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Kettenzeug und Kettenhemden


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Kettenzeug gehört zu den ältesten und bekanntesten Schutzrüstungen des Mittelalters – und bis heute ist der Reiz dieser aus Tausenden ineinandergreifender Ringe gefertigten Panzerung ungebrochen. Ob für Reenactment, Schaukampf oder LARP: Hier findest du Kettenhauben, Hauberk und Haubergeon, Kettenarme und Zubehör – von der ersten Grundausrüstung bis zum schaukampftauglichen Komplettset.

Was ist Kettenzeug – und wie funktioniert es?

Was ist Kettenzeug – und wie funktioniert es?

Das Grundprinzip des Kettengeflechts ist so simpel wie genial: Metallringe werden ineinandergehakt und verbinden sich zu einer flexiblen, flächigen Schutzschicht. Je nach Vernietungsart und Ringdurchmesser variieren Stabilität, Gewicht und Schutzwirkung erheblich. Historisch wurde das Kettengeflecht unter verschiedenen Namen geführt – Kettenrüstung, Ringpanzer oder Kettenzeug sind Oberbegriffe, während Hauberk, Haubergeon und Brünne konkrete Kleidungsstücke beschreiben.

Die Schutzwirkung von Kettenzeug ist beeindruckend gegen Hieb- und Schnittwaffen – Schwerter, Äxte und Messer wurden effektiv abgelenkt oder abgeschwächt. Gegen Stichwaffen und stumpfe Gewalt (z. B. Streitkolben) war der Schutz hingegen begrenzt. Deshalb kombinierten mittelalterliche Kämpfer ihre Kettenrüstung fast immer mit einem gepolsterten Gambeson als Unterlage, der Stöße abfederte und Reibungswunden verhinderte.

Die Geschichte des Kettengeflechts reicht weit zurück: Erste Belege stammen aus keltischen und römischen Fundzusammenhängen (Lorica Hamata). Die eigentliche Hochphase war das Früh- und Hochmittelalter (9.–13. Jahrhundert), als Kettenrüstungen die bevorzugte Panzerung europäischer Krieger darstellten, bevor sie durch zunehmend aufwendige Plattenrüstungen ergänzt und schließlich abgelöst wurden.

Kettenrüstung im Mittelalter: Von der Kettenhaube bis zum Hauberk

Kettenhauben & Kragen

Kopf- und Halsschutz

Die Kettenhaube (Coif) schützte Kopf, Nacken und Wangen. In Kombination mit einem Helm war sie unverzichtbar. Der Kettenkragen (Aventail oder Brünne) ergänzte den Halsbereich und verband Haube mit dem Rumpfschutz. Unsere Kettenhauben sind in 16 Gauge Baustahl ab ca. 28 € erhältlich – von poliert bis schwarz mit Messingrand.

Hauberk & Haubergeon

Das eigentliche Kettenhemd

Der Hauberk ist das lange Kettenhemd – oft bis zu den Knien reichend, mit langen Ärmeln, typisch für das 11.–13. Jahrhundert. Der Haubergeon ist die kürzere Variante mit halb- bis kurzärmligem Schnitt, leichter und beweglicher. Beide existierten nebeneinander und wurden je nach Rang und Aufgabe gewählt. Im Shop findest du Haubergeone aus 8 mm Flachring vernietet ab ca. 193 €.

Ergänzende Teile

Arme, Beine, Hände

Kettenarme, Kettenbeinlinge, Kettenhandschuhe und Kettenröcke vervollständigten eine vollständige Kettenrüstung. Im 13. Jahrhundert trugen viele Ritter eine Kombination aus all diesen Teilen unter oder über einem Wappenrock. Einzelteile eignen sich auch hervorragend, um Schwachstellen in einer vorhandenen Rüstung zu schließen.

Kettenhemd kaufen: Worauf du beim Kauf achten solltest

Merkmal Detail Bedeutung
Ringdurchmesser 8 mm (eng) vs. größere Ringe Historisch Engere Ringe = dichtere Schutzfläche, schwerer
Drahtstärke (Gauge) 16 Gauge = ca. 1,6 mm Draht Höheres Gauge = dünnerer Draht, leichter, weniger robust
Baustahl Günstig, rostanfälliger LARP Gut für Einsteiger und Kostüm
Kohlenstoffstahl Härter, langlebiger Reenactment Empfohlen für Schaukampf und Buhurt
Aluminium Rostfrei, sehr leicht LARP Ideal für Darsteller und leichtes LARP
Messing Dekorativ, goldfarben Für Zierbeschläge und gemischte Hauben
Vernietung Vollvernietet vs. unvernietet Schaukampf Vernietung erhöht Stabilität erheblich
Passform Schulterbreite, Rückenlänge, Ärmel Kettenhemden werden nach Körpermaßen gewählt – Größen S bis XL

Die Preisspanne im Shop reicht von 21 € (Sabatons aus Kettengeflecht) bis 264,70 € für ein vollvernietetes Haubergeon in XL. Für den Selbstbau oder Reparaturen findest du unter Kettenhemd Ringe und Zubehör auch lose Ringe in verschiedenen Stählen – verzinkt, brüniert oder blank – sowie passendes Werkzeug.

