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Zubehör für Mittelalter Messer und Besteck


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Ein Mittelalter-Messer ist nur so gut wie das Zubehör, das es begleitet – von der passenden Lederscheide über den richtigen Schleifstein bis hin zum Dangler, der das Messer griffbereit am Gürtel hält. Hier findest du Zubehör für Mittelalter-Messer und historisches Besteck, das sowohl auf dem Marktplatz als auch im Reenactment-Lager seinen Dienst tut.

Was gehörte historisch zum Messer? Scheide, Tragweise und Pflege im Überblick

Was gehörte historisch zum Messer? Scheide, Tragweise und Pflege im Überblick

Im Mittelalter wurde das Messer fast immer offen am Gürtel getragen – die Scheide war kein optionales Accessoire, sondern Standardausrüstung jedes freien Mannes und jeder freien Frau. Scheiden wurden aus gegerbtem Leder gefertigt, einfach genäht oder genietet, und schützten die Klinge vor Feuchtigkeit und mechanischer Beschädigung. Horizontale und vertikale Tragevarianten sind historisch belegt – beide Methoden finden sich in Bilderhandschriften und Grabfunden aus unterschiedlichen Epochen und Regionen.

Die Pflege der Klinge mit Öl war bekannt, wenngleich die verfügbaren Mittel andere waren als heute. Fette tierischen Ursprungs kamen ebenso zum Einsatz wie einfache Pflanzenöle. Für moderne Klingenrohlinge aus Kohlenstoffstahl – wie sie bei historisch inspirierten Messern häufig vorkommen – hat sich Ballistol als praktisches Universalöl bewährt: Es schützt Stahl und Leder gleichermaßen. Die Scheide selbst sollte regelmäßig mit Lederfett behandelt werden, damit das Material geschmeidig bleibt und nicht brüchig wird.

Dangler und Tragesysteme: Das Messer richtig am Gürtel befestigen

Ein Dangler verlängert den Abstand zwischen Gürtel und Scheide – das Messer hängt tiefer und schwenkt beim Gehen mit, was historisch authentisch und gleichzeitig praktisch ist. Diese Tragweise ist in mittelalterlichen Darstellungen gut belegt und erleichtert den Zugriff beim Sitzen erheblich, da die Scheide nicht am Oberschenkel aufliegt. Der Casström No.3 Dangler ist ein bewährtes System mit auswechselbarem Loop in verschiedenen Farben – cognac, braun und schwarz –, sodass du die Farbe passend zu deiner Scheide und deinem Gürtel abstimmen kannst.

Dangler-Systeme sind nicht nur für Bushcraft-Einsätze geeignet, sondern eignen sich ebenso gut für Mittelalter- und Wikinger-Reenactment. Wer ein stimmiges Gesamtbild anstrebt, wählt Loop-Farbe und Scheidenfarbe aufeinander abgestimmt – dunkelbraun passt zu den meisten historisch inspirierten Looks vom Früh- bis ins Spätmittelalter. Für Wikinger-Darstellungen empfehlen sich Wikinger-Saxe in Kombination mit einem Dangler-System besonders gut.

Lederscheiden für Mittelalter-Messer: Passform, Schnitt und Tragevarianten

Vertikale Scheide
  • Klassische Hängeposition am Gürtel
  • Historisch am häufigsten belegt
  • Stabiler Sitz, geringer Pendeleffekt
  • Gut kombinierbar mit Dangler-System
  • Passend für lange Klingen wie den Scramasax (25 cm)
Horizontale Scheide
  • Breiterer Sitz, z. B. am Rücken oder quer vorne
  • Schnellerer Zugriff in bestimmten Positionen
  • Weniger Pendeleffekt beim Gehen
  • Historisch belegt in skandinavischen Funden
  • Praktisch für kurze und mittelgroße Klingen

Die Scheide muss zur Klingenlänge passen – für Frühmittelalter-Messer und Scramasax-Klingen mit 25 cm Klingenlänge gibt es entsprechend dimensionierte Maßlösungen. Dunkelbraunes Leder wirkt gealtert und fügt sich harmonisch in historische Looks ein, vom Frühmittelalter bis ins Spätmittelalter. Bei der Passgenauigkeit gilt: Ein zu weites Scheidenfach bietet keinen sicheren Halt und kann die Klinge beschädigen, zu eng gefertigte Scheiden klemmen und erschweren das Ziehen.

