Germanische Schwerter
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Germanische Schwerter: Spatha, Sax und Skramasax im Überblick
Die Spatha war das Schwert, mit dem die Germanen Geschichte schrieben – von den Schlachten gegen Rom bis zu den reich bestückten Gräbern der Merowingerzeit. Wer ein germanisches Schwert kaufen möchte, findet hier historische Nachbildungen vom kurzen Sax bis zur ausgewachsenen Schaukampf-Spatha, alle aus der Hand erfahrener Schmiede. Das Sortiment reicht von schaukampftauglichen Modellen für das nächste Reenactment-Event bis hin zu detailgetreuen Repliken für Sammler und Ausstellungszwecke.
Was ist ein germanisches Schwert? Typen und Begriffe im Überblick

Unter dem Begriff „germanisches Schwert" werden heute meist zwei klar unterschiedliche Klingentypen zusammengefasst: die Spatha und der Sax (auch Scramasax oder Skramasax). Beide prägen das Bild der germanischen Bewaffnung, unterscheiden sich jedoch grundlegend in Form und Funktion.
Die Spatha entstand als romano-germanisches Hybridschwert, das in engem Kontakt mit dem römischen Militär geformt wurde. Sie ist zweischneidig, mit einer Klingenlänge von etwa 75 bis 110 cm, und besitzt eine charakteristisch schmale, flache Klinge mit rhombischem Querschnitt. Die Parierstange ist in frühen Varianten noch wenig ausgeformt – ein erkennbares Merkmal der Frühzeit, das sich erst im Laufe des Frühmittelalters zur klar definierten Kreuzform entwickelte. Griffe wurden typischerweise aus Holz, Knochen oder Leder gefertigt.
Der Sax hingegen ist ein einseitig geschliffenes Kurz- bis Mittellangmesser, das je nach Ausführung von einem robusten Alltagswerkzeug bis zu einer ernstzunehmenden Nahkampfwaffe reichte. In seiner Kurzform (Kurzsax) diente er als Seitenwaffe, der Langsax und Scramasax konnten hingegen Klingenlängen von über 50 cm erreichen. Franken und Sachsen trugen ihn als charakteristische Waffe ihrer Kriegerklasse. Für germanische Messer und Saxvarianten gibt es bei Vehi Mercatus eine eigene Kategorie, die das Thema in die Tiefe führt.
Schaukampftauglichkeit: Was bedeuten SK-B und SK-C bei germanischen Schwertern?

Wer ein germanisches Schwert für den aktiven Einsatz bei Reenactment-Veranstaltungen sucht, stößt schnell auf die Klassifizierungen SK-B und SK-C. Diese Kürzel geben Auskunft über die Schaukampftauglichkeit eines Schwertes.
SK-B steht für mittleren Schaukampf: Die Klinge ist aus Federstahl (häufig EN45 oder vergleichbar) geschmiedet und auf rund 48 HRC gehärtet. Sie ist ungeschärft und verfügt oft über eine ausgeprägte Hohlkehle, die dem Schwert Elastizität und gleichzeitig Leichtigkeit verleiht. SK-B-Schwerter sind für Gruppenveranstaltungen und reguläre Reenactment-Gefechte zugelassen, sofern der Veranstalter keine strengeren Regeln vorschreibt.
SK-C bezeichnet leichten Schaukampf: Die Klinge ist weicher und für Anfänger, Fechtübungen oder Veranstaltungen ohne Vollkontakt geeignet. Das Wikingerschwert für leichten Schaukampf im Sortiment ist ein typisches Beispiel für diese Klasse.
Dekoklingen ohne Schaukampffreigabe sind ausschließlich zur Darstellung vorgesehen und sollten nicht in Gefechte eingebracht werden. Welche Klassifizierung bei einer konkreten Veranstaltung verlangt wird, legt das jeweilige Regelwerk des Ausrichters fest – im Zweifel vor der Anmeldung nachfragen. Für Trainingsschwerter ohne Metallklinge gibt es bei Vehi Mercatus ebenfalls ein eigenes Angebot.
Germanische Schwerter nach Budget: Von Einsteiger bis Sammler
Der günstigste Einstieg sind Lederscheiden als Einzelzubehör, etwa die schwarze Lederscheide zum Fränkischen Langschwert für rund 34 €. Wer ein erstes schaukampftaugliches Schwert sucht, findet SK-C-Modelle ab ca. 76 €, etwa das Wikingerschwert für leichten Schaukampf. Ideal für Einsteiger und Fechtübungen ohne Vollkontakt.
