Spätmittelalter Schwerter
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Das Spätmittelalter – grob das 13. bis 15. Jahrhundert – brachte einige der vielseitigsten Schwerter hervor, die je geschmiedet wurden: vom wendigen Einhandschwert über den legendären Anderthalbhänder bis zum wuchtigen Zweihänder. Hier findest du Repliken dieser Klingen für Schaukampf, Reenactment und Sammlung – mit Modellen wie dem Tewkesbury, dem Shrewsbury oder dem Fechtschwert Nürnberg, die historisch belegten Vorbildern nachempfunden sind.
Was ist ein Anderthalbhänder – und warum heißt er Bastardschwert?
Der Anderthalbhänder – auch Bastardschwert genannt – ist eine Schwertform des 14. und 15. Jahrhunderts, die sich durch ihre besondere Grifflänge auszeichnet: Sie erlaubt sowohl die einhändige Führung als auch den Zwei-Hand-Griff, je nach Kampfsituation. Die Klingenlänge liegt typischerweise zwischen 80 und 100 cm, die Gesamtlänge zwischen 110 und 120 cm, das Gewicht bewegt sich um 1,2 bis 1,8 kg.
Der Name Bastardschwert leitet sich davon ab, dass diese Waffe keinem eindeutigen Typ angehört – sie steht „zwischen" dem klassischen Einhänder und dem Zweihänder, wie ein „uneheliches Kind" zweier Schwerttypen. Eine andere Erklärung verweist darauf, dass der Kämpfer beim beidhändigen Führen keinen Schild mehr tragen konnte – und damit auf das Familienwappen verzichtete. Beide Herleitungen kreisen um denselben Kern: Das Bastardschwert entzieht sich klaren Kategorien.
In der Oakeshott-Typologie werden Anderthalbhänder vor allem den Typen XIV bis XVIII zugeordnet. Diese Schwerter waren keine Ausnahme, sondern tatsächlich weit verbreitete Kampfwaffen des Spätmittelalters – belegt durch Funde, Bilddokumente und zeitgenössische Fechtlehrbücher wie die Werke von Hans Talhoffer. Wer also nach einem Spätmittelalter Schwert sucht, findet im Anderthalbhänder einen der charakteristischsten Vertreter dieser Epoche.
Die Schwerttypen des Spätmittelalters im Überblick
Einhandschwert
Der klassische Ritterbegleiter: leicht, wendig, ideal in Kombination mit dem Schild oder zu Pferd. Typische Kreuzform mit Parierstange, gut ausbalanciert für schnelle Hiebe im Nahkampf. Oakeshott XIV und XV sind typische Vertreter.
Anderthalbhänder / Bastardschwert
Das vielseitigste Schwert des Spätmittelalters. Flexibel einsetzbar ein- oder beidhändig, beliebt bei Fußkämpfern. Historische Vorbilder aus den Schlachten von Tewkesbury (1471) und Shrewsbury (1403) haben die Form dieser Klinge geprägt.
Zweihänder / Flamberge
Beidhändig geführte Waffe zum Durchbrechen gegnerischer Formationen und Pikenriegel. Die Flamberge – eine Variante mit gewellter Klinge – ist ein besonders einprägsames Beispiel dieser Kategorie. Nicht für den schnellen Einzelkampf, sondern für taktische Spezialsituationen konzipiert.
Falchion & Langes Messer
Das Falchion ist einschneidig, kurz und schwer – eine robuste Hiebwaffe für Kämpfer ohne aufwendige Rüstung. Das Lange Messer des 15./16. Jahrhunderts ist eine Übergangswaffe zwischen Messer und Schwert und taucht in vielen Fechtlehren auf. Beide Typen sind im Sortiment als Schaukampf- und Dekovariante erhältlich.
Schaukampf-Klassen verstehen: SK-A, SK-B und SK-C
SK-C ist die Einstiegsklasse für leichten Körperkontakt. Klingen aus Karbonstahl, durchgeschmiedet, stumpf geschliffen. Ideal für erste Schaukampferfahrungen oder Veranstaltungen mit klaren Kontaktbeschränkungen. Beispiele im Sortiment: Anderthalbhänder SK-C und Schwert zu Anderthalbhand SK-C, jeweils ab ca. 84 Euro.
SK-B ist die Standardklasse für die meisten Reenactment-Events in der Mittelalterszene. Härtere Kontakte erlaubt, robustere Konstruktion, oft inkl. Lederscheide. Typische Modelle: Shrewsbury SK-B, Falchion SK-B von Ulfberth, Einhandschwert Oakeshott XIV mit Stahl- oder Kupferknauf. Vor dem Kauf unbedingt Event-Regeln prüfen – manche Veranstalter verlangen spezifische Zertifizierungen.