Welches Kettenhemd für welchen Einsatz?

Dekoration & Kostüm · 21–55 €

Für Kostüm, Theater, Fotoshootings oder als Rüstungselement beim ersten Mittelaltermarkt-Besuch eignen sich Kettenhauben aus 16 Gauge Baustahl (ab ca. 28 €) oder Aluminium-Teile hervorragend. Unvernietete Ringe reichen für diese Belastungsstufe völlig aus. Die Sabatons aus verzinktem Kettengeflecht (21 €) sind ein günstiger Einstieg in den Fußschutz.

LARP & leichter Schaukampf · 55–190 €

Für LARP-Events und leichte Schaukampfszenarien empfiehlt sich Stahl – entweder unvernietet oder mit einfacher Vernietung. Eine Kettenhaube aus Rundstahl mit 8 mm Ringen (ca. 101 €) bietet guten Schutz bei vertretbarem Gewicht. Wichtig: Unter jedes Kettenhemd gehört ein gepolsterter Gambeson – er verhindert Schleifstellen und dämpft Schläge ab.

Buhurt, Schaukampf & Reenactment · ab 193 €

Für ernsthaften Schaukampf und Reenactment führt kein Weg am vollvernieteten Haubergeon vorbei. Das FRM-Kettenhemd (Flachring, vernietet/gestanzt, 8 mm Ringe aus Kohlenstoffstahl) ist schaukampftauglich und deutlich widerstandsfähiger als unvernietete Varianten. Erhältlich in den Größen M bis XL von 193 € bis 264,70 €. Ergänze es mit Kettenhaube, Kettenarmen und einem passenden Helm für einen vollständigen Schutz.

Vernietet oder unvernietet – der entscheidende Unterschied

Unvernietetes Kettenhemd
  • Ringe nur ineinandergehakt, keine Vernietung
  • Leichter und günstiger in der Herstellung
  • Ringe können sich unter Krafteinwirkung aufbiegen
  • Geeignet für LARP, Theater und Kostüm
  • Aluminium-Varianten: rostfrei, sehr leicht, optisch überzeugend
Vernietetes Kettenhemd (FRM)
  • Jeder Ring wird einzeln vernietet oder gestanzt – enormer Mehraufwand
  • Deutlich höhere Stabilität und Reißfestigkeit
  • Schaukampftauglich und für Buhurt geeignet
  • Kohlenstoffstahl: härter und langlebiger als Baustahl
  • 16 Gauge = ca. 1,6 mm Drahtstärke, 8 mm Ringdurchmesser typisch für Kampfware

Das Kürzel FRM steht für Flachring mit Vernietung – eine Konstruktion, bei der abgeflachte Ringe zusätzlich gestanzt und vernietet werden. Das Ergebnis ist eine besonders dichte und feste Gewebefläche, die historischen Vorbildern aus dem Hochmittelalter nahekommt. Der höhere Fertigungsaufwand erklärt den Preisunterschied von teilweise mehr als dem Dreifachen gegenüber unvernieteten Varianten.

Pflege und Lagerung von Kettenrüstung

Stahl rostet – das ist unvermeidlich, aber gut handhabbar. Das A und O ist die Prävention: Trage nach jedem Einsatz oder Kontakt mit Feuchtigkeit eine dünne Schicht Kamelienöl oder Sprühöl (z. B. Ballistol) auf das Kettenhemd auf. Geöltes Metall bildet eine Schutzschicht gegen Feuchtigkeit und Oxidation. Ist Rost erst einmal angesetzt, lässt er sich mit Politur entfernen – das ist jedoch zeitaufwendig und sollte vermieden werden.

Aluminium rostet nicht und ist damit pflegeleicht – ein klarer Vorteil für LARP-Spieler, die ihr Equipment bei Wind und Wetter einsetzen. Brünierter Stahl ist durch die Oberflächenbehandlung deutlich besser gegen Rost geschützt als blanker Stahl, sollte aber ebenfalls regelmäßig geölt werden. Brünierte Oberflächen nicht mit aggressiven Reinigungsmitteln behandeln, da die Schutzschicht sonst beschädigt wird.

