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Spätmittelalter Helme


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Artikel  1 - 20 von 56

Helme des Spätmittelalters zählen zu den faszinierendsten Objekten der Rüstungsgeschichte: In kaum einem anderen Zeitraum entwickelte sich die Schutzausrüstung so rasant weiter wie zwischen dem 14. und frühen 16. Jahrhundert – von der schlichten Beckenhaube über die charakteristische Hundsgugel bis hin zum voll beweglichen Schaller. Diese Kategorie umfasst 107 Repliken und Rekonstruktionen, die vom günstigen Einstiegsmodell bis zur schaukampftauglichen Kampfausrüstung reichen.

Helmformen des Spätmittelalters im Überblick

Beckenhaube & Hundsgugel

14.–frühes 15. Jahrhundert

Die Beckenhaube ist der zentrale Helmtypus des Spätmittelalters: halbkugelförmige Glocke, tiefer Nackenschutz, wahlweise mit Visier, Klappvisier, Nasal oder Kettenbrünne kombinierbar. Die Hundsgugel ist ihre bekannteste Variante – erkennbar an der spitzen, eiförmigen Glocke und dem langgezogenen, schnauzenartigen Visier. Bis ca. 1420 war sie die bevorzugte Helmform europäischer Ritter.

Schaller & Barbuta

15. Jahrhundert

Der Schaller löst die Beckenhaube im Laufe des 15. Jahrhunderts weitgehend ab: breiter Nackenschutz, schmaler Sehschlitz, keine bewegliche Visierfront. Regional unterschiedlich ausgeprägt – deutsch, englisch (Coventry) und gotisch. Die Barbuta ist die italienische Antwort: offen, mit charakteristischer T-förmiger Gesichtsöffnung, mediterran-antikisierend.

Topfhelm & Eisenhut

14.–15. Jahrhundert

Der Topfhelm mit seiner zylindrischen Form und dem vollständig geschlossenen Gesichtsschutz gilt als Inbegriff des Ritterhelms – historisch belegt etwa durch das Vorbild der Rieter von Kornburg in Nürnberg um 1375. Der Eisenhut hingegen ist die Arbeitsrüstung des Fußkämpfers: schirmartiger Rand, einfache Konstruktion, robuste Schutzwirkung.

Die Beckenhaube und ihre Varianten

frühes 14. Jh.

Entstehung der Beckenhaube

Die Beckenhaube (englisch: Bascinet) entwickelte sich aus der Ringbrünne und dem Topfhelm als leichtere, beweglichere Alternative. Die frühen Formen sind schlicht: halbkugelförmige Glocke aus Stahl, tiefer Nackenschutz, oft in Kombination mit einer Kettenhaube oder einem angehängten Aventail getragen.

Mitte 14. Jh.

Visier und Klappvisier

Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts werden zunehmend Visiere ergänzt – zunächst feste Nasalvisiere, dann klappbare Konstruktionen. Die Beckenhaube mit Klappvisier bietet volle Gesichtspanzerung bei erhaltener Beweglichkeit. In Kombination mit einer Kettenbrünne (Aventail) am unteren Helmrand entsteht ein vollständiger Kopfschutz.

ca. 1360–1370

Hundsgugel

Die Hundsgugel ist eine Sonderentwicklung der Beckenhaube: Die Glocke ist oben spitz zulaufend, das Visier langgezogen und vorne zugespitzt – daher der Name (Hundeschnauze). Sie entstand um 1360/70 und verbreitete sich rasch in ganz Europa. Das Churburg-Exemplar aus dem späten 14. Jahrhundert gilt als einer der bekanntesten erhaltenen Originale.

um 1400

Grand Bascinet – Große Beckenhaube

Gegen 1400 entsteht aus der Beckenhaube der sogenannte Grand Bascinet (Große Beckenhaube): massiver, vollständig geschlossener Visierhelm, der Aventail und Halsberge überflüssig macht. Vorwiegend in Italien und Westeuropa verbreitet, ist er die schwerste und vollständigste Entwicklungsstufe der Beckenhauben-Familie.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Miss deinen Kopfumfang mit einem Maßband auf Höhe der Stirn – ca. 1–2 cm über den Ohren. Die meisten Helme in dieser Kategorie sind in Größen wie S (54–56 cm), M (57–59 cm) und L (60–62 cm) erhältlich. Beachte: Spätmittelalterliche Helme sitzen tiefer als moderne Kopfbedeckungen. Ein zu kleiner Helm scheuert, ein zu großer Helm wackelt im Kampf gefährlich. Bei Unsicherheit lieber eine Größe größer wählen und das Innenfutter anpassen.

Ein Innenfutter ist kein optionales Zubehör – es polstert Stöße ab, verhindert Scheuerstellen und verbessert den Sitz erheblich. Viele Helme in dieser Kategorie werden ohne Futter geliefert; ein nachträgliches Lederfutter oder ein geflochtenes Textilband lassen sich einfach einbauen. Für den Schaukampf ist ein solides Futter Pflicht – ohne ausreichende Dämpfung kann selbst ein gut sitzender Helm zu Kopfverletzungen führen.

