Mittelalter Lampen, Laternen und mehr
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Licht war im Mittelalter keine Selbstverständlichkeit. Wer nach Einbruch der Dunkelheit arbeiten, lesen oder reisen wollte, brauchte eine verlässliche Lichtquelle – und die war teuer, aufwendig oder zumindest mühsam in der Handhabung. Ob handgeschmiedeter Kerzenständer, Rohhautlaterne, Kienspanhalter oder Öllampe aus Keramik: Hier findest du mittelalterliche Beleuchtung für Reenactment, Heerlager, Mittelaltermarkt und Heimdekoration – von einfachen Alltagsrepliken bis hin zu aufwendig gefertigten Messinglaternen.
Wie wurde im Mittelalter beleuchtet? Ein Überblick über historische Lichtquellen
Mittelalterliche Beleuchtung war eng an soziale Schicht und Verfügbarkeit von Rohstoffen geknüpft. Die einfachste und älteste Methode war der Kienspan – ein harzreiches Holzstück, das brennt wie eine einfache Fackel. Er war billig und überall verfügbar, aber kurz in der Brenndauer und kaum zu steuern. Die Öllampe aus Ton oder Keramik kam schon aus der Antike und war im frühen Mittelalter weit verbreitet: Ein Docht tauchte in Pflanzenöl oder Tierfett, das Licht war ruhiger und länger. Kerzen aus Talg (Rinder- oder Schafsfett) waren günstiger als Bienenwachskerzen, rauchten aber stärker und rochen weniger angenehm – Bienenwachs blieb den Wohlhabenden und der Kirche vorbehalten.
Die Laterne löste ein praktisches Problem: Sie schützte die Flamme vor Wind und verhinderte, dass offenes Feuer Stroh oder Holz entzündete. Einfache Laternen bestanden aus Eisen mit Fenstern aus geriebenen Tierhörnplatten (Horn ist lichtdurchlässig), später aus Pergament oder Rohhaut. Fackeln dienten vor allem im Außenbereich – für Prozessionen, auf Burghöfen oder bei Reisen. Licht hatte im mittelalterlichen Alltag eine dreifache Funktion: Es ermöglichte Arbeit nach Sonnenuntergang, erhöhte die Sicherheit auf Wegen und Lagerplätzen, und spielte in der religiösen Praxis eine zentrale symbolische Rolle.
Vom Frühmittelalter bis ins Spätmittelalter: Wie sich Beleuchtung entwickelte
Frühmittelalter: Tonlampe und Kienspan
Die ältesten verbreiteten Lichtquellen nach dem Untergang Roms waren Kienspanhalter aus Eisen und einfache Tonlampen nach römischem Vorbild – oft mit einem oder mehreren Schnäbeln für Dochte. Robuster als Glas, günstiger als Messing: Keramiklampen eigneten sich für bäuerlichen Alltag und frühe Klöster gleichermaßen. Die Oseberg-Lampe, bekannt aus einem wikingerzeitlichen Schiffsgrab (früh 9. Jh.), ist ein früher Eisenleuchter, der als Vorlage für heutige Repliken dient.
Hochmittelalter: Eisenleuchter und erste Laternen
Mit dem Aufblühen von Städten und Handwerk wuchs auch die Vielfalt der Beleuchtungsobjekte. Handgeschmiedete Eisenkerzenständer mit Dreibein oder Tragegriff hielten Einzug in Bürgerhäuser und Klöster. Erste geschlossene Laternen schützten die Flamme vor Wind – ein klarer Funktionsgewinn für Reisende und Nachtwächter.
Spätmittelalter: Hornlaternen, Blech und Messing
Das Spätmittelalter brachte eine deutliche Differenzierung: Hornlaternen mit geschliffenen Hornplatten boten windbeständiges, weiches Licht und waren bei Reisenden und Handwerkern beliebt. Blechlaternen mit Lochmuster oder Kreuzmuster waren günstig herzustellen. Messinglaternen hingegen galten als Statussymbol: aufwendig gefertigt, langlebig, ein Zeichen bürgerlichen oder adeligen Wohlstands. Repliken dieser Typen finden sich heute im Sortiment für Reenactment und Marktdarstellung.