SK-A erfüllt die höchsten Anforderungen für intensiven Schaukampf und historisches Fechten. Handgearbeitete Verarbeitung, professionelle Fertigung. Das Fechtschwert Nürnberg als Anderthalbhänder SK-A ist das Topmodell dieser Klasse im Sortiment – handgearbeitet und für anspruchsvolle Schaukämpfer konzipiert. Auch der Satzvey SK-A ist ein Vertreter dieser Leistungsklasse.
Dekoschwert oder Kampfschwert: Was passt zu dir?
- Für Wandschmuck, Kostümrequisiten und Fotodarstellungen
- Oft aus Federstahl oder Kohlenstoffstahl, meist nicht für Körperkontakt ausgelegt
- Scharfe Varianten für Sammler und Schnitttest – nicht für Kampfeinsatz
- Träger scharfer Klingen unterliegen in Deutschland dem Waffenrecht – Rechtslage vorab prüfen
- Typische Preisspanne: 42–151 €
- Beispiel: Spätmittelalter Ritterschwert Deko ab 42 €, Shrewsbury Deko inkl. Lederscheide 151 €
- Normiert nach Schaukampf-Klassen, für tatsächlichen Kampfeinsatz konzipiert
- Durchgeschmiedet, stumpf geschliffen, abgerundete Spitzen
- Robust genug für wiederholten Klingenkontakt
- Viele Modelle bereits inkl. Lederscheide – spart separate Bestellung
- Typische Preisspanne: 84–310 €
- Event-Regeln des Veranstalters bestimmen die erforderliche SK-Klasse
Klingenstahl im Spätmittelalter: Kohlenstoffstahl, Federstahl und Damast
| Material | Eignung | Eigenschaften |
|---|---|---|
| Kohlenstoffstahl (1060/1065) | Historisch nah | Harte, schärfbare Klinge; leicht rostanfällig – regelmäßige Ölung nötig; typisch für Dekoschwerter und scharfe Repliken |
| Federstahl | Schaukampf | Elastisch, bricht nicht bei Biegebeanspruchung; bevorzugtes Material für SK-B und SK-A; federt Schläge ab ohne zu brechen |
| Karbonstahl | SK-C | Robust, preisgünstig, gut für Einsteigerschwerter; durchgeschmiedet, stumpf geschliffen, für leichten Schaukampf geeignet |
| Damaszener Stahl | Sammler | Mehrlagig geschmiedet, sichtbare Maserung; optisch aufwendig, teurer in Herstellung; begehrtes Sammlerstück |
| Griffmaterial: Eiche, Leder, Draht | Alle Typen | Beeinflusst Balance und Griffigkeit; Drahtwicklung verbessert Haftung; Knauf aus Stahl oder Kupfer (z.B. Oakeshott XIV) verändert Schwerpunkt und Handhabung |
Pflege und Lagerung deines Spätmittelalter-Schwertes
Lege das Schwert auf eine weiche, saubere Unterlage, um Kratzer zu vermeiden. Ziehe Baumwollhandschuhe an – die Säure auf Fingerkuppen greift Karbonstahl messbar an und fördert Rost. Reinige die Klinge zuerst mit einem trockenen Baumwolltuch, dann bei hartnäckigen Verschmutzungen mit denaturiertem Alkohol. Danach trocken abwischen.
Nach jeder Reinigung eine dünne Schicht Waffenöl gleichmäßig auf der Klinge verteilen. Das gilt besonders für Kohlenstoffstahl und Karbonstahl, die ohne Schutz schnell anlaufen. Weniger ist mehr – ein dünner Film reicht aus und hinterlässt keine Rückstände auf Kleidung oder Scheide.
Lagere dein Schwert nicht dauerhaft in der Lederscheide. Leder enthält Gerbsäure und speichert Feuchtigkeit – beides fördert Oxidation, besonders bei Kohlenstoffstahl. Für die Lagerung zu Hause eignen sich waagrechte Halterungen oder Wandhaken an einem trockenen Ort. Keller mit hoher Luftfeuchtigkeit sind ungeeignet. Die Lederscheide ist für den Transport und den Einsatz auf Events gedacht, nicht zur Dauerlagerung.
Nach intensivem Schaukampf sollte die Klinge auf Kratzer, Ausbrüche und Grate überprüft werden. Kleine Grate an der Schneide können mit einem feinen Schleifstein geglättet werden – das ist nicht nur Pflege, sondern auch Sicherheit für den nächsten Kampfpartner. Anschließend wie beschrieben reinigen und ölen.
