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Ritter Taschen und Gürteltaschen



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Mittelalterliche Gürteltaschen und Nierentaschen waren für Ritter, Reisende und Händler im Hoch- und Spätmittelalter unverzichtbare Alltagsbegleiter. Da die Kleidung jener Zeit keine eingenähten Taschen kannte, hing diese Aufbewahrung komplett am Gürtel – Münzen, Schlüssel, Werkzeug, Schreibzeug. Heute sind diese Taschen ein zentrales Element jedes authentischen Ritter-Outfits und wirken als sichtbares Zeichen historischer Sorgfalt im Gesamtbild.

Was ist eine mittelalterliche Ritter-Gürteltasche? Typen und Unterschiede

Was ist eine mittelalterliche Ritter-Gürteltasche? Typen und Unterschiede

Im Mittelalter-Bereich begegnen dir vor allem drei Begriffe: Nierentasche, Gürteltasche und Beutel. Diese Begriffe beschreiben unterschiedliche Formen und Befestigungsarten.

Die Nierentasche ist der häufigste Typ im Spätmittelalter (14.–15. Jahrhundert). Ihr Name leitet sich von der charakteristischen, leicht geschwungenen Nierenform ab. Sie hatte eine oder zwei Kammern, ein gefaltetes Oberteil diente als Verschluss. Archäologische Funde und Bildquellen belegen ihre weite Verbreitung in allen gesellschaftlichen Schichten.

Die Gürteltasche im Hochmittelalter-Stil – beispielsweise die nach dem Fundort benannte Runneburg-Form – ist flacher, rechteckig und etwas schlichter gehalten. Sie stammt aus dem 11.–13. Jahrhundert und passt stilistisch zu frühen Ritter-Darstellungen dieser Epoche.

Beide Typen werden ausschließlich über Gürtelschlaufen am Leibgürtel befestigt – ein Schulterriemen ist historisch nicht belegt und wäre für eine authentische Darstellung unpassend. Der Beutel hingegen wird meist mit einem Schnurriemen zugezogen und direkt an den Gürtel geknüpft, eignet sich aber eher für frühe Epochen oder nordische Darstellungen.

Preise und Qualitätsstufen: Was bekomme ich für welches Budget?

Einstieg · 30–35 €

Schlichte Nierentaschen aus Nubuk- oder Rindsleder ohne aufwendige Beschläge. Gute Alltagsqualität für den gelegentlichen Mittelaltermarktbesuch oder erste LARP-Einsätze. Modelle von Pera Peris und Vehi Mercatus in Schwarz oder Braun, platzsparend, leicht, schnell am Gürtel befestigt.

Mittleres Segment · 38–50 €

Größere Modelle mit mehr Fassungsvermögen, robusterem Material und verstellbarer Schnalle. Für regelmäßige Nutzung auf Märkten oder im LARP gut geeignet. Auch hier ist Rindsleder Standard, die Verarbeitung ist sorgfältiger, die Gürtelschlaufen sind breiter ausgelegt. Marken: Lord of Battles, Battle Merchant.

Gehobenes Segment · 55–63 €

Aufwendige Beschläge in Messing oder Silber (Fleur-de-Lys, Lilienmotive), größere Fassungsmengen, historisch detailreichere Gestaltung. Geeignet für intensives Reenactment und anspruchsvolle Darstellungen. House of Warfare und ausgewählte Modelle von Lord of Battles. Wer öfter auf Märkten steht, investiert hier einmal und profitiert lange.

Materialien und Verarbeitung: Worauf es bei Leder-Gürteltaschen ankommt

Material Eignung Eigenschaften
Rindsleder (3 mm) Reenactment Sehr robust, formstabil, historisch korrekt, hält Jahrzehnte bei guter Pflege
Nubuk-Leder LARP & Markt Weicher Griff, charakteristische Oberfläche, empfindlicher gegenüber Nässe, erfordert speziellen Pfleger
Messingbeschläge Reenactment Historisch belegt, Lilien- und Fleur-de-Lys-Motive, optisch wertvoll, teils vernietete Befestigung
Silberbeschläge LARP & Markt Modernere Optik, gut kombinierbar mit hellem oder dunklem Leder
Vernietung Reenactment Haltbarer als genähte Verbindungen, authentische Verarbeitungsmethode im Mittelalter
Vernähung (Sattlernaht) LARP & Markt Gleichmäßig, sauber, bei gutem Garn langlebig, leichter zu reparieren