Hier liegen die meisten schaukampftauglichen SK-B-Schwerter mit Scheide: das Normannen-Einhänderschwert SK-B für ca. 109 €, die Spatha Typ Straubing-Nydam (3. Jh.) oder die spätrömische Spatha jeweils um 134 €, sowie das Feltwell-Schwert (4.–5. Jh.) mit Scheide für rund 118 €. Diese Modelle bieten Federstahl-Klingen und Lederscheiden in einem ausgewogenen Preis-Leistungs-Verhältnis.
Für anspruchsvolle Reenactoren und Sammler: Das germanische Spatha SK-B Ulfberth mit Scheide für ca. 151 €, das Wikinger-Langsax mit Knochengriff (Hugin & Munin) für ca. 109 €, der Kurzsax aus Damaststahl mit brauner Lederscheide für ca. 151 €, das Sächsische Skramasax aus Karbonstahl für ca. 168 € oder das prächtige Sutton-Hoo-Schwert aus dem 7. Jahrhundert für ca. 189 €. Qualitätsmerkmale in diesem Segment: Damaststahl oder EN45-Federstahl, Knochengriffe, aufwändige Scheidenverzierungen.
Historischer Überblick: Germanische Schwerter vom 1. bis zum 8. Jahrhundert
Kontakt mit Rom – die Spatha entsteht
Im Zuge der Auseinandersetzungen und des Handels mit dem Römischen Reich übernahmen germanische Krieger die romano-keltische Spatha, die die kürzeren Gladii in der römischen Kavallerie abgelöst hatte. Die frühen germanischen Spathas besitzen einfache, flache Klingen ohne ausgeprägte Parierstangen. Typische Grabfunde dieser Zeit zeigen schlichte Holzgriffe und einfache Lederscheiden.
Völkerwanderungszeit – Typen Straubing-Nydam und Feltwell
In der Völkerwanderungszeit verfeinert sich die Spathaform. Der Typ Straubing-Nydam gilt als typisches Modell dieser Periode, mit schlanker Klinge und noch wenig definierter Parierstange. Grabfunde wie das Feltwell-Schwert (4.–5. Jh.) aus England zeigen erste regionale Differenzierungen und aufwändigere Griff- und Scheidenbeschläge aus Metall.
Merowingerzeit – Snartemo, Sutton Hoo und die Blüte des Saxes
Die Merowingerzeit brachte prächtige Repräsentationsschwerter hervor. Der Snartemo-Typus, benannt nach einem norwegischen Grabfund um 550 n. Chr., und das Sutton-Hoo-Schwert aus dem angelsächsischen Königsgrab (7. Jh.) stehen für reich verzierte Schwerter der Elite. Gleichzeitig etabliert sich der Scramasax (auch Skramasax) als charakteristische Waffe der fränkischen und sächsischen Krieger.
Übergang zur karolingischen und Wikingerzeit
Um das 8. und 9. Jahrhundert entwickeln sich die germanischen Spathas zur klassischen karolingischen Schwertform weiter, die auch die frühe Wikingerzeit prägt. Parierstangen und Knäufe werden ausgeformter, die Griffkonstruktion stabiler. Das Frühmittelalter- und Wikingerschwert bildet den direkten Übergang dieser Entwicklung.
Spatha, Sax, Scramasax & Co.: Die wichtigsten Schwerttypen im Vergleich
- Klingenlänge ca. 75–110 cm, zweischneidig
- Karbonstahl oder Federstahl EN45
- Schaukampf SK-B geeignet (bei entsprechender Ausführung)
- Lederscheide mit Holzkern, oft mit Ortband
- Modelle: Spatha Straubing-Nydam, spätrömische Spatha, Sutton-Hoo-Schwert, Normannen-Einhänder
- Einseitig geschliffen, Klingenlänge variabel (Kurzsax bis Langsax)
- Typisch für Franken und Sachsen
- Werkstoffe: Karbonstahl, Damaststahl
- Griffe aus Knochen (z. B. Hugin/Munin-Motiv) oder Holz
- Modelle: Kurzsax Damaststahl, Sächsisches Skramasax, Wikinger-Langsax mit Knochengriff
Materialien und Verarbeitung: Was steckt in einem germanischen Schwert?
