Schottenröcke, Kilts und Plaids
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Kilt, Schottenrock, Plaid – was ist eigentlich was?
Der Kilt – auf Deutsch auch Schottenrock genannt – ist weit mehr als ein Kleidungsstück: Er ist ein Stück gelebte Geschichte aus den schottischen Highlands, das heute auf Mittelaltermärkten, keltischen Festen, Highland Games und sogar als Alltagsgewand getragen wird. Beide Begriffe, Kilt und Schottenrock, bezeichnen dasselbe: einen knielangen Faltenrock aus Tartan-Stoff, der traditionell von Männern getragen wird. Das Wort Kilt stammt aus dem Altnordischen und bedeutet so viel wie „Stoff um den Körper wickeln" – ein Hinweis auf die enge historische Verflechtung zwischen den Nordvölkern und den Bewohnern des schottischen Hochlands.
Davon zu unterscheiden ist der Plaid, auch Belted Plaid oder Feileadh Mòr (Großer Kilt) genannt. Dabei handelt es sich um das historische Vorläuferkleidungsstück: ein langes Stück Wollstoff, das sowohl als Rock als auch als Schulterumhang dienen konnte. Aus diesem Großen Kilt entwickelte sich im frühen 18. Jahrhundert der Feileadh Beag – der Kleine Kilt –, der Vorläufer des modernen Kilts, wie wir ihn heute kennen. Während der Plaid also eher ein Mantelrock-Wickelkleidungsstück ist, beschreibt der Kilt den taillierten Faltenrock, der mit Schnallen oder Riemen befestigt wird.
Die Geschichte des Kilts – vom Highland Plaid zum modernen Faltenrock
Belted Plaid in den Highlands
Erste schriftliche Erwähnungen des Feileadh Mòr in den schottischen Highlands. Der große Plaid diente als Kleidung, Decke und Schutz vor dem rauen Wetter der Bergregionen – vielseitig und praktisch.
Der Kleine Kilt entsteht
Der Feileadh Beag (Little Kilt) entwickelt sich aus dem Belted Plaid: Der obere Teil wird abgetrennt, der untere als eigenständiger Hüftrock getragen. Leichter, praktischer und schon dem modernen Kilt sehr ähnlich.
Dress Act – Verbot und kulturelle Stärkung
Nach dem Jakobitenaufstand von 1745 verbot der britische Dress Act das Tragen des Kilts in Schottland. Paradoxerweise festigte das Verbot den Kilt als Symbol des schottischen Widerstands und kulturellen Stolzes.
Wiedergeburt als nationales Symbol
Sir Walter Scott inszenierte 1822 den Besuch König Georges IV. in Edinburgh als Highland-Spektakel. Queen Victorias Begeisterung für Schottland und Schloss Balmoral tat das Übrige: Der Kilt wurde zum Symbol schottischer Nationalidentität und die Verbindung bestimmter Tartans mit Clans populär.
Weltweites Kultkleidungsstück
Kilts sind fester Bestandteil bei Highland Games, schottischen Hochzeiten, keltischen Festen und Mittelaltermärkten. Auch außerhalb Schottlands erfreuen sie sich weltweit großer Beliebtheit – als Tracht, Kostüm und Statement.
Häufige Fragen: Wer darf Kilt tragen, was kommt drunter, und was kostet ein echter Kilt?
Diese Fragen tauchen im Zusammenhang mit dem Kilt besonders oft auf – und die Antworten sind weniger kompliziert, als viele denken:
Wer darf einen Kilt tragen? Grundsätzlich jeder. Es gibt keine offiziellen Clan-Regeln, die Nicht-Schotten den Zugang zu bestimmten Tartans verbieten. Auch wer keinen schottischen Hintergrund hat, darf jeden Tartan wählen, der ihm gefällt. Die romantisierte Vorstellung, jeder Tartan gehöre exklusiv einem Clan, ist vor allem ein Produkt des 19. Jahrhunderts.
Was kommt unter den Kilt? Traditionell nichts – diese Praxis hat ihren Ursprung in der schottischen Militärgeschichte, wo es einfach pragmatisch war. Heute ist es jedem selbst überlassen. Wer auf Festivals oder Mittelaltermärkten unterwegs ist, entscheidet nach eigenem Ermessen.
Was kostet ein originaler Kilt? Handgefertigte Maßkilts aus schottischen Werkstätten liegen je nach Verarbeitung zwischen 300 und 800 Euro oder mehr. Qualitativ gute Konfektions-Kilts – wie sie auch in unserem Sortiment zu finden sind – beginnen bei rund 60 bis 70 Euro und bieten für Mittelaltermärkte, keltische Feste und Freizeitveranstaltungen eine hervorragende Grundlage.
