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Mittelalter Hut, Mützen und Kappen


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Ob Filzhut, Wollkappe oder Lederhut – Kopfbedeckungen waren im Mittelalter kein optionales Accessoire, sondern fester Bestandteil jeder Tracht und sichtbares Zeichen von Stand, Beruf und Herkunft. Wer sich mittelalterliche Abbildungen genauer ansieht, stellt schnell fest: Kaum jemand ist ohne Kopfbedeckung zu sehen. Mit über 200 Artikeln von günstigen Einstiegsmodellen bis zu handgefertigten Stücken findest du hier die passende Mittelalter Kappe, Mütze oder den richtigen Mittelalter Hut für dein Outfit – für Reenactment, Mittelaltermarkt oder LARP.

Kopfbedeckungen im Mittelalter: Mehr als nur Schutz vor dem Wetter

Kopfbedeckungen im Mittelalter: Mehr als nur Schutz vor dem Wetter

Im Mittelalter gehörte die Kopfbedeckung zur Grundausstattung jedes Menschen – unabhängig von Geschlecht oder Stand. Wer den Codex Manesse oder andere Liederhandschriften aufschlägt, sieht praktisch niemanden mit bloßem Haar: Hauben, Kappen und Hüte waren allgegenwärtig. Das war keine Mode im modernen Sinne, sondern gesellschaftliche Norm und Identitätsmerkmal zugleich.

Die Begriffe für mittelalterliche Kopfbedeckungen sind vielfältig: Haube (eng anliegend, oft für Frauen), Gugel (Kapuzenform mit Schulterschutz), Kappe (eng, ohne Krempe), Barett (flach, rund), Chaperon (ursprünglich Kapuze, später kunstvoll drapiert) und natürlich der klassische Hut mit Krempe. Alle diese Formen hatten ihre Zeit, ihren Trägerkreis und ihre soziale Botschaft.

Männer trugen je nach Epoche und Stand einfache Wollkappen, breitkrempige Pilgerhüte, Gugeln oder Baretts. Frauen hingegen bedeckten ihr Haar aus sozialen Gründen nahezu immer: Das offene Haar war verheirateten Frauen gesellschaftlich untersagt. Sie trugen Gebende (ein gestärktes Leinenband um Kinn und Schläfen), Schleier, Bundhauben oder – im Spätmittelalter – aufwendig konstruierte Hauben und Hennins. Die Bundhaube war dabei eine der verbreitetsten Formen: als Unterziehhaube unter anderen Kopfbedeckungen oder auch solo getragen.

Die Farbe, das Material und die Form signalisierten sozialen Rang: Ein einfacher Bauer trug ungefärbte Wolle, ein Stadtbürger konnte sich gefärbte Ware leisten, und der Adel zeigte sich in satten Farben mit kunstvollen Verzierungen. Die Kopfbedeckung war damit eine der wichtigsten Informationsquellen über eine Person – ohne ein Wort zu sprechen.

Das komplette Outfit: Was zur Kopfbedeckung dazugehört

Eine Kopfbedeckung bringt die nötige Würze ins Gesamtoutfit – aber sie steht selten für sich allein. Erst in Kombination mit den richtigen Ergänzungen entsteht ein stimmiges, glaubwürdiges Bild. Zum mittelalterlichen Erscheinungsbild gehören neben dem Hut oder der Kappe ein passendes Mittelalter Hemd oder eine Tunika, ein Gürtel, eine Tasche oder ein Beutel, ein Umhang und – nicht zu vergessen – passendes Schuhwerk aus Leder. Besonders Gugeln sind eine vielseitige Ergänzung, die Kopf, Hals und Schultern gleichzeitig schützt.

Im LARP ist die Kopfbedeckung atmosphärisch wichtig – und an Knüppeltagen (wenn Nahkampf-Regeln greifen) auch praktisch: Eine gut sitzende Kappe oder ein Hut kann als einfacher Schutz und gleichzeitig als klares Charaktermerkmal dienen. Auf dem Mittelaltermarkt unterstreicht sie die Authentizität des Gesamtbildes – für Zuschauer wie für andere Darsteller.

Preisstufen und Qualitätsniveaus: Vom Einstieg bis zum handgefertigten Stück

Einstieg · 10–15 €

Kappen wie die Hugo-Kappe oder das Barett Harald sind ideal für den ersten Einstieg, für Kinder und für alle, die erst einmal ausprobieren möchten. Einfache Verarbeitung, viele Farben, schnell kombinierbar. Marken: Vehi Mercatus, House of Warfare.

Mittelsegment · 20–35 €

Handgefertigte Filzhüte (Pilger- und Söldnerhüte), Lederkappen und Wikinger-Mützen aus Wolle bieten ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis für Mittelaltermarkt und LARP. Marken: Leonardo Carbone, Burgschneider, Battle Merchant.

Handgefertigt · 50–120 €

Handgefertigte Lederhüte mit Prägung für anspruchsvolle Reenactment-Darstellungen und erfahrene Darsteller. Individuelle Passform, langlebige Materialien, charakterstarke Optik. Marken: House of Warfare, Lord of Battles, Leonardo Carbone.