Nicht jeder Helm ist für den Kampfeinsatz geeignet. Achte in der Produktbeschreibung explizit auf den Hinweis „schaukampftauglich" – dieser gibt an, dass der Helm auf ausreichende Wandstärke (in der Regel 2 mm / 14 Gauge), solide Verarbeitung und sichere Visierverriegelung geprüft wurde. Dekorative Modelle aus 1,6 mm Stahl (16 Gauge) sind für leichtes Training nutzbar, aber nicht für Vollkontakt oder Turniere mit definierten Sicherheitsstandards geeignet.

Blanker Stahl rostet bei Feuchtigkeit schnell. Nach jedem Einsatz oder Kontakt mit Regen den Helm trocken abwischen, bei Bedarf mit einem leichten Öl (Waffenöl oder Neutralöl) dünn einreiben. Für die Lagerung empfiehlt sich ein Helmständer – so verformt sich das Innenfutter nicht und der Helm kann ausdunsten. Rost an frühen Stellen lässt sich mit feiner Stahlwolle entfernen, bevor er tiefer eindringt.

Materialstärken und Schaukampftauglichkeit

Stärke Eignung Typischer Einsatz
1,6 mm (16 Gauge) Einsteiger / Deko Living History, leichtes Training, Ausstellung, Sammler
2 mm (14 Gauge) Schaukampf Turnier, Vollkontakt, Reenactment mit Kampfanteil
Lederinlay Qualitätsmerkmal Komfort, Scheuerschutz, bessere Passform im Kampfeinsatz
Messingbeschläge Historisch Optische Qualität, Detailtreue bei Sammlerstücken

Die Wandstärke beeinflusst Gewicht und Schutzwirkung direkt: Ein 2-mm-Schaller wiegt spürbar mehr als sein 1,6-mm-Pendant, sitzt dafür stabiler und ist für reguläre Schaukampf-Veranstaltungen konzipiert. Für Dekoration und Ausstellung reicht 1,6 mm vollständig – die Helme sehen identisch aus, sind aber nicht für Kampfbelastung ausgelegt.

Helm und Rüstung: Das Gesamtbild stimmig machen

Ein spätmittelalterlicher Helm wirkt erst dann vollständig überzeugend, wenn er mit dem richtigen Rüstungsumfeld kombiniert wird. Die Epochenwahl entscheidet dabei über die passenden Ergänzungen.

14. Jahrhundert – Beckenhaube & Hundsgugel
  • Aventail aus Kettengeflecht am Helmrand
  • Halsberge als Halsschutz unter dem Helm
  • Gambeson als Unterzieher unter Kettenhemd
  • Kettenhemd als Hauptpanzerung
  • Begrenzte Plattenrüstung: Arm- und Beinschienen ergänzend
  • Regional: Deutsche und englische Formen dominieren
15. Jahrhundert – Schaller, Barbuta & Grand Bascinet
  • Vollständigere Plattenrüstung: Brust-, Arm- und Beinpanzer
  • Kein Aventail mehr nötig – Helmkonstruktion schließt Hals ein
  • Brustpanzer und Harnisch als Zentralelement
  • Gambeson weiterhin als Stoßdämpfer unter der Plattenrüstung
  • Gotische Varianten (Deutschland), Mailänder Stil (Italien)
  • Englische Formen: Schaller aus Coventry als Typus

Schaller, Topfhelm und Eisenhut: Die weiteren Haupttypen

Der Schaller

ca. 1450–1510

Der Schaller ist die typische Helmform des zweiten Spätmittelalter-Drittels: eine nach hinten ausladende Glocke mit breitem Nackenschutz und einem schmalen Sehschlitz. Regionale Varianten unterscheiden sich deutlich – der deutsche Schaller ist kantig und tief, der englische Schaller aus Coventry runder und kompakter, der gotische Schaller fein ausgearbeitet mit geschwungenen Lamellen am Nacken. Der Blasebalg-Schaller um 1490 ist eine Sonderform mit gerieftem Dekor – optisch beeindruckend und handwerklich anspruchsvoll.

Der Topfhelm

13.–15. Jahrhundert

Der Topfhelm ist die zylindrische Urform des geschlossenen Ritterhelms: vollständiger Gesichtsschutz, nur schmale Belüftungsschlitze. Als historisches Vorbild für die Repliken in dieser Kategorie dient u. a. der Topfhelm der Rieter von Kornburg, Nürnberg um 1375 – ein gut dokumentiertes Original mit charakteristischem Querschlitz und solider Verarbeitung. Schwer, heiß, aber historisch authentisch für Turnierdarstellungen des 14. Jahrhunderts.

Eisenhut & Barbuta

14.–15. Jahrhundert

Der Eisenhut (auch Chapel-de-fer) ist die pragmatischste Helmform des Spätmittelalters: schirmartiger Rand rundum, offenes Gesicht, leicht und gut belüftet – ideal für Bogenschützen und Fußkämpfer. Varianten mit Wangenklappen oder Bändern bieten zusätzlichen Schutz. Die Barbuta ist die italienische Parallele: ein oben geschlossener Helm mit T-förmiger Gesichtsöffnung, der an antike Vorbilder angelehnt ist und besonders in Norditalien um 1440 verbreitet war.