Erfahrung aus der Szene: Was beim Kauf wirklich zählt
Bevor du ein Spätmittelalter-Schwert kaufst, solltest du deinen Verwendungszweck konkret benennen: Welche Schaukampf-Klasse ist auf deinem Event zugelassen? Welche Darstellung – Fußsoldat, Ritter, Fechter? Das bestimmt nicht nur die SK-Klasse, sondern auch ob ein Einhandschwert, ein Anderthalbhänder oder doch ein Zweihänder zu deiner Rolle passt.
Gewicht und Balance lassen sich aus Fotos nicht ablesen. Ein Anderthalbhänder mit Kupferknauf fühlt sich in der Hand anders an als das gleiche Modell mit Stahlknauf – der Schwerpunkt verschiebt sich spürbar. Wer die Möglichkeit hat, ein Schwert vor dem Kauf in die Hand zu nehmen, sollte sie nutzen.
Viele Modelle im Sortiment werden inkl. Lederscheide geliefert – das spart nicht nur Aufwand, sondern auch Kosten für die separate Bestellung. Die Marken Battle Merchant (breite Auswahl von SK-A bis Deko) und Lord of Battles decken das Sortiment von 39 Artikeln ab. Ergänzend findest du in der Rüstkammer alles, was zum Schwert gehört: Helme, Plattenrüstungen und Kettenhemden. Wer eine vollständige Darstellung des 15. Jahrhunderts aufbauen möchte, findet dort auch Spätmittelalter-Helme und Spätmittelalter-Messer als Ergänzung zur Bewaffnung.
Ob du nach einem leichten Einstiegs-Anderthalbhänder für deinen ersten Schaukampf suchst oder nach einer historisch präzisen Replik eines Schwertes aus der Schlacht von Tewkesbury – im Sortiment findest du Schaukampfschwerter, Dekorepliken und Sammlerstücke aus dem Spätmittelalter in einer Preisspanne von 42 bis über 300 Euro. Stöbere jetzt durch die Kategorie oder ruf bei konkreten Fragen direkt an.
Häufig gestellte Fragen
Ein Anderthalbhänder ist ein Schwert des 14. und 15. Jahrhunderts, dessen Grifflänge sowohl einhändiges als auch beidhändiges Führen erlaubt. Die Klingenlänge liegt typischerweise zwischen 80 und 100 cm, die Gesamtlänge zwischen 110 und 120 cm, das Gewicht zwischen 1,2 und 1,8 kg. Er wird in der Oakeshott-Typologie meist den Typen XIV bis XVIII zugeordnet und war eine tatsächlich weit verbreitete Kampfwaffe des Spätmittelalters.
Der Name Bastardschwert hat zwei gängige Erklärungen: Zum einen steht das Schwert 'zwischen' Einhänder und Zweihänder und gehört keinem eindeutigen Typ an – wie ein 'uneheliches Kind' zweier Schwertformen. Zum anderen konnte der Kämpfer bei beidhändiger Führung keinen Schild mehr tragen und verzichtete damit auf sein Familienwappen, was als standeswidrig galt. Beide Erklärungen verweisen auf die Uneindeutigkeit dieser Waffe.
Ja, Bastardschwerter bzw. Anderthalbhänder sind historisch gut belegt. Sie erscheinen in zeitgenössischen Fechtlehrbüchern wie denen von Hans Talhoffer, auf Bildquellen des 14. und 15. Jahrhunderts und in archäologischen Funden. Die Schlachten von Tewkesbury (1471) und Shrewsbury (1403) gelten als typische Kontexte dieser Schwertform.
Das hängt von deiner Veranstaltung ab. SK-C ist die Einstiegsklasse für leichten Körperkontakt, SK-B der Standard für die meisten Reenactment-Events, SK-A die härteste Klasse für professionellen Schaukampf und historisches Fechten. Prüfe die Regelwerke deines Veranstalters vorab – nicht alle Klassen werden überall akzeptiert. Im Zweifel ist ein Anruf beim Veranstalter sinnvoller als ein Rückschluss aus dem Produktnamen.
Kohlenstoffstahl rostet ohne Pflege schnell. Reinige die Klinge nach dem Einsatz mit einem trockenen Baumwolltuch, ziehe dabei Baumwollhandschuhe an. Trage anschließend eine dünne Schicht Waffenöl auf. Wichtig: Lagere das Schwert nicht dauerhaft in der Lederscheide – Gerbsäure und eingeschlossene Feuchtigkeit fördern Oxidation. Besser ist eine waagrechte Lagerung an einem trockenen Ort.