Die wichtigsten Typen: Laternen, Lampen, Kerzenständer und Kienspanhalter im Vergleich
| Typ | Material | Epoche / Eignung | Praxishinweis |
|---|---|---|---|
| Kienspanhalter | Schmiedeeisen | Frühmittelalter | Älteste Alltagsbeleuchtung; offen, kein Windschutz |
| Öllampe (Keramik) | Keramik / Ton | Frühmittelalter, Antike | Bis zu 3 Dochte; zum Aufhängen oder Aufstellen |
| Talglichtlampe | Keramik | 13.–15. Jh. | Spätmittelalterlich; handgefertigt auf der Töpferscheibe |
| Rohhautlaterne | Holz + Rohhaut | Markt / LARP | Weiches Streulicht; gut für Lager und Dekoration |
| Blechlaterne | Blech (Eisen) | Spätmittelalter / LARP | Robust, günstig, praktisch für Lagereinsatz |
| Hornlaterne | Stahl + Horn | Hoch-/Spätmittelalter | Windbeständig, lichtdurchlässig, historisch belegt |
| Messinglaterne | Messing (+ Horn) | Spätmittelalter | Statussymbol, aufwendige Fertigung, höherer Preis |
| Kerzenständer | Schmiedeeisen | Hoch-/Spätmittelalter | Viele Varianten: Tragegriff, Dreibein, tordierter Stiel |
| Dreibein (Lampenhalter) | Kohlenstoffstahl | Früh- bis Spätmittelalter | Stabile Halterung für Lampen über dem Lagerfeuer |
Laternen nach Material: Holz, Horn, Messing und Blech
Holz & Rohhaut
Holzlaternen mit Rohhaut- oder Pergamentfenstern streuen das Kerzenlicht weich und warm. Sie sind ideal für Lageratmosphäre und Marktpräsentation, weniger robust bei dauerhaftem Außeneinsatz im Regen. Im Sortiment ab ca. 33–50 €.
Horn & Stahl
Hornplatten-Laternen bieten echten Windschutz und lassen das Licht trotzdem durch – genau wie historische Originale. Erhältlich in runder und quadratischer Ausführung. Hornwaren waren im Mittelalter weit verbreitet; diese Laternen setzen das authentisch um. Preis ca. 50 €.
Messing
Messinglaternen mit Horntür und Lederklappentür sind die hochwertigsten Varianten im Sortiment – Repliken aus dem 14.–16. Jahrhundert, dekorativ und funktional. Preis ca. 58–67 €. Wer Wert auf historische Akkuratesse legt und ein sichtbares Zeichen von Wohlstand im Lager setzen möchte, ist hier richtig.
Blechlaternen mit Lochmuster oder Kreuzmuster sind die pragmatische Wahl für den robusten Lagereinsatz – handgefertigt, einem Museumsobjekt nachempfunden, und mit ca. 33 € im erschwinglichen Bereich. Kauftipp: Wähle das Material nach deiner darzustellenden Epoche und deinem Nutzungskontext. Für ein frühes Wikingerlager passt eine einfache Eisenlampe oder ein Kienspanhalter besser als eine Messinglaterne des 15. Jahrhunderts.
Öllampen und Kerzenständer: Licht für drin und draußen
Keramik-Öllampen nach römischem Vorbild gehören zu den ältesten kontinuierlich genutzten Beleuchtungsobjekten überhaupt. Die dreiflammigen Varianten im Sortiment – zum Aufhängen mit Kette oder zum Aufstellen – sind handgefertigt aus Aufbaukeramik und in ihrer Form direkt an antike und frühmittelalterliche Funde angelehnt. Sie funktionieren mit handelsüblichem Lampenöl und einem Baumwolldocht. Als spätmittelalterliche Variante ergänzt die Talglichtlampe des 13.–15. Jahrhunderts das Sortiment – handgedreht auf der Töpferscheibe, mit Henkel, im typischen Keramikstil des Hochmittelalters.
Bei den geschmiedeten Kerzenständern gibt es deutliche Unterschiede: Einfache Tischständer mit tordiertem Stiel und gerollten Füßen beginnen unter 15 €, Varianten mit Tragegriff – praktisch für den Transport im Lager – liegen um die 20 €. Wer eine Lampe über dem Feuer halten möchte, findet im handgeschmiedeten Dreibein aus Kohlenstoffstahl (ca. 115 cm Schenkellänge) die passende Halterung – stabil, authentisch, und auch zum Kochen nutzbar. Das Dreibein lässt sich gut mit dem geschmiedeten Zubehör für Kochstellen kombinieren.
Für Reenactment, Lager oder Dekoration: Welche Beleuchtung passt wozu?
Handgeschmiedete Kerzenständer ab ca. 11 € sind der günstigste Einstieg – authentisch gefertigt, sofort nutzbar. Einfache Öllampen aus Keramik mit Docht starten ab ca. 17 €. Ideal für erste Marktbesuche, Kostümabende oder als Ergänzung zum bestehenden Lager ohne großes Budget. Der mittelalterliche Kienspanhalter aus dem 12. Jahrhundert liegt bei ca. 16 € und ist eine der ältesten darstellbaren Beleuchtungsformen.