Klingen schärfen und pflegen: Schleifsteine, Wetzstäbe und Öl

Pflegemittel / Werkzeug Eignung Verwendung
Ballistol Universalöl (400 ml) Historisch Stahl- und Lederpflege nach Feuchtigkeit
Keramik-Wetzstab Historisch Feines Nachziehen der Schneide, geringer Materialabtrag
Mud-Stone Schleifstein (~6000er Körnung) LARP Endpolitur nach vorherigem Grundschliff auf grober Körnung
Lederfett Historisch Scheidenpflege, Leder geschmeidig halten

Kohlenstoffstahlklingen reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit und brauchen regelmäßige Pflege. Nach jedem Nasswerden solltest du die Klinge trocknen und einölen. Keramik-Wetzstäbe eignen sich für das feine Nachziehen der Schneide zwischendurch, ohne viel Material abzutragen. Der vietnamesische Mud-Stone Schleifstein mit ca. 6000er Körnung ist für die Endpolitur gedacht – grobe Rohlinge werden vorher auf niedrigerer Körnung bearbeitet. Die Scheide selbst sollte in regelmäßigen Abständen mit Lederfett behandelt werden.

Wie sahen Messer im Mittelalter aus – und wie hießen sie?

Wie sahen Messer im Mittelalter aus – und wie hießen sie?

Mittelalterliche Messer hatten meist eine einseitig geschliffene Klinge mit geradem oder leicht abfallendem Rücken – kein Wellenschliff, keine Hohlkehlungen. Die Klingenformen waren zweckorientiert und regional unterschiedlich, blieben aber über Jahrhunderte hinweg in ihren Grundprinzipien ähnlich. Griffe wurden aus Holz, Horn oder Knochen gefertigt, die Klingen aus Eisenstahl ohne die komplexen Wärmebehandlungsverfahren, die erst im späteren Messerbau Standard wurden.

Die gebräuchlichsten Bezeichnungen für mittelalterliche Messer: Messer als Oberbegriff, Sax oder Scramasax für breite einseitige Einschneider des Frühmittelalters, Baudrier-Messer und Bollockmesser im Spätmittelalter. Der Sax war dabei keine Waffe im eigentlichen Sinne – er war das alltägliche Schneidwerkzeug und diente je nach Situation auch als Waffe. Wer sich für die historischen Vorbilder interessiert, findet in der Kategorie hochmittelalterliche Messer und Spätmittelalter-Messer passende Repliken.

Als Schreibgeräte dienten im Mittelalter übrigens Federkiele und Griffel – und der sogenannte Federmesser (penknife) war ein kleines Messer, das eigens zum Schneiden und Zuspitzen von Schreibfedern verwendet wurde. Auch Wachstafeln wurden mit einem Metallgriffel beschrieben und mit dem flachen Rücken des Griffels wieder geglättet.

Klingenrohlinge: Wenn du dein Messer selbst fertigstellen willst

Casström bietet hochwertige Klingenrohlinge in verschiedenen Stählen an, die sich für den Eigenbau historisch inspirierter Messer eignen. Sleipner-Stahl zeichnet sich durch hohe Zähigkeit und gute Schnitthaltigkeit aus und eignet sich für intensive Nutzung im Feld. 14C28N-Stahl ist eine rostträge Legierung mit guter Schärfbarkeit – ein Kompromiss für alle, die weniger Pflegeaufwand bevorzugen. Rohlinge werden ungegrifft geliefert – du befestigst selbst einen Griff aus Holz, Horn oder Hirschgeweih nach eigener Wahl.

Der Flachschliff, wie ihn das No. 10 Swedish Forest in der Casström-Linie trägt, bietet niedrigen Widerstand beim Schneiden, ist aber empfindlicher bei seitlichen Belastungen. Wer sich für den Messerselbstbau interessiert, findet passende Rohlinge in der Kategorie Messerklingen und Rohlinge. Das Griffmaterial – Horn, Holz, Knochen – ist separat erhältlich und kann individuell kombiniert werden.