Materialien im Vergleich: Wolle, Filz, Leder und Stroh

Material Eignung Eigenschaften
Wolle Historisch Warm, wasserabweisend, robust – das Standardmaterial des Mittelalters. Kann leicht kratzen.
Filz (gefilzte Wolle) Historisch Besonders formbar und robust. Ideal für Pilger- und Söldnerhüte. Ungeformt geliefert, individuell anpassbar.
Leder Historisch Langlebig, charaktervoll, historisch belegbar. Für Kappen, Lederhüte und Baretts mit Prägung.
Naturstroh LARP / Markt Nur bei Naturfasern ohne Maschinenversteppung für Reenactment geeignet. Günstige Strohhüte mit Synthetikstroh oder Maschinennähten sind nicht historisch korrekt.
Baumwolle LARP / Markt Im Mittelalter in Europa kaum verbreitet. Heute günstige Alternative, hautfreundlich und weniger kratzend als Wolle.
Synthetik Kostüm Nicht für Reenactment geeignet. Häufig bei günstigen Massenware-Hüten – beim Kauf auf Materialangaben achten.

Farben und Standesunterschiede: Bunt war Trumpf

Ein verbreitetes Missverständnis, gespeist von Filmen und Serien: Das Mittelalter war kein graubraunes Zeitalter. Historische Quellen – von illuminierten Handschriften bis zu archäologischen Funden – belegen eine bunte Alltagswelt. Kräftige Rot-, Blau- und Grüntöne waren durchaus geläufig, wenn auch nicht für jeden erschwinglich.

Denn Farbe war teuer. Bestimmte Färbemittel mussten aus fernen Ländern importiert werden, andere erforderten aufwendige Prozesse. Deshalb hatte die Farbe einer Kopfbedeckung reale Signalwirkung: Ungefärbte oder schlicht gefärbte Ware signalisierte einfache Verhältnisse, kräftige Farben standen für Wohlstand und Rang. Ein Bauer und ein Patrizier unterschieden sich sofort – auch am Hut.

Im Sortiment findest du eine breite Farbpalette: Schwarz (über 55 Artikel), Braun (über 40 Artikel), Blau und Grün (jeweils rund 18 Artikel) – für jeden Charakter das passende Farbkonzept. Mehr zu historischen Färbetechniken und der Symbolik einzelner Farben erklärt der Blogbeitrag über Farben im Mittelalter auf vehi-mercatus.de/mittelalter-wissen.

Die richtige Größe finden: Kopfumfang messen leicht gemacht

Die richtige Größe finden: Kopfumfang messen leicht gemacht

Die Hutgröße entspricht dem Kopfumfang in Zentimetern. So misst du richtig: Nimm ein weiches Maßband und lege es waagrecht um den Kopf – von der Stirn knapp über den Ohren bis zum breitesten Punkt des Hinterkopfs. Das Ergebnis in cm ist deine Hutgröße.

Im Sortiment sind Größen von S (57 cm) bis XL verfügbar. Viele Filzhüte werden bewusst ungeformt geliefert: Sie lassen sich individuell in Form bringen – mit Wasser und Wärme kannst du Krempe und Kopfteil nach deinen Vorstellungen modellieren. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch historisch authentisch: Mittelalterliche Hüte waren keine Massenware aus der Stanze, sondern wurden an den Träger angepasst.

Handgefertigte Stücke bieten generell eine bessere Passform als industriell produzierte Ware – weil mehr Sorgfalt in Schnitt und Verarbeitung geflossen ist. Wer zwischen zwei Größen liegt, greift bei Filzhüten meist zur größeren Variante, da sich das Material noch anpassen lässt.

Welche Kopfbedeckung passt zu welcher Epoche?

6.–10. Jh.

Frühmittelalter & Wikingerzeit

Einfache Wollkappen und Bundhauben dominierten. Die Bundhaube war bei Männern wie Frauen gleichermaßen verbreitet – eng anliegend, oft aus Leinen, als Unterziehhaube oder solo. Wikinger trugen zusätzlich einfache Fellmützen und geflochtene Wollkappen.

11.–13. Jh.

Hochmittelalter

Der breitkrempige Pilgerhut (auch Kapotthut) wurde zum Erkennungszeichen von Reisenden und Pilgern. Einfache Kappen und erste Formen des Chaperons (Kapuzenmantel) kamen auf. Frauen trugen Gebende und Schleier als festes Kopfbedeckungssystem.

14.–15. Jh.

Spätmittelalter

Das Barett etablierte sich als modische Kopfbedeckung für Männer aller Stände. Der Chaperon entwickelte sich zur kunstvoll drapierten Kopfbedeckung mit „Rolle" und „Liripipe" (Zipfel). Frauen trugen aufwendige Hauben, Schleier und – im höfischen Umfeld – den spitzen Hennin (der mittelalterliche Spitzhut). Frauen bedeckten ihr Haar aus Gründen der Sittlichkeit und sozialen Norm: Das offene Haar war verheirateten Frauen nicht gestattet, die Haube signalisierte Ehrbarkeit und Stand.