Kettenhemden sollten nicht dauerhaft zusammengefaltet gelagert werden – unter dem Eigengewicht können sich Ringe verformen oder verhaken. Ideal ist ein Jutesack oder Baumwollbeutel, der das Kettenzeug locker hält und gleichzeitig Luftzirkulation ermöglicht. Vermeide Plastiktüten oder luftdichte Behälter, da darin eingeschlossene Restfeuchtigkeit den Rostprozess beschleunigt. Hänge das Kettenhemd wenn möglich auf einem Kleiderständer auf.

Einzelne Ringe können sich im Laufe der Zeit öffnen oder brechen – das ist bei älterem oder stark beanspruchtem Kettenzeug normal. Mit losen Ersatzringen und einer Rundzange lassen sich beschädigte Stellen problemlos selbst reparieren. Im Shop gibt es Ringe in verschiedenen Stählen (verzinkt, brüniert, blank) sowie passendes Werkzeug. Achte darauf, Ringe mit identischem Durchmesser und Drahtstärke zu verwenden, damit die Reparatur nicht auffällt.

Vehi Mercatus ist seit über 20 Jahren Fachhandel für Mittelalter, Reenactment und LARP – mit telefonischer Beratung Mo–Fr 8–12 und 13–15 Uhr, 30 Tagen Rückgaberecht und Trusted Shops Mitgliedschaft. Das Sortiment reicht von losen Ringen für den Selbstbau bis zum schaukampftauglichen Haubergeon – ergänzt durch Helme, Plattenrüstung und Gambeson als vollständige Rüstungsausstattung.

Ob du eine einzelne Kettenhaube für dein erstes LARP-Abenteuer suchst oder ein schaukampftaugliches Haubergeon für den Buhurt – stöbere durch die Unterkategorien und finde das passende Kettenzeug für deinen Einsatz.

Häufig gestellte Fragen

Unter dem Kettenhemd wurde fast immer ein gepolsterter Gambeson getragen. Dieser Wattier- oder Stepprock diente einem doppelten Zweck: Er federte Schläge und Stöße ab, die durch das Kettengeflecht hindurch übertragen wurden, und verhinderte gleichzeitig Schleif- und Druckstellen, die das direkte Tragen auf der Haut verursacht hätte. Ohne Gambeson ist ein Kettenhemd weder komfortabel noch vollständig schutzwirksam.

Der Hauberk ist ein langes Kettenhemd, das typischerweise bis zu den Knien oder Oberschenkeln reicht und mit langen Ärmeln ausgestattet ist – er war im 11. bis 13. Jahrhundert die Standardrüstung schwerer Ritter. Der Haubergeon ist die kürzere Variante mit halb- bis kurzärmligem Schnitt, leichter und beweglicher. Beide sind vollwertige Kettenhemden, unterscheiden sich aber in Länge, Gewicht und Einsatzbereich.

Kettenzeug schützt sehr wirksam gegen Hieb- und Schnittwaffen wie Schwerter, Äxte und Messer – die Ringe verteilen den Kraftimpuls auf eine große Fläche und verhindern das Eindringen der Klinge. Gegen Stichwaffen (z. B. Pfeile, Dolche mit schmalem Blatt) und stumpfe Gewalt (Streitkolben, Kriegshammer) ist der Schutz eingeschränkt. Deshalb kombinierten mittelalterliche Kämpfer Kettenzeug mit einem Gambeson und zunehmend auch mit Plattenelementen.

Ein Kettenhemd war im Mittelalter ein außerordentlich wertvolles Gut. Die Fertigung eines vollständigen Hauberks erforderte Tausende von Ringen, die einzeln von Hand geschmiedet und vernietet wurden – das entsprach Wochen oder Monaten Handwerksarbeit. Der Wert eines Kettenhemds war mit dem mehrerer Pferde oder einem Jahresgehalt eines einfachen Handwerkers vergleichbar. Nur gut situierte Krieger, Ritter oder der Adel konnten sich vollständiges Kettenzeug leisten.

Bei einem vernieteten Kettenhemd wird jeder einzelne Ring zusätzlich vernietet oder gestanzt, nachdem er in das Geflecht eingehakt wurde. Dieser Fertigungsschritt verhindert, dass sich Ringe unter Krafteinwirkung öffnen, und macht das Kettenhemd deutlich widerstandsfähiger – besonders im Schaukampf und Buhurt. Der enorme Mehraufwand in der Herstellung erklärt den Preisunterschied: Während unvernietete Kettenhemden für LARP und Kostümzwecke schon ab ca. 55 € erhältlich sind, beginnen vollvernietete, schaukampftaugliche Haubergeone ab etwa 193 €.

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