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Wikinger Bartschmuck und Wikinger Haarschmuck



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Wikinger Bartschmuck und Wikinger Haarschmuck gehören zu den faszinierendsten Accessoires der nordischen Kultur – nicht nur wegen ihrer handwerklichen Qualität, sondern auch wegen der Bedeutung, die sie für ihre Träger hatten. Ob Bartperlen aus Bronze, versilberte Haarspiralen oder Schmuckstücke mit Runen und Tiermotiven: Wer sich mit der Wikingerzeit beschäftigt, kommt an diesem Detail kaum vorbei.

Historischer Hintergrund: Trugen Wikinger wirklich Schmuck im Bart und Haar?

Historischer Hintergrund: Trugen Wikinger wirklich Schmuck im Bart und Haar?

Die kurze Antwort: Ja – und die Belege sind solide. Archäologische Ausgrabungen auf skandinavischen Fundstätten haben wiederholt Perlen und Ringe in Grabkontexten geliefert, die auf eine Verwendung im Haar oder Bart hinweisen. Zu den wichtigsten Fundmaterialien zählen Bronze, Silber, Knochen, Bernstein, Glas und Holz. Gerade Glas- und Bernsteinperlen wurden in der Wikingerzeit häufig als Handelsgut über weite Strecken transportiert – ihr Vorkommen in Gräbern sagt deshalb nicht nur etwas über persönliche Vorlieben aus, sondern auch über Handelsverbindungen und sozialen Status.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen gesichertem Fundmaterial und der populären Vorstellung: Nicht jeder Wikinger trug einen mit Perlen geschmückten Rauschebart. Die Funddichte variiert stark je nach Region und Bestattungstyp. Was sich jedoch klar belegen lässt, ist der hohe Stellenwert von Körperpflege in der nordischen Kultur generell: Kämme aus Knochen oder Geweih, Pinzetten und Ohrlöffelchen gehören zu den häufigsten Grabbeigaben – die Wikinger galten als ausgesprochen gepflegte Menschen, was zeitgenössische Quellen wie der Bericht des arabischen Reisenden Ibn Fadlan ausdrücklich bestätigen.

Bedeutung und Symbolik: Was sagten Bartperlen über ihren Träger aus?

In einer Gesellschaft ohne schriftliche Identifikationsdokumente kommunizierte man über das Äußere. Material und Motiv der Bartperle oder Haarperle waren dabei kein Zufall. Eine Perle aus Gold oder Feinsilber signalisierte Wohlstand und weitreichende Handelskontakte; Bronze war das Material des Alltags und der breiten Kriegerschaft; Knochen- und Holzperlen waren einfacher herzustellen und entsprechend weiter verbreitet.

Noch deutlicher sprachen die Motive: Runen galten als Träger magischer Kräfte und konnten Schutz, Stärke oder Weisheit verkörpern. Der Thors Hammer (Mjölnir) war das meistverbreitete Schutzsymbol der Wikingerzeit – als Bartperle getragen, brachte er den Segen des Donnerers direkt an den Körper des Trägers. Wolfsmotive verwiesen auf Odin und seine Begleiterwölfe Geri und Freki und waren vor allem unter Kriegern beliebt. Der Lebensbaum Yggdrasil stand für Kosmologie und Verbindung zwischen den Welten. Daneben gab es geometrische Muster im Tierstil, die zwar keine eindeutige mythologische Zuordnung haben, aber kunsthandwerklich höchsten Ansprüchen genügten.

Für Häuptlinge und erfahrene Krieger dürfte repräsentativer Bartschmuck eine ähnliche Funktion gehabt haben wie heute ein teures Uhrenmodell: sichtbares Zeichen von Rang und Zugehörigkeit, ohne ein Wort zu sagen.

Bartperlen, Haarspiralen, Bartringe: Die wichtigsten Schmuckformen im Überblick

Bartperlen

Großlochperlen für Bartflechtungen

Runde oder verzierte Metallperlen mit weitem Innenloch, die auf eine geflochtene oder gedrehte Bartsträhne aufgezogen werden. Das Loch muss groß genug sein, um das geflochtene Haar hindurchzuführen – typischerweise 4–6 mm Innendurchmesser. Erhältlich aus Bronze, Zamak (versilbert oder mit Patina) sowie als figürliche Variante mit Tierkopf- oder Runenmotiven.

Bartringe

Offene Metallringe als Flechtenabschluss

Bartringe sind offene oder geschlossene Ringe, die den Abschluss einer Bartflechte bilden. Sie halten das Haar praktisch zusammen und setzen gleichzeitig einen dekorativen Akzent. Historisch aus Bronze, Silber oder Gold gefertigt. Die offene Variante lässt sich ohne Werkzeug um eine Haarsträhne drehen und bei Bedarf wieder öffnen.