Die verschiedenen Modelle im Überblick: Von schlicht bis aufwendig verziert

Schlichte Spätmittelalter-Nierentasche

ca. 1400–1500 · ab 31 €

Keine Beschläge, klare Nierenform, ein Fach. Ideal für Einsteiger oder als funktionaler Alltagsbegleiter auf dem Markt. In Schwarz und Braun erhältlich. Fasst Handy, Schlüssel, Münzen problemlos.

Nierentasche mit Zierbeschlägen

Spätmittelalter · 33–63 €

Fleur-de-Lys- oder Lilienbeschläge in Messing oder Antikoptik. Wirkt repräsentativer und eignet sich für gehobene Darstellungen ab dem 14. Jahrhundert. Große Varianten fassen auch dickere Geldbörsen.

Gürteltasche Runneburg

Hochmittelalter · 11.–13. Jh.

Rechteckige, flache Form aus 3 mm Rindsleder, D-Ring-Verschluss. Passt zu frühen Ritter-Darstellungen und Kreuzritter-Outfits. Modell nach historischem Fundstück.

Passform und Trageweise: Welche Tasche passt zu welchem Gürtel?

Passform und Trageweise: Welche Tasche passt zu welchem Gürtel?

Die meisten Ritter-Gürteltaschen haben Gürtelschlaufen, die Gürteln mit einer Breite von 4 bis 6 cm aufnehmen. Das deckt den Großteil der gängigen Mittelalter-Gürtel ab. Vor dem Kauf lohnt ein kurzer Blick auf die Schlaufenbreite in der Produktbeschreibung – besonders wenn du bereits einen breiten Wehrgehänge-Gürtel verwendest.

Historisch wurde die Tasche seitlich oder leicht vorne am Gürtel getragen, gut zugänglich für die rechte Hand. Die genaue Position variierte je nach Epoche und Träger. Für eine stimmige Gesamtwirkung empfiehlt es sich, die Tasche gedanklich dem eigenen Outfit zuzuordnen: Eine Runneburg-Gürteltasche passt stilistisch zum Kreuzritter-Outfit oder frühen Ritter-Gewandungen, eine Spätmittelalter-Nierentasche ergänzt Ritter-Kleidung des 14. und 15. Jahrhunderts.

Wer ein vollständiges Ritter-Outfit zusammenstellt, sollte auch passende Ritter-Schuhe und einen Ritter-Wappenrock in Betracht ziehen – die Tasche ist dann das letzte Detail, das das Gesamtbild rundet.

Historischer Hintergrund: Gürteltaschen im Mittelalter

ab 11. Jh.

Frühe Gürteltaschen

Da mittelalterliche Kleidung keine eingenähten Taschen kannte, war das Tragen von Behältnissen am Gürtel schlicht notwendig. Erste flache Taschen aus Leder traten ab dem Hochmittelalter auf und wurden sowohl von Rittern als auch von Pilgern, Händlern und Handwerkern getragen.

13.–14. Jh.

Hochmittelalterliche Gürteltaschen

Rechteckige Formen wie die Runneburg-Tasche waren typisch. Sie wurden aus schwerem Rindsleder gefertigt und einfach gehalten. Bildquellen wie Illuminationen zeigen diese Taschen bei Rittern ebenso wie bei Stadtbürgern. Die Tasche war Gebrauchsgegenstand, kein Statussymbol.

14.–15. Jh.

Hochphase der Nierentasche

Im Spätmittelalter dominierte die Nierentasche. Archäologische Funde – unter anderem aus dem Londoner Themseschlamm – belegen ihre weite Verbreitung. Repräsentative Exemplare des Adels zeigten aufwendige Metallbeschläge mit heraldischen Motiven (Lilien, Fleur-de-Lys). Einfache Varianten blieben schlicht und funktional.

