- Gutscheine
- Bavaria Vinum Wein
- Accessoires
- Schnallen, Nesteln, etc.
- Fibeln, Schließen, etc.
- Gürtel
- Kopfbedeckungen
- Gambesons
- Zinnabzeichen
- Schuhwerk
- Taschen und Beutel
- Rohmaterialien
- Messer
- Besteck
- Kalebassen
- Geschirr
- Pfannen und Töpfe
- Holzwaren
- Korbwaren
- Decken und Felle
- Sonstiger Lagerbedarf
- Dolche, Saxe und Äxte
- Rüstung und Schilde
- Pfeilspitzen
- Waffen Sonstige
- Musikinstrumente
- Bücher
- Schnäppchen
Geschichte der Armbrust
Die Armbrust im Wandel der Zeit
Die wichtigsten Entwicklungsstufen der Armbrust
1. Die Armbrust mit hölzernem Bogen (bevorzugt Eibenholz, aufgrund der zähigkeit) stellt die älteste Form dieser dar. Sie wurde meist beidhändig gespannt, wobei das "Mündungsende" der Armbrust mit dem Fuß des Armbrustschützen in einer Art von “Steigbügel” am Boden gehalten wurde. Spannhilfsmittel brauchten wegen der begrenzten Zugkraft nicht eingesetzt werden. Stärkere Armbrüste wurden mit dem Spanngürtelhaken gespannt, einem eisernen Haken, der vorn an einem Gürtel hing. Zum Spannen des Bogens kniete sich der Schütze hin, um die Sehne in den Spannhaken zu legen, dann setzte er seinen Fuß in den “Steigbügel” und spannte die Armbrust beim Aufstehen. Die zweite Möglichkeit: Er hakte den Spannhaken im Stehen ein, setzte einen Fuß in den Bügel und trat die Armbrust zum Boden.
2. Die leistungsfähigere Form der Armbrust war mit einem Kompositbogen (lat. componere = zusammensetzen) ausgestattet. Der Bogen war bei dieser Variante aus Schichten von Horn und Tiersehnen verleimt und bog sich ohne Bogensehne nach vorn (sog. Reflexbogen). Diese Art von Bogen kam in Europa wahrscheinlich zum Anfang des 13. Jh. durch Übernahme der Komposittechnik aus Byzanz oder Arabien in Gebrauch. Diese Art von Armbrust bedurfte wegen ihrer hohen Zugkraft meist einer Spannhilfe in Form von Flaschenzügen, Hebelkonstruktionen wie Geißfuß und Wippe, Winden oder Schrauben. Der Kompositbogen war sehr empfindlich gegen Feuchtigkeit. So soll es vorgekommen sein, dass sich derartige Konstruktionen in der Schlacht bei einsetzendem Regen auflösten.
3. Die historisch leistungsfähigste Form der Armbrust mit stählernem Bogen kam Ende des 14. Jahrhunderts auf. Sie war im Gegensatz zur Kompositbogenkonstruktion nicht mehr so witterungsanfällig, allerdings konnte der Bogen bei starker Kälte brechen. Zum Spannen mussten auch hier die o. a. Hilfen angewendet werden.
Die wichtigsten Daten zur Armbrust
6. Jhdt. v. Chr.: Erste Aufzeichnungen und Berichte über die Armbrust in China sind bekannt, aber wie alle Aufzeichnungen nicht 100 % verläßlich.
341 v. Chr.: Früheste zuverlässige Aufzeichnung über den Gebrauch der Armbrust in der Schlacht von Ma-ling in China.
228 v. Chr.: Momentan früheste, tatsächliche Beweise eines bronzenen Haltemechanismus aus den Gräbern von Yu Wang
215 v. Chr.: Die ersten Modelle der Armbrust finden sich bei Tonfiguren von Qin Shihuangdi, dem ersten Kaiser von China (259 - 10.9.210 vChr.)
Um Jahr 0: In Xanten am Niederrhein fanden Archäologen in einer Kiesgrube metallerne Reste einer römischen Torsionsarmbrust die auf die Zeit um 0 datiert wurde. Die europäische Armbrust stammt wahrscheinlich aus einer getrennten Entwicklung die im 3. Jh. v. Chr. aus Griechenland kam. Bei den Römern nannte sich diese Waffe Ballistae. Römische Hornbogenarmbrüste sind auch auf den Reliefs von Solignac und Saint Marcel bei Puy zu finden. Diese Darstellung wurde in das 1. Jh. n. Chr. datiert. Beide Waffen haben auf dieser Darstellung einen kurzen Schaft. Die Sehne wurde, soweit dies auf dem Relief von Solignac zu erkennen ist, im gespannten Zustand durch die sogenannte eine Nuß gehalten. Ähnliche Armbrüste wurden in Spanien und im Irak gefunden: der militärischer Einsatz der Armbrust durch römische Legionäre ist daher mehr als wahrscheinlich.