Haarspiralen & Haarperlen

Für Kopfhaar und Locken

Haarspiralen bestehen aus spiralförmig gewickeltem Draht, der direkt in eine Locke oder lose Strähne eingedreht wird – ohne Werkzeug, individuell an verschiedene Haardicken anpassbar. Haarperlen sind größer als Bartperlen und eignen sich besonders für volles Kopfhaar; sie wurden sowohl von Männern als auch von Frauen getragen und finden sich archäologisch in Gräbern beider Geschlechter.

Materialien im Vergleich: Bronze, Silber, Zamak und mehr

Material Historische Einordnung Eigenschaften
Bronze Historisch belegt Meistverwendetes Material der Wikingerzeit; robuste Patinierung über Zeit; warmer, goldbrauner Farbton; preisgünstig und langlebig
Silber / versilbert Historisch belegt Edelere Optik mit hohem Glanz; Silber war in der Wikingerzeit Zahlungsmittel und Statussymbol; versilberte Zamak-Varianten bieten ähnliche Optik zu günstigerem Preis
Zamak LARP / Einsteiger Zinklegierung mit hohem Detailreichtum beim Guss; ideal für aufwendige Motive; gutes Preis-Leistungs-Verhältnis; leichter als massives Bronze oder Silber
Knochen & Horn Historisch authentisch Seltenste und authentischste Option nach archäologischen Befunden; organische Optik; jedes Stück ein Unikat durch natürliche Maserung

Wikinger Bart flechten und Bartperlen befestigen: So geht es

Wikinger Bart flechten und Bartperlen befestigen: So geht es

Bevor die erste Bartperle aufgezogen werden kann, braucht der Bart eine Mindestlänge von etwa 5–8 cm – je nach Innendurchmesser der Perle und persönlicher Haardicke. Für sehr enge Perlenöffnungen (unter 4 mm) empfiehlt sich etwas mehr Länge, damit die Strähne fest genug gedreht oder geflochten werden kann.

Der Ablauf ist einfacher als er klingt:

  1. Eine Bartsträhne von etwa 1–2 cm Breite abtrennen und straff flechten oder fest um sich selbst drehen.
  2. Das geflochtene Ende durch die Perlenöffnung führen – am einfachsten geht das mit einer dünnen Fädelhilfe (gebogener Draht oder spezielle Bartperlen-Nadel), die man durch die Perle steckt, das Haar einhakt und dann zurückzieht.
  3. Die Perle so weit nach oben schieben, dass sie fest sitzt, ohne zu drücken.
  4. Für Bartringe: Den offenen Ring direkt um die fertige Flechte drehen und die Enden leicht zusammendrücken.

Wer mehrere Perlen an einem Bart-Zopf kombinieren möchte, kann sie hintereinander auf dieselbe Strähne auffädeln oder verschiedene Strähnen nebeneinander mit je einer Perle versehen. Letzteres ergibt einen ausgewogeneren Look und verteilt das Gewicht gleichmäßiger. Haarspiralen benötigen gar kein Werkzeug: Den spiralförmigen Draht einfach um eine Locke drehen und leicht festhalten – die Spirale hält durch ihre Form allein.

Wikinger Haarschmuck für Frauen: Haarspiralen und Haarperlen im Frühmittelalter

Der Irrtum, Bart- und Haarschmuck sei ausschließlich Männersache gewesen, lässt sich archäologisch leicht widerlegen. In den Frauengräbern der Handelsstädte Birka (Schweden) und Hedeby (heute Schleswig-Holstein) wurden Haarperlen und spiralförmige Drahtelemente gefunden, die eindeutig als Haarschmuck identifiziert wurden. Besonders Haarspiralen lassen sich auf unterschiedlichste Haardicken anpassen und sind damit universell einsetzbar – egal ob für feines, glattes Haar oder voluminöse Locken.

Im Kontext einer vollständigen frühmittelalterlichen Frauengewandung lassen sich Haarspiralen gut mit anderen Wikinger Fibeln und Fibelbändern, geflochtenen Zöpfen oder einem Mittelalter Haarschmuck aus Perlen und Borten kombinieren. Auch Wikinger Ohrringe und Wikinger Fibeln ergänzen das Gesamtbild stimmig.

Für moderne Anwendungen bietet sich Wikinger Haarschmuck für Frauen besonders an beim Reenactment skandinavischer Kulturen des 8.–11. Jahrhunderts, auf dem Mittelaltermarkt, im LARP mit nordischer Fraktion – oder als stilvolles Detail für eine nordisch inspirierte Hochzeit.

Für wen eignet sich Wikinger Bart- und Haarschmuck heute?

Für Reenactoren steht die historische Glaubwürdigkeit im Vordergrund. Hier empfehlen sich Bartperlen und Haarspiralen aus Bronze oder echtem Silber, idealerweise mit nachgewiesenen Motiven wie Tierstil, Runen oder schlichten Ringformen. Knochen- und Hornperlen sind die authentischste Wahl, wenn archäologische Korrektheit das Ziel ist. Fundkopien nach Vorbildern aus Birka, Hedeby oder Gotland sind für dieses Segment besonders geeignet.