Rohhautlaternen, Blechlaternen und Keramiköllampen (dreiflammig, zum Aufhängen) bieten deutlich mehr Authentizität und Lichtausbeute. Die Oseberg-Lampe als detailgetreue Eisenreplik (ca. 30 €) eignet sich besonders für Wikinger- und Frühmittelalterdarstellungen. Talglichtlampen und Holzlaternen mit Rohhautfenstern liegen im selben Preisbereich und setzen stimmungsvolle Akzente auf Marktständen und in Heerlagern.
Hornlaternen (rund oder quadratisch, ca. 50 €), spätmittelalterliche Messinglaternen (ca. 58–67 €) und das handgeschmiedete Dreibein (ca. 50 €) richten sich an Reenactoren mit Anspruch an Detailtreue. Am oberen Ende des Sortiments finden sich aufwendige Repliken bis ca. 160 €, die auch für Theater- und Filmproduktionen geeignet sind. Praktischer Hinweis: Für Veranstaltungen mit Brandschutzauflagen bieten geschlossene Laternen (Horn, Rohhaut) gegenüber offenen Kerzenständern klare Vorteile. Transportabel und windfest sollte die Wahl sein, wenn das Lager mehrfach auf- und abgebaut wird.
Für die Heimdekoration eignen sich nahezu alle Typen – besonders Holzlaternen mit Rohhaut und Messinglaternen setzen historisch inspirierende Akzente. Auf dem Mittelaltermarkt oder der Bühne zählen vor allem Windbeständigkeit und optische Wirkung aus der Distanz: Hornlaternen und Rohhautlaternen liefern beides. Im Mittelalter-Lagerbedarf findest du weiteres Zubehör, das gut zur Beleuchtung passt – vom Kessel über der Feuerstelle bis zum mittelalterlichen Mobiliar.
Ob du dein Heerlager authentisch ausleuchten, deinen Marktstand stimmungsvoll in Szene setzen oder einfach eine historisch inspirierte Dekoration für zuhause suchst – im Sortiment findest du passende Beleuchtung für jedes Budget und jede Epoche. Stöbere durch die Kategorie oder ruf uns an, wenn du unsicher bist, welche Laterne oder Lampe am besten zu deinem Vorhaben passt.
Häufig gestellte Fragen
Im Mittelalter waren Öllampen aus Ton oder Keramik, Kienspanhalter, Kerzen aus Talg oder Bienenwachs sowie verschiedene Laternen aus Eisen, Horn oder Holz verbreitet. Einfache Tonlampen mit Docht kamen schon aus der Antike und wurden bis ins Spätmittelalter genutzt. Für Wohlhabende gab es aufwendigere Varianten aus Messing mit Hornfenstern.
Die Beleuchtung im Mittelalter hing stark von sozialer Schicht und Region ab. Einfache Bevölkerungsschichten nutzten Kienspäne (harzreiches Holz), Talglichtlampen und einfache Eisenleuchter. Klöster und Wohlhabende konnten sich Bienenwachskerzen leisten, die sauberer brannten. Laternen mit Hornfenstern oder Rohhautbespannung schützten die Flamme vor Wind und boten mehr Sicherheit beim Transport.
Ein Kienspanhalter ist eine einfache Eisenvorrichtung, die einen harzreichen Holzspan (Kienspan) hält, während er brennt. Diese Form der Beleuchtung gehört zu den ältesten und günstigsten überhaupt – kein Öl, kein Docht, nur das natürlich harzige Holz. Kienspanhalter sind vor allem für Frühmittelalter- und Wikingerzeitdarstellungen geeignet und im Sortiment ab ca. 16 € erhältlich.
Das hängt vor allem von der dargestellten Epoche ab: Für Frühmittelalter und Wikingerzeit passen Eisenlampen (z. B. Oseberg-Replik), Kienspanhalter und einfache Keramiköllampen. Hoch- und Spätmittelalter werden mit Hornlaternen, Blechlaternen oder Messinglaternen dargestellt. Für Märkte und LARP ohne strengen Epochenbezug sind Rohhautlaternen und Holzlaternen eine vielseitige und stimmungsvolle Wahl.
Ja, die meisten Laternen und Kerzenständer im Sortiment eignen sich auch hervorragend für Heimdekoration. Besonders beliebt sind Holzlaternen mit Rohhautfenstern für ein warmes Streulicht sowie Messinglaternen als dekoratives Statement-Objekt. Wichtig: Bei der Nutzung mit echten Kerzen immer auf ausreichend Abstand zu brennbaren Materialien achten und die Flamme nie unbeaufsichtigt lassen.