Das komplette Kilt-Outfit: Sporran, Kiltnadel, Plaid und mehr
| Zubehör | Funktion | Eignung |
|---|---|---|
| Sporran (Kilt-Tasche) | Ersatz für fehlende Hosentaschen, wird an Kette oder Halter vor dem Kilt getragen | Traditionell |
| Kiltnadel / Kilt Pin | Sichert den Überschlag des Kilts vorn, dekorativ mit schottischen Symbolen | Traditionell |
| Plaid / Schal | Großformatiger Tartan-Schal (ca. 234 × 137 cm), als Schulterumhang oder -tuch | Vielseitig |
| Mittelalter-Hemd | Schnürhemd oder Mittelalter-Hemd als Unterbau des Outfits | LARP & Markt |
| Historische Schuhe | Mittelalter Schuhe oder keltische Schnürschuhe vervollständigen das Outfit | LARP & Markt |
| Wollsocken mit Flashes | Traditionell unter dem Kilt getragen, Flashes halten die Socken am Unterschenkel | Traditionell |
| Sporran-Halter | Schicke Alternative zur Sporrankette, befestigt den Sporran am Taillenbund | Vielseitig |
Kilt für welchen Anlass? Mittelaltermarkt, Fasching, Highland Games & Alltag
Kiltnadel oder Sporran-Halter als erstes Accessoire – ideal, um ein vorhandenes Outfit aufzuwerten. Wer erstmals einen Kilt trägt, startet mit diesen kleinen Details und baut das Outfit schrittweise auf.
Der klassische 8-Yard-Kilt im Black Watch oder Black Stewart Tartan, kombiniert mit einem Schnürhemd und historischem Schuhwerk. Auf Mittelaltermärkten und keltischen Festen ist der Kilt sehr beliebt – auch wenn er historisch erst ins 16. Jahrhundert datiert und damit kein authentisches Mittelalter-Kleidungsstück ist, wird er von den meisten Veranstaltern toleriert. Für Fasching und Karneval bildet er die perfekte Basis für ein Schottenkostüm.
Kilt, passender Plaid-Schal, Sporran aus Leder, Kiltnadel und Wollsocken – ein vollständiges schottisches Outfit für Highland Games, Schottland-Feste oder LARP mit keltisch inspiriertem Charakter. Der Sporran ersetzt die fehlenden Taschen und ist kein optionales Extra, sondern funktionaler Bestandteil des Outfits.
Tartan-Muster und ihre Bedeutung: Black Watch, Stewart und Co.
Black Watch Tartan
Eines der bekanntesten Tartans weltweit, verbunden mit dem legendären schottischen Infanterieregiment Black Watch. Das dezente, dunkle Muster eignet sich für viele Anlässe und ist besonders bei Einsteigern beliebt.
Black Stewart Tartan
Das Black Stewart Muster ist lebhafter als der Black Watch Tartan und besonders bei Feierlichkeiten, keltischen Festen und Mittelaltermärkten beliebt. Ein auffälliges Muster, das Tradition und Farbfreude verbindet.
Schwarz (Uni)
Der einfarbig schwarze Kilt ist eine moderne Variante, die sich besonders gut mit anderen Kleidungsstücken kombinieren lässt – ideal für LARP-Charaktere, Rockkonzerte, Feste und alle, die ein zurückhaltendes Erscheinungsbild bevorzugen.
Grundsätzlich gilt: Tartan bezeichnet das charakteristische Karomuster aus verschiedenfarbigen Wollstreifen, das in Schottland seit Jahrhunderten gewebt wird. Die enge Verbindung zwischen bestimmten Tartans und Clans wurde vor allem im 19. Jahrhundert unter dem Einfluss von Sir Walter Scott populär. Heute gibt es keine strikten Regeln, welchen Tartan man tragen darf – auch Nicht-Schotten dürfen jeden Tartan frei wählen.
Pflege deines Kilts: So bleibt der Tartan lange schön
Die meisten Kilts im Sortiment bestehen aus Polyacryl-Tartan-Stoff, der die Optik von Wolle imitiert und dabei deutlich pflegeleichter ist als echter Wollstoff. Hier die wichtigsten Pflegehinweise im Überblick:
- Lagerung: Den Kilt hängend aufbewahren, am besten auf einem breiten Kleiderbügel. Das erhält die Faltenstruktur und verhindert Knitterfalten.
- Waschen: Polyacryl-Kilts bei maximal 30 Grad im Schonwaschgang waschen, niemals schleudern – das zerstört die Falten.
- Flecken: Leichte Flecken mit einem feuchten Tuch abtupfen, nicht reiben. Hartnäckige Flecken separat vorbehandeln.
- Bügeln: Falten lieber dämpfen als bügeln – Dampfbügeleisen mit etwas Abstand halten, nicht direkt aufsetzen.
- Reisen: Den Kilt locker einrollen, nicht falten, um Knitterkanten zu vermeiden.