| Material | Eignung | Verwendung |
|---|---|---|
| Federstahl EN45 | SK-B Schaukampf | Spathas und Langschwerter, gehärtet auf ca. 48 HRC, Hohlkehle für Elastizität |
| Karbonstahl (Kohlenstoffstahl) | Historisch | Saxe und Skramasaxe, robust, für Reenactment und Sammler |
| Damaststahl | Historisch | Kurzsax und hochwertige Einzelstücke, charakteristische Damastzierung |
| Holz / Knochen | Historisch | Griffmaterial, z. B. Wikinger-Langsax mit Knochengriff (Hugin & Munin) |
| Leder | Schaukampf & Deko | Scheidenüberzug (braun oder schwarz), Griffwicklung |
| Eisen / Messing | Historisch | Parierstangen und Beschläge, frühe Ausführungen flach und schlicht |
Wer ein vollständiges Outfit aufbauen möchte, findet passende germanische Gürtel und germanische Taschen im Germanen-Shop. Für den Schutz im Schaukampf lohnt ein Blick auf Gambeson & Rüstwams sowie frühmittelalterliche Helme. Das Schwert selbst am Gürtel zu befestigen gelingt mit einem Gürtelhalter für Schwerter. Passend zur Spatha ist auch ein Blick auf römische Schwerter interessant, die die direkte Vorläuferform zeigen. Pflegehinweise für Lederteile wie Scheiden und Gürtel findest du in unserem Schwert-Zubehör.
Hinweis: Rechtslage beim Kauf von Schaukampfschwertern
Ob für das erste Reenactment-Event oder die fertige Sammlung: In der Kategorie Germanische Schwerter findest du Modelle für jeden Einsatzzweck und jedes Budget – von der einfachen Schaukampfspatha bis zum detailgetreuen Sutton-Hoo-Replikat. Bei Fragen zur richtigen Wahl erreichst du unser Team Mo–Fr telefonisch unter +49 9921 7099288.
Häufig gestellte Fragen
Die Spatha ist ein zweischneidiges Langschwert mit einer Klingenlänge von etwa 75 bis 110 cm, das ursprünglich von der römischen Kavallerie verwendet und später von germanischen Kriegern übernommen wurde. Sie gilt als typisches Schwert der Völkerwanderungs- und Merowingerzeit und ist der direkte Vorläufer der karolingischen und frühen Wikinger-Langschwerter. Im Gegensatz zu späteren Schwertern besitzt die Spatha noch eine wenig ausgeprägte Parierstange und einen schlichten Griff aus Holz oder Knochen.
Germanische Krieger führten ein breites Waffenarsenal: Die Spatha als Langschwert, den Sax (Scramasax) als einseitig geschliffenes Kurz- bis Mittellangmesser, Speere und Lanzen als Hauptwaffen des einfachen Kriegers sowie Schilde aus Holz mit Eisenbuckel. Schwerter waren im frühen Germanentum Statussymbole und kein Massengerät – nur wohlhabende Krieger führten sie. Äxte und Wurfäxte (Franziska) ergänzten die Bewaffnung, insbesondere bei fränkischen Stämmen.
SK-B steht für mittleren Schaukampf und bezeichnet Schwerter, die für Gruppenveranstaltungen und Reenactment-Gefechte zugelassen sind. Die Klinge ist aus gehärtetem Federstahl (häufig EN45, ca. 48 HRC) gefertigt, ungeschärft und besitzt oft eine Hohlkehle für mehr Elastizität. SK-C hingegen bezeichnet leichten Schaukampf für Anfänger und Übungen ohne Vollkontakt. Welche Klassifizierung bei einer Veranstaltung verlangt wird, legt der jeweilige Veranstalter in seinem Regelwerk fest.
Im Sortiment bei Vehi Mercatus beginnen Lederscheiden als Zubehör bei rund 34 €. Einfachere Schaukampfschwerter (SK-C) starten bei ca. 76 €, das Mittelsegment mit SK-B-Spathas inklusive Scheide liegt zwischen 109 und 155 €. Hochwertige Modelle aus Damaststahl oder mit aufwändig verzierten Griffen wie das Sutton-Hoo-Schwert kosten zwischen 150 und 190 €. Der Preis richtet sich nach Stahlsorte, Griffmaterial und Scheidenausstattung.
Scramasax und Skramasax bezeichnen dasselbe Objekt – ein einseitig geschliffenes Großmesser oder Kurzschwert der germanischen Völker, insbesondere der Franken und Sachsen. Die unterschiedliche Schreibweise ist eine Frage der Transliteration des althochdeutschen bzw. altnordischen Wortstamms. Der Sax war von einer kurzen Messerform (Kurzsax) bis zur langen Klingenwaffe mit über 50 cm Klingenlänge (Langsax, Scramasax) in verschiedenen Größen gebräuchlich und diente sowohl als Werkzeug als auch als Nahkampfwaffe.