Pflege und Haltbarkeit deiner Leder-Gürteltasche

Pflege und Haltbarkeit deiner Leder-Gürteltasche

Leder ist langlebig – vorausgesetzt, es wird regelmäßig gepflegt. Rindsleder-Taschen sollten zwei- bis dreimal jährlich mit Lederfett oder Lederbalsam behandelt werden. Das verhindert das Austrocknen und hält das Leder geschmeidig, sodass Risse gar nicht erst entstehen. Lederpflegeprodukte dafür findest du ebenfalls im Sortiment.

Bei Regen oder intensiver Nässe gilt: Die Tasche an der Luft trocknen lassen, niemals mit Föhn oder direkter Heizungswärme. Hitze lässt Leder spröde werden und kann die Form verzerren.

Nubuk-Leder ist empfindlicher als Glattleder. Verwende hier ausschließlich einen speziellen Nubuk- oder Velourspfleger – herkömmliches Lederfett kann die charakteristische Oberfläche glattziehen und das Aussehen dauerhaft verändern. Flecken am besten trocken abreiben, nicht nass behandeln.

Messingbeschläge lassen sich bei Bedarf mit einem trockenen oder leicht feuchten Tuch polieren. Silberfarbene Beschläge reagieren empfindlicher auf Säuren – Fingerabdrücke also kurz abwischen nach längerem Tragen.

Vehi Mercatus ist seit über 20 Jahren Fachhandel für Mittelalter, Reenactment und LARP. Bei Fragen zur Auswahl erreichst du das Team telefonisch Mo–Fr 8–12 und 13–15 Uhr. Alle Bestellungen werden mit 30 Tagen Rückgaberecht und Trusted Shops Käuferschutz abgewickelt.

Ob du eine schlichte Nierentasche für deinen ersten Mittelaltermarkt suchst oder eine aufwendig beschlagene Spätmittelalter-Gürteltasche für deine Reenactment-Darstellung – in dieser Kategorie findest du Modelle aus echtem Leder in verschiedenen Größen, Farben und Epochen. Stöbere durch das Sortiment und wähle die Tasche, die zu deinem Outfit und deiner Darstellung passt.

Häufig gestellte Fragen

Eine Nierentasche hat die typische geschwungene Nierenform und war vor allem im Spätmittelalter (14.–15. Jahrhundert) verbreitet. Die Gürteltasche ist flacher und rechteckiger, wie etwa die historisch belegte Runneburg-Form aus dem Hochmittelalter. Beide werden über Gürtelschlaufen befestigt und haben keinen Schulterriemen.

Die meisten Modelle in dieser Kategorie haben Gürtelschlaufen, die Gürtel mit einer Breite von 4 bis 6 cm aufnehmen. Das passt zu den gängigen Mittelalter-Gürteln. Wer einen sehr breiten Wehrgehänge-Gürtel trägt, sollte die Schlaufenbreite in der jeweiligen Produktbeschreibung prüfen.

Für Darstellungen des 14. und 15. Jahrhunderts empfehlen sich die spätmittelalterlichen Nierentaschen in Schwarz oder Braun, wahlweise schlicht oder mit Zierbeschlägen (Fleur-de-Lys, Lilienmotive in Messing). Für aufwendigere Darstellungen bieten sich die Modelle mit messingfarbenen Beschlägen ab ca. 33–63 Euro an.

Rindsleder-Taschen sollten zwei- bis dreimal jährlich mit Lederfett oder Lederbalsam behandelt werden, um Austrocknung und Rissbildung zu verhindern. Nubuk-Leder benötigt einen speziellen Nubukpfleger – herkömmliches Lederfett kann die charakteristische Oberfläche beschädigen. Bei Nässe immer an der Luft trocknen lassen, keine direkte Hitzequelle verwenden.

Im Sortiment findest du Taschen von Pera Peris, der Eigenmarke Vehi Mercatus, Lord of Battles, Battle Merchant sowie House of Warfare. Die Preise reichen von etwa 30 Euro für schlichte Einstiegsmodelle bis rund 63 Euro für aufwendig beschlagene Spätmittelalter-Nierentaschen.

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