1. Jhdt. n. Chr.: Heron von Alexandria zeichnete Armbrüste und deren Gebrauch auf.
250 n. Chr.: Zeichnungen einer mehrschüßigen Repetierarmbrust in China (Han-Dynastie).
385n. Chr.: F. Vegetius Renatus in De Re Militari bezieht sich auf Armbrüste.
4. - 7. Jhdt. n. Chr.: Römische Nachweise auf Reliefen und diverse Überreste.
5. Jhdt. n.Chr.: Jetzt tauchte in China die mit dem Fuß zu spannende Armbrust auf. Diese war wesentlich stärker von der Durchschlagskraft und dadurch auch zielgenauer als die vorherigen. Jetzt wurde die Armbrust zu einer der meist gebrauchtesten Waffen in der chinesischen Welt und bis zur Song-Dynastie (10.-13. Jh.) in diversen Aufbauten weiterentwickelt.
851 n. Chr.: Die Armbrust wird in Frankreich erstmals als Waffe erwähnt.
947 n. Chr.: Der Angriff auf Senlis wird mit Armbrustschützen vorangetrieben.
985 n. Chr.: Mehrere Armbruster in Lothair's Expedition gegen Verdun.
Ab dem ca. 10. Jhdt. n. Chr.: verbreitet sich der Gebrauch der Armbrust großflächig über Europa
1066 n. Chr.: Setzten die Normannen in der Schlacht von Hastings / England Armbrüste gegen die Angelsachsen ein. Deren Benutzung wurde erst durch Ausgrabungen von Armbrustbolzen auf dem Schlachtfeld bekannt. Der Teppich von Bayeux, auf dem diese Schlacht und ihre Vorgeschichte dargestellt ist, zeigt keine Armbrüste.
12. Jhdt. n. Chr.: In den Anfängen des 12. Jhdrt. war die Armbrust insoweit perfektioniert, daß sie in allen europäischen Armeen zu einer gern verwendeten Fernwaffe wurde. 1139 n. Chr. wurde sie vom 2.Lateranischen Konzil für den Kampf verboten, da sie auf Grund ihrer Durchschlagskraft und Reichweite als unritterlich galt. Im Gebrauch gegen Heiden durfte sie jedoch weiterverwendet werden. In der Praxis wurde dieses Verbot allerdings kaum beachtet. 1199 n. Chr. kam ausgerechnet ein Verfechter der Armbrust, Richard Löwenherz, durch eine solche zu Tode.
Anfang 13. Jhdt. n. Chr.: Übergang vom Hand- zum Fußspanner, zeitgleich Einführung des Hornschichtbogens, was die Durchschlagskraft der Armbrüste nochmal wesentlich erhöhte.
Anfang 13. Jhdt. - Ende 15. Jhdt n. Chr.: Die Armbrust ist die dominierendere Schußwaffe in West- und Mitteleuropa gegenüber dem Bogen, obwohl sie eine wesentlich niedrigere Schußfolge aufzuweisen hatte. (1-2 pro Minute, gegenüber max. 10-12 beim Langbogen) Allerdings hatte sie eine höhere Zielgenauigkeit und die größere Durchschlagskraft. Weitere Vorteile bestanden darin, daß man sie in gespanntem Zustand für gezielte Schüsse bereithalten konnte und daß die Ausbildung an ihr wesentlich weniger Zeit in Anspruch nahm. Außerdem waren die physischen Ansprüche an einen Armbruster wesentlich geringer als an einen Langbogenschützen. Auf grund all dieser Faktoren wurde die Armbrust zur Hauptwaffe der Stadtbewohner. Daraufhin entstanden die Schützengilden und regelmäßige Schützenwettbewerbe als Training und Leistungsprüfung für wehrhafte oder auch wehrpflichtige Bürger.
1250 n. Chr.: Johann von Joinville, der am Kreuzzug Ludwigs des Heiligen teilnahm, berichtet von der neuen, stärkeren Waffe: „Als die Armbrustschützen des Königs den Fuß gegen den Bügel ihrer Armbrüste stemmten, flohen die Sarazenen“.
1371 n. Chr.: Die Armbrüste mit Stahlbogen entstehen. Dieser ist nicht mehr so witterungsanfällig wie der Hornschichtbogen. Allerdings konnte der Stahlbogen bei Kälte brechen.
1499 n. Chr.: Leonardo da Vinci zeichnet die “Riesen-Armbrust”
Ende 15. Jhdt. n. Chr.: Erfindung der Arkebuse (Hakenbüchse). Diese tragbare Feuerwaffe verdrängte sowohl den Bogen als auch die Armbrust als Kriegswaffe bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts in großen Teilen Europas. Als Jagd- und Sportwaffe blieb sie weiterhin in Gebrauch.