- Sporran: Den Sporran aus Leder gelegentlich mit einem geeigneten Lederfett pflegen, damit das Leder geschmeidig bleibt.
Kilt kaufen: Worauf du bei Größe, Stoff und Verarbeitung achten solltest
Der klassische 8-Yard-Kilt – das Herzstück des Sortiments – wird aus rund 8 Yards (ca. 7,3 Metern) Stoff gefertigt. Diese Stoffmenge wird zu tiefen Plisseefalten am Rücken verarbeitet und sorgt für den charakteristischen Schwung beim Gehen. Der Stoff wird am vorderen Teil glatt über den Körper gelegt und mit Schnallen befestigt.
Zur Größenwahl: Kilts werden nach dem Taillenumfang in Zoll gemessen, nicht nach europäischen Konfektionsgrößen. Im Sortiment sind die Größen 36–46 Zoll (entspricht etwa S bis XXXL) erhältlich. Als Faustregel gilt: Der Kilt sollte in der Mitte des Knies enden – nicht darüber, nicht darunter. Um die richtige Größe zu ermitteln, misst man den Taillenumfang auf Höhe des Bauchnabels und den Hüftumfang an der breitesten Stelle und wählt den größeren der beiden Werte.
Material: Die Kilts im Sortiment bestehen aus 100 % Polyacryl-Tartan-Stoff mit Polyester-Futter. Das Material imitiert die Optik von Wolle überzeugend und ist für Freizeitveranstaltungen, Märkte und LARP gut geeignet. Wer einen echten Wollkilt für authentisches Reenactment sucht, sollte sich bei schottischen Spezialanbietern umsehen – und mit deutlich höheren Preisen rechnen. Für den Großteil der Szene sind die hier angebotenen Polyacryl-Kilts die praktische und kosteneffiziente Wahl.
Sporran und Kiltnadel sind bei einem vollständigen Kilt-Outfit kein optionales Extra: Der Sporran ersetzt die fehlenden Hosentaschen, die Kiltnadel sichert den vorderen Überschlag und verhindert ungewollte Einblicke. Beide Accessoires sind im Sortiment ab 13,44 Euro erhältlich und lassen sich problemlos mit einem keltischen Outfit oder einem Karnevalskostüm kombinieren.
Ob du einen Kilt für den nächsten Mittelaltermarkt suchst, ein Schottenkostüm für Karneval zusammenstellen möchtest oder einfach ein robustes Stück schottischer Tradition tragen willst – in dieser Kategorie findest du Kilts in verschiedenen Größen und Tartans, passende Sporrans, Plaids und Kiltnadeln. Schau dich in Ruhe um und greif zu, wenn das Muster stimmt.
Häufig gestellte Fragen
Kilt und Schottenrock bezeichnen dasselbe Kleidungsstück – einen knielangen Faltenrock aus Tartan-Stoff, der traditionell von Männern getragen wird. Schottenrock ist schlicht die deutsche Übersetzung des englisch-schottischen Begriffs Kilt. Beide Begriffe werden gleichbedeutend verwendet.
Der Plaid (auch Belted Plaid oder Feileadh Mòr) ist das historische Vorläuferkleidungsstück des Kilts: ein langer Wollstoff, der sowohl als Rock als auch als Schulterumhang getragen wurde. Der moderne Kilt (Feileadh Beag) entstand im frühen 18. Jahrhundert als vereinfachte Weiterentwicklung – nur der untere Teil des Plaids, als eigenständiger Faltenrock. Als Schal oder Schulterumhang ergänzt der Plaid das Kilt-Outfit bis heute.
Grundsätzlich darf jeder einen Kilt tragen – es gibt keine offiziellen Regeln, die Nicht-Schotten bestimmte Tartans verbieten. Die Verbindung zwischen Clans und spezifischen Tartan-Mustern ist vor allem ein Phänomen des 19. Jahrhunderts und heute keine bindende Tradition. Wer also einen Kilt tragen möchte, darf frei nach eigenem Geschmack wählen.
Handgefertigte Maßkilts aus schottischer Produktion kosten in der Regel zwischen 300 und 800 Euro oder mehr. Qualitativ gute Konfektions-Kilts aus Polyacryl-Tartan – wie sie für Mittelaltermärkte, Feste und LARP gut geeignet sind – beginnen bei rund 60 bis 70 Euro. Kiltnadeln und Sporran-Halter sind bereits ab etwa 13 Euro erhältlich.
Traditionell wurde unter dem Kilt nichts getragen – diese Praxis hat ihre Wurzeln in der schottischen Militärgeschichte und war schlicht pragmatisch. Heute ist es jedem selbst überlassen, was er unter dem Kilt trägt. Auf Festen und Märkten entscheidet jeder nach eigenem Ermessen und persönlichem Komfortgefühl.