Im LARP steht der dekorative Effekt im Vordergrund – hier ist die Motivauswahl breiter und der Anspruch an historische Korrektheit geringer. Zamak-Perlen mit Wolfskopf, Thors Hammer oder Drachenmotiven liefern starke visuelle Wirkung zu günstigen Preisen. Haarspiralen lassen sich schnell ein- und ausdrehen, was beim Wechsel zwischen Spielwelt und Alltag praktisch ist. Auch mehrfarbige Kombinationen aus verschiedenen Perlenformen sind im LARP-Kontext absolut akzeptabel.

Wer zum ersten Mal einen Mittelaltermarkt besucht oder sein Wikinger Outfit unkompliziert aufwerten möchte, findet in Bartperlen und Haarspiralen den einfachsten Einstieg. Die Montage ist ohne Vorkenntnisse möglich, die Kosten überschaubar – und die Wirkung sofort sichtbar. Eine einzelne Bartperle mit Runenmotiv oder ein versilberter Haarspiral reicht aus, um ein ansonsten schlichtes Outfit deutlich aufzuwerten.

Bartperlen und Haarschmuck haben längst den Sprung in den Alltag geschafft. Wer nordische Kultur, Mythologie oder Ästhetik schätzt, trägt Bartperlen heute als regulären Schmuck – ganz ohne Kostümcharakter. Besonders beliebt sind dabei schlichte Bronzeringe, dezent versilberte Perlen mit Runen sowie Haarspiralen für Frauen. Das Sortiment bei Vehi Mercatus umfasst neben Bartschmuck auch passende Wikinger Ketten und Anhänger, Wikinger Armreife und Armbänder sowie Wikinger Ringe – alles aus einer Hand.

Vehi Mercatus ist seit über 20 Jahren Fachhandel für Mittelalter, Reenactment und LARP. Bei Fragen zu Materialien, Motiven oder der richtigen Größe erreichst du unser Team telefonisch Mo–Fr 8–12 und 13–15 Uhr. 30 Tage Rückgaberecht und Trusted Shops Mitgliedschaft inklusive.

Ob für den nächsten Mittelaltermarkt, ein LARP-Abenteuer oder das tägliche Outfit mit nordischem Flair – Wikinger Bartschmuck und Haarschmuck ist ein Detail, das sofort Wirkung zeigt. Stöbere durch unser Sortiment an Bartperlen, Haarspiralen und Bartringen und finde die Stücke, die zu deinem Look und deinem Anspruch passen.

Häufig gestellte Fragen

Ja, archäologische Funde aus skandinavischen Gräberstätten belegen die Verwendung von Perlen und Ringen im Haar. Fundmaterialien umfassen Bronze, Silber, Knochen, Bernstein und Glas. Ob Bartperlen spezifisch nachgewiesen sind, ist schwerer eindeutig zu belegen, da Bart- und Haarperlen archäologisch schwer zu unterscheiden sind – die grundsätzliche Praxis ist jedoch gut dokumentiert.

Bartschmuck kommunizierte in der Wikingerzeit sozialen Status, Reichtum und religiöse Zugehörigkeit. Teure Materialien wie Gold und Silber zeigten Wohlstand, während Motive wie Runen, Thors Hammer oder Wolfskopf symbolische Schutz- und Identitätsfunktionen hatten. Auch die Zugehörigkeit zu Kriegerbünden oder der Kult eines bestimmten Gottes konnte durch Schmuckmotive ausgedrückt werden.

Für Bartperlen benötigst du einen Bart von mindestens 5–8 cm Länge. Eine Strähne wird straff geflochten oder gedreht, dann mit einer dünnen Fädelhilfe (gebogener Draht oder Bartperlen-Nadel) durch das Innenloch der Perle gezogen. Die Perle wird anschließend nach oben geschoben, bis sie fest sitzt. Haarspiralen hingegen lassen sich ohne Werkzeug direkt in eine Locke eindrehen.

Absolut. Archäologische Funde aus Frauengräbern in Birka und Hedeby belegen, dass Haarschmuck auch von Frauen getragen wurde. Besonders Haarspiralen aus Draht und größere Haarperlen sind für Frauen geeignet. Sie lassen sich gut mit Fibeln, geflochtenen Frisuren und anderen Wikinger-Accessoires kombinieren – sowohl für Reenactment als auch für den Alltag.

Bronze ist das historisch authentischere Material und entwickelt mit der Zeit eine charakteristische Patina. Zamak ist eine Zinklegierung, die sehr feine Gussdetails ermöglicht und dadurch aufwendige Motive wie Tierköpfe oder Runen schärfer abbildet – zu einem günstigeren Preis. Für Reenactment empfiehlt sich Bronze, für LARP und Einsteiger sind Zamak-Perlen eine gute Wahl.

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