Die wichtigsten Typen: Hut, Kappe, Mütze, Barett und mehr

Filzhut / Pilgerhut

Hochmittelalter – Spätmittelalter

Handgefertigt aus gefilzter Wolle, ungeformt geliefert und individuell anpassbar. Als Pilger-, Söldner- oder Reisehut vielseitig einsetzbar. Ab ca. 19 €.

Lederhut & Lederkappe

Hoch- bis Spätmittelalter

Langlebig, charaktervoll, oft mit Prägung. Handgefertigte Varianten mit Patina-Effekt für anspruchsvolle Darstellungen. Ab ca. 40 €.

Wollkappe (Hugo) & Barett (Harald)

Früh- bis Spätmittelalter

Günstige, vielfarbige Einstiegsmodelle. Die Hugo-Kappe ist eng anliegend, das Barett Harald flach und rund – beide ideal für Einsteiger und Kinder ab ca. 12 €.

Gugel

Hochmittelalter – Spätmittelalter

Kapuze mit Schulterschutz – eine der praktischsten mittelalterlichen Kopfbedeckungen. Schützt Kopf, Hals und Schultern. Mehr dazu in der Gugel-Kategorie.

Hennin & Chaperon

Spätmittelalter (14.–15. Jh.)

Der Hennin ist der mittelalterliche Spitzhut – ein kegelförmiger Kopfputz, der vor allem von Adligen getragen wurde. Das Chaperon war eine ursprüngliche Kapuze, die im Spätmittelalter zur kunstvoll geknoteten Hutform wurde.

Schleier, Gebende & Hauben

Gesamtes Mittelalter

Für Frauendarstellungen unverzichtbar: Das Gebende aus Leinen umrahmte Gesicht und Kinn, der Schleier bedeckte das Haar. Mehr dazu in der Bundhaube-Kategorie.

Fragen zur richtigen Kopfbedeckung für deine Epoche oder deinen Charakter? Das Team von Vehi Mercatus ist telefonisch erreichbar Mo–Fr 8–12 und 13–15 Uhr – und kennt die Szene aus eigener jahrelanger Erfahrung auf Mittelaltermärkten. Trusted Shops-zertifiziert, 30 Tage Rückgaberecht.

Mit dem richtigen Mittelalter Hut, der passenden Kappe oder Mütze rundest du dein Outfit stimmig ab – ob für den nächsten Mittelaltermarkt, ein LARP-Wochenende oder ein Reenactment-Lager. Stöbere durch über 200 Artikel und finde die Kopfbedeckung, die zu deiner Epoche, deinem Stand und deinem Stil passt.

Häufig gestellte Fragen

Im Mittelalter gab es viele verschiedene Begriffe: Haube (eng anliegend, oft für Frauen), Gugel (Kapuzenform mit Schulterschutz), Kappe (eng, ohne Krempe), Barett (flach, rund), Chaperon (ursprünglich Kapuze, später kunstvoll drapiert) und der Hut mit Krempe. Welche Bezeichnung zutrifft, hängt von der Form, dem Entstehungszeitraum und dem sozialen Stand des Trägers ab.

Männer trugen je nach Epoche und Stand unterschiedliche Kopfbedeckungen: Im Frühmittelalter einfache Wollkappen und Bundhauben, im Hochmittelalter Pilgerhüte und Gugeln, im Spätmittelalter dann Baretts und das kunstvoll drapierte Chaperon. Die Form und Farbe verriet dabei oft den sozialen Stand des Trägers – ungefärbte Wolle für einfache Leute, kräftige Farben für Wohlhabende.

Frauen bedeckten ihr Haar aus sozialen und religiösen Gründen nahezu immer. Verheirateten Frauen war das offene Haar gesellschaftlich nicht gestattet. Sie trugen Gebende (gestärktes Leinenband um Kinn und Schläfen), Schleier, Bundhauben oder – im Spätmittelalter – aufwendig konstruierte Hauben. Im höfischen Umfeld des 15. Jahrhunderts war der Hennin (der spitze Kegelhut) modisch.

Der kegelförmige Spitzhut des Spätmittelalters heißt Hennin (auch Henninhaube). Er war vor allem im 15. Jahrhundert bei adeligen Frauen in Mode und konnte eine beeindruckende Höhe erreichen. Vom Spitz hing oft ein langer Schleier herab. Der Hennin ist typisch für das Hochmittelalter des späten 14. und frühen 15. Jahrhunderts und gehört zu den bekanntesten mittelalterlichen Kopfbedeckungen.

Miss deinen Kopfumfang mit einem weichen Maßband: Lege es waagrecht um den Kopf, von der Stirn knapp über den Ohren bis zum breitesten Punkt des Hinterkopfs. Das Ergebnis in Zentimetern entspricht deiner Hutgröße. Das Sortiment umfasst Größen von S (57 cm) bis XL. Filzhüte werden oft ungeformt geliefert und lassen sich mit Wasser und Wärme individuell anpassen – bei Unsicherheit lieber die größere Variante wählen.

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