Für welchen Einsatz eignet sich welcher Helm?

Deko & Sammler · ab 21 €

Miniaturhelme, dekorative Ausführungen und Modelle aus 1,6 mm Stahl ohne Schaukampfzulassung eignen sich hervorragend für die Vitrine, als Geschenk oder zur Ausstellung. Messingbeschläge und Lederinlays sind bei diesen Modellen oft besonders detailreich ausgearbeitet. Ein Helmständer wertet die Präsentation deutlich auf.

Living History & LARP · 80–130 €

Für Living-History-Darstellungen, Märkte und LARP-Einsätze mit leichtem Kampfanteil bieten sich 1,6-mm-Modelle an. Sie sind leichter zu tragen, sehen authentisch aus und reichen für die meisten Veranstaltungsformate ohne Vollkontakt. Kombinierbar mit Gambeson und Kettenzeug zu einem stimmigen Gesamtbild des 14. oder 15. Jahrhunderts.

Reenactment & Schaukampf · ab 130 €

Für Turniere, historischen Schaukampf und Vollkontakt-Reenactment sind ausschließlich Modelle aus 2 mm Stahl mit expliziter Schaukampfzulassung geeignet. In dieser Kategorie finden sich Beckenhauben, Hundsgugeln, Schaller und Topfhelme in schaukampftauglicher Qualität – gefertigt nach historischen Vorbildern, mit beweglichen Visieren und Messingbeschlägen als Qualitätsmerkmal. Ergänze den Helm mit passenden Schulterplatten und Armzeug für eine vollständige Rüstung.

Vehi Mercatus ist seit über 20 Jahren Fachhandel für Mittelalter und Reenactment. Trusted Shops zertifiziert, 30 Tage Rückgaberecht, Lieferung in 10 Länder. Bei Fragen zur Helmauswahl erreichst du das Team telefonisch Mo–Fr 8–12 und 13–15 Uhr unter +49 9921 7099288 oder direkt beim Lagerverkauf in Rinchnach.

Ob du einen schaukampftauglichen Schaller für das nächste Turnier suchst oder eine detailgetreue Hundsgugel für deine Spätmittelalter-Darstellung – in dieser Kategorie findest du 107 Helme von der günstigen Einstiegsvariante bis zur soliden Kampfausrüstung. Schau dich in Ruhe um, und wenn du eine Frage zur Auswahl hast, ist das Team von Vehi Mercatus für dich da.

Häufig gestellte Fragen

Die Beckenhaube ist die Grundform: eine halbkugelförmige Stahlglocke mit tiefem Nackenschutz, die ab dem frühen 14. Jahrhundert verbreitet war und wahlweise mit Visier, Klappvisier oder Kettenbrünne kombiniert wurde. Die Hundsgugel ist eine Variante davon – erkennbar an der charakteristisch spitzen, nach oben zulaufenden Glocke und dem langgezogenen, schnauzenartigen Visier. Sie entstand um 1360/70 und war bis ca. 1420 die beliebteste Helmform europäischer Ritter.

Für Schaukampf und Turniere mit Vollkontakt wird in der Regel eine Wandstärke von 2 mm (14 Gauge) empfohlen. Helme mit dieser Stärke sind in der Produktbeschreibung explizit als 'schaukampftauglich' gekennzeichnet. Modelle aus 1,6 mm Stahl (16 Gauge) eignen sich für leichtes Training, Living History und Dekoration, sind aber nicht für reguläre Kampfveranstaltungen mit definierten Sicherheitsstandards ausgelegt.

Miss deinen Kopfumfang mit einem flexiblen Maßband auf Höhe der Stirn – etwa 1–2 cm über den Ohren. Dieser Wert entspricht in der Regel der Helmgröße: S passt bei ca. 54–56 cm, M bei 57–59 cm, L ab ca. 60 cm. Spätmittelalterliche Helme sitzen tiefer als Alltagskopfbedeckungen; bei Grenzwerten empfiehlt sich die größere Variante in Kombination mit einem angepassten Innenfutter.

Für eine Darstellung des frühen 14. Jahrhunderts passt eine einfache Beckenhaube mit Kettenbrünne. Für das mittlere 14. Jahrhundert kommt die Beckenhaube mit Klappvisier oder Hundsgugel in Frage. Im 15. Jahrhundert dominieren der Schaller (deutsch, englisch, gotisch) und die Barbuta. Der Topfhelm ist historisch im 13. bis frühen 14. Jahrhundert verankert, wird aber häufig auch für spätmittelalterliche Turnierdarstellungen verwendet.

Ein Innenfutter ist für jeden regelmäßigen Gebrauch dringend empfohlen. Es polstert Stöße ab, verhindert Druckstellen und verbessert den Sitz erheblich. Viele Helme werden ohne Futter geliefert – ein Lederfutter oder ein geflochtenes Textilband lassen sich nachträglich einbauen. Für den Schaukampf ist ausreichende Dämpfung nicht optional, sondern Sicherheitspflicht.

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