühen Zylinderform, schaukampftauglich, sowie der Topfhelm 13. Jh. aus 1,3 mm Stahl, der für Darstellungen und leichteres Tragen gedacht ist. Die Vernietung der einzelnen Platten ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal – aufwendige Nietverbindungen sorgen für Stabilität und historische Plausibilität.
Zur Frage, ob Topfhelme im Schaukampf erlaubt sind: Das hängt vom jeweiligen Regelwerk des Veranstalters oder Vereins ab. Viele Schaukampf-Turniere lassen Topfhelme grundsätzlich zu, verlangen aber eine Mindeststärke von 2 mm Stahl und oft einen Nachweis der Schaukampftauglichkeit. Der Kreuzfahrer-Topfhelm in 2 mm aus diesem Sortiment erfüllt diese Anforderung und ist entsprechend ausgewiesen. Für reine Dekorationszwecke oder leichte LARP-Nutzung reicht die 1,3-mm-Variante aus.
Ob du deinen ersten Nasalhelm für einen Mittelaltermarkt suchst oder eine schaukampftaugliche Beckenhaube mit Kettenbrünne für das Reenactment – in dieser Kategorie findest du die passende Ausrüstung für das 11. bis 13. Jahrhundert. Stöbere durch die Auswahl, vergleiche Materialstärken und Ausführungen, und rüste dich für deine nächste Darstellung.