Das richtige Zubehör für deinen Einsatzzweck

Markt & Living History · ab ~12 €

Lederscheide in historischer Optik (vertikal oder horizontal) passend zur Klingenlänge, ergänzt durch ein Dangler-System für authentisches Tragegefühl. Dazu ein kleines Fläschchen Pflegeöl – fertig ist das stimmige Gesamtbild am Gürtel. Für das Besteck-Set im Heerlager empfiehlt sich zusätzlich passendes Besteck-Zubehör wie Gabeln und Pfriemen.

Bushcraft mit historischem Messer · ab ~20 €

Robuste Scheide mit sicherem Halt, ein Keramik-Wetzstab für unterwegs und ein Schleifstein für das Basislager. Kohlenstoffstahlklingen brauchen nach jedem Nasswerden Öl – das Ballistol-Universalöl deckt gleichzeitig die Lederpflege der Scheide ab und spart einen zweiten Behälter.

Eigenbau & Reenactment · ab ~55 €

Klingenrohling (Sleipner oder 14C28N) nach eigener Wahl, dazu Griffmaterial aus Horn, Holz oder Hirschgeweih und selbst zugeschnittenes Leder für den Scheidenbau. Das Ergebnis ist ein vollständig individualisiertes Messer, das historisch stimmig ist und persönliche Handarbeit trägt.

Vehi Mercatus ist seit über 20 Jahren Fachhandel für Mittelalter, Reenactment und LARP. Bei Fragen zu Scheiden, Schleifsteinen oder Klingenrohlingen erreichst du uns telefonisch Mo–Fr 8–12 und 13–15 Uhr. 30 Tage Rückgaberecht, Trusted Shops zertifiziert.

Ob Lederscheide für den Sax, Dangler für das tägliche Tragen auf dem Markt oder Schleifstein für die Klingenpflege – such dir das Zubehör, das zu deinem Messer und deinem Einsatzzweck passt. Stöbere durch das Sortiment und lass dich bei Fragen gerne von uns beraten.

Häufig gestellte Fragen

Mittelalterliche Messer hatten in der Regel eine einseitig geschliffene Klinge mit geradem oder leicht abfallendem Rücken. Kein Wellenschliff, keine Hohlkehlungen – die Form war zweckorientiert und regional unterschiedlich, blieb aber über Jahrhunderte in ihren Grundzügen ähnlich. Griffe wurden aus Holz, Horn oder Knochen gefertigt, Klingen aus Eisenstahl ohne komplexe Wärmebehandlung.

Der allgemeine Begriff war schlicht „Messer". Daneben gab es spezifische Bezeichnungen: Sax oder Scramasax für breite einseitige Einschneider des Frühmittelalters, Baudrier-Messer und Bollockmesser im Spätmittelalter. Der Sax war kein Schwert – er war das alltägliche Schneidwerkzeug und diente je nach Situation auch als Waffe.

Im Mittelalter schrieb man hauptsächlich mit Federkielen (Gänsefeder, gespitzt und eingeschnitten) und Griffeln auf Wachstafeln. Ein kleines Messer – der sogenannte Federmesser oder penknife – diente eigens dazu, die Schreibfeder zuzuspitzen und zu pflegen. Wachstafeln wurden mit einem Metallgriffel beschrieben und mit dem flachen Rücken desselben wieder geglättet.

Entscheidend ist vor allem die Klingenlänge: Für Scramasax-Klingen mit 25 cm Klingenlänge gibt es passend dimensionierte Scheiden. Zusätzlich kannst du zwischen vertikaler und horizontaler Tragevariante wählen – vertikal ist historisch am häufigsten belegt, horizontal ermöglicht schnelleren Zugriff. Auf Passgenauigkeit achten: Ein zu weites Scheidenfach hält die Klinge nicht sicher, zu enges Leder klemmt beim Ziehen.

Kohlenstoffstahlklingen reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit und sollten nach jedem Nasswerden getrocknet und mit Öl behandelt werden. Ballistol Universalöl eignet sich hervorragend, da es gleichzeitig Stahl und Leder schützt. Für das Schärfen empfehlen sich ein Keramik-Wetzstab für das feine Nachziehen im Alltag und ein Schleifstein mit feiner Körnung (ca. 6000) für die Endpolitur.

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